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Artikel der Kategorie ‘~stuff’

Die Wahrheit muss manchmal catchy genug sein

Mai 08, 2012 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff Kommentare deaktiviert

Ich muss mich inständig entschuldigen. Bei meinen Freunden. Vergangenen Samstag bin ich, wieder mal, rückfällig geworden. Platten legen oder wie man mittlerweile eben dazu sagt. Heimlich. In meinem “Wohnzimmer-Club”, Ihr, meine Freunde, wisst welchen ich meine.

War eher so ‘ne spontane Geschichte. Ich hatte Zeit, der andere DJ war verhindert und ich konnte mal wieder meine extrem coole “DJ-Karte” ausspielen. Frauen lassen sich eben nicht von alleine beeindrucken. Dachte ich zumindest.

Außerdem hatte ich Bock. Und ich habe es vermisst. Einen auf Musikpuppenspieler zu machen ist eben meine Definition davon Kreativität unmittelbar ausdrücken zu können. Das Gegenteil von Schreiben quasi, denn da geht es im Wesentlichen darum zu etwas Nachhaltigerem anzuregen. Also irgendwie zumindest.

Wenn man das so sieht, fällt mir gerade auf, könnte man auch sagen, Schreiben ist so etwas wie meine große Liebe, und Auflegen so was wie meine heiße Bumse für Zwischendurch. In diesem Fall also Sex mit der Ex.

Und, was soll ich sagen? Ich war geradezu gigantisch. Mein erstes Set war unsicher, mein drittes betrunken, aber meine zweites war, ich finde keinen besseren Ausdruck dafür, schlicht und einfach legendär! Also wirklich. Absolut outstanding. State of the art sozusagen. Ich bin mir sicher, selbst Jazzy Jeff hätte mich zu diesem, ich möchte sagen, gar epischen Set beglückwünscht. Schließlich habe ich damit Maßstäbe gesetzt. Und ich ganz persönlich glaube zudem, dass noch nie irgendjemand irgendwo auf dieser Welt so etwas geiles gehört hat.

Ihr müsst Euch vorstellen, dass die Leute scharenweise total ausgeflippt sind. Ich bin mir sicher, ich alleine bin dafür verantwortlich, dass alle die da waren später mindestens wild Liebe gemacht haben. Etliche Geschlechtskrankheiten, ungewollte Kinder und vermutlich auch everlasting love, sind diesem grandiosen Set meinerseits entsprungen. Ja, man kann auch sagen, ich habe Auflegen neu definiert. Der Superlativ braucht einen neuen Superlativ.

Würde ich die ganze Welt auf einmal beschallen können, würden alle nur noch feiern und nie mehr schlafen, um auch ja nichts davon zu verpassen. Ehrlich, würde ich wieder anfangen aufzulegen, gäbe es jede Woche eine neue beste Party aller Zeiten.
Veranstalter würden sich um mich reißen. Ich würde astronomisch hohe DJ-Gagen kassieren. Und ich würde die ganze Welt bereisen. Eine Bewegung würde sich nach mir gründen. Ich würde noch berühmter werden als Kony. Auch 2013. Und ich müsste mir endlich wirklich ein Pussyphone zulegen und das nicht nur einfach so benennen.

Wirklich nicht auszumalen, wie ich mit nur einmal eben die eigenen Ideale und Prophezeiungen verraten, die ganze Welt verändern könnte. Weltfrieden, Freunde, und nur noch Modelfreundinnen ficken!

Also wenn nicht mindestens eines dieser beiden Argumente ein Grund dafür ist meine Entscheidung zu überdenken, weiß ich auch nicht.

In diesem Sinne, to be continued…

xoxo
&
HEGDL, for ever ever and ever ever

Asher Roth feat. Nathan Santos – Running Away

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Kleine Hasstirade

April 22, 2012 Von: DJN Kategorie: ~stuff Kommentare deaktiviert

Ich glaube, wenn es die Hölle wirklich geben sollte, ist sie nur deswegen die Hölle, weil die meisten Menschen da hinkommen.

Ich stelle mir das eben mal spontan wie einen verkaufsoffenen Sonntag vor, an dem sie ja irgendwie alle aus ihren Löchern gekrochen kommen.

Überfüllte Cafes, mit Menschen, die es für Luxus halten einmal im Jahr 2,60 Euro für einen Cappucino auszugeben. Und sich obendrein einen Kuchen zu genehmigen. Vermutlich weil es einfach so herrlich klischeehaft ist.

Überall Kinderwägen. Und schreiende Kinder dazu. Die einen stehen im Weg, die anderen krabbeln durch selbigen. Bis mal irgendjemand drauf tritt, wie auf ein Hundewelpen, aus Versehen selbstverständlich. Aber die Väter marschieren eifrig im Gänseschritt hinterher und fangen die kleinen Racker ja direkt wieder ein. Mama muss schließlich gerade Cola Light trinken und InStyle lesen. Da bleibt natürlich keine Zeit ihrer Erziehungsfunktion nachzugehen. Stellt sich halt die Frage, warum beide nicht einfach nach Hause gehen, um ihre Dosentomatensuppe zu essen.

Selbe Frage gilt für die Pärchen, die jedem anderen und noch so unbekannten Mitmenschen in ihrem Umfeld zeigen muss, dass sie ein Pärchen sind. Dauerhändchen halten, wie es mich anwidert. Sie bestellt Salat, er nichts. Vermutlich, um nicht schon in der Verliebtheitsphase durchblicken zu lassen, dass er ohne Probleme auch zwei Schnitzel verdrücken könnte jetzt, und genau das tut, sobald der Alltag eingekehrt ist. Und nachher fährt er wahrscheinlich heimlich zu McDonalds, nachdem sie in ihrer Schlabberjoggingshose bei einem Katherine Heigl Film auf der Couch eingeschlafen ist. Hauptsache er zahlt die komplette Rechnung, weil, logisch, sie ist ja immerhin die mit den Brüsten.

“Könnten Sie bitte mal unsere Milch erwärmen, für den Kleinen?” Nein, Du Fotze! Geh nach Hause und stell’ deine scheiß Milch in deine kack Mikrowelle!

Am Nebentisch die obligatorische Dreiermädchenclique. Sehen alle gleich aus. Und ficken wahrscheinlich auch so. Heute aber legere gekleidet, das Bumsoutfit riecht schließlich von gestern Nacht noch nach rauch. Drei Latte Machiatto, was sonst? Und statistisch hat mindestens eine gerade einen Scheidenpilz. Ich vermute die mit der kleinen Maracuja-Schorle.

Ob man wohl mal das Fenster kurz aufmachen könnte, der frischen Luft wegen, möchte eine Dame wissen. Ich möchte ihr entgegen schreien, dass, wenn sie frische Luft wünscht, einfach vor die verdammte Tür gehen soll. Du Lufthure!

Zum Glück habe ich mein Headset dabei und kann mich abschotten. Denn noch bin ich nicht in der Hölle, glaube ich. Da muss man bestimmt alles abgeben, was einen von der Realität ablenken könnte. Meine Theorie.

In diesem Sinne, hoch lebe die Hölle, und der verkaufsoffene Sonntag, diese verrückte once in a lifetime experience.
hegdl

p.s.: Ach übrigens, fetter Track. Also in meiner Abschottungswelt.
Alex Clare – When Doves Cry
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Alex Clare

Mein Blog, der Fast-Katalysator

März 10, 2012 Von: DJN Kategorie: ~stuff Kommentare deaktiviert

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Dúné

So Freunde, Zeit zu katalysieren. Zu viele verstörende Gedanken haben sich angesammelt und mich die letzten Tage und Wochen immer wieder vom Schlafen abgehalten. Einiges davon habe ich zwar schon aufgeschrieben, kann ich aber aus rein moralischen Gründen nicht veröffentlichen, es sei denn mir bietet irgendjemand genug Geld dafür, denn für letzteres tue ich ja quasi alles. Gedankenpause. Kleiner Scherz.

