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Nachtleben #3 – Die Kosten des Exzesses

Oktober 18, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Ein Exzess und seine Folgen

Samstag Mittag. Mein DJ Kollege RAM schreibt: Du gehst heute mit deinem Set in die Geschichte des Stuttgarter Nighlife ein, ich spür das! Ich schreibe zurück: Ich spür das auch!

In Wahrheit spüre ich aber noch leichtes Unwohlsein aufgrund der letzten Tage. Allerdings habe ich auch schon in schlimmeren Zuständen aufgelegt. Ich beschließe dennoch keinen Alkohol zu trinken. Sicher ist sicher.

Noch während ich mich dieser Illusion hingebe, wächst meine Gästeliste in fast unermessliche Spähren. Fünfundfünfzig Leute haben sich angekündigt, wovon am Ende des Abends auch fast alle da gewesen sein werden. Ich habe ein schlechtes Gewissen und muss das erstmal mit dem Chef abklären. Tolgay nimmt es locker. Das ist wirklich mit Abstand die größte Liste, die ich je hatte. Ich bin ein bisschen stolz und beschämt zugleich. Natürlich habe ich dem Sinne keine fünfundfünfzig Freunde, aber was will ich weiter darüber nachdenken, ich nehm es gegen Ende jetzt auch nicht mehr so genau. Außerdem zeichnet sich so schon mal ein ziemlich erfolgreicher Abend ab.

Ein paar Stunden, Kaffee und Aspirin Complex später geht’s dann endlich los. Und zwar mit Schnaps. Den ersten kann ich nicht ablehnen. RAM wäre furchtbar enttäuscht. Tolgay auch.
Dann aufbauen und währenddessen über andere DJs und Veranstalter herziehen. Wir sind voll in unserem Element. Ich zähle kurz die Top 5, derer die mich am meisten am Arsch lecken können, auf. RAM ist teilweise verwundert.

Nach einem weiteren Schnaps dehnt sich die Diskussion weiter aus. Wir reden darüber, warum ich aufhöre und warum andere nicht aufhören. Zwischendrin weht mir ab und an mal Verständniss entgegen. Wir trinken noch einen Schnaps.

Das mit dem keinen Alkohol hat ja super geklappt, denke ich mir und finde mich gleichzeitig damit ab das Auto später stehen zu lassen. RAM legt derweil schon, weil sich der Laden schon außergewöhnlich früh füllt. Ich klatsche die nächste Stunde fast ausschließlich Leute von meiner Liste ab. Schnaps inklusive, glaube ich.

Dann will ich selber legen. Bin unterbewusst immer tierisch nervös bis zum ersten Übergang. Wenn der sitzt, weiß ich, dass es schon irgendwie läuft heute. Ich geh gleich in die Vollen. Hab im Moment gar keinen Bock auf diesen Warm-Up-Scheiß. Außerdem, wenn ich etwas im Laufe der Jahre Auflegen festgestellt habe, dann das, dass man am Anfang niemals mit ‘Hits’ sparen sollte. Erstens ist ein gutes Grundgerüst einer Party essentiell für den Erfolg hinten raus, und zweitens fällt einem am Ende immer noch etwas ein, an das man am Anfang nicht dachte.

Ich spiele Crown Jewel, Let Me Blow Ya Mind, Breath, Rude Boy (Reggae Mix), Playa Man, Good Day, Never Stop in der Chilly Gonzales Rap-Version, Good Ol’ Love, No Games, Family Affair, Ms. Jackson, Desole-Traumreise-Traumreise-Desole, I Love My Bitch, Shutterbug, Music Is My Hot Hot Sex, Lady Luck, Just Be Good To Z, Roc Boys vs. Beautiful, Ride With Me, No Strings im Roller Boogie Mix, Electric Avenue, All This Love (Yum Yum Mix), Signed Sealed Delivered by Stevie Wonder, Rolling In The Deep (Remix), Rock Your Body, Count Your Blessings, Funky Sensation und Golden von Jill Scott. Jetzt ist ein bisschen mehr als eine Stunde um. Es ist kurz vor zwei Uhr.

RAM hat die Pause genutzt um weitere Schnaps zu trinken. Außerdem ordert er nach Übergabe des Kopfhörers gleich weitere zwei. Die Stimmung ist prächtig. Es ist mittlerweile so voll, dass ich auf dem Weg von der Bar zum DJ Pult die Hälfte meiner Drinks verschütte, weil ich ständig an jemand hängen bleibe.

Ich hasse es, wenn es so voll ist. Ist für mich als Gast die reine Tortur. Für jede Party und jeden Umsatz aber natürlich super. Ich verziehe mich direkt wieder hinters Pult. Hier schwitze ich auch nur halb so viel. RAMs Stimmung scheint schon auf dem Höhepunkt. Wir machen Witze darüber, dass gleich zwei Uhr durch ist und ab da ja eh alles egal.
Dann, ein paar Songs weiter, will RAM plötzlich zwei Songs spielen, die ich schon gespielt habe. Ich kann ihn gerade noch rechtzeitig davon abhalten. Er ist schockiert ob seiner selbst. Die Geschichte wird ihn auch knapp vier Stunden später noch nicht losgelassen haben.

Wir tauschen wieder. Ich hab höllisch Bock auf deutschen Hip Hop. Will jetzt Füchse spielen. Bin zwar BPM-mäßig viel zu weit weg, aber es ist nach zwei Uhr. Die Lösung lautet: Echo Out und Baby Scratch.
Es ist halb drei und ich spüre, dass heute auch die gewagteren Nummern gehen. Niemand von Joy Denalane zum Beispiel. Bisher immer eine unsichere Nummer. Heute Balsam auf die Stuttgarter Hip Hop Seele.
Dann mein persönliches Meisterstück des Abends: Nie Nett. B-Seite vom ersten Beginner-Album featuring Bo und Ferris. Die Leute feiern es mindestens so wie ich. Ich bin erleichtert und angestachelt.

