aerodynamite goes Rock im Park
Der Vorteil von Selbstständigkeit liegt eindeutig darin spontan irgendwelchen ‘Schwachsinn’ (oft mit der Hoffnung auf etwas Legendäres) zu machen. Keinen Urlaub einreichen, keine daraus resultierenden Anhäufungen von Arbeit, die entweder davor oder danach erledigt werden muss und keine Erwartungen Montag morgens um 8 wieder top fit zur Stelle zur sein.Ich finds super!
Und deswegen wird spontan dieses Wochenende mal Rock-im-Park ausgecheckt. Wollte schon lange eigentlich mal zu Rock-am-Ring- weil legendärer, größer und eh toller als alles andere. Außerdem veranstaltungstechnisch wohl so was ähnliches wie ne Meisterleistung. Aber muss ja auch generell bei 85.000 Besuchern.
Als Veranstaltungskaufmann sind so riesige Festival das Non-Plus-Utra. Man kann quasi machen was man will- lässt Kontakte in alle Richtungen spielen, baut sich ein Line-Up wie man es will, schließt Kooperationen mit allen großen und oft coolen Firmen, die meistens in Imagewerbung (besser als jede andere!) investieren und keiner oder zumindest wenige stellen sich einem in den Weg.
Immerhin sorgt man mit einem Festival in derart großen Dimensionen für unglaublich viele Arbeitsplätze und Steuergelder, die das ganze Jahr fließen. Da kommt ne Stadt- auch wenn sie es vielleicht grundsätzlich scheiße findet dass 60- 80 000 Besucher ihre Region verschmutzen- trotzdem nicht auf die Idee den Veranstalter mit (überflüssigen) Auflagen zu behelligen, weil sie selber vor lauter Dollarzeichen die Folgen und Nachteile schon gar nicht mehr sehen.
Jedenfalls war ich die letzten Jahre eigentlich mehr der ‘Southside’ Gänger. Nicht ganz so groß, auch immer nen dickes Line-Up am Start und oft auch viele Bands, die dann ein zwei Jahre später große Erfolge feierten. So ne Art Talentschmiede also. Außerdem – gerüchteweise- nicht ganz so ‘krass’ wie Rock-am-Ring. Mehr alternativ nach dem Motto ‘wir haben uns alle lieb’ eben.
Dieses Jahr allerdings hat mich das Line-Up auf der Südseite ordentlich enttäuscht- so wollte ich im Gegensatz zu den letzten Jahren nur noch 5 Bands von vornerein sehen: Dendemann, Fettes Brot, Kings Of Leon, Nick Cave und Moby plus die üblichen ‘kann man sich vom Bierstand mal anschauen-Bands’: Die Ärzte, Disturbed, Eagles Of Death Metal, Faith No More, Franz Ferdinand, Just Jack, The Ting Tings, Kraftwerk, Keane, Nneka, Bosse, Editors, The Asteroidz Galaxy Tour und The Whip (die mich mich neulich in Berlin schon ganz gut überzeugt hatten).
Aber irgendwie im Gesamten alles Bands wegen den man nicht unbedingt hinfahren muss. Dazu kommt, dass das Southside den Trend der letzten Jahre zur Erweiterung der musikalischen Bandbreite dieses Jahr nach meinem Geschmack ganz schön überzogen hat. So liest sich das Aufgebot der ‘die kann ich mir noch nicht mal am Bierstand anschauen-Bands’ so lang wie noch nie: Clueso, Culcha Candela, Katy Perry, Duffy, Lilly Allen, Tomte- und wird mit mir zum Großteil völlig unbekannten Bands ergänzt. Komische Sache.
Da mich das also nicht richtig vom Hocker gehauen hat, hab ich für dieses Wochenende auch einige Jobs angenommen. So komm ich auch gar nicht auf die Idee spontan runter zu fahren. Bei Rock-am-Ring war es hingegen wie jedes Jahr- zu spät überlegt, so dass schon alle Karten weg waren. Da dass aber bei Rock-im-Park irgendwie nie der Fall ist und die grundsätzlich auch noch ne Tageskasse haben, fahr ich also spontan mal da hin. Ist ja auch das gleiche Line-Up und außerdem kann ich dort auch meinen Homies von Jack Daniel’s dieses Jahr wieder nen Besuch abstatten
Und da ich ja noch einer der Festival-Besucher bin, die sich hauptsächlich Konzerte anschauen freue ich mich bis auf die eher lächerliche Auswahl an richtigen Headlinern auf doch ne ganze Reihe an Bands: Limp Bizkit, The Subways, Peter Fox, MIA, Kilians, Selig, Papa Roach, Basement Jaxx, Milow (diese mal bestimmt nicht Playback wie bei Germany’s next Topmodel), Chester French, Phoenix, Jan Delay & Disko No.1, Dredg und The Prodigy natürlich.
Plus die klassischen Bierstand Bands: Guano Apes (eine weiter Reunion Band), Peter Björn & John, Juliette Lewis, Korn, The Script, Razorlight, Staind,Machine Head und halt die, die ich schon mal gesehen hab: Marilyn Manson, Slipknot, Placebo, Bloc Party und Mando Diao.
Naja- aber wenn ich es mir grad so überleg- so viel mehr als auf dem Southside sinds auch nicht. Vor allem auch die ‘ich muss gleich Kotzen-Bands’ sind irgendwie mindestens genauso viele wie bei Rock im Park: The Killers, Tomte (warum dürfen die eigentlich auf beiden spielen?), Kettcar, The Kooks (hab ich schon mal gesehen und waren unterirdisch schlecht) und ganz ganz grausam und sehr sehr überflüssig: Polarkreis 18.
So: eine komplett ausformulierte Überzeugung warum dieses Jahr Southside nein und Rock-im-Park ja noch im selben Artikel wieder zerstört. Außerdem unfassbar viele Aufzählungen mit im Vergleich ziemlich wenig Inhalt. Struktur quasi nicht vorhanden. Oh mann- das ist schlechter Journalismus
Da wäre die 4 in ‘Deutsch’ mal gerechtfertigt gewesen. Naja egal- hier gehts ja um Musik und davon ist hier immerhin ordentlich vertreten.
Fazit: Ich fahr dieses Jahr zu Rock-im-Park, trink ein bisschen Jack Daniel’s, schau mir ein paar Bands an und nehm selbstverständlich auch wieder ne Reihe an ‘aerodynamite’ Aufklebern mit.
Review: selbe Stelle, selber Ort und in Kürze.
In diesem Sinne Rock On, Let’s Rock und Let There Be Rock und so…









Juni 9th, 2009 at 09:32
“The Kooks (hab ich schon mal gesehen und waren unterirdisch schlecht)”
The Kooks waren voll entspannt, stimmig und locker. Vielleicht etwas zu bekifft, aber genau der richtige Ausklang für den Abend, DAMALS…
Steck dir doch deinen Rock durch den Ring!