Was soll ich sagen? Freitag war ich selbst noch bei Rock im Park in Nürnberg, um mir Coldplay und Hurts anzuschauen. Hurts hab ich natürlich verpasst. Super Zeitmanagement mal wieder. Hab nur noch das letzte Lied von draußen gehört. Dort hatte sich zu meiner Ankunft eine ca. 300m lange Schlange am Einlass gebildet. War unerträglich. Also bin ich einmal ums Stadion gelaufen und plötzlich stande ich im Backstage-Bereich, ohne einmal nach meinem Bändel gefragt worden zu sein.
Starke Nummer die Organisation- wie schon immer bei Rock im Park. Können die aber grundsätzlich wenig dafür. Die Logistik des Geländes ist halt super unangenehm. Die Infrastruktur mit Verkehrsleitsystem und Parkplätzen dafür top. Vor-und Nachteile eines so großen Festivals in der Stadt eben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nachdem ich dann einem sehr netten Mitarbeiter meine Situation erklärt hatte, dass ich eigentlich nur zum Einlass wolle und ohne böse Hintergedanken einfach darauf los gelaufen war, ließ der mich kurzerhand hintenrum rein. Einmal den Bauzaun ausgehoben und zack, stande ich direkt auf der Alterna Stage. Fett!
Blöderweise hatte ich noch ein paar Stunden bis zu Coldplay und das Line-Up währendessen versprach nicht gerade viel. Also fröhliches Stagehopping und drei Stunden Zeit totschlagen. Bandtechnisch gab’s auch leider wirklich keine positiven Überraschungen.
The Kooks sind genauso gut oder schlecht wie vor drei Jahren, Jamaica war okay, die Band danach so schlecht, dass ich mir ihren Namen nicht gemerkt habe und nach eineinhalb Liedern das Weite suchen musste. Die Söhne Mannheims waren auch wie zu erwartend irgendwie fehl am Platz. Center Stage halbvoll. Ein übertrieben rockiges Intro und zehn Minuten später die Ansage von Xavier Naidoo: ‘Der Herr ist dein Hirte’. Spätestens da war es höchste Zeit weiterzuziehen. Nachteil: Weil es bei den Söhnen so leer war, gab es bei Disturbed auf der Alterna Stage einen Einlassstop aufgrund des Andrangs. Also noch kurz rüber in die Club Stage. Dort waren gerade Kraftklub am Spielen. ‘scheissindiedisco’- astreiner Hit, wenn man es nach dem ausrastenden Publikum bewerten wollte. Ich hab mir die ganze Zeit vorgestellt sie singen ‘Scheiß Indie-Disco’ und dann wäre das ja fast schon wieder genial gewesen. Wollte mir dann aber keine weiteren Gedanken dazu machen und hab das einfach mental auf meine ‘Dinge, über die es sich nicht lohnt weiter nachzudenken-Liste’ geschrieben. Ist übrigens ne total gute Erfindung von mir, wollte ich an dieser Stelle noch erwähnt haben.
Gut, schon waren die drei Stunden rum. Schnell noch was essen und nen Kaffee (bisschen Anti-Rock’n'Roll, aber was soll’s…) und dann ab zu Coldplay. Und das hat sich mal richtig gelohnt. Hatte in den letzten Monaten immer wieder die Diskussion über Coldplay live. Ich hab mir das ehrlich gesagt schlecht vorgestellt, weil ich glaubte, dass Chris Martin auf keinen Fall live so wie auf Platte singen kann. Mein ehemaliger Bürokollege versprach mir aber das Gegenteil. Und, auch wenn das für mein Ego jetzt schlecht ist und es seines NOCH größer macht, er hatte Recht.
Die Show von Coldplay war wirklich richtig fett. Alleine deswegen hatte sich der Ausflug schon gelohnt. Chris Martins Stimme hielt ebenfalls. Und er war sowas von present, dass sein T-Shirt bereits beim zweiten Lied komplett durchgeschwitzt war. Halt doch Rock’n'Roll. Muss man nach dem Konzert einfach so sagen.
Hier gibt’s den kompletten Mitschnitt von einem Tag später am Ring. Inklusive fünf neuen Songs, wenn ich das richtig gezählt habe. Da sind sogar ein paar echt gestandene Nummern aus der Setliste geflogen. Lag aber auch vielleicht daran, dass sie dann doch nur ne Stunde und fünfzehn Minuten, statt versprochenen eineinhalb, gespielt haben.
Coldplay live @ Rock am Ring 2011
Setlist:
1. Hurts Like Heaven
2. Yellow Yellow
3. In My Place
4. Major Minus
5. Lost
6. Cemeteries Of London
7. God Put a Smile Upon Your Face
8. Violet Hill
9. The Scientist
10. Us Against The World
11. Politik
12. Viva La Vida
13. Charlie Brown
14. Life Is For Living
15. Clocks
16. Fix You
17. Every Teardrop Is A Waterfall