Ich erinnere mich an die SMS von RAM von heute Mittag. Das ist einer dieser Momente, wo Du weißt, dass es heute etwas besonderes werden kann. Ich bin noch motivierter als am Anfang des Abends. Außerdem drückt mir ständig jemand nen Schnaps in die Hand.

Kurze Zeit später überspiele ich meine Hardcore-Müdigkeitsphase, indem ich bei RAMs Songs mitsinge. Sonst hätte ich absolut keine Probleme jetzt sofort einzuschlafen. Ich ahne Schlimmes für Morgen früh.

Eine gute halbe Stunde später. Es ist immernoch RAMmelvoll. Ich will’s dann auch noch mal wissen. Ooh Wee, Weekends, Could You Be Loved, Crazy Town, Stayin’ Alive mit Party Safari, How Gee, Walk This Way, Ring Ring Ring, This Is How We Do It, Hot In Here, Schüttel deinen Speck, Miami, Roses und dann brechen alle Dämme: Hip Hop Is Dead, A Little Funk, No Melody, Da Funk, The Seed, Türlich Türlich, It Takes Two, The Breaks, She Wants To Move, die Doobie Brothers, Move Your Feet, Dare, Loving You Is Killing Me und als krönender Abschluss wieder zurück zu Empire State Of Mind. Let the people scream und so. Schließlich freut sich auch jeder Affe über Zucker.

RAM macht mir den Scheibenwischer. Dann grinst er und wir klatschen uns ab. Unsere Lieblingsbeschäftigung an diesem Abend. Ich glaube wir haben öfter abgeklatscht, als Uli Hoeneß mit den Basketballern des FC Bayern München nach deren ersten Sieg.

Die restliche Zeit schwebe ich irgendwo umher. Und irgendwie. Hole Drinks, rauche was das Zeug hält und singe lauthals mit. So ungefähr habe ich mir meine letzte Party in rund sechs Wochen an selber Stelle vorgestellt. RAM spielt am Ende eine halbe Stunde lang Rausschmeißer. Esperanto, Mutterstadt, 1ste Liebe und so. Und als Sahnehäubchen Bill Whiters Ain’t No Sunshine. Ein dem Abend gebührendes letztes Lied. Ich bin glücklich. Und fertig mit der Welt. Mein Körper wird mich morgen so bitter für diesen Exzess bestrafen! Aber was soll’s, denke ich mir.

Wir bauen ab. RAM ist immer noch schockiert darüber, dass er fast zwei Leider doppelt gespielt hätte. Und dann sagt er: “Aber was mich noch mehr ankotzt ist, dass Du mich heute an die Wand gespielt hast.” Es ist ein Kompliment in seiner Welt. Und in seinem Zustand. Ich bedanke mich artig. Dann sage ich er soll damit aufhören. Ich kann wirklich nicht mit Lob umgehen.

Als wir fertig sind, nimmt er mich noch mal zur Seite und versucht mich zu überreden, dass ich nicht aufhöre. Ich bin abermals peinlich berührt. Was soll ich denn jetzt sagen? Um diese Uhrzeit. Und was nicht in einer ausufernden Diskussion endet. Ich versuche mich aus der Situation zu winden und sage, dass ich darüber nachdenke. Das ist soweit auch nicht gelogen. Ich denke in letzter Zeit ziemlich viel darüber nach. Aber ich werde mich nicht umentscheiden.

Am nächsten Mittag schreibt RAM: Wann legen wir das nächste Mal zusammen auf? Ich antworte, weiche der Frage aber völlig aus und umschreibe nur kurz meine weiteren Stunden nach dem Gig. Ich beende die SMS mit den Worten, ich geh jetzt schlafen, gute Nacht. Es ist 15 Uhr.

Mein Körper wird sich rächen. Dafür kenne ich ihn zu gut. Kurz mache ich mir noch Hoffnung, Dienstag wieder fit zu sein. Als Dienstag Morgen aber der Wecker klingelt, weiß ich, dass auch hier nur der Wunsch der Vater des Gedanken war. Vielleicht ist das der Punkt, an dem sich Rock’n'Roll und Lifestyle endgültig trennen. Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber ich werde es noch rausfinden.

In diesem Sinne Freunde der Nacht.

xoxo

Bill Whiters – Ain’t No Sunshine

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Bill Withers

p.s.: Thx again to RAM, Corso Tolgi & all other good people who made this happen.

Nachtleben #2 – Vorfreude

Oktober 15, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events, ~stuff

Freitag, 14.10., 23.55 Uhr

Nach der geradezu überwältigenden Resonanz auf meinen letzten Text, sitze ich schon wieder am nächsten. Weil, nach der Party ist vor der Party, und morgen ist Blogwart-Treffen. Eine Partyreihe, die mein Freund RAM, Mastermind hinter Stuttgarts Most Famous Blog ever Kessel.tv, und ich ins Leben gerufen haben. Nette Idee, aerodynamite.TV meets Kessel.tv und so weiter. Mittlerweile schon zum fünften Mal. Und natürlich immer noch dort, wo alles angefangen hat, in der Corso.

Letztere ist in den letzten Monaten sowas wie mein drittes Wohnzimmer geworden. Kann man eigentlich immer hingehen. Good people, good music und kein überflüssiges Gehate. Eine Rarität in der Szene, wo sonst ganz gerne mal um 20 Euro mehr oder weniger Gage gefeilscht wird.

