Ich hab’ die Schnauze voll! Überall Castingshows. Überall standing ovations. Überall diese Überemotionalisierung. Und überall Superlative. Geht mir echt ein bisschen auf den Sack! Aber Musik ist eben mein Kryptonit, was soll ich machen?
Trotzdem, ich finde schon gar nichts mehr wirklich geil, oder fett, nur noch gut. Maximal! Gefühlt sehe ich ja auch immer die gleiche Performance. Nur die Jury, der Sender oder die Resonanz des Formats ändert sich.
Erst Super-, dann Popstars. Beides mit Fokus auf so einiges, aber nicht zwingend auf die Stimme. Von Persönlichkeit ganz zu schweigen. Storytelling und Show standen im Vordergrund, bestimmten gar das Spiel. Was dem einen sein Erfolgsrezept war, war dem anderen sein Untergang, obwohl beide im wesentlichen das selbe Problem hatten: das Niveau ließ von Jahr zu Jahr nach.
Klare Konsequenz daraus, dass wirklich Talente, zumindest die, die bis drei zählen können, jetzt schon wussten, dass die mediale Aufmerksamkeit nicht mehr für eine Karriere, sondern lediglich für’s Dschungel-Camp reichen sollte.
Während DSDS also eine immer absurdere Jury um Bohlen formierte, und angebliche Voting-Fehler dazu nutzte die Show künstlich zu verlängern, hatte man bei ProSieben dann, wenn auch deutlich zu spät, endlich mal ein Einsehen, und schickte D! samt Format nach Österreich.
Die RTL-Gruppe hatte indes noch einmal fröhlich eingekauft und suchte jetzt unter der Woche auf VOX Sänger mit dem gewissen Etwas. Zum ersten Mal konkurrierten dabei auch die Juroren, was zwar Teil des Konzepts sein sollte, sich aufgrund der Besetzung aber auch gleichzeitig der eigenen Glaubwürdigkeit beraubte. So kam was kommen musste: eine talentierte Siegerin und niemand, der für ein ähnlich gutes Album Geld ausgeben wollte.
Jetzt suchen Sat.1 und ProSieben gemeinsam nach der Voice of Germany. Das Konzept gekauft, die Jury kredibil, die Kandidaten gut, und trotzdem fühlt man sich nahe dem Overkill. Von allem gibt’s jetzt noch mal ein bisschen mehr, mehr, mehr. Eine einzige Lobhudelei und ständig sich wiederholende Liebesbekenntnisse nach jedem verdammten Auftritt. Alle sind so un-fucking-fassbar, dass schon gar keiner mehr heraussticht. Wo soll das denn noch hinführen?
Außerdem will ich mir auch keine Namen mehr merken! Spätestens nach Lena waren meine Castingshow-Ressourcen endgültig erschöpft. Da war alles dabei: Persönlichkeit, Entwicklung und vor allem ein Erfolg, der sich so schnell nicht wiederholen wird. Jetzt wirkt alles irgendwie nicht nur wie eine Kopie, sondern wie eine krampfhafte Suche nach etwas Neuem, das am besten noch mehr Emotionen wecken soll.
Selbst die gerade gestartete Suche nach Lenas Nachfolger, die erstens ja tatsächlich das einzig selbst entwickelte Castingformat im deutschen Fernsehen ist, und zweitens sich soeben mit der Blitztabelle noch einmal selber revolutioniert hat, langweilt mich schon so sehr, dass ich mich immer wieder beim weg zappen erwische.
Vielleicht würde uns allen ein bisschen Abstinenz mal ganz gut tun, dann klappt das mit den Emotionen eventuell auch irgendwann wieder. Oder die deutschen TV-Sender reißen sich endlich mal zusammen und produzieren eine Show a la BBCs „Later with Jools“, wo echte Musiker, egal ob Newcomer oder gestandene Künstler, ihre eigene Musik live präsentieren. Dann, das verspreche ich an dieser Stelle, vergieße ich auch mal wieder ein Freudentränchen.
Und, noch viel wichtiger, was fange ich dann damit an? Zwei Fragen, die mich schon länger beschäftigen. Vor allem seit Lena ihre Haarfarbe gewechselt hat. Und sich nicht mehr die ganze Welt für sie interessiert.
Ich bin immer noch Fän. Schließlich habe ich damals ‚Satellite‘ in die Hip Hop Clubs in Stuttgart gebracht. Das hat mir, neben einer vollen Tanzfläche, auch jede Menge Spott eingebracht. Und ‘nen Lena Wandkalender zum Geburtstag von meinen DJ Kollegen. Hab ich übrigens in Ehren gehalten und natürlich auch aufgehängt, da kenne ich ja gar nix.
Wenn Leute zu Besuch kamen habe ich auch immer MTV Cribs-mäßig durch die Wohnung geführt, „hier meine DJ Pult, da meine Plattensammlung, da mein Schlafzimmer- where the magic happens, ach und hier mein Lena Meyer-Landrut Kalender.“ Hat meistens zu mindestens einem Lacher geführt.
Zur Zeit ist Lena ja nicht mehr so ganz präsent in den Medien, was Leute wie meinen Vater dazu bringt solche Sätze zu sagen wie „von der hört man ja auch nichts mehr“. Denke in solchen Momenten immer kurz darüber nach, jetzt einen ausufernden Monolog zu halten. Aber ehrlich, warum sollte ich bei ‘ner Familienfeier ‘ne Grundsatzdiskussion über das Musik-Business anfangen? Vor allem mit Menschen, deren musikalischer Horizont nach Abba zu Ende war.
Neulich musste ich meinen Eltern sogar was von Stevie Wonder und Marvin Gaye vorspielen, weil ihnen die Namen kein Begriff waren. Das sagt schon einiges aus. Auch darüber wie sich Menschen, die keine Ahnung von einem Thema haben, trotzdem eine Meinung bilden, nur weil sie im Stern was darüber gelesen haben. Müßiges Thema also. Würde außerdem ganz schnell abdriften in eine Diskussion über die Unbefangenheit der Medien, was wiederum ein noch müßigeres und traurigeres Thema gewesen wäre. Traue einfach niemals einem Verkäufer, egal was er dir verkaufen will, sage ich dazu nur.
Aber zurück zu Lena. Die hat neulich meine Nacht versüßt. „Durch die Nacht mit…“ heißt die Sendung, in der Lena und Casper da auf arte zu sehen waren. Geht grob darum, dass sich zwei Prominente treffen und der eine dem anderen seine Stadt zeigt, indem er einen Rundum-Abendplan organisiert.
Ein ganz witziges Konzept eigentlich, schön bezahlt von meinen GEZ-Gebühren. Aber ich will an dieser Stelle nicht klagen, bin eher fast schon froh- das sind nämlich genau die Konzepte, die sich die Privaten nicht trauen auszustrahlen. Zu viel Anspruch, zu wenig Einschaltquoten. Letztere dümpeln nachts um eins auf arte natürlich noch weiter in tiefen Gewässern, klar, aber wen interessiert das bei den Öffentlich-Rechtlichen schon? Immerhin zog die Sendung eine ganz beachtliche Debatte im Internet nach sich. Motto: Die Demaskierung von Lena. Die ist ja gar nicht so süß, und so weiter.
Habe dazu selbst zwei Artikel im Netz gelesen, also zwei mehr als sonst, und musste wieder ein Mal sehr darüber schmunzeln, wie sehr Menschen nicht mit Persönlichkeiten umgehen können, nur weil sie selber keine haben.
Ich spreche jetzt mal nur für mich, also wie immer, und gebe zu, dass das, was man ihr hier als Zickigkeit ausgelegt hat, für mich und mein Weltbild eher sympathisch war. Ich mag Menschen, die nicht so sind wie alle anderen, und vor allem nicht so, wie andere sie gerne hätten. Und außerdem fand ich es sexy, als sie Fäns nachmacht. Der Satz mit dem „Halt’s Maul“ hätte auch echt von mir sein können. Und zwar genau so, in dieser Art und Weise vorgetragen. Darüber hinaus schwärmt sie irgendwann zwischendrin von Sneakern, und nichts, wirklich nichts, ist heißer als Frauen, die ein Faible für Sneaker haben, so!
