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aerodynamite.TV for Lift Stadtmagazin

November 19, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *

Mein Kollege Martin (u.a. auch Kessel.tv) hat mich diesen Monat in seiner Funktion als gewissenhafter Redakteur für das Lift Stadtmagazin interviewt. Thema Musik im Netz und Blogs & Co. aus der Region, die sich damit beschäftigen. Hat er doch glatt an mich gedacht. Endlich famous!

Der Artikel erscheint in der nächsten Ausgabe Dezember und meine Worte wurden in einem Fließtext verarbeitet. Hat er schön gemacht, durfte schon drüberlesen. Aber Martin macht eigentlich alles voll schön. Fragen stellen zum Beispiel. Kann man sich hier von überzeugen, hab das ganze Interview mal nachfolgend wie zu Guttenberg eingefügt. Quelle: Mein Kopf.

Viel Spaß beim Lesen, oder auch nicht.
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Lift Stadtmagazin: ‚aerodynamite.TV‘ ist grundsätzlich, sag ich mal, ein Musikblog. Was war deine Motivation und deine Ausrichtung damals?

DJN: Klingt abgedroschen, aber im Prinzip die Liebe zur Musik, die ich irgendwie mit noch mehr Menschen ‚teilen‘ wollte. Ein ‘Blog’ war dabei halt technisch gesehen die einfachste Lösung. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich es mir am Anfang romantischer vorgestellt habe als es dann wirklich war. Jedenfalls hatte ich mich damals noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt, was ich mache, wenn mir jemand freundlicherweise sein neues Album zur Verfügung stellt, ich persönlich damit dann aber nichts anfangen kann.

Lift Stadtmagazin: Warum denkst du gibt es so gut wie keine Blogs aus der Region, die sich ausschließlich mit Musik beschäftigen? Liegt es daran, dass das Interesse an Musikberichterstattung auch im Netz, bis auf vielleicht ein paar Ausnahmen, doch eher gering ist?

DJN: Komplexes Thema. Prinzipiell glaube ich schon, dass es noch ein gewisses Potential dafür gibt, allerdings nur wenn man es auf einzelne Genres runterbricht und mehrere Themen dazu ansammelt und bündelt. Merkt man ja bei Euch wenn Thorsten über Soul oder Michi über Rap schreiben (Kessel.tv). Da geht es aber auch ein Stück weit um die Kredibilität der Schreiber, die ihr euch in erster Linie ja mal über das Oberthema Stuttgart geholt habt. Was ich mir zum Beispiel sehr gut vorstellen könnte, wäre ein Blog von Hans Nieswandt über elektronische Musik. Auch interessant sind die Konzepte von 22Tracks.com, die ja gänzlich auf Worte verzichten, dafür aber ‚regionale Musik-Experten‘ nach Genres formieren oder eben das von Chromemusic, die sich jahrelang deutschlandweit eine große Community aufgebaut haben mit einer Corperate Identity, Events und so weiter.

Ansonsten ist es echt ziemlich schwierig irgendwie herauszustechen und auf sich aufmerksam zu machen, wenn kein bekannter Name dahinter steht. Für die Welt da draußen bin ich ja auch nur irgendein Typ, der meint über Musik schreiben zu müssen und sich hinstellt und sagt die neue Jay-Z Single ist cool, und die von Coldplay auch. Das kommt wohl gerne auch mal oberlehrerhaft rüber, obwohl es mir immer sehr wichtig ist, den Lesern nicht meine Meinung aufzwängen zu wollen.

Das Hauptproblem ist aber glaube ich, dass die meisten Musikhörer entweder nicht ‚open minded‘ genug sind oder eben tatsächlich desinteressiert. Dem Rest, den Musikbegeisterten, kannst du ja eh nichts Neues erzählen, sondern maximal einen Tipp geben. Dafür musst du mit denen aber wahrscheinlich noch länger über so völlig schwachsinnige Dinge wie Hype oder Kommerz reden, weil den meisten Menschen, die Musik konsumieren, immer noch nicht klar ist, dass gute Songs einfach gut sind, egal ob sie auf Platz 1 in irgendwelchen Charts stehen oder ob davon noch nicht mal eine Platte verkauft wurde, weil irgendwelche A&Rs bei irgendwelchen (Major) Labels nicht so daran glauben, dass sie am Ende des Tages damit Geld verdienen können. Das Musikbusiness ist inzwischen auch so komplex und überflutet geworden, dass man gar nicht mehr wirklich weiß wie man damit richtig umzugehen hat. Und in Zeiten von Facebook und wenig Zeit, klickt man halt lieber mal auf den empfohlenen Link eines virtuellen Freundes als sich selber durch Unmengen von Songs zu hören.

Wie du dir sicherlich denken kannst, könnte ich das jetzt noch stundenlang weiter ausführen, aber um zum Ende zu kommen und deine Frage final zu beantworten, würde ich abschließend behaupten, dass den meisten einfach die Leidenschaft dazu fehlt die dafür nötige Zeit zu investieren Musikblogs zu machen oder selbst zu lesen.

Lift Stadtmagazin: Du hast neulich etwas am Konzept gebastelt, wie soll es weiter gehen?

DJN: Ehrlich gesagt gibt’s mittlerweile gar kein Konzept mehr. Es hat sich zur uneingeschränkten und manchmal auch brutalen Ego-Show entwickelt. Ich schreibe einfach über das was mir durch den Kopf geht und raus muss. Da mein Leben fast wie ein Hollywood-Blockbuster an den wesentlichen Stellen immer musikalisch unterlegt bzw. begleitet ist, hat bei mir auch jede Geschichte seinen eigenen Song oder gegebenenfalls auch mal ein ganzes Album. Wenn’s also ein Konzept gäbe, würde es Musik und Worte lauten. Und genau so geht das vermutlich jetzt auch weiter, zumindest solange bis mich die Muse gar nicht mehr küsst.