In der Corso läuft’s immer straight und fair. Und außerdem gehen die Themen auch oft übers Nachtleben hinaus, was mitunter recht angenehm ist.
Die einzige Schwierigkeit besteht darin nüchtern aus dem Laden zu kommen. Möchte gar nicht wissen wieviel Sambuca hier jedes Wochenende vernichtet wird. Immerhin bekomme ich mittlerweile, exklusiv sozusagen, Vodka (bitte russisch ausgesprochen denken), weil mir dieser Sambuca-Scheiß nicht schmeckt.

Des weiteren bleibt positiv festzuhalten, dass man es auch, ohne sonderlich überrascht oder gekränkt zu sein, akzeptiert, wenn man mal nichts Alkoholisches trinken möchte.
Hört sich jetzt zwar erstmal vernünftig an, aber man glaubt gar nicht wie oft einen Veranstalter oder DJ “Kollegen” blöd schauen, wenn man Wasser bestellt. Im Normalfall ist das auch das erste Anzeichen dafür, dass hier ab einer gewissen Uhrzeit nicht mehr viel zu holen ist, was irgendjemand morgen noch in Erinnerung wäre.
Da sagt man dann auch nichts mehr, wenn der andere DJ binnen fünf Liedern um knapp 30 BPM pitcht oder den verkackten Übergang auf den Crossfader schiebt. Was soll’s? Das einzige was die DJ-Diva neben mir morgen noch maximal weiß, sind seine Facebook-Status-Updates “checked in @…”, “… rockt” und “jetzt noch Döner und dann ab in die Falle, morgen geht’s genauso weiter”.

Für alle Dichties dieser Welt noch besser als ein Tagebuch, dieses Facebook. Aber ja ich weiß, wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein oder so ähnlich. Ich kann’s manchmal auch nicht lassen. Aber zu meiner Verteidigung, ich bin nachfolgend auch nicht sauer, wenn mich jemand deswegen aus seiner Freundesliste wirft oder auf verbergen setzt. Bin Fän, wenn sich die Spreu vom Weizen trennt.

Ich hätte gerne weniger virtuelle Freunde! Manchmal poste ich sogar was total abartiges, um zu überprüfen, wer danach immernoch zu mir hält. Killer Taktik, um sich noch beliebter zu machen! Ich glaube, wenn ich meine Kopfhörer endgültig an den Nagel gehängt habe, werfe ich erstmal hundert Leute raus. Einfach so.
Aber noch ist ja ein bisschen hin. Und solange bin ich noch top motiviert!

Lag die ganze Woche mit Grippe flach und habe hart daran gearbeitet morgen zumindest so fit zu sein, um ne Schachtel Zigaretten beim Legen zu rauchen. Das ist im Normalfall das letzte Zeichen dafür, dass es meinem Körper wieder gut genug geht. Und ich steh einfach so auf rauchen! Hab jetzt vier Tage nicht und mich dabei schon wieder voll auf die erste gefreut. Super Sache! Also in meiner Welt.

Jedenfalls bin ich so motiviert, dass ich seit Stunden neue Tracks suche, um meinem Set wieder ein bisschen mehr Pepp zu verleihen. Geiles Wort übrigens: Pepp! Klingt voll 80s igendwie.

Ich suche ein Mashup, das ich neulich im Club gehört habe. ‘Hit The Road Jack’, aber ich glaube in der Buster Poindexter Version, mit ‘Roc Boys’ von Jay-Z. Killer Ding. Wirklich.
Aber ich find es nicht! Macht mich wahnsinnig. Fühle mich wie vor fünf Jahren, als man noch ähnlich lang für den neusten Shit gesucht hat. Nix mit ‘lass mich das mal eben googlen’.

Egal. Hab ein paar andere nette Sachen gefunden. Mal morgen Mittag antesten. Wenn das Nachbarskind wieder schreit. Dann reiße ich erst meine Balkontür auf und dann die Anlage. Macht am meisten Spaß so. Und ist fast jeden Samstag das gleiche Spiel. Wie die Bundesliga.

Nun gut, habe ich hier schon wieder fett einen weggelabert. Dabei wollte ich ja eigentlich nur sagen, dass ich mich auf morgen freue. Bin total heiß drauf sozusagen. Kann ich auch noch einmal den RAM ärgern. Dumme Sprüche inklusive. Morgen hau ich alles raus, was ich Dir schon immer sagen wollte, RAM! Wird ein reiner Knaller!

In diesem Sinne bis zum Nachbericht.

xoxo

p.s.: Ich verschenke Gästeliste, weil ich a) so n knorke Typ bin, und b) weil ich es kann. Just message me. Am liebsten über Facebook.

Nachtleben #1

Oktober 14, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Nachtleben

Nachtleben. Ich bin bekanntlich Fän. Trotzdem muss ich was ändern. Denn mittlerweile benutzt das Nachtleben mehr mich als andersrum. Und so sollte das eigentlich nie werden. Außerdem ist alles was nach zwei Uhr nachts passiert irgendwie nur noch so halbgeil.

Meine Erklärung: Die Wahrnehmung verschiebt sich. Ganz einfach. Und zwar bei jedem einzelnen, der jetzt noch irgendwie unterwegs ist. Das ist das größte Problem, dass das kommerzielle Nachtleben hat. Da bin ich voll von überzeugt.

Die Uhrzeit wird zur Ausrede. Menschen, die jeden Tag mit der gleichen S-Bahn, um die gleiche Uhrzeit, zu ihrem von  Langeweile geprägten Bürojob fahren, um die Hälfte ihrer Arbeitszeit heimlich auf Facebook zu hängen, weil ihr ganzes Leben von Regeln geleitet wird, die sie nicht aufgestellt haben, werden auf einmal zu anarchischen Monstern, die aus dem Trott ausbrechen wollen. Sie tragen jetzt die Maske der Nacht.

