Das Mixtape, die Erklärung
Wie ja neulich schon erwähnt, habe ich zu meiner letzten Party vergangenen Samstag auch noch mal ein Mixtape aufgenommen. Das gab es zuerst exklusiv auf Kessel.TV in der Happy Weekend Mix-Rubrik zum Anhören und Downloaden. Jetzt schiebe ich es auch hier noch nach. Und das mit Erklärung.
D*Jan Neiro – Life is good, waste it (Mixtape)
Tracklist
Intro
Ja, äh…das habe ich zusammengebastelt. Geht drei Minuten und vom Inhalt her bin ich fast schon stolz. Beinhaltet das Geräusch meines Autos, wenn ich den Schlüssel umdrehe aber noch nicht angeschnallt bin und soll nachfolgend die Suche im Radio imitieren.
‘Time To Say Goodbye’ konnte ich mir nicht verkneifen, dann Deborah Cox, Denyo und Something a la Mode mit 5am (Darauf werde ich häufig angesprochen. Ja, der Track ist der Killer, und zu unrecht weitgehend unbekannt. Ich persönlich denke, dass er das Potential zu einem Welthit gehabt hätte. Überzeugt euch in voller Länge selbst und zum Beispiel hier.)
Weiter geht’s mit einem Mashup aus ‘Pjanoo’, für mich der beste elektronische Track der letzten fünf Jahre und zudem auf jedem Dancefloor eine sichere Nummer, und ‘Shout’ von Tears for Fears.
Dann: Chilly Gonzales mit einem legendären Satz, Eurythmics mit ‘Sweet Dreams’, einem nach wie vor unangefochtenen Übertrack, gefolgt von Britney Spears mit ‘Hit Me Baby One More Time’ (konnte ich mir ebenfalls nicht verkneifen), ODB mit einer wahren Zeile, NAS mit einer Stelle aus ‘Hip Hop Is Dead’, die mir immer wieder einfach so in den Kopf kommt, ‘Motherlover’ vom Lonely Island Projekt um Justin Timberlake, das a) mega witzig ist, und b) für mich als leidenschaftlicher Deine-Mutter-Witze-Erzähler quasi auch unverzichtbar war.
Kurz vor Ende meldet sich dann auch noch Peter Fox zu Wort. Für mich der deutsche Künstler in den letzten Jahren, der das Musikbuiness mal kurz mit Talent und Innovation völlig auf den Kopf gestellt hat. Großartige Platte, die in jede verdammte Plattensammlung gehört.
Im dem Zusammenhang passt natürlich auch Cee-Lo Green als nächstes ganz gut, für den Peter Fox den Stadtaffen ja zuerst auf englisch geschrieben hatte. Leider hatte Cee-Lo aber keine Zeit und widemte sich unter anderem seinem Soloalbum, auf dem sich u.a. auch dieser wunderbare Track ‘I Want You’ befand, mit dieser sehr passenden Songzeile für mich zum Zitieren.
Die Antwort darauf hat Jay-Z direkt parat. Stammt aus dem Track ‘Welcome To The Jungle’ vom gemeinsamen ‘Watch The Throne’ Album mit Kanye West.
Abschließend dann noch die Foo Fighters mit ‘Best Of You’, einem meiner All Time Favourites. Kurzes ‘Watch Out Now’ Sample hinterher und noch ein kleiner Scratch und schon kann’s auch wirklich losgehen.
Brother Ali – Crown Jewel
Den Track habe ich zufällig entdeckt. Kannte den Künstler gar nicht und habe mich halb gelangweilt durch irgendwelche Musikblogs geklickt. Dann diese Perle! Spielte ich immer um die Party langsam in Gang zu bringen.
Eve – Let Me Blow Ya Mind
Habe ich lange verschmäht, dann wurde mir urplötzlich bewusst, dass die Nummer einen echten Überbeat hat. Wiedererkennungswert top. Reißt einen beim ersten Ton schon mit. Kann man am Anfang, zwischendrin oder am Ende spielen. Total egal. Meistens entschied ich mich für ersteres, und in Kombination mit dem Track davor. Passt super zusammen und füllte einige Male die Tanzfläche.