Aber ich bin ganz ehrlich, entwaffnend ehrlich möchte ich sogar sagen, ich vermute mein in den letzten zwei Wochen drastisch angestiegener Alkoholkonsum trägt einen wesentlichen Teil zu diesen Worten bei. Ich kann an dieser Stelle auch gar nicht mehr genau sagen warum ich dieser ekelhaft erheiternen Mixtour aus Wodka und Bier so munter gefrönt habe, vielleicht auch willenlos verfallen bin, aber man braucht auch nicht immer eine Antwort, habe ich mir überlegt. Antworten bedeuten ja oft Wissen, und wenn ich mir des Öfteren Mal etwas wünsche, dann dass ich irgendetwas nie erfahren hätte. Das würde mein Leben deutlich weniger belasten, mit Müll von anderen. Ich will mir manchmal einfach kein Bild machen! Und wenn ich’s gar nicht erst wüsste, könnte ich auch nicht darüber nachdenken. Das wäre so schön. Und beruhigend. Für meine Seele und deren Frieden.

Aber nein, ich liege nachts wach und frage mich zum Beispiel warum Menschen so intensiv an ihrer äußeren Schönheit arbeiten statt an der inneren. Im nächsten Gedankenzug beschäftigt mich derweil die Frage, warum irgendwelche Marketing-Arschfotzen, Entschuldigung Strategen, von irgendwelchen Plattenlabels versuchen Aura Dione als sexy Vamp zu verkaufen. Paradox! Die Aktion und mein Gedankengang. Ganz ehrlich, ich würde darüber hinweg sehen, wenn ihr Musik nicht so scheiße wäre. Dafür müsste ich auch noch nicht mal “Medienprofi” sein. Bin übrigens dafür, dass das nachträglich zum Unwort des Jahres der letzten vier bis fünf Jahre gekürt wird.

Dabei fällt mir ein, dass mir neulich jemand gesagt hat, dass es sich Menschen, die die neue Lana Del Rey Platte kacke finden genauso einfach machen wie die, die das neue Deichkind Album gut finden. Ich persönlich empfinde das genaue Gegenteil. Schließlich hat sich auch jüngst Sido (mal) wieder vor eine Kamera gestellt und gesagt die neue Scheibe von Deichkind sei scheiße und nicht mehr als Klamaukmusik. Ich dachte mir spontan, dass das genau der richtige sagt. Gefolgt von dem dringenden Bedürfnis ihn mal ordentlich und hart zu beleidigen, also persönlich, unter vier Augen. Ich würde in diesem Zuge sogar die Theorie aufstellen, dass Sido der mit Abstand schlechteste und schlimmste “Künstler” ist, den die deutsche Musikszene in den letzten Jahren hervor gebracht hat. Aber wen würde das wiederum schon interessieren? Nicht mal Bushido, schätze ich.
Ich bin ja immer noch davon überzeugt, dass dieser Aggro Berlin Kack damals schon so geplant war. Also mit dem “Wir haben uns versöhnt, weil Sony uns viel Geld im Voraus gezahlt hat-Album”. Gott, gehen mir die beiden auf den Sack! Ok, Sido geht mir mehr auf den Sack. Da höre ich lieber Haftbefehl. Immerhin hat der auch gesagt “ich sehe Leute, die studiert haben immer noch mit dem Bus fahren.” Grandiose Textzeile, die meinen Hass auf Studenten gebührend zum Ausdruck bringt. Ich finde dafür hat er mindestens den Bambi verdient. Für welche Kategorie auch immer. Spielt ja spätestens seit Bushido eh keine Rolle mehr.
Aber eigentlich wollte ich was ganz anderes loswerden, da bin ich schon wieder fett vom Thema abgekommen. Muss ich dringend verbessern, wenn das jemals was mit dem Literatur-Nobelpreis werden soll.

Also: Vergangenen Freitag war ich in Köln, weil…ähm…grundsätzlich mal alles besser ist als seinen Abend hier in (Str)Esslingen (bitte auf keinen Fall auf Youtube suchen!), meiner Heimatstadt, wie wir sie liebevoll nennen, zu verbringen. Da bin ich schließlich schon eine Woche vorher abgestürzt, was cirka zwei Mal im Jahr passiert und ungefähr immer gleich endet, ernüchternd! Diese Stadt hat einfach so unglaublich wenig zu bieten, dass nicht mal eine Horde Striperinnen die Siuation retten könnte. Ich meine, das einzige was man da an einem gewöhnlichen Samstag Abend machen kann, ist in einer der drei meist frequentierten Kneipen so viel Bier zu trinken bis man mit dem Kopf auf der Theke einschläft. Kein ungewöhnliches Szenario by the way, true story! Aber hier kennt auch keiner das Wort Absprung. Nur das Wort Hefeweizen.

Jedenfalls ist Esslingen bei Nacht so etwas wie RTL bei Tag. Man hat durchweg ein sehr komisches Gefühl aus Scham und Mitleid, dass einen, ja ich möchte sagen, quasi überrollt. Gescheiterte Persönlichkeiten soweit das Auge reicht. Jedes Mal bin ich wieder neu überrascht, obwohl ich es eigentlich besser wissen sollte. Ich sehe Frauen, Entschuldigung Mädchen, die Frauen sein wollen, die nichts als Angst vor Sperma ausstrahlen, weil sie es offensichtlich cool finden oder besser gesagt, wahrscheinlich in irgendeiner absurden Form geradezu brauchen mit ihren roten Lack High Heels in der Entwicklung stehengebliebene Dorftrottel zwischen billigem Warm-Up Schnaps und fröhlicher Stadion-Parolen-Grölerei aufzugeilen. Das ist so armselig, dass mir fast die Worte dafür gefehlt haben das auch adäquat auszudrücken. Ich meine, ernsthaft, das ist noch einfacher als gleich Geld dafür zu nehmen. Titten alleine würden hier ja schon reichen, schließlich haben die meisten bisher nur welche auf ihren Lieblingspornoseiten gesehen.

Dennoch ist es fast schon beeindruckend, wenn auch nicht geistreich, wie der Umgang untereinander seit Jahren, ich sage mal, gepflegt wird. Ich persönlich habe mich immerhin schon nach knapp drei Stunden satt gesehen. Spontan versuche ich mir daher vorzustellen wie es wäre jede Woche hier zu sein. Jede Woche die gleichen gebrandmarkten Fratzen und jede Woche die selben nicht gerade wirklich spannenden Geschichten von früher. Es ist wie ein großes in Erinnerungen schwelgen, nur ohne Highlights. Aber was will man auch erwarten von Menschen, die nicht über den Tellerrand, beziehungsweise die Stadtgrenze raus schauen können oder wollen? Ist es die Angst vor einer anderen, vielleicht besseren Welt, wo hier doch eigentlich alles okay ist? Ich weiß es nicht, und eigentlich will ich es auch nicht wissen. Trotzdem läuft mir ein Schauer über den Rücken, als ich weiter darüber nachdenke. Einen Vorteil hat dieser Lebensstil aber wohl, man kann den Kopf anscheinend relativ einfach dabei ausschalten. Vielleicht darf man ihn aber auch erst gar nicht einschalten, überlege ich mir dann. Puh, das ist mir jetzt fast schon wieder zu kompliziert. Ich bestelle noch ein Bier, weil naja, kein neues würde es vermutlich auch nicht besser machen.

Zwischen Bier sieben und acht stelle ich des weiteren die Theorie auf, dass wenn die Eltern all derer, die ich gerade um mich herum wahrnehme, bereits das Selbe gemacht haben wie ihre Kinder heute, selbige schon miteinander verwandt sein müssten. Das wiederum bringt mich zu der mehr oder minder gewagten These, dass der Erfinder von “Verbotene Liebe” ein Esslinger sein könnte. Vielleicht kommt er aber auch einfach aus einer anderen Schundstadt, in der jetzt gerade ungefähr das gleiche passiert. Wie auch immer, ich könnte das jetzt googlen, aber der Aufwand ist mir die Info nicht wert.