[NEW FUNKY SHIZZLE] Mac Miller – Blue Side Park

November 17, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, longplayer, new funky shizzle

Ich freue mich für den Typ. In der ersten Woche nach seinem Release der neuen Platte in den U.S.A. schon knapp 150.000 Tonträger verkauft. Das ist für heutige Verhältnisse verdammt gut. Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit Fän des Nachwuchs-Rappers. Endlich mal wieder einer der mit seinen Tracks Spuren in meinem Leben hinterlässt. Sein Mixtape ‘Best Day Ever’ kann man einfach immer hören, wenn man gute Laune hat oder braucht. ‘Wear My Hat’ hat sich sogar zu einem meiner Lieblingssongs gemausert. Und ‘Nikes On My Feet’ ist eh fast schon ein Klassiker für alle Sneaker-Verrückten. Kurzum: Knaller-Typ, gute Mucke, schöne Reime. Sollte man auf jeden Fall mal anhören, sofern noch nicht geschehen.

Bisher ging’s ja eher ne Nummer ruhiger zu, dem Marihuana-Konsum angepasst. Auf ‘Blue Side Park’ lässt der gute Mac aber auch mal ordentlich Dampf ab. Ich war fast ein bisschen überrascht, dass der überhaupt so schnell rappen kann. Lag beim ersten Mal anhören schon im Bett und war auf schlafen eingestellt. Hat nur bedingt gepasst. ‘Blue Side Park’ geht deutlich mehr nach vorne als der Mac, wie man ihn bisher kannte. Trotzdem immer noch erste Sahne was er da abliefert, nur ein bisschen anders eben. Ich glaube das nennt man Entwicklung.

Schön, dass der amerikanische Plattenkonsument das auch in dieser Form honoriert. Mac Miller ist zwar noch sehr jung, aber es hat jetzt auch zwei Free Mixtapes und vereinzelte, teilweise auf bekannte Samples gerappte Tracks gebraucht, um diesen Status endlich zu erreichen. Kann man nur hoffen, dass es auch so weiter geht. Bis dahin Freunde, erfreuet euch an dem vorhandenen, es lohnt sich. True story!

Hier die Appetizer, erst die Single, dann meine drei Favs:

Mac Miller – Frick Park Market

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Mac Miller – Under The Weather

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Mac Miller – Smile Back

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Mac Miller – Of The Soul (Teaser)

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Zum restlichen Prelistening geht’s zum Beispiel hier, und wer schon überzeugt ist, klickt einfach hier Blue Slide Park - Mac Miller.

[NEW FUNKY SHIZZLE] Yelawolf – Radioactive

November 17, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, longplayer, new funky shizzle

Ich muss gleich zugeben, dass mir Yelawolf eine gefühlte Ewigkeit nichts gesagt, beziehungsweise mich nicht interessiert hat. Hab mich da vom äußeren Erscheinungsbild blenden lassen und voller Vourteile gedacht, das kann nix sein. Weißer Rapper mit Punk-Frisur aus dem Süden der U.S.A.- klingt auf Anhieb auch nicht so pralle.

Jedenfalls wurde ich diesen Sommer eines besseren belehrt. Habe einen Mitschnitt von seinem Auftritt auf dem diesjährigen SPLASH-Festival gesehen. Konnte gar nicht wegschalten. Eine klassische Hip Hop Show, bei der der DJ nicht nur als Dekoration im Hintergrund rumstand. Absolut fette Geschichte. Seitdem bin ich Fän.

Nächsten Freitag kommt das neue Album ‘Radioactive’ und hier kann man schon mal reinhören. Mache ich jetzt auch. Viel Spaß.

Tracklist

01. Radioactive (Intro)
02. Get Away (Feat. Shawty Fatt & Mystikal)
03. Let’s Roll (Feat. Kid Rock)
04. Hard White (Up In The Club) (Feat. Lil Jon)
05. Growin’ Up In The Gutter (Feat. Rittz)
06. Throw It Up (Feat. Eminem and Gangsta Boo)
07. Good Girl
08. Made In The U.S.A.
09. Animal (Feat. Fefe Dobson)
10. The Hardest Love Song In The World
11. Write Your Name
12. Everything I Love The Most
13. Radio
14. Slumerican Shitizen (Feat. Killer Mike)
15. The Last Song

YelaWolf

Nachtleben #7 – Struktur

November 14, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff

Mir fehlt gerade etwas die Struktur. Das ist der dritte Text, den ich in nur sehr kurzer Zeit anfange. Ich versuche Gedanken zu sammeln, aber ich kann sie nicht miteinander verbinden. Ein Fließtext scheint unmöglich. Zu verwirrend alles. Jetzt brauche ich einen guten Song. Oder besser, ein gutes Album. Am besten eines, das genauso verwirrend ist und keine zusammenhängende Geschichte erzählt. Glücklicherweise ist das ja bei den meisten so…

Ich denke über die oft in Frage gestellte Definition des DJs nach. Meine ist: Wenn Du keine zwei Songs auf Vinyl ineinander mischen kannst, bist Du keiner! Ernsthaft. Dann hast Du einfach schon mal das Grundding nicht verstanden. Gott, würde ich gerne mal jemandem im Club seine Midi-Konsole zerstören, so wie im Video ‚Smack My Bitch Up‘ von The Prodigdy. Und dann stelle ich ihm einen vollbepackten Plattenkoffer hin. Kommentarlos. Geile Idee!