Nappy Roots – Good Day
Passt nicht so richtig auf Eve, ich weiß. Aber ich wollte mich relativ kurz fassen auf dem Tape und habe deswegen den Club-Füllstoff dazwischen weg gelassen. ‘Good Day’ überzeugt mit positiver Message, Piano-Sample und Kinderchor. Super für jedes Warm-Up.
Chilly Gonzales – Never Stop (Rap Version)
Ich liebe Chilly Gonzales. Die Nummer hat jeder im Ohr, weil er schon mal irgendwann die iPad Werbung gesehen hat, die mit dem Track unterlegt ist. Chilly hat aber auch noch eine Rap Version gemacht, die unglaubliche Textzeilen beinhaltet, und spätestens nach ‘my position is doggy, i come from behind’ und dem dann einsetzenden Beat unzählige Hände in die Luft reißen lässt.
Einziger Wehrmutstropfen: rausmixen ist hier nicht so leicht. Deswegen habe ich da relativ oft rausgecuttet, was jetzt nicht gerade meine Spezialität war.
Beginner – Rock On
(Absolute) Beginner. Bambule. Das Album, das mich auf deutschen Hip Hop brachte. Höre ich bis heute immer gerne mal wieder komplett durch. Riesentracks- und Reime. ‘Rock On’ passte vom Refrain her halt perfekt aufs Tape.
p.s.: Freue mich sehr auf die Reunion und das Album dazu nächstes Jahr. Ich hoffe so sehr, dass es gut wird.
Swedish House Mafia – One (Hard2Def Edit)
Ich habe vor echt wenigen elektronischen DJs und Produzenten Respekt. Lässt sich an einer Hand abzählen. Swedish House Mafia gehören dazu. Die Jungs haben vieles richtig gemacht. Und, sie hauen konsequent Hits raus. Coole Hits. Im Vergleich zu allem anderen was Miami und Ibiza sonst so jedes Jahr hergibt. Die Dokumentation ‘Until One’ war großartig und möchte ich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich empfehlen. Hätte ich nur annähernd die Chance gehabt ein ähnliches Leben als DJ zu führen, hätte ich weitergemacht.
Da das Original natürlich viel zu schnell ist, habe ich mich hier dem Edit von Hard2Def bedient. Und das auch nur 16 Takte lang. Man soll es ja nicht übertreiben.
Jay-Z – Roc Boys (Mick Boogie Remix)
‘Roc Boys’ im Original ist für mich ein Killertrack, pompös inszeniert, aber leider nicht wirklich geeignet für den Club. Der Remix von Mick Boogie erinnert mich in erster Linie an ‘Hit The Road Jack’ und in zweiter an die Melodie von eben jenem ‘One’. Daher haben ich die Tracks einfach mal miteinander verbunden.
Big Boi – Shutterbugg
Hier zählt einzig und allein der Beat. Geht sofort in einen über. Kann man gar nix dagegen machen. Außerdem habe ich so noch ein bisschen Outkast reingebracht, was mir wichtig war, weil sie für mich auch mit zu den größten zählen.
Jay-Z & Pharrell – I Just Wanna Love You
Klare Message, oder? Bisschen lala vielleicht im Gesamten, aber egal. Pharrell und Jay-Z reißen fast alles wieder raus. Für N.E.R.D. gilt im Übrigen das selbe, was ich zuvor schon über Outkast gesagt habe.
Joan Jett – I Love Rock’n'roll
Ja, ist so. Und es passt auch!