Leider ist Lena prominent, und ich glaube, der Tag an dem ich mal ‘nen Prominenten anspreche wird nie kommen. Ich hasse Menschen, die Prominente ansprechen. Oder ein Autogramm wollen. Oder ein Foto. Was will man denn damit? Ich verstehe es nicht! Und ich glaube, ich werd’s auch nie verstehen. Daher schlag ich mir das mit ihrer Handynummer jetzt auch mal wieder aus dem Kopf. Oder ich twitter sie mal an (sagt man das so?), sollte ich verstehen wie Twitter überhaupt funktioniert…
In diesem Sinne, Freunde, die wie ich, auch nur sehr ungern prominent sein wollen, ein herzlichstes, und völlig anspielungsfreies (würde wahrscheinlich eh kaum einer kapieren)
Ich bin zurzeit ein bisschen aggro. Nicht wie Berlin. Eher wie Stuttgart. In sich gekehrt. In Stille Menschen hassen, kann man auch sagen. Die Menscheit ist meine Achillesferse. Klingt ein bisschen misanthropisch und ist es glaube ich auch. Kann das langsam nicht mehr abstreiten. Laut der Definition auf Wikipedia trifft das nämlich ziemlich genau auf mich zu. Inklusive dem Part mit dem Altruismus, was die Misanthropie an sich ja nicht ausschließt.
Schließlich ist es schon so, dass ich gerne nett zu Menschen bin. Jedenfalls dann, wenn sie auch nett zu mir sind, oder ich sie nicht für komplette Vollärsche halte. Letzteres passiert leider bedenklich oft. Wenn man doch nur Menschen im echten Leben auch als Spam markieren könnte. Möchten sie diesen Menschen aus ihrem realen Leben ausblenden? Ja! Möchten Sie ihn vorher noch mal beschimpfen? Ja! Nein. Doch! Warum eigentlich nicht?
Gut, ich will ja auch nicht, dass sie mich beschimpfen. Würde mir echt einfach reichen, dass sie mich in Ruhe lassen, wenn sie mich nicht leiden können. So schwer ist das ja wohl nicht. Oder doch?
Ich glaube der Mensch hat lieber vierhundert falsche, als fünf richtige Freunde. Das ist ziemlich traurig. Wie Menschen, die ihren Non-Aktivismus, ein mal pro Jahr auf Weihnachtsmärkten kompensieren.
Neulich war ich auch mal wieder auf einem. Weiß eigentlich nicht genau warum. Wahrscheinlich hatte der Grund zwei Brüste. Bin am Ende ja auch nur ein so triebgesteuertes Wesen wie alle anderen. Jedenfalls stand ich da dann so. Vor ‘nem Glühweinstand vermutlich. Und ich dachte mir dass, wenn ich in die Hölle komme, und sind wir ehrlich, falls es eine geben sollte, komme ich da definitiv hin, das ein Ort wie dieser sein muss. Mit dem einzigen Unterschied, dass es außer Eierpunsch und dieser fürchterlich billigen Weinplörre wahrscheinlich noch laute DJ Ötzi Musik im Hintergrund gibt. Traumhafte Vorstellung.
Zum Glück ist die Hölle nur eine Illusion. Wie mein Gedanke Menschenmassen doch noch irgendwann ertragen zu können. Meine Theorie ist ja, dass Menschen in der Quantität immer an Qualität abnehmen. Sprich: je mehr, desto dümmer agieren sie. Der Mensch, das Rudeltier. Immer wieder faszinierend, wenn die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beim IQ endet. 395 Personen gefällt das, der Rest hat immer noch kein Smartphone und war gerade nicht online.
Weltklasse Überleitung: Noch nie war meine Überlegung mich von Facebook abzumelden so ernst gemeint wie derzeit. Denn, selbst diejenigen, die ich nicht auf verbergen habe, gehen mir phasenweise so hart auf den Sack, dass ich schlechte Laune bekomme. Daher habe ich vor rund einer Woche beschlossen mal eine Weile lang keine Statusmeldungen mehr zu lesen. Von niemanden!
Fühle mich zwar ein bisschen abgeschottet jetzt, und bekomme nicht alles sofort mit, aber das ist mir gerade einfach total egal. Wesentliche Nachteile konnte ich noch nicht feststellen. Vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich es einfach nicht weiß.
Das einzige was ich weiß, ist, dass Wissen Fluch und Segen zugleich ist. Noch mehr als Geld. Jedenfalls bezogen auf Macht, nach der ja alle irgendwie streben. Klar, mit Geld kannst du auch Macht haben. Aber gegen Wissen ist Geld machtlos. Think about it.
Die Menschen, die ich mag, und das sind, wenn ich das mal nicht in Relation setze, doch erstaunlich viele, haben alle meine Telefonnummer. Und ich geh’ auch meistens ran. Als Zeichen meiner Anerkennung.
Aber zurück zur ‘Facebook-Problematik’ und der Frage warum ich mich nicht gleich abmelde. Erstens kommt mein Menschenhass in verschieden dosierten, und teilweise annehmbaren Phasen, und zweitens braucht man ein Profil, um auch eine Fänseite haben zu können, was wiederum nicht abstreitbare Vorteile bringt, wenn man in meinem/irgendeinem Business ein bisschen Geld verdienen möchte.
Auch ich nehme mittlerweile ja eigentlich nur noch über Facebook Informationen auf. Schließlich wird hier so gut wie alles gebündelt, was mich annähernd interessieren könnte. Habe ja irgendwann mal auf ‘Gefällt mir’ geklickt. Und jetzt befinde ich mich in einem reisengroßen ‘Product Placement’-Geflecht, das mich täglich bombadiert mit Angeboten, die ich nur schwer ausschlagen kann, und mit Informationen, die ich nur im seltensten Fall auch wissen möchte.
Prinzipiell könnte man auch sagen, dass dieser ganze Social Media Marketing Kack sowas wie die moderne Variante davon ist Menschen an der Haustüre Staubsauger zu verkaufen. Würde wiederum implizieren, dass wir alle in der virtuellen Welt so etwas wie Verkäufer sind. Und die wiederum gehören in meiner realen Welt eher zu den grundsätzlich unsympathischeren Persönlichkeiten.
Alles in allem eine verdammte Crux also. Wie der Mensch an sich. “So eigenartig, schön und doch so hässlich. So unwahrscheinlich stark und doch so zerbrechlich.” You can think about that too if you want.
Kurzum: sich abzumelden hat Vor-und Nachteile. Wie alles im Leben. Das ist übrigens auch der Grund warum Frau K aus Doppel A noch lange auf ihren positiven Text warten kann. Zumindest wenn es niemand schafft mir in absehbarer Zeit eine rosarote Brille aufzusetzen.
In diesem Sinne, ein ganz besinnliches
xoxo
Benzin – Menschen
p.s.: In der nächsten Ausgabe verwirrender Gedanken meinerseits berichte ich von einem verrückten Selbstversuch: Zwei Wochen pornofrei! Oder auch: die Auswirkungen sexueller Abgründe auf die Fantasie. Was tun wenn Sex mal nicht mit einem Blow-Job anfängt? Antworten kann ich nicht versprechen, ist ja kein Ratgeber hier. Aber ich gebe mir Mühe!
Pompöse Überschrift. Außen Top Hits, innen Geschmack. Um mal einen guten Satz von Fettes Brot zu zitieren. Neulich ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich gar kein Fettes Brot Hörer bin. Geht mir da wie bei den Fantas, zum Großteil sympathisch, aber irgendwie nicht so meine Musik eben. ‘Da draussen’ ist glaube ich der einzige Track, den ich von den Broten jetzt richtig gut finde. Alles andere ist eher so die Legitimation von Räp in Popmusik.