Fast so gut wie die, die irgendeinen, der das jetzt liest, unermesslich reich machen wird. Die ‚Resteficken-App‘. Dabei kann jeder User noch während der Party angeben wie weit er bereit ist zu sinken, um jetzt noch einen wegzustecken. Abgerechnet wird natürlich pro Annonce, bei der zudem auch angeben kann in welcher körperlichen und mentalen Verfassung man sich gerade befindet- stark angetrunken, sexuell frustriert, abenteuerlustig, einsam, generell ungeliebt, oversexed and underfucked, und so weiter. Bild hochladen geht zwar, wird aber nur in wenigen Fällen auch angeraten.  P.s.: Der erste, der damit wirklich reich wird, bitte mich in den Credits erwähnen, als Visionär. Danke.

Seit neustem glaube ich übrigens, dass, wenn dem Erfolg einer Party irgendetwas im Wege steht, das im Wesentlichen fehlender Respekt ist. Respekt der Gäste, DJs und Veranstalter- untereinander. Oder es ist doch nur mangelnde Intelligenz. Ach, ich weiß es nicht. Spielt es überhaupt eine Rolle? Eine andere Theorie von mir besagt schließlich, dass ab zwei Uhr nachts eh nichts mehr richtig zählt.

Diese Widersprüche in mir machen mich fertig. Und sie sind die Legitimation von grau in meinem Leben, wenn Ihr versteht was ich damit meine.

Im Hintergrund läuft gerade mein Fernseher. Ein Konzert von Revolverheld. Es ist wie ein Sinnbild dafür, dass überall wo Sonne scheint auch ein Schatten fällt. Warum gibt es eigentlich niemand, der sowas einfach verbieten kann? Wie die GEMA, nur in cool. >>Leider kann dieses Konzert nicht bedenkenfrei ausgestrahlt werden, da es Musik enthält, für die die Geschmackspolizei nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt hat. Das tut uns leid. <<

Wunschvorstellung, ich weiß. Wie die, dass das Radio endlich stirbt. Mir fällt echt nichts ein, was noch schneller gewachsen ist, als mein Hass auf das Medium Radio. Und es macht mittlerweile auch so gar keinen Sinn mehr, das Radio. Zumindest für Leute, die bis drei zählen können. Mal ernsthaft, wer heute noch überzeugt Radio hört, besitzt auf gar keinen Fall die Intelligenz Musik überhaupt verstehen zu können. Geschweige denn die Leidenschaft sie wirklich zu fühlen.

Apropos Leidenschaft, erst letzte Woche haben wir noch darüber gesprochen, dass sich jeder in einen Club stellen kann und Tracks abspielen. Aber die wenigsten haben ein Gefühl dafür. Weder für den Club, noch für das Publikum, aber vor allem nicht für die Musik.

Ich habe viele DJs getroffen, die okay waren. Die wenigsten waren aber mit der Professionalität und Leidenschaft dabei, mit der sie dabei sein hätten sollen. Und, wenn ich ehrlich zu mir selber bin, glaube ich, dass ich im Laufe der letzten Jahre und Gigs ein Stück eben jener Leidenschaft verloren habe. Kein großes, aber trotzdem ein bedenkliches. So bedenklich zumindest, dass ich meine Entscheidung noch nicht ernsthaft in Frage gestellt habe. Was mich aber noch viel mehr fasziniert, ist die Tatsache, dass ich seit meiner Ankündigung, frei und vor allem viel entspannter aufspiele, als davor.

Vorletzte Woche zum Beispiel. Ein Club im nirgendwo. So sehr im Nirgendwo, dass wir Kühe riechen und Ziegen hören. So sehr im Nirgendwo, dass Leute zu Danza Koduro (ich bin echt zu desinteressiert und faul, um zu recherchieren, ob das richtig geschrieben ist!) ausflippen, mit ‚Woiza‘ in der Hand und Gehirn im Schoß. So sehr im Nirgendwo, dass mein Shirt definitiv zu cool dafür ist. So sehr im Nirgendwo, dass Menschen sich tatsächlich erst Bushido und dann Bryan Adams wünschen (True Story!), während im Hintergrund Jason Derulo gerade mal wieder am Anfang eines Songs seinen eigenen Namen singt. Es ist zusammengefasst nicht mehr als ein ‘Ey ho, let’s’ go, wie Taio Cruz sagen würde.

Normalerweise wäre ich aus dem Kopf schütteln nicht mehr rausgekommen, aber dieses Mal konnte ich nicht mit Grinsen aufhören. Selbst dann nicht als ich diesem einem, unbeschreiblich absurden Typen erklärte, dass hier zwar offensichtlich scheiß Musik läuft, aber auch das ein Grenze hat. In diesem Fall halt Bushido.  Des weiteren konnte ich mir es nicht verkneifen zu erwähnen, dass ‚Summer of 69‘ das zweitschlechteste Lied der Welt ist, nach ‚Sweet Home Alabama‘. Man möge sich an dieser Stelle ja gar nicht erst vorstellen, was für eine Kindheit der Nachwuchs solcher Menschen durzustehen hat.

Kurze Zeit später fällt mir, immer noch grinsend, auf, dass ich wirklich zu alt für den Scheiß bin, es  aber wenigstens erkannt habe und nicht nur ständig darüber rede. Und das wiederum lässt mich glauben, dass ich so einigen einen Schritt voraus bin. Dann blicke wieder in die Menge, wir spielen mittlerweile abwechselnd, der Langeweile wegen. Mein Kollege, auf den nichts Negatives aus diesem Text zutrifft, spielt 2Pac mit ‚Changes‘, ein absolutes No Go für jede Party, die etwas mit Coolness zu tun haben möchte, aber es spiegelt die Situation eben so gut wieder. Gib dem Affen Zucker lautet die Devise. Ich spiele mit ‚Hip Hop Is Dead‘, einen wirklich fetter Track und wir feiern uns selber für die Message der Kombination der beiden Tracks. Kapiert natürlich keiner. Aber wir sind ja auch im Nirgendwo. Dabei bestätigt sich mir aber meine eigene, vor Jahren aufgestellte Theorie, der Frage nach dem, was es dir bringt einen Schritt voraus zu sein, wenn alle anderen zwei hinterher hinken.