Red Hot Chili Peppers – Can’t Stop
Ganz ehrlich. Für mich der allerbeste Club-Track aller Zeiten! Den kannst Du wirklich überall spielen. Ich weiß noch, als die Chilli Peppers Platte damals rauskam, habe ich sie mir als treuer Fän natürlich sofort gekauft. Ich saß daheim und bei Track 7 dachte ich plötzlich, alter, was ist hier los, das ist die Offenbarung, dann bin ich aufgestanden und habe angefangen zu tanzen. Einfach so. True story! Ist so nie wieder passiert. Seitdem liebe ich diesen Song. “This life is more than just a read through”
Jay-Z – 99 Problems
Schon wieder Jay-Z, ja ich weiß. Egal. Der Typ ist der Wahnsinn. Niemand weiß so genau was er tut. Zumindest in der amerikanischen Musikbranche. ‘Empire State Of Mind’ ist ein verficktes Denkmal. Nicht weniger. ’99 Problems’ der Klassiker. “But the bitch ain’t one”
CSS – Music Is My Hot Hot Sex
Genrewechsel. Mein Ding. Bisschen elektronisch angehaucht. Gute Aussage. Fertig.
Charles & Eddie – Would I lie to you
Dafür wurde ich oft ausgelacht. Und ich habe es mich auch nicht immer getraut. Aber der Track ist so durchweg fluffig, dass sich selbst die größten Musiknazis zu positiven Bewegungen haben mitreißen lassen. Ein Track bei dem sich die Spreu vom Weizen trennt. “Would I Lie To You?”
Jay-Z & Gwen McGrae – All This Love (Chrome Edit)
Herausregendes Edit von Chrome. Gwen McGrae lovely wie eh und je, und darüber mal wieder Hova. Sichere Nummer auf jeder Party und ich glaube, einer der meist gespielten Free Tracks ever. Zumindest in Deutschland. Auf jeden Fall aber in München und Stuttgart.
Daniel Merriweather feat. Wale – Change
Eine meiner persönlichen Hymnen! Daniel Merriweather ist für mich sowas wie der männliche Gegenpart zu Adele, und ‘Change’ allein wegen der Songzeile “Some do it all for money, and some do it all for the love” unantastbar.
Gwen Mc Grae – Funky Sensation
Noch mal Gwen. Killer Stimme einfach. Und unerreichter Track. Funky Sensation bringt es am besten auf den Punkt. Außerdem ist es das Sample von Afrobs ‘Reimemonster’, dem einzigen guten Track, den der Typ je hinbekommen hat. Kann man sich ja mal überlegen welchen Anteil Gwen McGrae daran hat. Soll aber egal sein, solange die Leute dazu immer noch so ausflippen.
Jill Scott – Golden
Passt wunderbar zu Gwens Funky Sensation. Einzigartige Stimme und absolute wahre Message. Dazu ‘ne Jazzy Jeff Produktion und deswegen auch für die eingefleischtesten Hip Hoper kredibil genug.
Jamie Cullum – Don’t Stop The Music (Cenzo Townshend Mix)
Rihanna Cover, beziehungsweise, wenn wir ehrlich sind, ein Cover des Songschreibers von Rihanna. Die Aussage passt einfach gut. Jamie Cullum ist dazu ein absoluter Ausnahmekünstler, der diesen Track erst richtig gut gemacht hat.
Erick Sermon & Marvin Gaye – Music
Perfektes letztes Lied. Wurde von mir auch gerne in genau dieser Kombination gespielt. Mit immer dem gleichen Übergang an der gleichen Stelle. Marvin Gaye für mich einer der ganz, ganz Großen. Prägend, möchte ich sagen. Und auch an Authentizität kaum zu überbieten. Vielleicht lag es am Heroin, vielleicht aber auch nur an der Liebe, die er in jeden seiner Songs gesteckt hat. So oder so, der Song und vor allem der Text sind einfach großartig.
Outro
Zurück zum Radio. Live The Search und so. Fängt an mit einer Studioaufnahme von Chromeos ‘Don’t Walk Away’. Wundervoller Song und super Band, die hoffentlich noch richtig erfolgreich wird. Dann ‘I Want To Thank You’ von Alicia Myers. Selten so eine eingängige Stimme gehört.
