So nachdem es die ersten drei Monate hier nur Friede, Freude und Eierkuchen gab und ich eigentlich auch fest entschlossen war nur geilen ‘aerodynamite’-Scheiß zu posten, hab ich nun die Rubrik ‘anti-aerodynamite’ erschaffen, um mir ab und zu mal Luft zu machen und damit dann auch mal ganz klar zu sagen wofür aerodynamite NICHT steht.
Los geht’s mit Teil 1 einer ‘Offener Brief’-Reihe, der sich erstmal mit einem kleinen Auszug meiner Wünsche an sogenannte ‘Event Manager’ richtet.
*Wer’s nicht wusste: ‘Event Manager’ darf sich laut deutschem Recht übrigens jeder nennen, der mindestens ein! öffentlichtes Event gemacht hat (ja, ein Flohmarkt würde z.B. auch zählen). Warum man das dann aber auch (für den selben Titel!) studieren kann (4 Jahre lang mit 3einhalb Jahren Theorie und einem halben Jahr Praxissemester) und dafür noch so ca. 400,- Lachos im Monat zahlen muss plus Wohnung in Baden-Baden (einzige ‘Schule’ dafür in BaWü), außer man will jeden Tag da hinpendeln, leuchtet nicht ganz so ein…*
Liebe Veranstalter und sogenannte ‘Event Manager’,
hier ein paar Auszüge meiner Wunschliste an Euch:
- hört bitte endlich damit auf von der Party des Jahres zu reden, denn sind wir ehrlich ich glaube nicht, dass das irgendjemand beurteilen kann.
- hört auf damit 12 DJs auf eine Party zu buchen, das lohnt sich für niemand außer für die DJs, die eineinhalb Stunden spielen und dafür n Arsch voll Kohle kriegen.
- hört auf Ron Davis zu buchen. Wenn Ihr tatsächlich diesen Sound hören wollt, kauft Euch die neue Kontor-Compilation und legt die ein.
- hört auf damit für Fremdveranstalter DJ-Preise zu drücken- das ist nicht Euer Business!
- hört Euch vielleicht ab und zu mal an was Eure DJs so für Musik machen bevor Ihr sie bucht. Das selbe gilt im Prinzip auch für Eure Barleute, Türsteher, GoGos, etc.
- googled mal das Wort ‘Loyalität’.
- bitte bitte schreibt Eure scheiß Pressetexte (zumindest mal grammatikalisch) richtig, vermeidet Floskeln wie ‘zum Kochen bringen’ oder ‘kein Geringerer als’ und setzt das auch auf Euren Werbemitteln um.
- hört auf damit zu denken, dass Ihr gerade das Partybusiness neu erfunden habt.
- wundert Euch nicht wenn am 1.Mai niemand zu 2Elements in den aer Club nach Stuttgart will.
- hört auf C-bis-Z Promis zu buchen, die jetzt einen auf DJ machen.
- hört auf damit Top-DJs zu buchen und dann am Equipment sparen zu wollen.
- lasst endlich die Kacke mit den Millionen ach so tollen ‘Specials’ wie Exotic Fruits, Lasershows, Air-Brush-Tattoos oder dem ganzen anderen Scheiß.
- druckt zur Abwechslung mal Flyer ohne heiße Weiber drauf.
- hört auf Getränke an der Bar zu pantschen um mehr Gewinn zu machen- macht im Gegenzug doch einfach mal ne gute Party. Stichwort ‘Win-Win-Situation’ (könnt Ihr auch gerne googlen wenn Ihr wollt)
- bezeichnet Euch nicht als Event Manager wenn Ihr es noch nicht mal gebacken bekommt einen DVD Player zu starten und auf Repeat zu drücken, Word-Dokumente in Pdfs umzuwandeln oder E-Mail-Newsletter in BCC zu verschicken.
- spart nicht an den Türstehern, diese sind der erste Kontakt, den Euer Gast an diesem Abend hat.
- bezeichnet Euch nicht als ‘Technischer Leiter’, wenn Ihr noch nicht mal wisst was das eigentlich bedeutet.
- hört auf von Freundschaftspreisen zu reden, wenn wir keine Freunde sind.
- versucht einfach mal gutes und ehrliches Business zu machen und wenn Ihr kein Organisationstalent, keine Eier oder keine Ahnung habt lasst es einfach!
Sollten Sie sich eben angesprochen gefühlt haben, würde ich mich über eine gewissenhafte Umsetzung meiner Vorschläge wirklich sehr freuen.
Ihr ‘Superstar-DJ’ D*Jan Neiro (supported by Mami / im Urlaub gewesen in Buenos Aires / myspace-Beschreibung: ‘DJ & Producer’)
Mehr dazu bald im zweiten Teil…
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Nachtrag: Dieser Flyer hängt übrigens über meinem Schreibtisch, um mich ständig dran zu erinnern wie man es nicht machen sollte. Und jetzt ratet mal wer da damals (2006 im XXL in Filderstadt) aufgelegt hat? Richtig, Ron Davis!