Guter Satz, um ihn jetzt einfach mal so im Raum stehen zu lassen. (Finde, dafür hab ich auch ‘nen Bambi verdient. Kategorie egal.) Werde dann wieder darauf eingehen, wenn ich eine zufriedenstellende Antwort parat habe. Bis dahin rate ich allen, denen es ebenfalls an Struktur und Antworten mangelt, als Gegenbewegung quasi, und bis eine Besserung in Sicht ist, zu unkontrolliertem und rüdem Aufhüpfen. Und wenn’s nur für die Seele ist.

In diesem Sinne, ein aus dem tiefsten Herzen kommendes

xoxo

Der Song dazu:

Black Machine – Funky Funky People (Other Mix)

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Black Machine

Deeply in love with ‘Fallen Empires’

November 08, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, longplayer, new funky shizzle

Ich muss mal eine Lanze brechen, und zwar für Snow Patrol. Ich bin Fän. Und das nicht nur weil ich eine gute Ballade zu schätzen weiß. Vor ein paar Jahren, nach ihrem großen Hit ‘Chasing Cars’ haben die Jungs mal auf dem Southside geheadlined. Parallel zu den Fantastischen Vier. Hatte zur Folge, dass vor der Bühne fast schon gähnende Leere herrschte. Ich war ein Teil davon.

Zugegebenermaßen kann ich aber auch nicht wirklich was mit den Fantas anfangen. Finde die okay, und kann auch eigentlich nichts schlechtes sagen, aber sie sind halt einfach nicht mein Fall. Smudo finde ich ist ein super Typ, Thomas D. auch irgendwie, aber den einzigen Song, den ich mir mal so privat anhöre ist ‘Einfach sein’. Live muss ich das aber wirklich nicht sehen, reicht mir schon, dass die Fantas, zusammen mit Fettes Brot, so eine Art Legitimation des deutschen Raps für die Popmusik darstellen. Auch wenn wir alle wissen, dass richtig rappen etwas anderes ist.

Deswegen stand ich also damals, wie schon gesagt, lieber bei Snow Patrol. Und ich war damals auch schon positiv überrascht. Dafür dass die Herren ja hauptsächlich auf die Tränendrüse drücken, war die Show ganz schön rockig. Kann man sich so erstmal gar nicht vorstellen, ich weiß. Selbes gilt übrigens auch für Coldplay, deren neues Album Mylo Xyloto ich gerade auch rauf und runter höre.

‘Fallen Empires’, die neue Scheibe von Snow Patrol, kommt erst diesen freitag raus, wurde mir aber freundlicherweise schon vor ein paar Tagen vom Label zum Prelistening bereit gestellt. Komplett reingehört habe ich dann gestern und ich muss jetzt einfach mal sagen, dass ich sofort deeply in love verfallen bin.

Die Single ‘Called Out In The Dark’ hatte sich schon vor ein paar Wochen wurmtechnisch in meinen Ohren eingenistet. Klassischer Grower der Song. Beim ersten Mal denkt man sich noch gar nichts, und schon kurze Zeit später fragt man sich dann, von wem ist der Track noch mal? Den brauche ich unbedingt!

Das Video ist übrigens auch super und mit dem Schauspieler aus ‘Coupling’, dem gar nicht so unwitzigen englischen Serienabklatsch von ‘Friends’:

Snow Patrol – Called Out In The Dark

Dreizehn weitere Songs von ungefähr diesem Kaliber befinden sich noch auf dem Album. Vielleicht ist keiner davon so ein Highlight wie ‘Chasing Cars’, aber sie fließen alle so herrlich unangestrengt durch einen hindurch, wenn Ihr wisst was ich damit meine. Es fühlt sich an wie eine einsame Autofahrt durch eine Großstadt, die man vorher noch nie gesehen hat. Wie ein melancholischer Kinofilm ohne Happy Ending. Wie ein Sonnenaufgang nach einer sehr dunklen und langen Nacht. Irgendwie traurig, aber doch schön. So schön, dass man grinsen muss. Warum weiß ich nicht. Dafür weiß ich aber eines, wenn irgendetwas auf der Welt keine Erklärung braucht, dann Schönheit!

In diesem Sinne, Freunde der wohklingenden und sanften Töne, ‘Fallin Empires’ ist Balsam für die Ohren. Glaubt mir oder lasst es, ich kann auf jeden Fall damit leben.

Called Out In the Dark - EP - Snow Patrol

xxx

UPDATE

Hier gibt’s das Album im Prelistening (one minute snipptes):

Brooklyn, Chicago, London

November 04, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, mash up, new funky shizzle

Beeindruckendes Mashup-Album von Urban Noize. Only Jay-Z, Kanye West & Adele. Super Kombination. Kann man zudem für Umme runterladen.

Chilly fucking Gonzales

November 04, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events

Thema: Chilly Gonzales – oder auch: Kultur trifft meinen Humor

3.11.2011, Chilly Gonzales and The Quintet live in Mannheim in der Alten Feuerwache. Ich wollte unbedingt hin. Habe Chilly schon vor knapp drei Monaten in Hamburg verpasst. War krank. Und deswegen doppelt frustriert. Bin spätestens seit ‘Ivory Tower’ großer Fän und wollte das unbedingt mal hautnah erleben.

Also hab ich erst mal wieder alle möglichen Leute vollgelabert. Hey Chilly Gonzales, kennste nicht? Der Shit! Glaub mir, muss man mal gesehen haben. Und die Chance bietet sich nicht so oft. Wann habe ich Dir jemals was uncooles empfohlen? Siehste! Machmer!