Wie auch immer. Ich habe mir überlegt, ab und zu, wenn mir danach ist, einfach eine Ansammlung ‚neuer‘ Tracks und Releases zu posten. Alles was gerade so auf Dauerrotation durch meine Player schallt. Genre ist dabei wie immer ein Fremdwort, wisst ihr Bescheid, wenn ihr schon mal hier wart.
Anfangen will ich an dieser Stelle mal mit Schönheit. Steh’ ich drauf. Wie bei Frauen. Und beim Charakter. ‘I Remember’ heißt der Track und singt diese liebliche Stimme im Refrain. Ich weiß leider nicht wem sie gehört. Finde überall nur vermerke darüber, dass der Song ‘by The Roots performed’ wurde. Schade. Ich wünsche mir Fame für diese Stimme!
The Roots – I Remember
Der Track ist auf dem neuen Album der Herren. Das läuft bei mir auch täglich durch den Player. Bin Fän. Und ich bleibe dabei, dass der Flow von Roots Frontmann Black Thought seinesgleichen sucht. So!
Dann, was Altes. Bin da durch Zufall drauf gestoßen. Lief im Warm Up beim Red Hot Chili Peppers Konzert vergangenen Montag in München. Dachte ganz, ganz kurz es wäre Amy Winehouse. Dann hab ich Shazam gefragt und war froh, dass es nicht Amy ist. Ich mochte Amy nicht. Und man wünscht sich ja dann doch immer, dass coole Songs auch von coolen Künstlern kommen. Wie auch immer.
Sly and the Family Stone – If You Want Me To Stay
Das Konzert der Peppers war übrigens sehr fett. Konnte von meinem Sitzplatz sehr gut sehen. Und bin Fän von den neuen, gepolsterten Sitzen in der Olympiahalle. Fast wie Kino so. Außer dass alle um einen rum ständig aufspringen. Menschen beobachten ist echt mein absolutes Lieblingshobby. Inklusive fiktive Lebensläufe dazu erstellen. Bringt mich meistens auf absurde Theorien.
Die habe ich genauso mit nach Hause genommen wie die Eindrücke der Performance. Erstens: Anthony Kiedis steht offensichtlich nicht auf Ansagen. Dafür hält er es aber für angebracht seinen kleinen Sohn während der Jamsession der Band am Seitenrand der Bühne auf dem Arm zu halten. Zu ein paar sanften Klängen noch kurz in den Schlaf wiegen, oder so. Warum auch nicht? Zweitens: Die komplette Band ist auf jeden Fall (immer noch) voll auf Drogen. Drittens: Dafür verspielen sie sich aber echt recht selten. Und viertens: Der Style des neuen Gitarristen Josh Klinghoffer wäre selbst Mitte der 90er schon hart uncool gewesen. Wenn Du den auf der Straße treffen würdest, würdest du wahrscheinlich vermuten, dass er noch bei Mama wohnt, weil er offenbar noch die Klamotten seines älteren Bruders auftragen muss.
Außerdem war ich am Ende doch noch ein bisschen sehr enttäuscht, weil sie tatsächlich ‘Otherside’ nicht gespielt haben. Geht nicht. Muss man immer machen! Konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Und das dann auch noch mal ein Stück weniger, als ich erfahren habe, dass sie ihn zwei Tage später in Wien gespielt haben. Aber man steckt halt nicht drin, in Anthonys wahrlich verwirrenden Gedanken, so wie sein Penis in Heidi.
Jetzt bin ich spontan abgeturnt. Und wechsel daher unauffällig das Thema. Mayer Hawthorne. Eigentlich ein Mann mit Qualitätsgarantie. Zumindest im Laufe der letzten Jahre konnte man unbedenklich seine Empfehlung aussprechen. Dann kam vor ein paar Wochen sein Album ‘How Do You Do’ auf den Markt. Hatte ich mich echt tierisch darauf gefreut. Und wurde bitterlich enttäuscht. Habe es wirklich mehrmals versucht, ein paar Tage Pause gemacht und dann noch mal angehört. Wurde nicht besser. Der einzige Song, der in meinen Gehörgängen hängen blieb wie Batman an der Verbrechensbekämpfung, ist ‘Can’t Stop’. Der ist mit Snoop Dogg. Und wenn’s mittlerweile erstmal so weit kommt, weißte auch über den Rest Bescheid. Schade.
Mayer Hawthorne feat. Snoop Dogg – Can’t Stop
Nächstes Thema. Gotye. Australischer Newcomer-Shit. Zumindest wird’s gerade leicht gehypt. Nach ‘Somebody That I Used To Know‘, einem Youtube-Knaller (20 Millionen Aufrufe!), auch nicht gerade untypisch für das Plattenlabel von heute. Durfte auch schon ins ganze Album rein hören. Und ich muss sagen es plätschert leider etwas. Nichts was mich direkt vom Hocker haut. Aber der Track hier hat sich dann doch eingebrannt.
Gotye – State Of The Art
‘State Of The Art’ war übrigens so etwas wie die Lieblingsfloskel meines ehemaligen Chefs. Und eigentlich generell in der Fernsehbranche ziemlich beliebt. Ich glaube, ich habe keine Präsentation gesehen, in der man mal darauf verzichtet hätte. Musste dann immer leicht schmunzeln. Und hatte derweil den Claim im Kopf ‘State of the art – Wir können alles. Außer Abwechslung.’. Hätte ich vielleicht mal vorschlagen sollen. Dann würde ich da eventuell auch noch arbeiten.
Aber apropos Abwechslung. Habe neulich einen auch schon etwas älteren Song gehört. Wieder durch Zufall. Kam nach Hause und konnte nicht schlafen. Habe deswegen noch ‘nen Film geschaut. Und als da am Ende alle sterben, hat man jenen Song als emotionale Verstärkung drüber gelegt. Hat perfekt gepasst. War ziemlich traurig. Musste ich sofort googlen und drei Mal hintereinander anhören. Dann hat’s auch mit dem Schlafen geklappt.
Pilot Speed – Alright
Hatte bis dato noch nie was von der Band gehört. Und deswegen meine musikalische Horizonterweiterung auch auf diesen einen Song beschränkt. Hab nämlich immer ein bisschen Angst, dass der Rest nicht so pralle ist. Wie nach ‘nem One-Night-Stand. Oh, ich drifte ab. ‘That’s why i need somebody new, just like you’. Verdammt, schon wieder.
Jedenfalls, um meinen ursprünglichen Gedanken zu Ende zu bringen, stelle ich nach ein paar Mal hören fest, dass der Song auch von Coldplay sein könnte. Zumindest erinnert mich der Instrumentalteil stark an ‘Yellow’.
‘Inspired by’, könnte man vielleicht sagen. Aber wer will’s einem verdenken. Die Nummer ist schlichtweg großartig. Immer noch. Habe ich auch viel gehört in letzter Zeit. Fühlte mich irgendwie danach, nach ‘Mylo Xyloto’, auch noch mal die alten Sachen auszukramen. Und zu vergleichen. Den Vorwurf sie wären poppiger geworden, kann ich nach gewissenhafter und ausführlicher Prüfung definitiv nicht unterschreiben. Was zum Teufel war am alten Zeug denn nicht poppig? Erstummen sollen sie, eure Unkenrufe!
Aber wo wir gerade bei Britpop sind, habe mich dann auch mal mit der Noel Gallagher Soloplatte beschäftigt. Nett, sage ich mal. Könnte natürlich auch von Oasis sein. Aber hier erwartet man ja auch keine Quantensprünge. Solide die Fäns beglückt. Wie die Lieblingspornodarstellerin.
Dieses Stück möchte ich dabei besonders hervorheben.
Noel Gallagher’s High Flying Birds – Everybody’s On The Run (live @ BBC Radio Theatre)
Dann, auch schon ein bisschen älter mittlerweile. Und ebenfalls from Great Britain. Kasabian. Die hatte ich dieses Jahr auf dem Southside gesehen. War recht gut. Ich allerdings ultra müde zu dem Zeitpunkt. Sonntag Abend ist immer irgendwie die Luft raus.