Und Alkohol hin oder her, das Nachtleben ist ein Sammel-/Auffangbecken für Vieles was bei Tag schlichtweg undenkbar scheint. Hier wird phasenweise das Bewusstsein so erweitert, dass selbst der kühnste Beobachter ins Staunen gerät.

Ich persönlich habe mir angewöhnt nach zwei Uhr nachts nichts mehr für bare Münze zu nehmen. Außer meine Gage, klar. Alles andere ist meist eh nur heiße Luft, die schneller verdampft, als sie kondensiert ist. Teilweise faszinierend, teilweise erschreckend. Aber in so gut wie keinem Fall, in Betrachtnahme des vermutlichen Ertrags, lohnenswert zu atmen.

Manchmal möchte ich mir ununterbrochen mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen, wenn ich da so drin stehe, im Sog der nächtlichen Unterhaltungsbranche. Aber das würde vermutlich ziemlich dämlich aussehen. Stattdessen verwahrlose ich lieber vor mich hin. Und beobachte.

Ich sehe Menschen, die sich darüber profilieren DJ zu sein, mit Mitte dreißig aber noch bei Mama wohnen. Ich sehe Menschen, die mir Schnaps ausgeben, obwohl sie mich offensichtlich nicht leiden können. Ich sehe Menschen, die mir Affären unterstellen, ohne dabei wenigstens noch gleich mit zu behaupten, dass ich ein Sexgott wäre. Ich sehe Ex-Freundinnen, bei denen es noch nicht mal dafür reicht noch Facebook-Freunde zu sein.
Ich sehe Menschen, die sich mit jedem Gang zur Bar mehr verändern. Ich sehe Menschen, denen ‘Resteficken’ geradezu auf der Stirn geschrieben steht. Ich sehe DJs, die mit jedem Drink schlechter werden und besser nach Hause gehen sollten. Ich sehe Menschen, die schlechte Laune haben, weil sie offenbar nüchtern sind und fahren müssen.

Irgendwie ist alles hier verdammt unspannend. Langeweile ist wohl das einzige, was mich jetzt noch antreibt.  Ich frage mich, ob das wirklich alles ist. Ist das das Leben, das passiert, während ich noch Pläne schmiede? Und kann ich in dieser Atmosphäre eigentlich überhaupt Pläne schmieden? Ich weiß es nicht! Aber ich bezweifle es immer mehr.

Eine Nacht später definiere ich Spaß neu. Zumindest für mich. Ich lege auf und bin total entspannt. So entspannt wie selten zuvor. Muss an der Gleichgültigkeit liegen, die mich umgibt. Ich stehe versteckt. So versteckt, dass Leute teilweise gar nicht wissen, dass hier gerade ein DJ auflegt. Ich mag das. Aber ich gehöre ja auch nicht zu der Sorte DJ, denen es am wichtigsten ist sich selber zu inszenieren und zelebrieren.

Ich konzentriere mich auf die Musik. Heute spiele ich zwar Trash- von BRAVO HITS eins bis heute- aber das kann man auch gut tun. Der Mixer vor mir ist zwar totale Rotze, weil Clubs gerne mal am falschen Ende sparen, aber auch das lässt mich kalt. Früher hätte ich mich darüber aufgeregt. Heute nehme ich es hin. Das ganze Chaos und Unwissen, dass diese Szene fast schon nährt. Nachhaltigkeit ist in diesem Business für fast jeden ein Femdwort. Leider.

Und das schlimme daran ist nicht, dass sie es nicht verstehen, sie sind einfach zu sehr von sich selbst überzeugt, als dass sie irgendeinen Misserfolg mal in Frage stellen würden. Aber das ist jetzt ein genauso komplexes wie anderes Thema.

Es bleibt festzuhalten: Über die letzten Jahre betrachtet hätte ich einfach noch viel mehr Menschen persönlich beleidigen sollen!

Auf einmal sprudeln mir alle negativen Ereignisse durch den Kopf, die mir in den letzten knapp sechs Jahren Nachtleben wiederfahren sind. Es ist für einen Moment fast so, als ob es gar nichts positives gab. Ich erinnere mich nur noch an absurde Aktionen und Dialoge. Teilweise witzig, aber im Prinzip meistens ausschließlich traurig. Ich mache mir so meine Gedanken. Habe ich zwar schon immer, aber mit der Zeit werden es immer mehr. Man könnte an dieser Stelle getrost von ‘bedenklich vielen’ sprechen.

Ehrlich, ich glaube ich könnte ein Buch darüber schreiben. Geschichten und menschliche Abgründe hätte ich genug- wie RTL. Würde aber wahrscheinlich trotzdem niemand lesen wollen, weil im Vergleich zu Hans Nieswandt zum Beispiel, erscheint es geradezu lächerlich was ich beim Auflegen so erlebt habe.

Ha! Vermutlich ist genau das das Problem! Es ist alles in allem einfach so total lächerlich! Und dazu in keinster Art und Weise nachhaltig.

Jetzt mal ehrlich: Von Dorf zu Dorf zu tingeln, um vor irgendwelchen in ihrer Wahrnehmung schon längst verschobenen Spasten Musik zu spielen, die sie nicht verstehen, mich dabei von Veranstaltern, die den Unterschied zwischen 33 und 45 nicht kennen, messen zu lassen mit anderen DJs, die sich so nennen, um endlich ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen, weil sie ihre Mama nicht geliebt hat, und die für ein Drittel meiner Gage spielen, und diese dann komplett für “professionelle” Pressebilder und die dabei getragene Sonnenbrille ausgeben, um damit wiederum bei anderen Veranstaltern, die Usher für OldSchool halten, Gigs abzustauben, die sie nicht verdient haben, weil sie leider noch nicht mal ihr kack digitales Auflegsystem so einrichten können, dass sie nicht vier Minuten dafür brauchen den nächsten Song zu suchen, der ganz nebenbei vor zwanzig Minuten schon mal lief. Es ist einfach alles so lächerlich. So provinziell lächerlich, dass es alle, die dabei mitspielen, automatisch zu den Hinterwäldlern macht, über die sie sich sonst so gerne aufregen.