Ich wollte ja eigentlich auch von Köln erzählen. In den Augen von Einheimischen übrigens auch nichts anderes als das was ich von meiner Heimatstadt halte, finde ich heraus als ich mich nachts, mit dem Ziel eines gepflegten Absturzes bei guter Musik, durchfrage. Finde erst mal jemanden mit Euphorie im Gepäck. Hätte ich aber vielleicht auch nicht, wenn ich alle hiesigen Nutten schon gefickt hätte, überlege ich, während ich mich auf eine dezent ausartende Odyssee durch die Weltstadt Köln mache, immer auf der Suche nach nichts weiter als ein bisschen Glück. Wunderbare Metapher auch für’s Leben, fällt mir gerade auf. Die Stadt ist ja auch immer nur so etwas wie die Variable, wenn man mal genauer darüber nachdenkt, aber egal.

Da bin ich also wie gesagt und suche etwas. Etwas dass man vielleicht mit Würze beschreiben könnte. Spice Up Your Life ist das Motto, wie die Spice Girls sagen würden. Kosmopolit möchte ich sein. Die Grenzen sprengen. Mich verlieben, wenn auch nur für eine Nacht. Am nächsten Morgen aufstehen und der gesamten Welt den symbolischen Stinkefinger zeigen, wenn auch nur auf Facebook. Hohe Ziele, ich weiß, aber kleine Brötchen backen kann ja jeder. Ich gebe mich gerne Illusionen hin. Und manchmal scheitere ich auch gerne daran. Schließlich ist es eben so furchtbar einfach den eigenen Schweinehund nicht zu überwinden, die Kopfhörer wieder aufzuziehen und sich abzuschotten.

Vielleicht bin ich deswegen damals auch DJ geworden. Mittendrin und doch in meiner eigenen Welt. Absolut mein Ding, wird mir mehr und mehr klar desto länger ich nicht mehr auflege. Irgendwo muss die Inspiration für meinen Menschenhass ja auch herkommen. Fernsehen reicht schon lange nicht mehr. Spätestens seit das meiste davon gefaked ist. Nichts ist schließlich langweiliger als Stories, die sich andere ausgedacht haben. Das ist kein guter Stoff, höchstens ein betäubender. Die Realität hingegen schreibt vielleicht nicht die besten oder schönsten, dafür aber die ehrlichsten Geschichten. Mut zur hässlichen Wahrheit, auch wenn sie weh tut, das ist das was ich an dieser Stelle lauthals fordern möchte! Aber ich bin ja auch betrunken, und einstecken war eh noch nie meine Stärke. Nur im Reinstecken bin ich…ach egal!

Mit diesem verwirrend wie verstörenden Gedankengang im Gepäck stehe ich mittlerweile in irgendeinem, eigentlich ganz netten Club, in dem es allerdings auch nicht besser ist als irgendwo anders, nur anders eben, und betreibe so etwas wie Marktforschung, während ich mir diese ernüchternde Erkenntnis fast zeitgleich schon wieder mit Wodka runterspüle. Ich hasse es Gast auf einer Party zu sein. Partys, oder vielmehr ihre Gäste, sind so etwas wie ein Querschnitt dieser kaputten, leicht zu beeinflussenden Gesellschaft, die nichts Neues mehr sucht, sondern lediglich Erlebtes verdrängen möchte. Tanzt Marionetten, tanzt! Und liefert mir das, was ich nicht sehen möchte, mir aber trotzdem gleich aufschreiben muss, um es dann unter “Recherche des Lebens” ab zu speichern.

Zum Glück hat mein Hightech-Handy diese simple, aber dennoch für mich elementare Notizfunktion. Ohne sie könnte ich mir wenig bis nichts merken, oder wahrscheinlich nur das unwichtige Zeug. Und, wenn diese Nacht nicht geradezu prädestiniert ist, für einen Haufen sinnvoller wie sinnfreier Gedanken, dann weiß ich auch nicht. Man sieht immerhin so einiges in nur einer Nacht, wofür andere ganze Jahre brauchen, um überhaupt zu realisieren, dass das was sie sehen tatsächlich der Realität entspricht oder zumindest darauf angewandt werden kann. Also am Tag dann.

Unterdessen läuft es wie es eigentlich immer läuft, glaube ich. Ich bin mal wieder schnell frustriert und fasziniert zugleich. Ich beobachte, dass ich Beobachter bin und kein Macher. Und ich weigere mich, mich dafür zu entschuldigen, mit Frauen nicht ins Gespräch zu kommen, weil ich ihr davor nicht versucht habe meinen Finger in die Nase zu stecken! Ich entschuldige mich höchstens dafür, dass ich auch unter massivem Alkoholeinfluss noch ein bisschen Stil habe! Es wäre allerdings auch vermessen in dieser Situation jetzt meiner Mutter die Schuld zu geben, nur weil sie mir zumindest etwas Anstand mitgegeben hat. Aber irgendjemand muss die Schuld tragen, denke ich mir. Nur weil sich das Chaos hat mal wieder akkreditieren lassen, ist es noch lange nicht zu spät ein Umdenken zu fordern! Oder doch? Paradoxe, in Alkohol getränkte, kranke Welt, die es mir verwehrt meine Zunge jetzt in diese leider geile, viel zu leicht zu beeindruckende Bekanntschaft zu schieben. Also so setzt man bestimmt keine Maßstäbe, stelle ich fest und trinke noch einen kurzen Wodka, der mir in seiner Klarheit mittlerweile deutlich überlegen ist.

Warum bin ich eigentlich nicht so leicht zu beeindrucken? Ich meine, ist es falsch, sich so zu verhalten wie man es auch von anderen erwartet, mit ein bisschen Respekt? Offensichtlich! Jedenfalls wenn man heute noch einen wegstecken möchte. Gott, geht mir dieses Rumhuren auf den Sack! Es ist einfach nicht mein Style. Ich bin aber auch nicht Ryan Reynolds, nur ehrlich. Und schon wieder zwei neue Probleme, auf einmal. Da hilft auch die Zunge der, in meinem Zustand auf jeden Fall attraktiven, aber für den Verstand immer noch zu billigen Hure nichts mehr. Denn, Entschuldigung Freunde, jetzt mal ganz ohne Scheiß, auch wenn ich mit dieser Meinung alleine da stehe, aber wenn irgendwas auf dieser Welt echt mal überhaupt gar keinen Sinn macht, dann ist es rum zu knutschen ohne späteren Koitus!

Verkackte Triebe! Verkackter Alkohol! Verkackte Selbstreflektion! Vielleicht auch in einer anderen Reihenfolge, kack egal im Moment! Ich brauche dringend noch ein Bier, dann Musik, Kopfhörer zum Abschotten und ein bisschen Glück, das meiste davon direkt aufgeschrieben zu haben. Notiz Ende. Ach ja, und morgen trinke ich keinen Alkohol, ich habe die Schnauze für’s erste mal wieder gestrichen voll davon!

In diesem Sinne bis zum nächsten Exzess, er wird kommen, so sicher wie der nächste Sonnenschein, darauf gebe ich auch gern mein Wort, oder mehrere
xoxo

Caligola

März 06, 2012 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff Kommentare deaktiviert

So Freunde, während ich meinen nächsten verstörenden Text, beziehungsweise meine nächsten verstörenden Gedanken in so etwas wie einer Art Text vorbereite, höre ich das neue Caligola Album. Kam vergangenen Freitag in den Handel und wurde mir bereits ein paar Tage vorher zur Verfügung gestellt. Da bin ich gerade mal dankbar für, und zwar aus dem simplen Grund, dass es mich inspiriert hat.

Caligola ist ein “weltweites Künstlerkollektiv”, wie es so plakativ von meinem ehemaligen Arbeitgeber genannt und in der bunten Medienlandschaft derzeit gespreadet wird. Nicht zuletzt deswegen ist es auch nicht ganz unrealistisch, dass sich dieses Projekt um die zwei Frontmänner von Mando Diao zu einem wahren Verkaufsschlager entwickeln könnte. Schließlich funktioniert Konsum wie eine SPAM-Mail, in Relation sind das immer wenig, die darauf anspringen, aber je größer die Werbung, desto größer die Resonanz. Ganz einfache Rechnung und These, die jeden Tag aufs Neue vielfach belegt wird. Eine wundervolle Metapher, auch für’s Leben, wie wir in letzter Zeit häufiger in diversen Situationen festgestellt haben.