Habe neulich ein Interview der Band gesehen, bei dem der Gitarrist von seinem schizophrenen Leben erzählt hat. Daheim sei er der perfekte Familienvater, ruhig und sehr in sich gekehrt. Auf Tour hingegen straight Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Im Prinzip hauptsächlich deswegen, weil es dazu gehört und er es kann. Und seine größte Dankbarkeit gilt jedem Tag der Tatsache, dass er “still alive” ist. Fande ich irgendwie faszinierend. Und sympathisch. Würd’s vielleicht genau so machen. Aber ich kann ja auch Sex und Liebe trennen…
Jedenfalls habe ich mir dann noch mal das letzte Album angehört. Und die Nummer hier ist schon wirklich gut.
Kasabian – Days Are Forgotten (live @ neo Paradise)
Was läuft noch so durch meinen Player? Ach ja, noch ‘ne ältere Nummer. Die allerdings könnte auch neu sein, also man könnte sie der Welt als neu verkaufen. War nämlich unverständlicherweise kein Welthit. Und damit auch irgendwie der Beweis dafür, dass Marketing eine zu große Rolle im Musik Business spielt.
Ich feier den Track auf jeden Fall von Anfang an und wurde oft gefragt von wem der ist. Vor allem, nachdem ich ihn in meinem letzten Mixtape eingebaut hatte, wenn auch nur ein paar Sekunden lang. Daher noch mal die wärmste Empfehlung an alle da draußen:
Something A La Mode feat. K-Flay – 5am
Die Nummer gehört wirklich in jedes Radioprogramm und auf jede gute Tanzfläche!
So, jetzt wird’s Zeit für Räp. Yelawolf heißt da mein Mann der Stunde, neben Mac Miller. Großartige Live-Show hat der am Start, und mittlerweile auch ein neues Album. ‚Radioactive‘ heißt das Ding und ist sehr zu empfehlen. Einen ersten Eindruck kann man sich hiermit verschaffen.
Yelawolf feat. Travis Barker – Let’s Roll (live @ Conan)
Zum Schluss, bevor ich mich selber anfange zu langweilen, noch das Mega-Hype-Thema. From Stuttgart, Germany. Hoffnung des deutschen Rap. Wobei das ja irgendwie jeder ist, der was in die Richtung macht. Ich sage, German Mac Miller. Oder auch Sommer-Rap. Passt beides irgendwie auf Cro.
Der Herr, der mit Panda-Maske auftritt, weil er die zu seiner Zeit bei der Stuttgarter Zeitung aufsetzte, um vom wohl etwas spießigen Chef nicht zufällig bei seinen wochenendlichen Rap-Konzerten ertappt zu werden, liefert mit seinem ersten Track ‚Easy‘ gleich einen richtigen Hit.
Knapp über 700.000 Aufrufe auf Youtube nach nur drei Wochen, dazu prominente Fans wie Jan Delay und sogar Aufmerksamkeit aus den U.S.A.. Klingt nach Potential soweit. Das sieht das Stuttgarter Indie-Label Chimperator genau so und arbeitet fleißig auf ein Debüt-Album-Release Anfang des neuen Jahres hin.
Als kleinen Wartezeit-Verkürzer hat man letzte Woche ein Mixtape rausgehauen, auf dem Cro über weitestgehend bekannte Beats ein paar eigene Zeilen rappt. Sehr stimmige Geschichte, inklusive netter Denkansätze, auch wenn ich das bisher nur heimlich zugegeben habe, weil mir ehrlich gesagt diese lokale Hypeness hart auf den Sack geht.
Ich warte derweil darauf bis die ersten, die jetzt noch hypen, damit anfangen von Kommerzialisierung zu sprechen, wenn man dann nächstes Jahr versucht Cros Musik zu Geld zu machen.
Ich persönlich verüble das niemandem. Und ich muss brechen, wenn ich noch einmal von irgendjemand höre oder lese, dass ihm irgendetwas zu kommerziell ist. Für solche Menschen fällt mir echt nicht mehr als die rüdesten Beleidigungen ein.
Aber wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Auch ich habe mal so gedacht. Dazu möchte ich kurz die Geschichte erzählen, dass ich meinem Bruder mal mein Linkin Park Album geschenkt habe. Es war das erste. Und ich fand, nach dem zweiten, dass die Jungs zu kommerziell geworden sind, weil sie jede Single Maxi mit etlichen, pseudo Zusatzfeatures zu horrenden Preise verkloppt haben.
Aber dann wurde mir irgendwann klar, es muss urplötzlich gewesen sein, dass das verdammt noch mal keine Rolle spielt, weil es nichts daran ändert, dass ich die Musik gut finde und mich die Songs bewegen.
Damals war ich fünfzehn Jahre alt. Oder Sechzehn. Egal. Jedenfalls war es eine Zeit, in der meine größten Probleme darin bestanden reale Brüste anzufassen, den Marihuana-Konsum vor meinen Eltern und meine Antipathie gegenüber der Institution Schule zu verstecken. Was ich damit sagen will? Ich war jung, dumm und, wie jeder andere auch, in einer harten Entwicklungsphase.
Der Unterschied ist, ich habe mich entwickelt. Heute kann ich reale Brüste anfassen, wenn ich möchte. Ich brauche meine Antipathie nicht mehr verstecken. Und wenn ich immer noch kiffen würde, könnte ich das auch meinen Eltern erklären. Ich habe meine Scheuklappen abgelegt und mich damit abgefunden, dass die Welt so ist wie sie ist. Mein eigenes Ich gefunden. Und mein Leben nicht mehr von vermeintlichen Konventionen steuern lassen. Mal ganz ernsthaft: Wer Kommerz ernsthaft und vor allem standhaft anprangert, prangert in Wirklichkeit doch nur seine eigene, beschränkte Existenz an und sperrt sich selbst dabei in einen Käfig, der ihn mehr an einem schöneren Leben hindert, als dass es ihn zu einem isolieren könnte.
Kurzum, ich hasse Menschen, die so etwas sagen. Und ich würde ihnen am liebsten jedes Mal über den Kopf streichen, wie einem kleinem Kind, und sagen ‚oh wie süß‘.
So, nach dieser kleinen Hasstirade mit ernsthaftem Inhalt, abschließend noch mal was Schönes, auf das sich bestimmt auch die Kommerz-Nazis einigen können. Private Coverversion von ‚Easy‘. Mädchen am Piano. Verbreitet via Youtube. Wer sich zwei Minuten entertained fühlt, kann ja in Anerkennung bezahlen und was Nettes drunter posten.
Cro – Easy (Cover)
In diesem Sinne, ich bin dann mal swag, Geld verdienen.
Knapp zwei Jahre nach ihrem Debüt schmeißen Miike Snow ihre neue Single auf den Markt. Und die kann sich mal wieder hören lassen. Das Album dazu kommt hoffentlich auch bald. Enjoy!
Intro
Ja, äh…das habe ich zusammengebastelt. Geht drei Minuten und vom Inhalt her bin ich fast schon stolz. Beinhaltet das Geräusch meines Autos, wenn ich den Schlüssel umdrehe aber noch nicht angeschnallt bin und soll nachfolgend die Suche im Radio imitieren.
‘Time To Say Goodbye’ konnte ich mir nicht verkneifen, dann Deborah Cox, Denyo und Something a la Mode mit 5am (Darauf werde ich häufig angesprochen. Ja, der Track ist der Killer, und zu unrecht weitgehend unbekannt. Ich persönlich denke, dass er das Potential zu einem Welthit gehabt hätte. Überzeugt euch in voller Länge selbst und zum Beispiel hier.)
Weiter geht’s mit einem Mashup aus ‘Pjanoo’, für mich der beste elektronische Track der letzten fünf Jahre und zudem auf jedem Dancefloor eine sichere Nummer, und ‘Shout’ von Tears for Fears.