Irgendetwas in meinem tiefsten Inneren sagt mir, dass ich nie wieder über andere DJs und Veranstalter reden möchte. Ich habe die Schnauze voll!
Gut, wäre ich jetzt der Typ dafür, nachts um Fünf noch alles wegzuknallen, was ich in meinem Zustand noch sehen könnte, wäre das sicherlich genau das richtige Ding für mich. Aber irgendwie, nennt mich ruhig verrückt, möchte ich mit meinem Leben noch irgendwas Vernüftiges anfangen. Was genau, weiß ich natürlich nicht. Aber wer weiß das schon?

Ich kann ja mal mit dem Buch anfangen. Vorher sollte ich aber besser mit dem Nachtleben aufgehört haben. Also zumindest in dieser Form. Sonst fühle ich mich am Ende wie Philipp Lahm. Und wer will das schon?

Während dieser erkenntnisreichen Gedanken läuft die Party übrigens wie am Schnürchen. War mir auch klar, dass Leute diesen Britney Spears und Backstreet Boys-Scheiß immer wieder feiern werden. Es ist so eine Art gemeinschaftlich mit der Leiche im Keller auf der Tanzfläche spazieren gehen. Vielleicht bin ich aber auch nur ein verdammt guter DJ!

Mein Selbstbewusstsein beeindruckt mich an dieser Stelle. Könnte aber vielleicht auch am Schnaps liegen. Oder an den Groupies, die ich eher nicht knallen möchte.
Irgendwie scheint der Abstand, den ich mir für die Zukunft wünsche, schon ein Stück weit da zu sein. Ich genieße den restlichen Abend. Bin ja nur einmal jung. Und außerdem nicht mehr lange dabei.

Ein paar Stunden später. Ich blicke auf die Uhr. Es ist sowas um halbzehn Uhr morgens. Und hell. Ich trinke Bier. Immernoch. Mittlerweile vom Supermarkt. Ich war schon frühstücken. Also richtig frühstücken. Eier, Toast, Kaffee, frischer O-Saft. Ich habe mehr Geld in der Tasche als am Anfang des Abends. Zwar nicht so viel, dass ich mit meinem exzessiven Lebenstil weit damit kommen würde, aber immerhin. Und, ich hatte keinen Sex mit der Ex meines besten Freundes. Wahnsinn! Ich bin einfach ein Knaller-Typ. Und ich weiß jetzt wieder, warum ich definitiv mit dieser Nachtleben-Scheiße aufhören muss…

In diesem Sinne, nach der Party ist immer auch vor der Party:

Das ist der entsprechende Mix dazu:

DJN – Corso 13:31

Und demnächst kommt dann auch der entsprechende Text.

xoxo

Le Bienhereux

Oktober 06, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *

Neulich entdeckt und sofort verliebt. Guts mit dem Album ‘Le Bienhereux’. Das Intro verspricht ‘Music Evolution’. Und hält Wort. Ohne dabei viele zu benutzen.

Ich bin direkt gefangen. Gebannt warte ich auf die nächsten Töne. Voller Vorfreude und Spannung, die geradezu knistert. Verrückt. Also auf eine wirklich bizarre Art und Weise. Minuten verrinnen im Sekundentakt.

Der warme Klang aus den Boxen behütet mich sanft, während er mir gleichzeitig vorgaukelt, dass es kein Morgen mehr gibt. Ich bin zutief bewegt. Ich möchte einen Hollywood-Blockbuster mit dem ganzen Album unterlegen. Leute werden im Kino weinen. Ich bin mir sicher. Zumindest in meiner Fantasie.

Ich bewundere die Kompaktheit. Das ist die wahre Kunst. Auch wenn nie so viele Zuhörer in den Genuss kommen werden, wie die Platte verdient hätte. Marketing-Plan ist ein böses Wort! Perle ein so schönes. ‘Le Bienhereux’ ist ein leiser Exzess. Die Luft die deine Seele mit Leben füllt. So hart, wie es ist ‘Ich liebe Dich’ zu sagen, so süß schmeckt es, wenn Du es gesagt hast. So emotional wie Weinen und Lachen zugleich. You know dat shit!!

Ich möchte einen Highway entlang fahren. In einem VW Bus. Dem ersten, der je gebaut wurde. Mit Safari-Fenstern. Dem Sonnenuntergang entgegen. Und dem Sonnenaufgang davon. Mit Rückenwind. Bis zum Meer. Dort sitze ich dann und drücke auf Repeat. Die Wellen rauschen im Hintergrund. Paris im Sinn.

Ich blicke mich um. Nichts. Nur ich und meine mit Wohlstandsschmerz beträufelte Seele. Pure Vida. That’s my Skunfunk. My endless trip. And the living is easy! Alles andere bleibt ein Geheimnis, wie Guts selbst.

It’s: Guts – Le Bienhereux

Le Bienheureux - Guts

Der schlafende Riese

Oktober 02, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Hat ein bisschen gedauert, aber jetzt ist es soweit. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem ich Frau K. aus Doppel-A Lügen strafen will. Nicht dass ich es nötig hätte, aber sonst habe ich gerade auch nicht viel anderes vor. Erstaunlicherweise wurde ich in den vergangenen Tagen auch des Öfteren persönlich darauf angesprochen, wo meine Antwort bleibt. Hat mich zugegebenermaßen ein bisschen unter Druck gesetzt.