Egal, ich bin ja immer Fän, wenn ich etwas gut finde. Die Werbung für das Produkt interessiert mich da nur peripher. Und obwohl ich ja gar kein Anhänger von Mando Diao bin, muss ich sagen, dass Caligola echt was hat. Phasenweise, und damit meine wirklich nur phasenweise, auch was von Seeed. Paradoxer Weise war ich von denen, im Gegensatz zu ihren jeweiligen Soloprojekten Boundzound, Delle und vor allem Peter Fox, auch nie ein riesen Fän. Verrückte Welt, verrücktes Album! Common raise your head, Genres are dead anyway. You can think about that while you’re listening. Und, um Himmels Willen, erwartet jetzt nicht, dass es sich wie Seeed anhört, es hat musikalisch im Gesamtpaket quasi nichts mit den Berlinern zu tun, es ging mir da einzig um den Vergleich von Soloprojekt zu Band.

Caligola – Back To Earth

Caligola

Die Menschheit, meine Achillesferse

Dezember 22, 2011 Von: DJN Kategorie: ~stuff Kommentare deaktiviert

Ich bin zurzeit ein bisschen aggro. Nicht wie Berlin. Eher wie Stuttgart. In sich gekehrt. In Stille Menschen hassen, kann man auch sagen. Die Menscheit ist meine Achillesferse. Klingt ein bisschen misanthropisch und ist es glaube ich auch. Kann das langsam nicht mehr abstreiten. Laut der Definition auf Wikipedia trifft das nämlich ziemlich genau auf mich zu. Inklusive dem Part mit dem Altruismus, was die Misanthropie an sich ja nicht ausschließt.

Schließlich ist es schon so, dass ich gerne nett zu Menschen bin. Jedenfalls dann, wenn sie auch nett zu mir sind, oder ich sie nicht für komplette Vollärsche halte. Letzteres passiert leider bedenklich oft. Wenn man doch nur Menschen im echten Leben auch als Spam markieren könnte. Möchten sie diesen Menschen aus ihrem realen Leben ausblenden? Ja! Möchten Sie ihn vorher noch mal beschimpfen? Ja! Nein. Doch! Warum eigentlich nicht?

Gut, ich will ja auch nicht, dass sie mich beschimpfen. Würde mir echt einfach reichen, dass sie mich in Ruhe lassen, wenn sie mich nicht leiden können. So schwer ist das ja wohl nicht. Oder doch?

Ich glaube der Mensch hat lieber vierhundert falsche, als fünf richtige Freunde. Das ist ziemlich traurig. Wie Menschen, die ihren Non-Aktivismus, ein mal pro Jahr auf Weihnachtsmärkten kompensieren.

Neulich war ich auch mal wieder auf einem. Weiß eigentlich nicht genau warum. Wahrscheinlich hatte der Grund zwei Brüste. Bin am Ende ja auch nur ein so triebgesteuertes Wesen wie alle anderen. Jedenfalls stand ich da dann so. Vor ‘nem Glühweinstand vermutlich. Und ich dachte mir dass, wenn ich in die Hölle komme, und sind wir ehrlich, falls es eine geben sollte, komme ich da definitiv hin, das ein Ort wie dieser sein muss. Mit dem einzigen Unterschied, dass es außer Eierpunsch und dieser fürchterlich billigen Weinplörre wahrscheinlich noch laute DJ Ötzi Musik im Hintergrund gibt. Traumhafte Vorstellung.

Zum Glück ist die Hölle nur eine Illusion. Wie mein Gedanke Menschenmassen doch noch irgendwann ertragen zu können. Meine Theorie ist ja, dass Menschen in der Quantität immer an Qualität abnehmen. Sprich: je mehr, desto dümmer agieren sie. Der Mensch, das Rudeltier. Immer wieder faszinierend, wenn die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beim IQ endet. 395 Personen gefällt das, der Rest hat immer noch kein Smartphone und war gerade nicht online.

Weltklasse Überleitung: Noch nie war meine Überlegung mich von Facebook abzumelden so ernst gemeint wie derzeit. Denn, selbst diejenigen, die ich nicht auf verbergen habe, gehen mir phasenweise so hart auf den Sack, dass ich schlechte Laune bekomme. Daher habe ich vor rund einer Woche beschlossen mal eine Weile lang keine Statusmeldungen mehr zu lesen. Von niemanden!

Fühle mich zwar ein bisschen abgeschottet jetzt, und bekomme nicht alles sofort mit, aber das ist mir gerade einfach total egal. Wesentliche Nachteile konnte ich noch nicht feststellen. Vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich es einfach nicht weiß.

Das einzige was ich weiß, ist, dass Wissen Fluch und Segen zugleich ist. Noch mehr als Geld. Jedenfalls bezogen auf Macht, nach der ja alle irgendwie streben. Klar, mit Geld kannst du auch Macht haben. Aber gegen Wissen ist Geld machtlos. Think about it.

Die Menschen, die ich mag, und das sind, wenn ich das mal nicht in Relation setze, doch erstaunlich viele, haben alle meine Telefonnummer. Und ich geh’ auch meistens ran. Als Zeichen meiner Anerkennung.

Aber zurück zur ‘Facebook-Problematik’ und der Frage warum ich mich nicht gleich abmelde. Erstens kommt mein Menschenhass in verschieden dosierten, und teilweise annehmbaren Phasen, und zweitens braucht man ein Profil, um auch eine Fänseite haben zu können, was wiederum nicht abstreitbare Vorteile bringt, wenn man in meinem/irgendeinem Business ein bisschen Geld verdienen möchte.

Auch ich nehme mittlerweile ja eigentlich nur noch über Facebook Informationen auf. Schließlich wird hier so gut wie alles gebündelt, was mich annähernd interessieren könnte. Habe ja irgendwann mal auf ‘Gefällt mir’ geklickt. Und jetzt befinde ich mich in einem reisengroßen ‘Product Placement’-Geflecht, das mich täglich bombadiert mit Angeboten, die ich nur schwer ausschlagen kann, und mit Informationen, die ich nur im seltensten Fall auch wissen möchte.

Prinzipiell könnte man auch sagen, dass dieser ganze Social Media Marketing Kack sowas wie die moderne Variante davon ist Menschen an der Haustüre Staubsauger zu verkaufen. Würde wiederum implizieren, dass wir alle in der virtuellen Welt so etwas wie Verkäufer sind. Und die wiederum gehören in meiner realen Welt eher zu den grundsätzlich unsympathischeren Persönlichkeiten.

Alles in allem eine verdammte Crux also. Wie der Mensch an sich. “So eigenartig, schön und doch so hässlich. So unwahrscheinlich stark und doch so zerbrechlich.” You can think about that too if you want.

Kurzum: sich abzumelden hat Vor-und Nachteile. Wie alles im Leben. Das ist übrigens auch der Grund warum Frau K aus Doppel A noch lange auf ihren positiven Text warten kann. Zumindest wenn es niemand schafft mir in absehbarer Zeit eine rosarote Brille aufzusetzen.

In diesem Sinne, ein ganz besinnliches

xoxo

Benzin – Menschen

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Benzin

p.s.: In der nächsten Ausgabe verwirrender Gedanken meinerseits berichte ich von einem verrückten Selbstversuch: Zwei Wochen pornofrei! Oder auch: die Auswirkungen sexueller Abgründe auf die Fantasie. Was tun wenn Sex mal nicht mit einem Blow-Job anfängt? Antworten kann ich nicht versprechen, ist ja kein Ratgeber hier. Aber ich gebe mir Mühe!