Dann: Chilly Gonzales mit einem legendären Satz, Eurythmics mit ‘Sweet Dreams’, einem nach wie vor unangefochtenen Übertrack, gefolgt von Britney Spears mit ‘Hit Me Baby One More Time’ (konnte ich mir ebenfalls nicht verkneifen), ODB mit einer wahren Zeile, NAS mit einer Stelle aus ‘Hip Hop Is Dead’, die mir immer wieder einfach so in den Kopf kommt, ‘Motherlover’ vom Lonely Island Projekt um Justin Timberlake, das a) mega witzig ist, und b) für mich als leidenschaftlicher Deine-Mutter-Witze-Erzähler quasi auch unverzichtbar war.
Kurz vor Ende meldet sich dann auch noch Peter Fox zu Wort. Für mich der deutsche Künstler in den letzten Jahren, der das Musikbuiness mal kurz mit Talent und Innovation völlig auf den Kopf gestellt hat. Großartige Platte, die in jede verdammte Plattensammlung gehört.
Im dem Zusammenhang passt natürlich auch Cee-Lo Green als nächstes ganz gut, für den Peter Fox den Stadtaffen ja zuerst auf englisch geschrieben hatte. Leider hatte Cee-Lo aber keine Zeit und widemte sich unter anderem seinem Soloalbum, auf dem sich u.a. auch dieser wunderbare Track ‘I Want You’ befand, mit dieser sehr passenden Songzeile für mich zum Zitieren.
Die Antwort darauf hat Jay-Z direkt parat. Stammt aus dem Track ‘Welcome To The Jungle’ vom gemeinsamen ‘Watch The Throne’ Album mit Kanye West.
Abschließend dann noch die Foo Fighters mit ‘Best Of You’, einem meiner All Time Favourites. Kurzes ‘Watch Out Now’ Sample hinterher und noch ein kleiner Scratch und schon kann’s auch wirklich losgehen.
Brother Ali – Crown Jewel
Den Track habe ich zufällig entdeckt. Kannte den Künstler gar nicht und habe mich halb gelangweilt durch irgendwelche Musikblogs geklickt. Dann diese Perle! Spielte ich immer um die Party langsam in Gang zu bringen.
Eve – Let Me Blow Ya Mind
Habe ich lange verschmäht, dann wurde mir urplötzlich bewusst, dass die Nummer einen echten Überbeat hat. Wiedererkennungswert top. Reißt einen beim ersten Ton schon mit. Kann man am Anfang, zwischendrin oder am Ende spielen. Total egal. Meistens entschied ich mich für ersteres, und in Kombination mit dem Track davor. Passt super zusammen und füllte einige Male die Tanzfläche.
Nappy Roots – Good Day
Passt nicht so richtig auf Eve, ich weiß. Aber ich wollte mich relativ kurz fassen auf dem Tape und habe deswegen den Club-Füllstoff dazwischen weg gelassen. ‘Good Day’ überzeugt mit positiver Message, Piano-Sample und Kinderchor. Super für jedes Warm-Up.
Chilly Gonzales – Never Stop (Rap Version)
Ich liebe Chilly Gonzales. Die Nummer hat jeder im Ohr, weil er schon mal irgendwann die iPad Werbung gesehen hat, die mit dem Track unterlegt ist. Chilly hat aber auch noch eine Rap Version gemacht, die unglaubliche Textzeilen beinhaltet, und spätestens nach ‘my position is doggy, i come from behind’ und dem dann einsetzenden Beat unzählige Hände in die Luft reißen lässt.
Einziger Wehrmutstropfen: rausmixen ist hier nicht so leicht. Deswegen habe ich da relativ oft rausgecuttet, was jetzt nicht gerade meine Spezialität war.
Beginner – Rock On
(Absolute) Beginner. Bambule. Das Album, das mich auf deutschen Hip Hop brachte. Höre ich bis heute immer gerne mal wieder komplett durch. Riesentracks- und Reime. ‘Rock On’ passte vom Refrain her halt perfekt aufs Tape.
p.s.: Freue mich sehr auf die Reunion und das Album dazu nächstes Jahr. Ich hoffe so sehr, dass es gut wird.
Swedish House Mafia – One (Hard2Def Edit)
Ich habe vor echt wenigen elektronischen DJs und Produzenten Respekt. Lässt sich an einer Hand abzählen. Swedish House Mafia gehören dazu. Die Jungs haben vieles richtig gemacht. Und, sie hauen konsequent Hits raus. Coole Hits. Im Vergleich zu allem anderen was Miami und Ibiza sonst so jedes Jahr hergibt. Die Dokumentation ‘Until One’ war großartig und möchte ich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich empfehlen. Hätte ich nur annähernd die Chance gehabt ein ähnliches Leben als DJ zu führen, hätte ich weitergemacht.
Da das Original natürlich viel zu schnell ist, habe ich mich hier dem Edit von Hard2Def bedient. Und das auch nur 16 Takte lang. Man soll es ja nicht übertreiben.
Jay-Z – Roc Boys (Mick Boogie Remix)
‘Roc Boys’ im Original ist für mich ein Killertrack, pompös inszeniert, aber leider nicht wirklich geeignet für den Club. Der Remix von Mick Boogie erinnert mich in erster Linie an ‘Hit The Road Jack’ und in zweiter an die Melodie von eben jenem ‘One’. Daher haben ich die Tracks einfach mal miteinander verbunden.
Big Boi – Shutterbugg
Hier zählt einzig und allein der Beat. Geht sofort in einen über. Kann man gar nix dagegen machen. Außerdem habe ich so noch ein bisschen Outkast reingebracht, was mir wichtig war, weil sie für mich auch mit zu den größten zählen.
Jay-Z & Pharrell – I Just Wanna Love You
Klare Message, oder? Bisschen lala vielleicht im Gesamten, aber egal. Pharrell und Jay-Z reißen fast alles wieder raus. Für N.E.R.D. gilt im Übrigen das selbe, was ich zuvor schon über Outkast gesagt habe.
Joan Jett – I Love Rock’n'roll
Ja, ist so. Und es passt auch!
Red Hot Chili Peppers – Can’t Stop
Ganz ehrlich. Für mich der allerbeste Club-Track aller Zeiten! Den kannst Du wirklich überall spielen. Ich weiß noch, als die Chilli Peppers Platte damals rauskam, habe ich sie mir als treuer Fän natürlich sofort gekauft. Ich saß daheim und bei Track 7 dachte ich plötzlich, alter, was ist hier los, das ist die Offenbarung, dann bin ich aufgestanden und habe angefangen zu tanzen. Einfach so. True story! Ist so nie wieder passiert. Seitdem liebe ich diesen Song. “This life is more than just a read through”
Jay-Z – 99 Problems
Schon wieder Jay-Z, ja ich weiß. Egal. Der Typ ist der Wahnsinn. Niemand weiß so genau was er tut. Zumindest in der amerikanischen Musikbranche. ‘Empire State Of Mind’ ist ein verficktes Denkmal. Nicht weniger. ’99 Problems’ der Klassiker. “But the bitch ain’t one”
CSS – Music Is My Hot Hot Sex
Genrewechsel. Mein Ding. Bisschen elektronisch angehaucht. Gute Aussage. Fertig.
Charles & Eddie – Would I lie to you
Dafür wurde ich oft ausgelacht. Und ich habe es mich auch nicht immer getraut. Aber der Track ist so durchweg fluffig, dass sich selbst die größten Musiknazis zu positiven Bewegungen haben mitreißen lassen. Ein Track bei dem sich die Spreu vom Weizen trennt. “Would I Lie To You?”
Jay-Z & Gwen McGrae – All This Love (Chrome Edit)
Herausregendes Edit von Chrome. Gwen McGrae lovely wie eh und je, und darüber mal wieder Hova. Sichere Nummer auf jeder Party und ich glaube, einer der meist gespielten Free Tracks ever. Zumindest in Deutschland. Auf jeden Fall aber in München und Stuttgart.
Daniel Merriweather feat. Wale – Change
Eine meiner persönlichen Hymnen! Daniel Merriweather ist für mich sowas wie der männliche Gegenpart zu Adele, und ‘Change’ allein wegen der Songzeile “Some do it all for money, and some do it all for the love” unantastbar.
