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Die Menschheit, meine Achillesferse

Dezember 22, 2011 Von: DJN Kategorie: ~stuff

Ich bin zurzeit ein bisschen aggro. Nicht wie Berlin. Eher wie Stuttgart. In sich gekehrt. In Stille Menschen hassen, kann man auch sagen. Die Menscheit ist meine Achillesferse. Klingt ein bisschen misanthropisch und ist es glaube ich auch. Kann das langsam nicht mehr abstreiten. Laut der Definition auf Wikipedia trifft das nämlich ziemlich genau auf mich zu. Inklusive dem Part mit dem Altruismus, was die Misanthropie an sich ja nicht ausschließt.

Schließlich ist es schon so, dass ich gerne nett zu Menschen bin. Jedenfalls dann, wenn sie auch nett zu mir sind, oder ich sie nicht für komplette Vollärsche halte. Letzteres passiert leider bedenklich oft. Wenn man doch nur Menschen im echten Leben auch als Spam markieren könnte. Möchten sie diesen Menschen aus ihrem realen Leben ausblenden? Ja! Möchten Sie ihn vorher noch mal beschimpfen? Ja! Nein. Doch! Warum eigentlich nicht?

Gut, ich will ja auch nicht, dass sie mich beschimpfen. Würde mir echt einfach reichen, dass sie mich in Ruhe lassen, wenn sie mich nicht leiden können. So schwer ist das ja wohl nicht. Oder doch?

Ich glaube der Mensch hat lieber vierhundert falsche, als fünf richtige Freunde. Das ist ziemlich traurig. Wie Menschen, die ihren Non-Aktivismus, ein mal pro Jahr auf Weihnachtsmärkten kompensieren.

Neulich war ich auch mal wieder auf einem. Weiß eigentlich nicht genau warum. Wahrscheinlich hatte der Grund zwei Brüste. Bin am Ende ja auch nur ein so triebgesteuertes Wesen wie alle anderen. Jedenfalls stand ich da dann so. Vor ‘nem Glühweinstand vermutlich. Und ich dachte mir dass, wenn ich in die Hölle komme, und sind wir ehrlich, falls es eine geben sollte, komme ich da definitiv hin, das ein Ort wie dieser sein muss. Mit dem einzigen Unterschied, dass es außer Eierpunsch und dieser fürchterlich billigen Weinplörre wahrscheinlich noch laute DJ Ötzi Musik im Hintergrund gibt. Traumhafte Vorstellung.

Zum Glück ist die Hölle nur eine Illusion. Wie mein Gedanke Menschenmassen doch noch irgendwann ertragen zu können. Meine Theorie ist ja, dass Menschen in der Quantität immer an Qualität abnehmen. Sprich: je mehr, desto dümmer agieren sie. Der Mensch, das Rudeltier. Immer wieder faszinierend, wenn die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beim IQ endet. 395 Personen gefällt das, der Rest hat immer noch kein Smartphone und war gerade nicht online.

Weltklasse Überleitung: Noch nie war meine Überlegung mich von Facebook abzumelden so ernst gemeint wie derzeit. Denn, selbst diejenigen, die ich nicht auf verbergen habe, gehen mir phasenweise so hart auf den Sack, dass ich schlechte Laune bekomme. Daher habe ich vor rund einer Woche beschlossen mal eine Weile lang keine Statusmeldungen mehr zu lesen. Von niemanden!

Fühle mich zwar ein bisschen abgeschottet jetzt, und bekomme nicht alles sofort mit, aber das ist mir gerade einfach total egal. Wesentliche Nachteile konnte ich noch nicht feststellen. Vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich es einfach nicht weiß.

Das einzige was ich weiß, ist, dass Wissen Fluch und Segen zugleich ist. Noch mehr als Geld. Jedenfalls bezogen auf Macht, nach der ja alle irgendwie streben. Klar, mit Geld kannst du auch Macht haben. Aber gegen Wissen ist Geld machtlos. Think about it.

Die Menschen, die ich mag, und das sind, wenn ich das mal nicht in Relation setze, doch erstaunlich viele, haben alle meine Telefonnummer. Und ich geh’ auch meistens ran. Als Zeichen meiner Anerkennung.

Aber zurück zur ‘Facebook-Problematik’ und der Frage warum ich mich nicht gleich abmelde. Erstens kommt mein Menschenhass in verschieden dosierten, und teilweise annehmbaren Phasen, und zweitens braucht man ein Profil, um auch eine Fänseite haben zu können, was wiederum nicht abstreitbare Vorteile bringt, wenn man in meinem/irgendeinem Business ein bisschen Geld verdienen möchte.

Auch ich nehme mittlerweile ja eigentlich nur noch über Facebook Informationen auf. Schließlich wird hier so gut wie alles gebündelt, was mich annähernd interessieren könnte. Habe ja irgendwann mal auf ‘Gefällt mir’ geklickt. Und jetzt befinde ich mich in einem reisengroßen ‘Product Placement’-Geflecht, das mich täglich bombadiert mit Angeboten, die ich nur schwer ausschlagen kann, und mit Informationen, die ich nur im seltensten Fall auch wissen möchte.

Prinzipiell könnte man auch sagen, dass dieser ganze Social Media Marketing Kack sowas wie die moderne Variante davon ist Menschen an der Haustüre Staubsauger zu verkaufen. Würde wiederum implizieren, dass wir alle in der virtuellen Welt so etwas wie Verkäufer sind. Und die wiederum gehören in meiner realen Welt eher zu den grundsätzlich unsympathischeren Persönlichkeiten.

Alles in allem eine verdammte Crux also. Wie der Mensch an sich. “So eigenartig, schön und doch so hässlich. So unwahrscheinlich stark und doch so zerbrechlich.” You can think about that too if you want.

Kurzum: sich abzumelden hat Vor-und Nachteile. Wie alles im Leben. Das ist übrigens auch der Grund warum Frau K aus Doppel A noch lange auf ihren positiven Text warten kann. Zumindest wenn es niemand schafft mir in absehbarer Zeit eine rosarote Brille aufzusetzen.

In diesem Sinne, ein ganz besinnliches

xoxo

Benzin – Menschen

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p.s.: In der nächsten Ausgabe verwirrender Gedanken meinerseits berichte ich von einem verrückten Selbstversuch: Zwei Wochen pornofrei! Oder auch: die Auswirkungen sexueller Abgründe auf die Fantasie. Was tun wenn Sex mal nicht mit einem Blow-Job anfängt? Antworten kann ich nicht versprechen, ist ja kein Ratgeber hier. Aber ich gebe mir Mühe!

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