Das war’s

November 29, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff Kommentare deaktiviert

So, jetzt hätten wir das also auch erledigt. Das DJ-Ding ist durch. Die letzte Party gefeiert. Zumindest die, die ich musikalisch im Wesentlichen mit gestaltet habe. Und, was soll ich sagen, ich bin schon ein bisschen traurig. Aber so ist das Leben, wa!?

Ein typischer Satz für einen Berufsmelancholiker wie mich. So hat mich jedenfalls mein Freund RAM in seinem Beitrag zu meinem letzten Mixtape am Freitag genannt. Ganz unrecht hat er ja nicht. Positive Texte fallen mir zumindest schwerer, wie auch Frau K. aus Doppel-A schon zu bemerken wusste. Ist halt nicht alles Gold was glänzt, sage ich dazu nur. Und es nicht mein Style Dinge schön zu reden. Bringt ja auch niemand was.

Jetzt habe ich ‘I can see clearly now, the rain has gone’ im Ohr. Weiß nicht warum. Ich stehe auf Regen. Das finde ich allerdings eher romantisch als melancholisch. Straight from the heart und so, ihr wisst Bescheid. So wie ich meinen letzten Auftritt angehen wollte.

Hatte alles minutiös durchgeplant. Und trotzdem war ich angespannt. Hatte zwar keine Sorgen, dass alles klappt, aber ich war damit beschäftigt meine eigene Erwartungshaltung nach unten zu schrauben. Denn, eine wesentliche Erfahrung in diesem Business ist, wenn Du zu hohe Erwartungen hast, funktioniert es nie so, wie Du es Dir vorgestellt hast.

Eine gute Party hängt von wenigen, aber wichtigen organisatorischen Faktoren ab, eine legendäre hingegen ist schlicht und einfach unplanbar und hängt an zum größten Teil nicht greifbaren und nicht beeinflussbaren Details.

Nicht zuletzt deswegen glaube ich, dass man in großen Locations nie die beste Party seines Lebens feiern wird. Never ever wirst du dich mit fünfhundert ähnlich coolen Leuten zufällig zu der Nacht deines Lebens treffen. So etwas passiert in einem kleineren Kreis. Oder gar nicht. Da geht es um viele Dinge, aber vor allem um eine: Persönlichkeit.

Die Gefahr in kleineren Locations ist halt immer, dass genau das Gegenteil passiert. Die Leute sind nicht okay, sie sind fürchterlich. So was kann immer mal vorkommen und lässt sich höchstens mit Beharrlichkeit einigermaßen steuern. Ein Fremdwort für viele Veranstalter übrigens.

Ich habe in großen Clubs angefangen und kleine schneller in mein Herz geschlossen. In kleinen verdient man normalerweise halt nicht so gut. Aber dann steht man eben vor der Wahl. “Some people do it all for money, and some do it all for the love”. Beides okay. Und legitim. Man muss nur dazu stehen. Nichts ging mir mehr auf den Sack als die, deren Gier nach Geld oder Anerkennung ihren eigenen Idealen im Weg standen, sofern sie überhaupt welche hatten. Das bringt es wohl am besten auf den Punkt und musste noch mal gesagt werden.

Zum Glück hielten sich die Kritikpunkte an meinem letzten Gig echt in Grenzen. Habe schließlich nicht umsonst die letzten Jahre fleißig aussortiert. Und ich bin auch davon weg gekommen Leute zu zuspammen. Eine einfache Information muss reichen, um ehrliches Interesse zu wecken. Alles andere ist nur ein großes Spiel, bei dem unfassbar viel Energie vergeudet wird. Mein Theorie.

Party ist echt nicht alles im Leben. Menschen haben irgendwann etwas besseres zu tun am Samstag Abend. Und die Suche, wie ich das gerne nenne, ist irgendwann auch vorbei. Oder sie geht, wie in meinem Fall, einfach nur in eine andere Richtung weiter.

Dabei fällt mir ein, hat sich schon mal jemand überlegt, dass “die Party” sowohl vergänglich als auch zeitlos ist. Sie wird immer gefeiert weiter, irgendwo und irgendwie. Nur mit anderen Personen und aus anderen Intentionen heraus. Wie Liebe. Zum Beispiel.

Meine letzte, vergangenen Samstag, in der Corso, meinem dritten Wohnzimmer, mit sehr, sehr vielen Leuten, die ich mag und die gekommen waren, um noch einmal erbarmungslos mit mir zu feiern, war, trotz all jener geradezu fantastischer Vorraussetzungen, nicht die allerbeste Party meines Lebens bisher. Aber sie wird mir immer in Erinnerung bleiben. Und sie zählt schon auch zu den Top-Five, keine Frage.

Mein Set war nur etwas verstörend. Dafür aber auch umso authentischer, schließlich fühlte ich mich auch total verstört. Erst die ganzen Menschen, dann die ganzen Glückwünsche (ich habe in meinen Geburtstag rein gefeiert, falls ich es bisher vergessen habe zu erwähnen) und dann die ganze Party. Viele Impressionen und so.Vielleicht zu viele für nur eine Nacht. Einschließlich den vorher ausgeschriebenen Sex-Angeboten auf dem Klo, die ich dann aber doch ausgeschlagen habe. Man muss eben auch mal nein sagen können im Leben.

Habe dann übrigens auch bewusst nicht auf mein Handy geschaut beim Auflegen. Und weder Bilder noch Videos gemacht. Wollte diesen Moment mal nicht digital speichern, sondern eher so oldschool. If you know what i mean.

Und, was soll ich sagen, es hat geklappt. Habe ich endgültig gemerkt, als die Glückseligkeit beim letzten Lied die Trauer darüber verdrängt hat. Das Leben ist immer noch gut. Nur anders. Genau wie die Zeiten, die wir alle erlebt haben, gerade erleben und noch erleben werden.

In diesem Sinne, Freunde, bevor es zu melancholisch wird, sage ich einfach Danke für die letzten fünf Jahre Party.

xoxo

p.s.: Ich könnte jetzt tausend Songs dazu posten, aber das ist der beste davon. Inklusive dem Video dazu.

Kid Cudi – Pursuit Of Happiness

Pursuit of Happiness (Nightmare) [feat. MGMT & Ratatat] - Man On the Moon - The End of Day (Expanded Version)

Nachtleben #7 – Struktur

November 14, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff Kommentare deaktiviert

Mir fehlt gerade etwas die Struktur. Das ist der dritte Text, den ich in nur sehr kurzer Zeit anfange. Ich versuche Gedanken zu sammeln, aber ich kann sie nicht miteinander verbinden. Ein Fließtext scheint unmöglich. Zu verwirrend alles. Jetzt brauche ich einen guten Song. Oder besser, ein gutes Album. Am besten eines, das genauso verwirrend ist und keine zusammenhängende Geschichte erzählt. Glücklicherweise ist das ja bei den meisten so…

Ich denke über die oft in Frage gestellte Definition des DJs nach. Meine ist: Wenn Du keine zwei Songs auf Vinyl ineinander mischen kannst, bist Du keiner! Ernsthaft. Dann hast Du einfach schon mal das Grundding nicht verstanden. Gott, würde ich gerne mal jemandem im Club seine Midi-Konsole zerstören, so wie im Video ‚Smack My Bitch Up‘ von The Prodigdy. Und dann stelle ich ihm einen vollbepackten Plattenkoffer hin. Kommentarlos. Geile Idee!

Fast so gut wie die, die irgendeinen, der das jetzt liest, unermesslich reich machen wird. Die ‚Resteficken-App‘. Dabei kann jeder User noch während der Party angeben wie weit er bereit ist zu sinken, um jetzt noch einen wegzustecken. Abgerechnet wird natürlich pro Annonce, bei der zudem auch angeben kann in welcher körperlichen und mentalen Verfassung man sich gerade befindet- stark angetrunken, sexuell frustriert, abenteuerlustig, einsam, generell ungeliebt, oversexed and underfucked, und so weiter. Bild hochladen geht zwar, wird aber nur in wenigen Fällen auch angeraten.  P.s.: Der erste, der damit wirklich reich wird, bitte mich in den Credits erwähnen, als Visionär. Danke.