Gwen Mc Grae – Funky Sensation
Noch mal Gwen. Killer Stimme einfach. Und unerreichter Track. Funky Sensation bringt es am besten auf den Punkt. Außerdem ist es das Sample von Afrobs ‘Reimemonster’, dem einzigen guten Track, den der Typ je hinbekommen hat. Kann man sich ja mal überlegen welchen Anteil Gwen McGrae daran hat. Soll aber egal sein, solange die Leute dazu immer noch so ausflippen.
Jill Scott – Golden
Passt wunderbar zu Gwens Funky Sensation. Einzigartige Stimme und absolute wahre Message. Dazu ‘ne Jazzy Jeff Produktion und deswegen auch für die eingefleischtesten Hip Hoper kredibil genug.
Jamie Cullum – Don’t Stop The Music (Cenzo Townshend Mix)
Rihanna Cover, beziehungsweise, wenn wir ehrlich sind, ein Cover des Songschreibers von Rihanna. Die Aussage passt einfach gut. Jamie Cullum ist dazu ein absoluter Ausnahmekünstler, der diesen Track erst richtig gut gemacht hat.
Erick Sermon & Marvin Gaye – Music
Perfektes letztes Lied. Wurde von mir auch gerne in genau dieser Kombination gespielt. Mit immer dem gleichen Übergang an der gleichen Stelle. Marvin Gaye für mich einer der ganz, ganz Großen. Prägend, möchte ich sagen. Und auch an Authentizität kaum zu überbieten. Vielleicht lag es am Heroin, vielleicht aber auch nur an der Liebe, die er in jeden seiner Songs gesteckt hat. So oder so, der Song und vor allem der Text sind einfach großartig.
Outro
Zurück zum Radio. Live The Search und so. Fängt an mit einer Studioaufnahme von Chromeos ‘Don’t Walk Away’. Wundervoller Song und super Band, die hoffentlich noch richtig erfolgreich wird. Dann ‘I Want To Thank You’ von Alicia Myers. Selten so eine eingängige Stimme gehört.
Dann, äh ja…Celine Dion. Keine Sorge ist nicht ernst gemeint. War mehr so ein Running Gag auf die Frage nach dem perfekten Lied für meinen Abgang. Musste mir den Song auch erstmal runterladen…
Dann wieder wirklich schön: Jamie Woon, eine meiner Entdeckungen des vergangenen Jahres, mit ‘Night Air’. Der Text spricht mir aus der Seele. “Daylight fills my heart with sadness”
Anschließend ganz kurz Linkin Park mit ‘Breaking The Habit’. Passt erstens, und zweitens ist das auch der beste Song der Band. Und außerdem noch aus der Zeit als sie noch wirklich gut waren.
Dann wieder ein persönliches und in der Öffentlichkeit viel zu unterschätztes Highlight: ‘Sunday Morning’ von K-Os. Warum war das kein Hit?
Alos gleich was zeitloses hinterher: Michael Mind mit ‘I keep forgettin’. Ich sage, einer der besten Songs aller Zeiten. “Things will never be the same again”
Jetzt wird’s aber Zeit für Kanye. Und Auszüge aus seinem herausragenden Album ‘My Beautiful Dark Twisted Fantasy’. Die Wahl fällt mir wirklich schwer, da das Ding eine Gesamtkunst-und Meisterwerk ist und etliche passende Textzeilen parat hält. “Let’s have a toast for the doushbags’ macht aber schließlich das Rennen. Wünsche ich mir im übrigen auch auf meiner Beerdigung.
Zum Abschluss noch einmal Peter Fox. “Wenn’s dir nicht gefällt, mach neu!” Was könnte besser passen?
Kid Cudi – Pursuit Of Happiness
Ich werde nicht müde das zu sagen, Kid Cudi ist für mich einer der großen modernen Poeten. Ich liebe Cudis Songs und Alben. ‘Pursuit Of Happiness’ ist dabei mein absoluter Lieblingstrack, und das vermutlich deswegen, weil er mir persönlich am meisten aus der Seele spricht.
The Guts – It’s so hard to say
The Guts musste ich noch einbauen. Das Album ‘Le Bienheureux’ habe ich für meine Begriffe leider viel zu spät entdeckt, dafür aber auf Anhieb in Herz geschlossen. Eine Offenbarung. Und perfekte letzte Worte für dieses Tape.
(…)
Ich hoffe, ihr verzeiht mir all die charmanten Mixfehler. Ich war im Überschwang der Gefühle. Habe bei der Aufnahme ständig den Master weiter aufgedreht, und zwischen unzähligen Zigaretten und Glücksattacken mitgesungen und getanzt. Absurd, ich weiß. Aber eben auch genau so straight from the heart. Deswegen wollte ich im Nachhinein auch nichts mehr daran ändern, und dieses ‘Teil von mir’ ungefiltert wiedergeben.
Der Mix ist ohne die Shoutouts aufgenommen, um die ich meine Kollegen und Freunde im Vorfeld noch gebeten hatte. Zum einen, weil mir leider einfach die Zeit gefehlt hat die Dateien einzubauen, und zum anderen, weil ich das dann auch nicht unpersönlich hinten dran hängen wollte. Und bevor das dann beim Hören nervt, wenn ich sie einfach nur drüber gelegt hätte, habe ich sie kurzfristig einfach ganz weggelassen. Das tut mir natürlich für alle, die eines geschickt hatten, sehr leid. Insbesondere weil sich die meisten sehr viel Mühe gegeben haben. Aber seid Euch sicher, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen und danke Euch hiermit noch mal allen von selbigem.
Des weiteren habe ich mir überlegt, demnächst hier ein kleines Best Of meiner Mixe der vergangenen Jahre anzusammeln. Dazu muss ich aber erst noch mal meine Festplatte durchforsten. Waren schon einige, die aus Platzgründen auch nicht mehr alle online sind.
Da ist es. Wochenlang fiebere ich schon darauf hin. Das neue Werk von The Roots, einer meiner absoluten Lieblingsbands. ‘Undun’ heißt das gute Stück und bereitet mir auf Anhieb gleich große Freude. Bin einfach Fän, und hoffe das wird sich niemals ändern.
Noch jedenfalls konnten mich The Roots nicht enttäuschen. Vor allem was die Kompaktheit ihrer Alben angeht, schippern die Herren auf den ganz großen Gewässern. Ich möchte gerade echt einfach nicht mehr damit aufhören die Platte zu hören. Zu sehr nimmt sie mich mit und füttert meine Seele mit wohltuender Ruhe.
Die Steigerung der Dramaturgie sucht ihresgleichen. Schon seit geraumer Zeit habe ich das bei einem Album von Anfang bis Ende nicht mehr erlebt. Ich lasse mich abschließend sogar dazu hinreißen, zu sagen, dass ‘Undun’ geradezu erstrahlt. In voller Pracht.
Überzeugt euch selbst, hier auf NPR Music gibt’s das Album im Full Stream zum Vorhören. Im Laden steht’s dann ab dem 6. Dezember.
p.s.: Wer das hier noch nicht kennt, ich kann es nur empfehlen. Eine halbe Stunde, die jedes Musikliebhaberherz bereichert.
Hennessy Artistry presents ‘The Art of Blending’
-> vimeo.com/25412226 (Das Einbetten des Videos ist leider deaktiviert, deswegen einfach auf den Link klicken)
So, jetzt hätten wir das also auch erledigt. Das DJ-Ding ist durch. Die letzte Party gefeiert. Zumindest die, die ich musikalisch im Wesentlichen mit gestaltet habe. Und, was soll ich sagen, ich bin schon ein bisschen traurig. Aber so ist das Leben, wa!?