So oder so ungefähr und mein Auto nach Mannheim war tatsächlich vollbepackt. Mit tollen Menschen, die das Leben schöner machen. Oh mann, jetzt habe ich ‘nen Ohrwurm. Und trotzdem weiß ich spontan nicht aus welcher Werbung der Song ist. Wisst Ihr was ich meine? Haben die Marketingstrategen wohl doch versagt. Fett!

Jedenfalls, Auto fahren nervt! Zumindest zum Feierabendverkehr von Stuttgart nach Mannheim. Und nichts nervt mehr als stockender Verkehr, weil Leute zu blöd sind, um ein Reisverschlussverfahren richtig zu machen. So kommen wir schlussendlich auch zehn Minuten zu spät. Chilly spielt schon. Wir stehen ganz hinten. Noch hinter den Sitzreihen. Normalerweise nervt mich das, weil ich gehöre zu den Menschen, die nicht gerne lange ruhig stehen. Ich muss mich ständig bewegen. Und damit nerve ich meistens meine Nebenleute. Aber wir sind schnell abgelenkt von dem was sich auf der Bühne abspielt.

Wie soll man das jetzt am besten jemandem beschreiben, der noch nie was von Chilly Gonzales gehört hat? Im grundsätzlichen Sinne ist das Klassik, würde ich sagen. Chilly ist Pianist, knapp vierzig und naja, er ist eindeutig verrückt. “Ach deswegen magst Du ihn so”, flüstert mir meine Begleitung nach zwei Songs ins Ohr. Sie hat Recht. Ich fühle mich auf der einen Seite irgendwie kulturell interessiert, gar kultiviert und, auf der anderen, doch humortechnisch voll angesprochen. Ja, es ist ein Widerspruch. Zumindest für die Mehrheit der Leute, die mich kennen.

Ich bin fasziniert davon, wie Chilly Gonzales es schafft, Menschen, die sich für wirklich kulturell interessiert halten, weil sie mit ihren Weintrinker-Freunden ein Konzert im Rahmen der Jazz-Tage besuchen, erst mit einem Vortrag über den Unterschied zwischen einem 4/4-Takt und ‘nem 3/4 Takt und dann mit einem abartigen Piano-Solo, zu dem er Sätze wie ‘I put it in your mouth, so you don’t see it coming’ rappt, zu entertainen.

Eineinhalb Stunden verfliegen, wie ich es davor nur selten erlebt habe. Er spielt, er erklärt, er unterhält. Die Kompositionen sind groß und kommen live mit Streichern noch mal ein Stück pompöser rüber. Die Showeinlagen machen ihrem Namen alle Ehre und unterbewusst schafft er damit etwas, was nur wenige können: Er verbindet Geschmäcker und Generationen, lässt sie dabei geradezu verschmelzen und schmettert sie einem dann direkt ungefiltert in die Gehörgänge. Er macht Dinge, die man irgendwie auch erwartet von jemandem, der in Bademantel und Slippern auf der Bühne steht. Perfektes Image, das er sich da aufgebaut hat. Man glaubt ihm einfach, dass er immer so rumläuft. Und dabei immer bereit ist für den nächsten genialen Einfall.

Die Zeit zwischen jenen Einfällen vertreibt er sich mit Weltrekordversuchen im Piano am Stück spielen (27 Stunden) und Showcases zusammen mit Künstlern wie Feist, Helge Schneider oder A-Trak. Musikalisch betrachtet macht er den Anschein, als ob es einfach nichts gibt, was nicht in seiner Vorstellungskraft liegt. Das ist so authentisch, dass man es erst gar nicht in Frage stellt.

In der Zugabe erzählt er dann wie simpel die Komposition von ‘Never Stop’, der Titelmelodie des Apple iPads, in Wirklichkeit wahr. Stolz ist er trotzdem, das merkt man man. Vielmehr überwiegt dabei allerdings die ehrliche Freude darüber, dass er so mit seiner Kunst noch mehr Leute auf sich aufmerksam machen konnte. Und dafür lebt ein Künstler ja schließlich. Und, sehen wir das mal realistisch, Kunst wird ja erst dann zu welcher, wenn irgendjemand anderer sie so bezeichnen würde, oder?

Ich persönlich tue das. Und ich wünsche mir, dass dieser Knaller-Typ Chilly Gonzales irgendwann mal die ganz großen Hallen ausverkauft, denn, ich bin überzeugt davon, auch die würde er genauso erfolgreich unterhalten können. Klar, man sollte eine gewisse Offenheit für Klassik, das Piano, Streicher, offenherzige Worte und, sagen wir einfach mal Verrücktheiten, mitbringen. Aber im Prinzip reicht auch wirklich schon eine Brise Liebe zur Musik, um eine Chilly Gonzales Show großartig zu finden.

In diesem Sinne ermutige ich hiermit alle, die bis hierhin gelesen haben, höret weiter!

xoxo

Chilly Gonzales – Never Stop (Rap Version)


(click to full prelisten)

 


(click to full prelisten)

Chilly Gonzales live @ La Cigale (Paris / 06.06.11)

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Chilly Gonzales on Chilly Gonzales

Nachtleben #6 – Vorwärts leben, rückwärts verstehen

November 01, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff

Aktuell gilt in meinem Leben nur eines hauptsächlich, ich verstehe wie ich zähle: Rückwärts. In 26 Tagen werde ich meinen letzten Übergang im Club spielen. Welche zwei Songs das sein werden weiß ich noch nicht. Sind derzeit so knapp zehn in der engeren Auswahl. Ich weiß nur, dass ich danach einen Hammer und einen Nagel nehme, um selbigen erst in die Wand hinter mir zu schlagen, um dann wiederum meinen Kopfhörer daran aufhängen zu können. Der Symbolik wegen und so.

