aerodynamite.TV for Lift Stadtmagazin
Mein Kollege Martin (u.a. auch Kessel.tv) hat mich diesen Monat in seiner Funktion als gewissenhafter Redakteur für das Lift Stadtmagazin interviewt. Thema Musik im Netz und Blogs & Co. aus der Region, die sich damit beschäftigen. Hat er doch glatt an mich gedacht. Endlich famous!
Der Artikel erscheint in der nächsten Ausgabe Dezember und meine Worte wurden in einem Fließtext verarbeitet. Hat er schön gemacht, durfte schon drüberlesen. Aber Martin macht eigentlich alles voll schön. Fragen stellen zum Beispiel. Kann man sich hier von überzeugen, hab das ganze Interview mal nachfolgend wie zu Guttenberg eingefügt. Quelle: Mein Kopf.
Viel Spaß beim Lesen, oder auch nicht.
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Lift Stadtmagazin: ‚aerodynamite.TV‘ ist grundsätzlich, sag ich mal, ein Musikblog. Was war deine Motivation und deine Ausrichtung damals?
DJN: Klingt abgedroschen, aber im Prinzip die Liebe zur Musik, die ich irgendwie mit noch mehr Menschen ‚teilen‘ wollte. Ein ‘Blog’ war dabei halt technisch gesehen die einfachste Lösung. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich es mir am Anfang romantischer vorgestellt habe als es dann wirklich war. Jedenfalls hatte ich mich damals noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt, was ich mache, wenn mir jemand freundlicherweise sein neues Album zur Verfügung stellt, ich persönlich damit dann aber nichts anfangen kann.
Lift Stadtmagazin: Warum denkst du gibt es so gut wie keine Blogs aus der Region, die sich ausschließlich mit Musik beschäftigen? Liegt es daran, dass das Interesse an Musikberichterstattung auch im Netz, bis auf vielleicht ein paar Ausnahmen, doch eher gering ist?
DJN: Komplexes Thema. Prinzipiell glaube ich schon, dass es noch ein gewisses Potential dafür gibt, allerdings nur wenn man es auf einzelne Genres runterbricht und mehrere Themen dazu ansammelt und bündelt. Merkt man ja bei Euch wenn Thorsten über Soul oder Michi über Rap schreiben (Kessel.tv). Da geht es aber auch ein Stück weit um die Kredibilität der Schreiber, die ihr euch in erster Linie ja mal über das Oberthema Stuttgart geholt habt. Was ich mir zum Beispiel sehr gut vorstellen könnte, wäre ein Blog von Hans Nieswandt über elektronische Musik. Auch interessant sind die Konzepte von 22Tracks.com, die ja gänzlich auf Worte verzichten, dafür aber ‚regionale Musik-Experten‘ nach Genres formieren oder eben das von Chromemusic, die sich jahrelang deutschlandweit eine große Community aufgebaut haben mit einer Corperate Identity, Events und so weiter.
Ansonsten ist es echt ziemlich schwierig irgendwie herauszustechen und auf sich aufmerksam zu machen, wenn kein bekannter Name dahinter steht. Für die Welt da draußen bin ich ja auch nur irgendein Typ, der meint über Musik schreiben zu müssen und sich hinstellt und sagt die neue Jay-Z Single ist cool, und die von Coldplay auch. Das kommt wohl gerne auch mal oberlehrerhaft rüber, obwohl es mir immer sehr wichtig ist, den Lesern nicht meine Meinung aufzwängen zu wollen.
Das Hauptproblem ist aber glaube ich, dass die meisten Musikhörer entweder nicht ‚open minded‘ genug sind oder eben tatsächlich desinteressiert. Dem Rest, den Musikbegeisterten, kannst du ja eh nichts Neues erzählen, sondern maximal einen Tipp geben. Dafür musst du mit denen aber wahrscheinlich noch länger über so völlig schwachsinnige Dinge wie Hype oder Kommerz reden, weil den meisten Menschen, die Musik konsumieren, immer noch nicht klar ist, dass gute Songs einfach gut sind, egal ob sie auf Platz 1 in irgendwelchen Charts stehen oder ob davon noch nicht mal eine Platte verkauft wurde, weil irgendwelche A&Rs bei irgendwelchen (Major) Labels nicht so daran glauben, dass sie am Ende des Tages damit Geld verdienen können. Das Musikbusiness ist inzwischen auch so komplex und überflutet geworden, dass man gar nicht mehr wirklich weiß wie man damit richtig umzugehen hat. Und in Zeiten von Facebook und wenig Zeit, klickt man halt lieber mal auf den empfohlenen Link eines virtuellen Freundes als sich selber durch Unmengen von Songs zu hören.
Wie du dir sicherlich denken kannst, könnte ich das jetzt noch stundenlang weiter ausführen, aber um zum Ende zu kommen und deine Frage final zu beantworten, würde ich abschließend behaupten, dass den meisten einfach die Leidenschaft dazu fehlt die dafür nötige Zeit zu investieren Musikblogs zu machen oder selbst zu lesen.
Lift Stadtmagazin: Du hast neulich etwas am Konzept gebastelt, wie soll es weiter gehen?
DJN: Ehrlich gesagt gibt’s mittlerweile gar kein Konzept mehr. Es hat sich zur uneingeschränkten und manchmal auch brutalen Ego-Show entwickelt. Ich schreibe einfach über das was mir durch den Kopf geht und raus muss. Da mein Leben fast wie ein Hollywood-Blockbuster an den wesentlichen Stellen immer musikalisch unterlegt bzw. begleitet ist, hat bei mir auch jede Geschichte seinen eigenen Song oder gegebenenfalls auch mal ein ganzes Album. Wenn’s also ein Konzept gäbe, würde es Musik und Worte lauten. Und genau so geht das vermutlich jetzt auch weiter, zumindest solange bis mich die Muse gar nicht mehr küsst.
