Des weiteren gebe ich zu, ich habe lange darüber nachgedacht. Also nicht am Stück. Das wäre ja verrückt. So in unregelmäßigen Abständen. Während ich einer körperlich stupiden Arbeit nachgegangen bin. Muss man auch mal gemacht haben. Sonst kann man ja nichts drüber sagen…

Jedenfalls habe ich erstmal Ideen gesammelt. Was ist uneingeschränkt gut? Also ohne Nebensatz. Mein erstes, erwähnenswertes Ergebnis war: Schlafen! Und vielleicht Bifi. Ist immerhin das einzige, dass man nachts an der Tankstelle kaufen kann, wenn man keine Kohlenhydrate mehr zu sich nehmen möchte. Aber jetzt mal ernsthaft, wer schläft nicht gerne? Da erscheint mir die Kombination beider, also erst Bifi, dann schlafen, spontan als paradiesähnlicher Zustand.

Aber bleiben wir beim Schlafen. Super Antwort fürs Erste. Träumen steht ja auf einem anderen Blatt, um das hiermit, nicht als Nebensatz, mit abgeklärt zu haben. Damit war das Thema aber noch nicht abgehakt. Muss ja noch ein Text dazu. Geht zwar, wäre aber vermutlich total langweilig. Wirklich. Selbst Frau K. würde das nicht lesen wollen. Denke ich jetzt einfach mal.

Und außerdem, voll wichtig, wäre das auch nicht wirklich autonom, äh authentisch von mir. (Insider) Ist mir in dem Zuge klar geworden. Bin ich vielleicht schlicht und einfach nicht der Typ für. Oder es ist, ganz simpel gesagt, eben nicht mein Ding. Wie auch immer man das jetzt beschreiben möchte. Ich gehe an Themen einfach, und lieber, anders ran.

Dabei ist mir dann auch der wesentliche Unterschied zwischen mir und und Frau K. aufgefallen. Die Erklärung warum wir die Dinge hier in diesem Fall anders wahrnehmen.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, im Grundsatz. Nicht am Alkohol, wie im Nachtleben.

Frau K. ist die Sorte Mensch, und ehrlich, ich bewundere sie dafür, die offen durchs Leben gehen, jeden anderen Menschen erstmal für gut und vernüftig halten. Die Bösen sind die Ausnahme. Die Unwitzigen, Dummen und Assozialien auch. Und selbst die, die nur nicht auf der selben Wellenlänge surfen. Hier wird noch klassisch ausgesiebt. Das birgt aber leider eine, ich sage jetzt einfach mal, ziemlich große Gefahr enttäuscht zu werden in sich. Immer und immer wieder.
Bei mir hingegen ist es genau andersrum. Ich bin in allererster Linie einmal misstrauisch, denn ich glaube auf gar keinen Fall blind an das Gute im Menschen. Da mache ich es mir auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen leicht, auf der anderen Seite erfreue ich mich erheblich mehr, wenn mir dann aber mal ein tatsächlich gut zu mir passender Mensch über den Weg läuft.

Besitz muss uns glücklicher machen, als Verlust unglücklich. Dann ist alles gut.

Ich glaube früher habe ich das auch mal anders gesehen. Verschwommene Erinnerungen machen mich glauben, dass ich wahrhaftig mal dachte, alle Leute, die ich kenne, sind auch meine Freunde. Und nett ja sowieso. Diese Seifenblasen-Traumwelt ist allerdings relativ schnell zerplatzt und hat sich dabei gleichzeitig, um mal eine paradoxe Metapher zu benutzen, hart in mein Bewusstsein gebrannt.

Ich traue Menschen absolut alles zu. Ehrlich! Keine noch so schockierende Nachricht über die Abgründe Einzelner kann mich noch annähernd verwundern. Der Zustand der Fassunglosigkeit in meinem Leben ist ein chronischer, gar  permanenter, der mich nicht im Geringsten aus dem Konzept bringen kann, weil er schon vor langer Zeit die Thesis des selbigen war.
Eine Nebenwirkung dieser mehr oder minder unfreiwilligen Umorientierung: Gefühlsarme Rationalität, die es einem zwar auf der einen Seite nach wie vor ermöglicht ganz viele Dinge persönlich toll oder positiv zu finden, aber im Gegensatz eben auch jedem Versuch von Schönrederei einen umöglich überwindbaren Riegel vorschiebt.

Und jetzt mal ehrlich (immer noch) Frau K. (und das restliche worldwideweb), das ist in meiner kleinen, von Egoismus gedüngten Traumwelt ein uneingeschränkt positiver Effekt.

p.s.: Ich weiß, so hast Du Dir das wahrscheinlich nicht vorgestellt. Und so wolltest Du das auch nicht lesen jetzt. Aber hey, nur eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt. Denn wenn dem nicht so wäre, hätte ich mein Geld schon längst mit Sportwetten gemacht.

In diesem Sinne, ich gehe jetzt schlafen, ich bin müde. Und ich kann es.

xoxo

The Guts – And The Living Is Easy

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Guts

Frau K. aus Doppel-A

September 17, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Frau K. aus Doppel-A und ihr außergewöhnliches Gespür dafür, mir hart auf den Sack zu gehen

Ich stehe vor der schwersten Aufgabe meines Lebens. Gefühlt zumindest. Schreib mal über was Positives, beziehungsweise schreib mal positiv.