Dann habe ich ein Statussymbol weniger. Also den Kopfhörer, nicht den Hammer. Aber Leute mit Charakter brauchen auch keine, habe ich mir neulich überlegt. Also Statussymbole. Und was mich persönlich angeht, sage ich außerdem auch: I don’t need no groupie love. Egal ob mit oder ohne Kopfhörer.

Vergangenes Wochenende war lang und auch ergiebig. Brücken-und Feiertag. Insgesamt also eigentlich fünf Tage, beziehungsweise Nächte. (Ich zähle Donnerstag mit.) Die ersten drei war ich mit dabei. Eine Seltenheit in den letzten Jahren, wie mir gerade auffällt. Man ist halt echt keine achtzehn mehr und wacht am nächsten Tag auch nicht mehr ohne ‘Kopf’ auf. Knapp acht Jahre später muss man sich leider eingestehen, dass es rapide abwärts geht. Ich hab dann oft den Gedanken, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es irgendwie anders gemacht. Generell klasse Weisheit für Leute, die genauso ungern im Voraus planen wie ich. Und überraschender Weise noch nie der Refrain eines deutschen Singer-Songwriter Songs. Oder es gibt doch einen und er ist nur an mir vorbeigegangen. Könnte jetzt Google fragen, aber der Satz lebt irgendwie davon, dass ich die Antwort eben nicht weiß.

Jedenfalls denke ich mir dann, solange ich noch nicht jeden Sonntag Mittag den gleichen mitleidserhaschenden Satz auf Facebook poste, ist alles noch irgendwie im Rahmen. Allen anderen, die genau das tun, möchte ich auf diesem Weg mal mitteilen, ja, “Ihr seid wirklich zu alt für den Scheiß!” Hört einfach auf damit und sucht Euch reale Freunde, die Ihr vollheulen könnt! Wenn Ihr Glück habt findet Ihr vielleicht auch jemand, der Euch mal dezent darauf hinweist, dass ‘ne Flasche Schnaps am Abend, weil man es sonst nicht erträgt, nicht weit davon weg ist, irgendwann mit gleich bedauernswert schwachen Persönlichkeiten in “Kur” zu gehen. Aber ganz ehrlich jetzt, was kümmern mich eigentlich die Alkoholprobleme von anderen?

Mit irgendwas muss man ja schließlich die Abgründe erklären, die sich da so auftun. Und warum Selbstkritik am eigenen Anstand, wenn man es so einfach auf den unkontrollierten Konsum von Hochprozentigem schieben kann?

Nicht zuletzt deswegen nehme ich einfach schon lange nichts mehr ernst, was nach zwei Uhr nachts passiert. Stichwort Wahrnehmungsverschiebung. Alternativ auch back to the roots. Jäger und Sammler-Triebe, die sich von den ursprünglichen höchstens im dabei lang zurecht gelegten Outfit unterscheiden. Manchmal warte ich zwischen vier und sechs Uhr nur noch darauf, dass einer mit ‘ner Keule reinkommt, ein paarungswilliges Weibchen erlegt, auf die Schulter wirft und grunzend wieder von dannen zieht. Wäre nicht nur voll Retro, hätte oft auch noch mehr Stil als alles andere was sich jetzt abspielt, um noch irgendjemand begatten zu können. Resteficken eben. Oder Tiefseeanglen. Trifft es beides ganz gut.

Ich will einfach nicht wissen warum und wie genau andere Menschen leichtfertig Geschlechtskrankheiten in Kauf nehmen. Und wofür? Kosten und Ertrag stehen dabei auf keinen Fall in Relation, um das jetzt auch mal so unsexy auszudrücken wie es meistens auch ist. Bringt mich zu der Theorie, dass Nachtleben eine noch größere Hure ist, als die Hure selber.

Das einzige was dabei am Ende für mich persönlich und meinen gerne ausgelebten Beobachtungsfetischismus hängen bleibt, ist der Beweis der Existenz von Menschen, die RTL schauen und im Zweifelsfall auch gleich noch die Vorlage für die Scripter liefern. Den Job könnte ich übrigens wirklich sofort und ohne Probleme antreten, wenn ich nicht doch noch eine gewisse Restmoral besitzen würde.

Ich mag sehr wenige Menschen aus dem Nachtleben ist mir aufgefallen. Also  zumindest in Relation zu denen, die ich dabei kennengelernt habe. Mein scharfsinniger Verstand sagt mir aber, dass das vermutlich auch am Tag nicht anders ist. Der Unterschied ist nur, dass die meisten am Tag versuchen so gut wie möglich zu verstecken, was für riesengroße Idioten sie eigentlich sind. Nachts dagegen mutiert ja jeder irgendwie. (Wollte nicht verwandeln schreiben, weil mutieren viel drastischer klingt.) Ist zwar auch irgendwie ehrlicher, dafür aber auch umso bedenklicher.

Besondere Menschen sind rar gesät. So oder so. Und für mich gilt: Um so besonderer, umso weniger Klischees erfüllen sie. Nikes im Club und Stiefel im Bett, das ist die wahre Coolness, Mädels! Zumindest für mich ginge das schon mal Richtung die Richtige. Aber was mache ich mir vor? Liebe ist ja mittlerweile auch nur so ein verficktes Gefühl, dass einem von Hollywood vorgegaukelt wird. Völlig übertriebene Happy Ends, die ehrlich gemeinte ausgesprochene Liebe als nicht besonders genug abstempelt. Echt super Nummer. Danke Julia Roberts und Co.!