Seit neustem glaube ich übrigens, dass, wenn dem Erfolg einer Party irgendetwas im Wege steht, das im Wesentlichen fehlender Respekt ist. Respekt der Gäste, DJs und Veranstalter- untereinander. Oder es ist doch nur mangelnde Intelligenz. Ach, ich weiß es nicht. Spielt es überhaupt eine Rolle? Eine andere Theorie von mir besagt schließlich, dass ab zwei Uhr nachts eh nichts mehr richtig zählt.

Diese Widersprüche in mir machen mich fertig. Und sie sind die Legitimation von grau in meinem Leben, wenn Ihr versteht was ich damit meine.

Im Hintergrund läuft gerade mein Fernseher. Ein Konzert von Revolverheld. Es ist wie ein Sinnbild dafür, dass überall wo Sonne scheint auch ein Schatten fällt. Warum gibt es eigentlich niemand, der sowas einfach verbieten kann? Wie die GEMA, nur in cool. >>Leider kann dieses Konzert nicht bedenkenfrei ausgestrahlt werden, da es Musik enthält, für die die Geschmackspolizei nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt hat. Das tut uns leid. <<

Wunschvorstellung, ich weiß. Wie die, dass das Radio endlich stirbt. Mir fällt echt nichts ein, was noch schneller gewachsen ist, als mein Hass auf das Medium Radio. Und es macht mittlerweile auch so gar keinen Sinn mehr, das Radio. Zumindest für Leute, die bis drei zählen können. Mal ernsthaft, wer heute noch überzeugt Radio hört, besitzt auf gar keinen Fall die Intelligenz Musik überhaupt verstehen zu können. Geschweige denn die Leidenschaft sie wirklich zu fühlen.

Apropos Leidenschaft, erst letzte Woche haben wir noch darüber gesprochen, dass sich jeder in einen Club stellen kann und Tracks abspielen. Aber die wenigsten haben ein Gefühl dafür. Weder für den Club, noch für das Publikum, aber vor allem nicht für die Musik.

Ich habe viele DJs getroffen, die okay waren. Die wenigsten waren aber mit der Professionalität und Leidenschaft dabei, mit der sie dabei sein hätten sollen. Und, wenn ich ehrlich zu mir selber bin, glaube ich, dass ich im Laufe der letzten Jahre und Gigs ein Stück eben jener Leidenschaft verloren habe. Kein großes, aber trotzdem ein bedenkliches. So bedenklich zumindest, dass ich meine Entscheidung noch nicht ernsthaft in Frage gestellt habe. Was mich aber noch viel mehr fasziniert, ist die Tatsache, dass ich seit meiner Ankündigung, frei und vor allem viel entspannter aufspiele, als davor.

Vorletzte Woche zum Beispiel. Ein Club im nirgendwo. So sehr im Nirgendwo, dass wir Kühe riechen und Ziegen hören. So sehr im Nirgendwo, dass Leute zu Danza Koduro (ich bin echt zu desinteressiert und faul, um zu recherchieren, ob das richtig geschrieben ist!) ausflippen, mit ‚Woiza‘ in der Hand und Gehirn im Schoß. So sehr im Nirgendwo, dass mein Shirt definitiv zu cool dafür ist. So sehr im Nirgendwo, dass Menschen sich tatsächlich erst Bushido und dann Bryan Adams wünschen (True Story!), während im Hintergrund Jason Derulo gerade mal wieder am Anfang eines Songs seinen eigenen Namen singt. Es ist zusammengefasst nicht mehr als ein ‘Ey ho, let’s’ go, wie Taio Cruz sagen würde.

Normalerweise wäre ich aus dem Kopf schütteln nicht mehr rausgekommen, aber dieses Mal konnte ich nicht mit Grinsen aufhören. Selbst dann nicht als ich diesem einem, unbeschreiblich absurden Typen erklärte, dass hier zwar offensichtlich scheiß Musik läuft, aber auch das ein Grenze hat. In diesem Fall halt Bushido.  Des weiteren konnte ich mir es nicht verkneifen zu erwähnen, dass ‚Summer of 69‘ das zweitschlechteste Lied der Welt ist, nach ‚Sweet Home Alabama‘. Man möge sich an dieser Stelle ja gar nicht erst vorstellen, was für eine Kindheit der Nachwuchs solcher Menschen durzustehen hat.

Kurze Zeit später fällt mir, immer noch grinsend, auf, dass ich wirklich zu alt für den Scheiß bin, es  aber wenigstens erkannt habe und nicht nur ständig darüber rede. Und das wiederum lässt mich glauben, dass ich so einigen einen Schritt voraus bin. Dann blicke wieder in die Menge, wir spielen mittlerweile abwechselnd, der Langeweile wegen. Mein Kollege, auf den nichts Negatives aus diesem Text zutrifft, spielt 2Pac mit ‚Changes‘, ein absolutes No Go für jede Party, die etwas mit Coolness zu tun haben möchte, aber es spiegelt die Situation eben so gut wieder. Gib dem Affen Zucker lautet die Devise. Ich spiele mit ‚Hip Hop Is Dead‘, einen wirklich fetter Track und wir feiern uns selber für die Message der Kombination der beiden Tracks. Kapiert natürlich keiner. Aber wir sind ja auch im Nirgendwo. Dabei bestätigt sich mir aber meine eigene, vor Jahren aufgestellte Theorie, der Frage nach dem, was es dir bringt einen Schritt voraus zu sein, wenn alle anderen zwei hinterher hinken.

Guter Satz, um ihn jetzt einfach mal so im Raum stehen zu lassen. (Finde, dafür hab ich auch ‘nen Bambi verdient. Kategorie egal.) Werde dann wieder darauf eingehen, wenn ich eine zufriedenstellende Antwort parat habe. Bis dahin rate ich allen, denen es ebenfalls an Struktur und Antworten mangelt, als Gegenbewegung quasi, und bis eine Besserung in Sicht ist, zu unkontrolliertem und rüdem Aufhüpfen. Und wenn’s nur für die Seele ist.

In diesem Sinne, ein aus dem tiefsten Herzen kommendes

xoxo

Der Song dazu:

Black Machine – Funky Funky People (Other Mix)

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Black Machine

Nachtleben #6 – Vorwärts leben, rückwärts verstehen

November 01, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff Kommentare deaktiviert

Aktuell gilt in meinem Leben nur eines hauptsächlich, ich verstehe wie ich zähle: Rückwärts. In 26 Tagen werde ich meinen letzten Übergang im Club spielen. Welche zwei Songs das sein werden weiß ich noch nicht. Sind derzeit so knapp zehn in der engeren Auswahl. Ich weiß nur, dass ich danach einen Hammer und einen Nagel nehme, um selbigen erst in die Wand hinter mir zu schlagen, um dann wiederum meinen Kopfhörer daran aufhängen zu können. Der Symbolik wegen und so.

Dann habe ich ein Statussymbol weniger. Also den Kopfhörer, nicht den Hammer. Aber Leute mit Charakter brauchen auch keine, habe ich mir neulich überlegt. Also Statussymbole. Und was mich persönlich angeht, sage ich außerdem auch: I don’t need no groupie love. Egal ob mit oder ohne Kopfhörer.

Vergangenes Wochenende war lang und auch ergiebig. Brücken-und Feiertag. Insgesamt also eigentlich fünf Tage, beziehungsweise Nächte. (Ich zähle Donnerstag mit.) Die ersten drei war ich mit dabei. Eine Seltenheit in den letzten Jahren, wie mir gerade auffällt. Man ist halt echt keine achtzehn mehr und wacht am nächsten Tag auch nicht mehr ohne ‘Kopf’ auf. Knapp acht Jahre später muss man sich leider eingestehen, dass es rapide abwärts geht. Ich hab dann oft den Gedanken, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es irgendwie anders gemacht. Generell klasse Weisheit für Leute, die genauso ungern im Voraus planen wie ich. Und überraschender Weise noch nie der Refrain eines deutschen Singer-Songwriter Songs. Oder es gibt doch einen und er ist nur an mir vorbeigegangen. Könnte jetzt Google fragen, aber der Satz lebt irgendwie davon, dass ich die Antwort eben nicht weiß.