Ein typischer Satz für einen Berufsmelancholiker wie mich. So hat mich jedenfalls mein Freund RAM in seinem Beitrag zu meinem letzten Mixtape am Freitag genannt. Ganz unrecht hat er ja nicht. Positive Texte fallen mir zumindest schwerer, wie auch Frau K. aus Doppel-A schon zu bemerken wusste. Ist halt nicht alles Gold was glänzt, sage ich dazu nur. Und es nicht mein Style Dinge schön zu reden. Bringt ja auch niemand was.
Jetzt habe ich ‘I can see clearly now, the rain has gone’ im Ohr. Weiß nicht warum. Ich stehe auf Regen. Das finde ich allerdings eher romantisch als melancholisch. Straight from the heart und so, ihr wisst Bescheid. So wie ich meinen letzten Auftritt angehen wollte.
Hatte alles minutiös durchgeplant. Und trotzdem war ich angespannt. Hatte zwar keine Sorgen, dass alles klappt, aber ich war damit beschäftigt meine eigene Erwartungshaltung nach unten zu schrauben. Denn, eine wesentliche Erfahrung in diesem Business ist, wenn Du zu hohe Erwartungen hast, funktioniert es nie so, wie Du es Dir vorgestellt hast.
Eine gute Party hängt von wenigen, aber wichtigen organisatorischen Faktoren ab, eine legendäre hingegen ist schlicht und einfach unplanbar und hängt an zum größten Teil nicht greifbaren und nicht beeinflussbaren Details.
Nicht zuletzt deswegen glaube ich, dass man in großen Locations nie die beste Party seines Lebens feiern wird. Never ever wirst du dich mit fünfhundert ähnlich coolen Leuten zufällig zu der Nacht deines Lebens treffen. So etwas passiert in einem kleineren Kreis. Oder gar nicht. Da geht es um viele Dinge, aber vor allem um eine: Persönlichkeit.
Die Gefahr in kleineren Locations ist halt immer, dass genau das Gegenteil passiert. Die Leute sind nicht okay, sie sind fürchterlich. So was kann immer mal vorkommen und lässt sich höchstens mit Beharrlichkeit einigermaßen steuern. Ein Fremdwort für viele Veranstalter übrigens.
Ich habe in großen Clubs angefangen und kleine schneller in mein Herz geschlossen. In kleinen verdient man normalerweise halt nicht so gut. Aber dann steht man eben vor der Wahl. “Some people do it all for money, and some do it all for the love”. Beides okay. Und legitim. Man muss nur dazu stehen. Nichts ging mir mehr auf den Sack als die, deren Gier nach Geld oder Anerkennung ihren eigenen Idealen im Weg standen, sofern sie überhaupt welche hatten. Das bringt es wohl am besten auf den Punkt und musste noch mal gesagt werden.
Zum Glück hielten sich die Kritikpunkte an meinem letzten Gig echt in Grenzen. Habe schließlich nicht umsonst die letzten Jahre fleißig aussortiert. Und ich bin auch davon weg gekommen Leute zu zuspammen. Eine einfache Information muss reichen, um ehrliches Interesse zu wecken. Alles andere ist nur ein großes Spiel, bei dem unfassbar viel Energie vergeudet wird. Mein Theorie.
Party ist echt nicht alles im Leben. Menschen haben irgendwann etwas besseres zu tun am Samstag Abend. Und die Suche, wie ich das gerne nenne, ist irgendwann auch vorbei. Oder sie geht, wie in meinem Fall, einfach nur in eine andere Richtung weiter.
Dabei fällt mir ein, hat sich schon mal jemand überlegt, dass “die Party” sowohl vergänglich als auch zeitlos ist. Sie wird immer gefeiert weiter, irgendwo und irgendwie. Nur mit anderen Personen und aus anderen Intentionen heraus. Wie Liebe. Zum Beispiel.
Meine letzte, vergangenen Samstag, in der Corso, meinem dritten Wohnzimmer, mit sehr, sehr vielen Leuten, die ich mag und die gekommen waren, um noch einmal erbarmungslos mit mir zu feiern, war, trotz all jener geradezu fantastischer Vorraussetzungen, nicht die allerbeste Party meines Lebens bisher. Aber sie wird mir immer in Erinnerung bleiben. Und sie zählt schon auch zu den Top-Five, keine Frage.
Mein Set war nur etwas verstörend. Dafür aber auch umso authentischer, schließlich fühlte ich mich auch total verstört. Erst die ganzen Menschen, dann die ganzen Glückwünsche (ich habe in meinen Geburtstag rein gefeiert, falls ich es bisher vergessen habe zu erwähnen) und dann die ganze Party. Viele Impressionen und so.Vielleicht zu viele für nur eine Nacht. Einschließlich den vorher ausgeschriebenen Sex-Angeboten auf dem Klo, die ich dann aber doch ausgeschlagen habe. Man muss eben auch mal nein sagen können im Leben.
Habe dann übrigens auch bewusst nicht auf mein Handy geschaut beim Auflegen. Und weder Bilder noch Videos gemacht. Wollte diesen Moment mal nicht digital speichern, sondern eher so oldschool. If you know what i mean.
Und, was soll ich sagen, es hat geklappt. Habe ich endgültig gemerkt, als die Glückseligkeit beim letzten Lied die Trauer darüber verdrängt hat. Das Leben ist immer noch gut. Nur anders. Genau wie die Zeiten, die wir alle erlebt haben, gerade erleben und noch erleben werden.
In diesem Sinne, Freunde, bevor es zu melancholisch wird, sage ich einfach Danke für die letzten fünf Jahre Party.
xoxo
p.s.: Ich könnte jetzt tausend Songs dazu posten, aber das ist der beste davon. Inklusive dem Video dazu.
One day to go. Ich weiß es wird gut. Aber noch freue ich mich nicht so richtig. Bin angespannt. Habe Schlafstörungen. Und Rückenschmerzen wie Hölle. Sven, wenn Du das hier liest, wir müssen uns nächste Woche noch mal unterhalten.
Ich bin ehrlich, ich bin froh wenn es vorbei ist. Ich bereue die Entscheidung nicht. Und ich habe sie immer noch nicht ernsthaft in Frage gestellt. Ich weiß einfach, dass es richtig ist. Für mich und mein Leben. Ich habe das Gefühl den Fuß von der Bremse zu nehmen.
Keine um die Ohren geschlagene Nächte mehr. Keine Groupies. Und kein Gedisse. Ist mir alles echt total kack egal. DJs sollen DJs bleiben, aber mich verdammt noch mal in Ruhe lassen. Ich scheiß auf eure Ego-Probleme. Ich bekomme auch so Groupie-Love. Weil ich einfach ein cooler Typ bin. In meiner Welt natürlich der coolste, eh klar.
Aber ernsthaft, ich habe mich noch nie darüber profiliert. Ich bin DJ geworden, weil ich Musik liebe. Sie ist elementar für mein verficktes Leben. Ich kann nicht ohne. Geht einfach nicht. True story!
Leider bin ich total unbegabt was Musikinstrumente spielen, singen oder produzieren angeht. Ich kann nur hören. Aber das reicht um DJ zu werden. Ehrlich, es ist nicht so schwer. Zumindest um eine ordentliche Party zu feiern braucht es nicht das Übertalent am Mischpult.
Am Anfang, als ich noch nicht richtig mixen konnte, habe ich immer gesagt, der nächste Song ist wichtiger als der Mix dahin. Dazu stehe ich heute noch. Wenn man das Publikum nicht lesen kann oder will, hat man verdammt noch mal nichts hinter einem DJ-Pult verloren! Aber was rege ich mich eigentlich noch darüber auf, am Ende gilt eines immer: You get what you give.
Ich habe viel von mir gegeben die letzten fünf Jahre. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich es jetzt einfach wegschmeiße. Ich habe viel mitgenommen, gutes wie schlechtes. Jede Erfahrung macht einen ja auch erfahrener, wie ich ab sofort immer sagen werde.
Der Trick ist ja die guten Dinge mitzunehmen und aus den schlechten zu lernen. Wie in einer Beziehung. Ich scheiß auf „die nächste ist die letzte“. Ich werde mich solange nicht festlegen, so lange mir die Welt noch so viele Chancen eröffnet.