Nichts ist einfacher als Leute im Kino glücklich zu machen. Die Kunst ist sie zum Weinen zu bringen. Emotionen statt Triebe. Oder eben Emotionen und Triebe. Egal was Du tust, tu‘s einfach mit Liebe. Sei eine Hure, kein Problem, aber sei endlich auch Dein eigener Zuhälter!

Vielleicht klappt’s ja irgendwann mal, wer weiß? Weil wenn es eines sicher ist, dann dass Zeiten sich ändern. Und Dich. Wie Bushido schon wusste.

Dazu passt auch meine neue Lieblingsweisheit, die ich neulich in einem Songtext gehört habe und seitdem auf Wahrheit prüfe: „Wer nie vom Weg abkommt, bleibt meistens auf der Strecke.“ U2! Wie Bono Vox sagen würde.

In diesem Sinne, i might like you better, if we slept together. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur sehr unreif, weil die Antwort kenne ich ja schließlich schon.

Booka Shade vs. Amanda Blank – In White Rooms I Might Like You Better (Second Letter & Junior’s Party Banga)

Play

Amanda Blank

xxx

Update

(via perfect-heels.blogspot.com)

Nachtleben #5 – Die Stille nach dem Sturm

Oktober 26, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff

Ich habe irgendwann mal geschrieben, dass Stille die zweitbeste Sache der Welt nach Musik ist. Ist mir neulich wieder eingefallen. Warum weiß ich nicht. Aber ich habe dann wieder darüber nachgedacht, kam allerdings zu keinem befriedigenden Ergebnis. Genau wie bei der Aufhören-mit-Auflegen-Sache. Ja, es beschäftigt mich sehr. Ist kein Geheimnis. Kann man ja hier alles nachlesen. Versuche mir das irgendwie selber schlüssig zu erklären mit jedem Text, den ich seit dem Entschluss schreibe. Und ich möchte mal festhalten, Entschluss ist Entschluss. Oder um den Lieblingssatz einer Freundin zu zitieren, es ist wie es ist!

Trotzdem ist es nicht einfach für mich. Denn, wenn ich ehrlich bin, wird es mein Leben schon irgendwie auch grundlegend verändern. Letzte Woche hatte ich den Gedanken, dass es ja zum Glück bald alles vorbei ist. Ich weiß nicht genau warum. Ich glaube, es belastet mich mittlerweile zu sehr. Also nicht wie einen Sebastian Deisler oder einen Ralf Ragnick. Aber ich spüre schon unterbewusst diesen Druck auf den Punkt da sein und abliefern zu müssen. Und das geht meist auf Kosten der Zeit drumherum. Eine gewisse Nervosität vor dem Club konnte ich mir bis heute nicht abgewöhnen. Ist aber vielleicht für den Club dann auch nicht so schlecht. Ähnlich wie Lampenfieber bei richtigen Künstlern.

Nach dem Club fällt dann immer alles von mir ab. Entspannung setzt ein. Und trotzdem kann ich nicht richtig schlafen. Der Tag danach, und der danach, sind oft total im Arsch. Erkennt man daran, dass mein Handy lautlos ist und ich wirklich nur das nötigste beantworte. Außerdem rede ich sehr wenig, weil ich keine Lust dazu habe.

Darüber hinaus glaube ich, dass ich einfach nicht dafür geschaffen bin in der Öffentlichkeit zu stehen. Auch wenn es nur eine popelige Dorf-Öffentlichkeit ist. Wenn ich mal reich und berühmt bin, also mein Pseudonym, dann werde ich auf jeden Fall jemanden dafür beschäftigen, öffentliche Termine für mich wahrzunehmen. Irgendeine Rampensau, die ekelhaft lässig mit der Kamera und dem Publikum spielt.
Ich war schon immer mehr der Typ im Hintergrund. Übrigens auch eine Philosophie von mir was eigene Events angeht: Die besten Veranstalter sind die, denen man es nicht ansieht. Impliziert damit auch schon mal sich nicht ausgiebig selbst zu feiern. Oder generell einen auf dicke Hose zu machen. Nichts ist schlimmer als Leute, die sich für prominent oder wichtig halten, aber weder das eine, noch das andere sind.

Vielleicht habe ich über die Sache mit der Stille nachgedacht, weil es danach ziemlich still werden wird am Wochenende. Zumindest mal stiller als zuvor. Und so sehr ich Menschenmassen hasse, brauche ich auch irgendwie Leben um mich rum. Ich muss dringend mitten in die Stadt ziehen! Stille muss meine Option werden, nicht der Normalfall. Bin echt nicht der Typ für’s Land.

Spitzen Überleitung zu unserer Party vergangenes Wochenende in Esslingen. Kopfhörer-Party. Heißt: Jeder bekommt ‘nen Kopfhörer und kann dann selber zwischen zwei Kanälen wählen, was, beziehungsweise welches DJ Set er hören möchte. Im Hintergrund ist es unterdessen still. Klingt erstmal absurd, und war es auch. Aber im positiven Sinne. Weil: Die kann man ruhig auch mal erweitern. Mal neue Wege gehen und so. Außerdem hat es gleichzeitig unser Hauptproblem gelöst, die Anwohnerbeschwerden. Auch wenn mir Leute, die in die Innenstadt ziehen, um sich dann am Wochenende über echt erträglichen Lärm zu beschweren, immer noch mehr als suspekt sind, musste man es so hinnehmen. Es ist eben wie es ist.

Mit der Kopfhörer-Geschichte hatten wir also mal was gewagt. Denn Gäste, besonders in Vorstädten, tun sich ja öfters mal ein bisschen schwer damit sich selbst zu darzustellen. Muss man aber, wenn man aber auf ‘ner Kopfhörer-Party steht. Da merkt man dann schon schnell, wem es immer noch wichtig ist, was sein Nebenmann von einem denkt. In der Masse untergehen funktioniert nicht mehr so richtig. Zum Glück haben wir generell gutes Publikum. Haben wir uns ja auch jahrelang hinerzogen, möchte ich jetzt mal so sagen.