Jedenfalls denke ich mir dann, solange ich noch nicht jeden Sonntag Mittag den gleichen mitleidserhaschenden Satz auf Facebook poste, ist alles noch irgendwie im Rahmen. Allen anderen, die genau das tun, möchte ich auf diesem Weg mal mitteilen, ja, “Ihr seid wirklich zu alt für den Scheiß!” Hört einfach auf damit und sucht Euch reale Freunde, die Ihr vollheulen könnt! Wenn Ihr Glück habt findet Ihr vielleicht auch jemand, der Euch mal dezent darauf hinweist, dass ‘ne Flasche Schnaps am Abend, weil man es sonst nicht erträgt, nicht weit davon weg ist, irgendwann mit gleich bedauernswert schwachen Persönlichkeiten in “Kur” zu gehen. Aber ganz ehrlich jetzt, was kümmern mich eigentlich die Alkoholprobleme von anderen?

Mit irgendwas muss man ja schließlich die Abgründe erklären, die sich da so auftun. Und warum Selbstkritik am eigenen Anstand, wenn man es so einfach auf den unkontrollierten Konsum von Hochprozentigem schieben kann?

Nicht zuletzt deswegen nehme ich einfach schon lange nichts mehr ernst, was nach zwei Uhr nachts passiert. Stichwort Wahrnehmungsverschiebung. Alternativ auch back to the roots. Jäger und Sammler-Triebe, die sich von den ursprünglichen höchstens im dabei lang zurecht gelegten Outfit unterscheiden. Manchmal warte ich zwischen vier und sechs Uhr nur noch darauf, dass einer mit ‘ner Keule reinkommt, ein paarungswilliges Weibchen erlegt, auf die Schulter wirft und grunzend wieder von dannen zieht. Wäre nicht nur voll Retro, hätte oft auch noch mehr Stil als alles andere was sich jetzt abspielt, um noch irgendjemand begatten zu können. Resteficken eben. Oder Tiefseeanglen. Trifft es beides ganz gut.

Ich will einfach nicht wissen warum und wie genau andere Menschen leichtfertig Geschlechtskrankheiten in Kauf nehmen. Und wofür? Kosten und Ertrag stehen dabei auf keinen Fall in Relation, um das jetzt auch mal so unsexy auszudrücken wie es meistens auch ist. Bringt mich zu der Theorie, dass Nachtleben eine noch größere Hure ist, als die Hure selber.

Das einzige was dabei am Ende für mich persönlich und meinen gerne ausgelebten Beobachtungsfetischismus hängen bleibt, ist der Beweis der Existenz von Menschen, die RTL schauen und im Zweifelsfall auch gleich noch die Vorlage für die Scripter liefern. Den Job könnte ich übrigens wirklich sofort und ohne Probleme antreten, wenn ich nicht doch noch eine gewisse Restmoral besitzen würde.

Ich mag sehr wenige Menschen aus dem Nachtleben ist mir aufgefallen. Also  zumindest in Relation zu denen, die ich dabei kennengelernt habe. Mein scharfsinniger Verstand sagt mir aber, dass das vermutlich auch am Tag nicht anders ist. Der Unterschied ist nur, dass die meisten am Tag versuchen so gut wie möglich zu verstecken, was für riesengroße Idioten sie eigentlich sind. Nachts dagegen mutiert ja jeder irgendwie. (Wollte nicht verwandeln schreiben, weil mutieren viel drastischer klingt.) Ist zwar auch irgendwie ehrlicher, dafür aber auch umso bedenklicher.

Besondere Menschen sind rar gesät. So oder so. Und für mich gilt: Um so besonderer, umso weniger Klischees erfüllen sie. Nikes im Club und Stiefel im Bett, das ist die wahre Coolness, Mädels! Zumindest für mich ginge das schon mal Richtung die Richtige. Aber was mache ich mir vor? Liebe ist ja mittlerweile auch nur so ein verficktes Gefühl, dass einem von Hollywood vorgegaukelt wird. Völlig übertriebene Happy Ends, die ehrlich gemeinte ausgesprochene Liebe als nicht besonders genug abstempelt. Echt super Nummer. Danke Julia Roberts und Co.!

Nichts ist einfacher als Leute im Kino glücklich zu machen. Die Kunst ist sie zum Weinen zu bringen. Emotionen statt Triebe. Oder eben Emotionen und Triebe. Egal was Du tust, tu‘s einfach mit Liebe. Sei eine Hure, kein Problem, aber sei endlich auch Dein eigener Zuhälter!

Vielleicht klappt’s ja irgendwann mal, wer weiß? Weil wenn es eines sicher ist, dann dass Zeiten sich ändern. Und Dich. Wie Bushido schon wusste.

Dazu passt auch meine neue Lieblingsweisheit, die ich neulich in einem Songtext gehört habe und seitdem auf Wahrheit prüfe: „Wer nie vom Weg abkommt, bleibt meistens auf der Strecke.“ U2! Wie Bono Vox sagen würde.

In diesem Sinne, i might like you better, if we slept together. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur sehr unreif, weil die Antwort kenne ich ja schließlich schon.

Booka Shade vs. Amanda Blank – In White Rooms I Might Like You Better (Second Letter & Junior’s Party Banga)

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Amanda Blank

xxx

Update

(via perfect-heels.blogspot.com)

Nachtleben #5 – Die Stille nach dem Sturm

Oktober 26, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff Kommentare deaktiviert

Ich habe irgendwann mal geschrieben, dass Stille die zweitbeste Sache der Welt nach Musik ist. Ist mir neulich wieder eingefallen. Warum weiß ich nicht. Aber ich habe dann wieder darüber nachgedacht, kam allerdings zu keinem befriedigenden Ergebnis. Genau wie bei der Aufhören-mit-Auflegen-Sache. Ja, es beschäftigt mich sehr. Ist kein Geheimnis. Kann man ja hier alles nachlesen. Versuche mir das irgendwie selber schlüssig zu erklären mit jedem Text, den ich seit dem Entschluss schreibe. Und ich möchte mal festhalten, Entschluss ist Entschluss. Oder um den Lieblingssatz einer Freundin zu zitieren, es ist wie es ist!

Trotzdem ist es nicht einfach für mich. Denn, wenn ich ehrlich bin, wird es mein Leben schon irgendwie auch grundlegend verändern. Letzte Woche hatte ich den Gedanken, dass es ja zum Glück bald alles vorbei ist. Ich weiß nicht genau warum. Ich glaube, es belastet mich mittlerweile zu sehr. Also nicht wie einen Sebastian Deisler oder einen Ralf Ragnick. Aber ich spüre schon unterbewusst diesen Druck auf den Punkt da sein und abliefern zu müssen. Und das geht meist auf Kosten der Zeit drumherum. Eine gewisse Nervosität vor dem Club konnte ich mir bis heute nicht abgewöhnen. Ist aber vielleicht für den Club dann auch nicht so schlecht. Ähnlich wie Lampenfieber bei richtigen Künstlern.

Nach dem Club fällt dann immer alles von mir ab. Entspannung setzt ein. Und trotzdem kann ich nicht richtig schlafen. Der Tag danach, und der danach, sind oft total im Arsch. Erkennt man daran, dass mein Handy lautlos ist und ich wirklich nur das nötigste beantworte. Außerdem rede ich sehr wenig, weil ich keine Lust dazu habe.