Ein paar Jahre lange in Clubs auflegen kann man schon mal machen, keine Frage, aber da draußen gibt es noch deutlich mehr zu entdecken. Kann man halt nicht wissen, wenn man nicht über den Tellerrand schauen kann. Meine absolute Lieblingsfloskel übrigens.
Und, wenn mir eines wirklich bewusst geworden ist die letzten Jahre, unabhängig vom Auflegen, dann dass das wertvollste was dir das Leben mitgegeben hat Zeit ist. Da bin ich total down mit Flavour Flav sozusagen. Werde mir vielleicht auch noch ne riesige Uhr um den Hals hängen am Samstag. Weiß ich noch nicht. Habe viel zu viele Ideen meinen Abgang pompös zu inszenieren.
Vielleicht mache ich auch einfach gar nichts. Understatement und so. Ach was weiß ich denn? Die schönsten Momente im Leben sind ja eh unplanbar. Behaupte ich jetzt einfach mal und beschäftige mich weiter mit meinem Set. Würde natürlich am liebsten alle meine Lieblingssongs spielen, aber wie soll man das schaffen in dreieinhalb Stunden? Unmöglich!
Deswegen, soviel kann ich garantieren, gibt es einen fluffigen Querschnitt aus allem was mich und jede gute Tanzfläche der Welt bewegt. Und in der letzten halben Stunde wird’s vielleicht ein bisschen sentimental. Ehrensache. Wenn sich die Möglichkeit bietet habe ich da aber schon Sex auf dem Klo. Das wollte ich noch abhaken bevor ich abtrete.
Ansonsten gibt’s nicht mehr viel zu sagen. Ich lasse mich einfach überraschen was die Nacht bringen wird. Das wichtigste an dem Abend bin schließlich nicht ich, sondern die Zeit, die ich mit all denen teilen darf, die mich in den letzten Jahren begleitet und unterstützt haben. Und davon haben sich fast alle angekündigt. Das macht mich unbezahlbar glücklich. Ich danke euch.
xoxo
p.s.: Damit Ihr wisst wann wirklich Schluss ist und Ihr mich zum letzten Mal abklatschen dürft, verrate ich an dieser Stelle schon die letzten zwei Lieder und meinen letzten Übergang.
Mein Kollege Martin (u.a. auch Kessel.tv) hat mich diesen Monat in seiner Funktion als gewissenhafter Redakteur für das Lift Stadtmagazin interviewt. Thema Musik im Netz und Blogs & Co. aus der Region, die sich damit beschäftigen. Hat er doch glatt an mich gedacht. Endlich famous!
Der Artikel erscheint in der nächsten Ausgabe Dezember und meine Worte wurden in einem Fließtext verarbeitet. Hat er schön gemacht, durfte schon drüberlesen. Aber Martin macht eigentlich alles voll schön. Fragen stellen zum Beispiel. Kann man sich hier von überzeugen, hab das ganze Interview mal nachfolgend wie zu Guttenberg eingefügt. Quelle: Mein Kopf.
Viel Spaß beim Lesen, oder auch nicht.
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Lift Stadtmagazin:‚aerodynamite.TV‘ ist grundsätzlich, sag ich mal, ein Musikblog. Was war deine Motivation und deine Ausrichtung damals?
DJN: Klingt abgedroschen, aber im Prinzip die Liebe zur Musik, die ich irgendwie mit noch mehr Menschen ‚teilen‘ wollte. Ein ‘Blog’ war dabei halt technisch gesehen die einfachste Lösung. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich es mir am Anfang romantischer vorgestellt habe als es dann wirklich war. Jedenfalls hatte ich mich damals noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt, was ich mache, wenn mir jemand freundlicherweise sein neues Album zur Verfügung stellt, ich persönlich damit dann aber nichts anfangen kann.
Lift Stadtmagazin:Warum denkst du gibt es so gut wie keine Blogs aus der Region, die sich ausschließlich mit Musik beschäftigen? Liegt es daran, dass das Interesse an Musikberichterstattung auch im Netz, bis auf vielleicht ein paar Ausnahmen, doch eher gering ist?
DJN: Komplexes Thema. Prinzipiell glaube ich schon, dass es noch ein gewisses Potential dafür gibt, allerdings nur wenn man es auf einzelne Genres runterbricht und mehrere Themen dazu ansammelt und bündelt. Merkt man ja bei Euch wenn Thorsten über Soul oder Michi über Rap schreiben (Kessel.tv). Da geht es aber auch ein Stück weit um die Kredibilität der Schreiber, die ihr euch in erster Linie ja mal über das Oberthema Stuttgart geholt habt. Was ich mir zum Beispiel sehr gut vorstellen könnte, wäre ein Blog von Hans Nieswandt über elektronische Musik. Auch interessant sind die Konzepte von 22Tracks.com, die ja gänzlich auf Worte verzichten, dafür aber ‚regionale Musik-Experten‘ nach Genres formieren oder eben das von Chromemusic, die sich jahrelang deutschlandweit eine große Community aufgebaut haben mit einer Corperate Identity, Events und so weiter.
Ansonsten ist es echt ziemlich schwierig irgendwie herauszustechen und auf sich aufmerksam zu machen, wenn kein bekannter Name dahinter steht. Für die Welt da draußen bin ich ja auch nur irgendein Typ, der meint über Musik schreiben zu müssen und sich hinstellt und sagt die neue Jay-Z Single ist cool, und die von Coldplay auch. Das kommt wohl gerne auch mal oberlehrerhaft rüber, obwohl es mir immer sehr wichtig ist, den Lesern nicht meine Meinung aufzwängen zu wollen.
Das Hauptproblem ist aber glaube ich, dass die meisten Musikhörer entweder nicht ‚open minded‘ genug sind oder eben tatsächlich desinteressiert. Dem Rest, den Musikbegeisterten, kannst du ja eh nichts Neues erzählen, sondern maximal einen Tipp geben. Dafür musst du mit denen aber wahrscheinlich noch länger über so völlig schwachsinnige Dinge wie Hype oder Kommerz reden, weil den meisten Menschen, die Musik konsumieren, immer noch nicht klar ist, dass gute Songs einfach gut sind, egal ob sie auf Platz 1 in irgendwelchen Charts stehen oder ob davon noch nicht mal eine Platte verkauft wurde, weil irgendwelche A&Rs bei irgendwelchen (Major) Labels nicht so daran glauben, dass sie am Ende des Tages damit Geld verdienen können. Das Musikbusiness ist inzwischen auch so komplex und überflutet geworden, dass man gar nicht mehr wirklich weiß wie man damit richtig umzugehen hat. Und in Zeiten von Facebook und wenig Zeit, klickt man halt lieber mal auf den empfohlenen Link eines virtuellen Freundes als sich selber durch Unmengen von Songs zu hören.
Wie du dir sicherlich denken kannst, könnte ich das jetzt noch stundenlang weiter ausführen, aber um zum Ende zu kommen und deine Frage final zu beantworten, würde ich abschließend behaupten, dass den meisten einfach die Leidenschaft dazu fehlt die dafür nötige Zeit zu investieren Musikblogs zu machen oder selbst zu lesen.
Lift Stadtmagazin:Du hast neulich etwas am Konzept gebastelt, wie soll es weiter gehen?
DJN: Ehrlich gesagt gibt’s mittlerweile gar kein Konzept mehr. Es hat sich zur uneingeschränkten und manchmal auch brutalen Ego-Show entwickelt. Ich schreibe einfach über das was mir durch den Kopf geht und raus muss. Da mein Leben fast wie ein Hollywood-Blockbuster an den wesentlichen Stellen immer musikalisch unterlegt bzw. begleitet ist, hat bei mir auch jede Geschichte seinen eigenen Song oder gegebenenfalls auch mal ein ganzes Album. Wenn’s also ein Konzept gäbe, würde es Musik und Worte lauten. Und genau so geht das vermutlich jetzt auch weiter, zumindest solange bis mich die Muse gar nicht mehr küsst.