Angefangen mit klaren Messages:

Über klare Ansagen: Wenn’s Stress gibt, gibt’s keine Partys. Und wer sich daneben benimmt, braucht auch gleich nie wieder kommen. Nicht mal zum Kaffee trinken mittags. Hat alles gezogen.

So war es, ehrlich gesagt, auch keine riesige Überraschung, dass wir noch mal ein Party-Highlight setzen konnten. Klar, es hat ein bisschen gedauert bis sich die Leute an die Kopfhörer gewöhnt hatten, aber davon war auch auszugehen. Dann war es aber schnell wirklich ausgelassen. Und ziemlich lustig. Mitgrölsongs hatten natürlich ‘nen kleinen Vorteil…

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… was des Öfteren auch mal darin gemu(e)ndet ist, dass der eine Teil den Song auf Kanal A und der andere den auf Kanal B mitgesungen hat. Gerne auch mal auf der Toliette, weil der Empfang war auch bis dahin einwandfrei. Zudem hatte man das Gefühl die Leute haben mehr auf sich und ihre umstehenden Mitmenschen geachtet. Weniger Gedrängel, weniger Grundpegel und ganz einfach weniger Stress, der auf den Gast einprasselt. Und das wirkt sich auch aus. Ich würde sogar so weit gehen und die Stimmung als einzigartig bezeichnen. Kopfhörer auf gleich Partymodus, Kopfhörer ab gleich belustigtes Staunen. Ist einfach wirklich was ganz Eigenes. Ich würde es zwar nicht jede Woche haben wollen, aber ab und zu ist das definitiv ein Highlight. Und das Interesse daran wird wachsen, da bin ich mir sicher.

Zum Glück habe ich mich kurz vor meinem DJ-Ende noch getraut, das hier so durchzuziehen. Als Erster in der Region wohlgemerkt. Hab vielleicht doch einfach die dicksten Eier hier. Oder in meinem Kopf spielen sich eben noch verrücktere Sachen ab als in anderen. So oder so, wir hatten einen schönen Abend. Und das ist das einzige was am Ende zählt.

In diesem Sinne auf noch viele Abende, die einem in Erinnerung bleiben werden.

xoxo

Nachtleben #4 – doing it like Hans Nieswandt

Oktober 20, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Ich spreche ganz selten von Vorbildern. Finde ich grundsätzlich albern. Wie das Wort Fan und seine Bedeutung. Klar, bin ich zum Beispiel Fan vom FC St.Pauli. Aber meine Welt geht nicht unter, wenn die am Wochenende verlieren. Und ich mache mir auch nicht die Illusion, dass alle die ein Pauli Trikot übergestreift haben, deswegen automatisch dufte Typen wären, die man jetzt unbedingt mögen muss.

Ich bewundere eher Eigenschaften oder Eigenarten. Zidanes Technik, Henrys Eleganz oder Messis Kontrolle, um mal beim Fußball zu bleiben. Dazu natürlich auch unbedingter Siegeswille. Nichts nervt mich mehr als Mitstreiter oder Gegner, die nicht gewinnen wollen, um mal beim Sport zu bleiben. Fairer Wettstreit, aber mit entsprechender Mentalität eben.

Letzteres ist übrigens auch wichtig, um ein guter DJ zu sein. Sage ich jetzt einfach mal. In Zeiten, in denen technische Fertigkeit nicht mehr alles ist, muss sich die Spreu ja irgendwie anders vom Weizen trennen. Ich selber hatte wenig Leute zu denen ich irgendwie aufgeschaut habe. Eigentlich stehen nur drei Namen auf dieser Liste: A-Trak wegen seiner Technik, DJ AM (RIP) wegen seiner außergewöhnlichen Auswahl von Songs, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen und Hans Nieswandt wegen seiner Vita.

Dieser Typ hat ein Talent, das Schreiben, und eine Liebe, die Musik. Und daraus macht er dann das! Um die Welt fliegen, auflegen und Bücher darüber schreiben. Jackpot. Hätte ich das auch, beziehungsweise würde ich daran glauben ein ähnliches Ding abziehen zu können, würde ich definitiv nicht aufhören. Dann würde ich vielleicht auch irgendwann mal als Pionier bezeichnet werden. Das wäre mindestens so fett wie deine Mutter. In meiner Welt.

Die Bücher von Hans Nieswandt habe ich regelgerecht verschlungen. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Und das passiert jetzt wirklich nicht oft. Ich glaube, ich bräuchte maximal drei Hände, um aufzuzählen wieviele Bücher ich in meinem Leben bisher gelesen habe. Die in der Schule inklusive.

Ich schreibe halt lieber, als dass ich lese. Und, ich glaube, ich höre mittlerweile lieber Musik, als dass ich sie selber auflege. Ist jetzt mal so ein Ausredeversuch. Ob’s wirklich stimmt, werde ich ja dann bald rausfinden. Aber bis es soweit ist, schaue ich am Freitag noch mal einem Kollegen über die Schulter. Kann man das so sagen oder ist das jetzt exorbitant überzogen von mir? Wenn man es genau nimmt, betreibt Lionel Messi ja auch die gleiche Sportart wie ich, nur etwas erfolgreicher eben.

Dabei fällt mir ein, das kann ich auch:

YouTube Preview Image

Trotzdem werde ich nie bei Barca spielen. Der Moment als mir das klar wurde war zwar hart und ernüchternd, aber schön trinken war eben auch noch nie mein Ding.

In diesem Sinne bis Freitag. Auf Nachfrage halte ich auch gerne Monologe über Musik. Oder das Nachtleben. Da bin gerade voll geübt drin.

xoxo

 

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