Darüber hinaus glaube ich, dass ich einfach nicht dafür geschaffen bin in der Öffentlichkeit zu stehen. Auch wenn es nur eine popelige Dorf-Öffentlichkeit ist. Wenn ich mal reich und berühmt bin, also mein Pseudonym, dann werde ich auf jeden Fall jemanden dafür beschäftigen, öffentliche Termine für mich wahrzunehmen. Irgendeine Rampensau, die ekelhaft lässig mit der Kamera und dem Publikum spielt.
Ich war schon immer mehr der Typ im Hintergrund. Übrigens auch eine Philosophie von mir was eigene Events angeht: Die besten Veranstalter sind die, denen man es nicht ansieht. Impliziert damit auch schon mal sich nicht ausgiebig selbst zu feiern. Oder generell einen auf dicke Hose zu machen. Nichts ist schlimmer als Leute, die sich für prominent oder wichtig halten, aber weder das eine, noch das andere sind.

Vielleicht habe ich über die Sache mit der Stille nachgedacht, weil es danach ziemlich still werden wird am Wochenende. Zumindest mal stiller als zuvor. Und so sehr ich Menschenmassen hasse, brauche ich auch irgendwie Leben um mich rum. Ich muss dringend mitten in die Stadt ziehen! Stille muss meine Option werden, nicht der Normalfall. Bin echt nicht der Typ für’s Land.

Spitzen Überleitung zu unserer Party vergangenes Wochenende in Esslingen. Kopfhörer-Party. Heißt: Jeder bekommt ‘nen Kopfhörer und kann dann selber zwischen zwei Kanälen wählen, was, beziehungsweise welches DJ Set er hören möchte. Im Hintergrund ist es unterdessen still. Klingt erstmal absurd, und war es auch. Aber im positiven Sinne. Weil: Die kann man ruhig auch mal erweitern. Mal neue Wege gehen und so. Außerdem hat es gleichzeitig unser Hauptproblem gelöst, die Anwohnerbeschwerden. Auch wenn mir Leute, die in die Innenstadt ziehen, um sich dann am Wochenende über echt erträglichen Lärm zu beschweren, immer noch mehr als suspekt sind, musste man es so hinnehmen. Es ist eben wie es ist.

Mit der Kopfhörer-Geschichte hatten wir also mal was gewagt. Denn Gäste, besonders in Vorstädten, tun sich ja öfters mal ein bisschen schwer damit sich selbst zu darzustellen. Muss man aber, wenn man aber auf ‘ner Kopfhörer-Party steht. Da merkt man dann schon schnell, wem es immer noch wichtig ist, was sein Nebenmann von einem denkt. In der Masse untergehen funktioniert nicht mehr so richtig. Zum Glück haben wir generell gutes Publikum. Haben wir uns ja auch jahrelang hinerzogen, möchte ich jetzt mal so sagen.

Angefangen mit klaren Messages:

Über klare Ansagen: Wenn’s Stress gibt, gibt’s keine Partys. Und wer sich daneben benimmt, braucht auch gleich nie wieder kommen. Nicht mal zum Kaffee trinken mittags. Hat alles gezogen.

So war es, ehrlich gesagt, auch keine riesige Überraschung, dass wir noch mal ein Party-Highlight setzen konnten. Klar, es hat ein bisschen gedauert bis sich die Leute an die Kopfhörer gewöhnt hatten, aber davon war auch auszugehen. Dann war es aber schnell wirklich ausgelassen. Und ziemlich lustig. Mitgrölsongs hatten natürlich ‘nen kleinen Vorteil…

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… was des Öfteren auch mal darin gemu(e)ndet ist, dass der eine Teil den Song auf Kanal A und der andere den auf Kanal B mitgesungen hat. Gerne auch mal auf der Toliette, weil der Empfang war auch bis dahin einwandfrei. Zudem hatte man das Gefühl die Leute haben mehr auf sich und ihre umstehenden Mitmenschen geachtet. Weniger Gedrängel, weniger Grundpegel und ganz einfach weniger Stress, der auf den Gast einprasselt. Und das wirkt sich auch aus. Ich würde sogar so weit gehen und die Stimmung als einzigartig bezeichnen. Kopfhörer auf gleich Partymodus, Kopfhörer ab gleich belustigtes Staunen. Ist einfach wirklich was ganz Eigenes. Ich würde es zwar nicht jede Woche haben wollen, aber ab und zu ist das definitiv ein Highlight. Und das Interesse daran wird wachsen, da bin ich mir sicher.

Zum Glück habe ich mich kurz vor meinem DJ-Ende noch getraut, das hier so durchzuziehen. Als Erster in der Region wohlgemerkt. Hab vielleicht doch einfach die dicksten Eier hier. Oder in meinem Kopf spielen sich eben noch verrücktere Sachen ab als in anderen. So oder so, wir hatten einen schönen Abend. Und das ist das einzige was am Ende zählt.

In diesem Sinne auf noch viele Abende, die einem in Erinnerung bleiben werden.

xoxo

Nachtleben #4 – doing it like Hans Nieswandt

Oktober 20, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff Kommentare deaktiviert

Ich spreche ganz selten von Vorbildern. Finde ich grundsätzlich albern. Wie das Wort Fan und seine Bedeutung. Klar, bin ich zum Beispiel Fan vom FC St.Pauli. Aber meine Welt geht nicht unter, wenn die am Wochenende verlieren. Und ich mache mir auch nicht die Illusion, dass alle die ein Pauli Trikot übergestreift haben, deswegen automatisch dufte Typen wären, die man jetzt unbedingt mögen muss.

Ich bewundere eher Eigenschaften oder Eigenarten. Zidanes Technik, Henrys Eleganz oder Messis Kontrolle, um mal beim Fußball zu bleiben. Dazu natürlich auch unbedingter Siegeswille. Nichts nervt mich mehr als Mitstreiter oder Gegner, die nicht gewinnen wollen, um mal beim Sport zu bleiben. Fairer Wettstreit, aber mit entsprechender Mentalität eben.

Letzteres ist übrigens auch wichtig, um ein guter DJ zu sein. Sage ich jetzt einfach mal. In Zeiten, in denen technische Fertigkeit nicht mehr alles ist, muss sich die Spreu ja irgendwie anders vom Weizen trennen. Ich selber hatte wenig Leute zu denen ich irgendwie aufgeschaut habe. Eigentlich stehen nur drei Namen auf dieser Liste: A-Trak wegen seiner Technik, DJ AM (RIP) wegen seiner außergewöhnlichen Auswahl von Songs, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen und Hans Nieswandt wegen seiner Vita.

Dieser Typ hat ein Talent, das Schreiben, und eine Liebe, die Musik. Und daraus macht er dann das! Um die Welt fliegen, auflegen und Bücher darüber schreiben. Jackpot. Hätte ich das auch, beziehungsweise würde ich daran glauben ein ähnliches Ding abziehen zu können, würde ich definitiv nicht aufhören. Dann würde ich vielleicht auch irgendwann mal als Pionier bezeichnet werden. Das wäre mindestens so fett wie deine Mutter. In meiner Welt.

Die Bücher von Hans Nieswandt habe ich regelgerecht verschlungen. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Und das passiert jetzt wirklich nicht oft. Ich glaube, ich bräuchte maximal drei Hände, um aufzuzählen wieviele Bücher ich in meinem Leben bisher gelesen habe. Die in der Schule inklusive.

Ich schreibe halt lieber, als dass ich lese. Und, ich glaube, ich höre mittlerweile lieber Musik, als dass ich sie selber auflege. Ist jetzt mal so ein Ausredeversuch. Ob’s wirklich stimmt, werde ich ja dann bald rausfinden. Aber bis es soweit ist, schaue ich am Freitag noch mal einem Kollegen über die Schulter. Kann man das so sagen oder ist das jetzt exorbitant überzogen von mir? Wenn man es genau nimmt, betreibt Lionel Messi ja auch die gleiche Sportart wie ich, nur etwas erfolgreicher eben.

Dabei fällt mir ein, das kann ich auch:

YouTube Preview Image

Trotzdem werde ich nie bei Barca spielen. Der Moment als mir das klar wurde war zwar hart und ernüchternd, aber schön trinken war eben auch noch nie mein Ding.

In diesem Sinne bis Freitag. Auf Nachfrage halte ich auch gerne Monologe über Musik. Oder das Nachtleben. Da bin gerade voll geübt drin.

xoxo

 



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