Ich war mir sicher, dass es kein Problem werden würde, als mir Frau K. aus Doppel-A (Name der Redaktion geändert) vorwarf, ich würde ja nur jammern und kritisieren. Texte voll toll und so, aber sie würde so gern mal was Positives lesen von mir.

Und was mache ich? Ich lehne mich gewohnt waghalsig aus dem Fenster und entgegne nur ganz keck, im Stile eines Barney Stinson, „Challenge accepted!“

Ich und jammern? Pah! „Ja, nur so zu 70, 80 Prozent“, korrigiert Frau K. aus Doppel-A, in der Hoffnung gleichzeitig mein gar aufbrausendes Temperament zügeln zu können. Es misslingt ihr. Ich rede mich in Rage. Bin ich gut drin. Jedenfalls bei den entsprechenden Themen. Erstaunlicherweise hat Frau K. aus Doppel-A da ein ausgesprochenes Talent dafür, eben jene Themen auf den Tisch zu bringen.

Jedenfalls denke ich mir während der Heimfahrt den Kopf wund. Es muss doch was geben, was mich voll und ganz erheitert, so ohne Sachen, die mir hart auf den Sack gehen.

Liebe? Zu schmalzig. Sex? Geht nicht, ich brauche ja mittlerweile schon eine Stunde dafür noch einen Porno zu finden, der mich annähernd geil macht. Außerdem liest das hier meine Mama. Facebook? Ja, warum eigentlich nicht? Endlich mal ein Text darüber, warum Facebook eigentlich total toll ist. Gut, die Änderung der Privatsphäre-Einstellungen vergangene Woche hat einen kurzen, aber vehementen Wutanfall bei mir ausgelöst. Und ich will ja nicht lügen.

Die Themensuche gestaltet sich wirklich schwierig. Meine Laune grenzt der einer Frustration. Ich will es nicht wahr haben. Deswegen lege ich mir erstmal positive Vibes aufs Ohr:

Nas & Damian Marley – Count Your Blessings

Play

Count Your Blessings - Distant Relatives

Jetzt überlege ich, dass ich niemals etwas kaufen würde auf dem ‚Positive Vibes‘ steht. Weiß nicht genau warum, aber es kommt mir einfach falsch vor.

Diese verwirrenden Gedanken machen mich fertig. Ich kann nicht schon wieder gegen Frau K. aus Doppel-A verlieren! Mein Ego und so, Ihr wisst Bescheid.

Innerlich sehe ich mich schon den Billard-Queue im Stile eines John McEnroe zerstören, wenn ich das nächste Mal vorzeitig die schwarze Kugel im Loch versenke, worauf Frau K. erstmal genüsslich grinsend an ihrer Zigarette zieht. Und das war jetzt keine Metapher.

Dabei fällt mir ein, dass jemand mal die Theorie aufgestellt hat, ich müsse total gut im Bett sein, weil ich so emotional bin und auch mal richtig ausrasten kann, wenn es sein muss. Astreine Theorie und absolut scharfsinnige Analyse, behaupte ich an dieser Stelle einfach mal.

Eine Stunde später schweifen meine Gedanken wieder zurück zum Thema. Mir wird klar, dass Dinge nur gut oder schlecht sind, weil sie irgendwas sind, sprich es gibt immer ein Grund dafür. Bringt mich zwar einen Schritt weiter, aber noch nicht ans Ziel, weil die Frage, die sich jetzt stellt, ist: Gibt es etwas, dass uneingeschränkt gut ist?

Kurz habe ich das Gefühl, dass mein Kopf platzt. Dann schlafe ich ein.

Morgen wage ich einen neuen Versuch. Und dann werde ich Frau K. aus Doppel –A Lügen strafen! Behaupte ich jetzt mal ganz keck. Bis dahin rate ich allen ‘Frau Ks’ dieser Welt nicht alles auf die Goldwaage zu legen. Und schon gar nicht meine Worte.

In diesem Sinne, to be continued…for sure…maybe…hopefully

xoxo

Der X-Faktor

September 13, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: X-Factor

Casting-Shows. Ich bin abhängig. Zumindest schaue ich immer wieder rein. Suggeriert mir irgendwie am Puls der Zeit zu sein. Außerdem schaue ich eigentlich alles was mit Musik im Fernsehen zu tun hat. Ist eben mein Ding. Was soll ich noch mehr sagen?

Letztes Jahr habe ich da auch schon mal was zur ersten ‘X-Factor’-Staffel in Deutschland geschrieben. Wollte mich damit insgeheim für einen Juroren-Posten bewerben, hat aber nicht ganz geklappt. Jetzt sitzt ‘Das Bo’ in der Jury. Auch okay. Ich mag den irgendwie. Denn trotz den teilweise sehr absurden Geschichten, die man sonst von ihm hört, machte er auf mich immer einen recht sympathischen Eindruck. Das nicht zuletzt auch, weil er, in meiner Zeit in Hamburg, ähnlich viel Kaffee in Straßencafes auf der Schanze zu sich nahm wie ich. Vorteile von Künstlern, Selbstständigen und Arbeitslosen.

Hintergrund dieser neuen Jury-Besetzung war sicherlich das ganze Format ein bisschen mehr in jüngere Richtung zu schieben. Und, wenn wir ehrlich sind, dürfte Das Bo auch nicht so teuer sein. Vielleicht bekommt er aber trotzdem mehr als Till Brönner, besonders kamerageile Menschen machen’s nämlich für ziemlich wenig, habe ich mir aus Insiderkreisen sagen lassen.

Gott, ich hasse Till Brönner! Er alleine wäre ein Grund dafür, dass ich sonntag Nachts weiterzappe. Aber ich habe Schlafstörungen. Und es kommt nichts Besseres als die zwei Wiederholungen der vergangenen Woche. Also beschäftige ich mich, während Till Brönner dummes Zeug labert, mit der Frage, wann Sarah Connor endlich wirft. Und damit was einen dazu treibt was mit Marc Terenzi anzufangen. Bei beidem bin ich allerdings völlig ratlos.