Dann, äh ja…Celine Dion. Keine Sorge ist nicht ernst gemeint. War mehr so ein Running Gag auf die Frage nach dem perfekten Lied für meinen Abgang. Musste mir den Song auch erstmal runterladen…
Dann wieder wirklich schön: Jamie Woon, eine meiner Entdeckungen des vergangenen Jahres, mit ‘Night Air’. Der Text spricht mir aus der Seele. “Daylight fills my heart with sadness”
Anschließend ganz kurz Linkin Park mit ‘Breaking The Habit’. Passt erstens, und zweitens ist das auch der beste Song der Band. Und außerdem noch aus der Zeit als sie noch wirklich gut waren.
Dann wieder ein persönliches und in der Öffentlichkeit viel zu unterschätztes Highlight: ‘Sunday Morning’ von K-Os. Warum war das kein Hit?
Alos gleich was zeitloses hinterher: Michael Mind mit ‘I keep forgettin’. Ich sage, einer der besten Songs aller Zeiten. “Things will never be the same again”
Jetzt wird’s aber Zeit für Kanye. Und Auszüge aus seinem herausragenden Album ‘My Beautiful Dark Twisted Fantasy’. Die Wahl fällt mir wirklich schwer, da das Ding eine Gesamtkunst-und Meisterwerk ist und etliche passende Textzeilen parat hält. “Let’s have a toast for the doushbags’ macht aber schließlich das Rennen. Wünsche ich mir im übrigen auch auf meiner Beerdigung.
Zum Abschluss noch einmal Peter Fox. “Wenn’s dir nicht gefällt, mach neu!” Was könnte besser passen?
Kid Cudi – Pursuit Of Happiness
Ich werde nicht müde das zu sagen, Kid Cudi ist für mich einer der großen modernen Poeten. Ich liebe Cudis Songs und Alben. ‘Pursuit Of Happiness’ ist dabei mein absoluter Lieblingstrack, und das vermutlich deswegen, weil er mir persönlich am meisten aus der Seele spricht.
The Guts – It’s so hard to say
The Guts musste ich noch einbauen. Das Album ‘Le Bienheureux’ habe ich für meine Begriffe leider viel zu spät entdeckt, dafür aber auf Anhieb in Herz geschlossen. Eine Offenbarung. Und perfekte letzte Worte für dieses Tape.
(…)
Ich hoffe, ihr verzeiht mir all die charmanten Mixfehler. Ich war im Überschwang der Gefühle. Habe bei der Aufnahme ständig den Master weiter aufgedreht, und zwischen unzähligen Zigaretten und Glücksattacken mitgesungen und getanzt. Absurd, ich weiß. Aber eben auch genau so straight from the heart. Deswegen wollte ich im Nachhinein auch nichts mehr daran ändern, und dieses ‘Teil von mir’ ungefiltert wiedergeben.
Der Mix ist ohne die Shoutouts aufgenommen, um die ich meine Kollegen und Freunde im Vorfeld noch gebeten hatte. Zum einen, weil mir leider einfach die Zeit gefehlt hat die Dateien einzubauen, und zum anderen, weil ich das dann auch nicht unpersönlich hinten dran hängen wollte. Und bevor das dann beim Hören nervt, wenn ich sie einfach nur drüber gelegt hätte, habe ich sie kurzfristig einfach ganz weggelassen. Das tut mir natürlich für alle, die eines geschickt hatten, sehr leid. Insbesondere weil sich die meisten sehr viel Mühe gegeben haben. Aber seid Euch sicher, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen und danke Euch hiermit noch mal allen von selbigem.
Des weiteren habe ich mir überlegt, demnächst hier ein kleines Best Of meiner Mixe der vergangenen Jahre anzusammeln. Dazu muss ich aber erst noch mal meine Festplatte durchforsten. Waren schon einige, die aus Platzgründen auch nicht mehr alle online sind.
In diesem Sinne, watch out und so.
xoxo



