Die Sendung dümpelt so vor sich hin. Ich frage mich jetzt, ob sich dieser Moderator, der die Angehörigen der Kandidaten interviewt und dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, eigentlich schon geoutet hat. Kurz möchte ich es googlen, aber dann wird mir klar, dass es mich überhaupt nicht interessiert.

Dass die Show eigentlich ein Gesangswettbewerb sein soll, wird einem, bei objektiver Betrachtung, unterdessen nicht so richtig klar. Keine Mega-Talente. Nur ein paar mehr oder minder verrückte Typen. Hier geht’s eindeutig mehr um Storytelling, als um irgendwas anderes.
Bei den peinlichen Teilnehmern schalte ich weg. Ich kann’s mir einfach nicht mehr ansehen und hören. Das Thema ist langsam wirklich durch, der F(remdscham)-Faktor definitiv zu hoch und meine Lebenszeit dafür einfach zu schade.

Nur kurze Zeit später hänge ich allerdings schon wieder auf VOX und muss mir daraufhin endgültig eingestehen, dass auch ich nur ein Opfer einer Marktanteile-Strategie bin. Ich überlege, ob es sich lohnt, darüber zu schreiben und welche Worte am ehesten meine Abneigung gegenüber Till Brönner ausdrücken können. Ich notiere: Unsympathisch pseudo-intellektuell, am Thema vorbei bewertend, dabei unwitzig, und vor allem unehrlich. Letzteres deswegen, weil ich einfach seinen Playback-Auftritt in der Show im letzten Jahr nicht aus dem Kopf bekomme.

Sicherlich ist es so, dass er live nicht gut, oder gar nicht singen kann, aber dann nehme ich auch einfach keine Songs mit Gesang auf. Schuster bleib bei deinen Leisten, Trompeter bleib bei deinem Geblase. Alles besser als die heiße Luft, die hier unkontrolliert in den Orbit gejagt wird.

Weiterführend komme ich zu der Theorie, dass er weiß, dass er leider nur was kann, das der etwas älteren Hausfrau feuchte Träume beschert, ihm seine insgeheimen Träume von jungen und wilden Groupies allerdings nicht erfüllen kann. Das ist alles so unauthentisch gekünstelt, dass mir fast ein bisschen schlecht wird.

Denken wir da mal an letztes Jahr. Da hat er eine Kandidatin, die alles hat, was eine musikalische Erfolgsgeschichte heutzutage braucht: Edita Abdieski hatte eine Killer-Stimme, Charme, Ausstrahlung, eine Tellerwäscher-Geschichte und war süß zugleich. X-Faktor Jackpot. Eigentlich.
Aber was passiert? Till Brönner “coacht”, und irgendwelche Halbprofis schreiben ihr ein völlig uninspiriert langweiliges Album. Und da wundert man sich, warum man damit keine Platten verkauft. Faszinierend.
Das ist so ein bisschen als ob man sich für viel Geld einen Lotterieschein kauft und dann die Zahlen eins bis sechs ankreuzt. Aber egal, ist einfach viel zu müßig, das hier weiter auszuführen, und außerdem ein ganz anderes Thema.

Bos Outfits entwickeln sich derweil zu dem Interessantesten an der ganzen Sendung. Das einzige was mich sonst noch unterhält, ist das Gesicht von Sarah Connor, wenn sie versucht nachdenklich analytisch rüberzukommen. Das Gesicht hat sie bestimmt nicht gemacht, als Marc Terenzi ihr das erste Mal vorgestellt wurde. Und vermutlich hat ihr damals jemand wie Till Brönner gesagt, “he is a really big rockstar!”

Bei dem Gedanken habe ich jetzt endgültig meinen Faden verloren. Zum Glück haben die ihn auch nicht, sonst würde ich mir vielleicht noch dümmer und ratloser vorkommen jetzt. Ich muss mich sammeln. Ich suche einen griffigen Vergleich.

Casting-Shows sind wie die nächste Liebe: Man sucht den einen, findet aber nur einen anderen.

Die Kunst ist trotzdem etwas daraus zu machen. Vorher muss einem aber erstmal klar werden:

Stop fakin’ the funk!

Edita Abdieski – Rolling In The Deep (Acoustic Cover)

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xoxo

Geld

September 08, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Geld

Geld. Dieses Teufelszeug! Vielleicht mag ich es deshalb so. Manchmal wünschte ich, ich wäre Dagobert Duck, dann könnte ich auch jeden Morgen in Moneten baden. Und das würde ich auch. Und dann würde ich es verprassen. Sinnvoll. Denn Geld macht einen ja auch nur glücklich, solange man etwas Vernüftiges damit anstellt.

Kann man machen wie George Best (“I spent a lot of money on booze, birds and fast cars- the rest I just squandered”). Oder man begründet alles grundsätzlich immer mit “weil ich es mir leisten kann”.
Als ob ich auch irgendjemand Rechenschaft dafür schuldig wäre, was ich mit meiner verhurten Kohle mache. Und als ob ich mich schuldig fühlen müsste dafür, dass ich Geld verdiene, und vor allem noch viel mehr Geld verdienen möchte.

Ist doch klar, ich will es ja auch ausgeben. Und so habe ich im Endeffekt dann ja eh wieder nur ein großes Nichts. Alles bloß schnöder Mammon, der vielleicht viel wert ist, aber bestimmt nicht sich deswegen zu streiten. Freunde, das verfickte Leben ist wie ein 6er, ohne Lotto.

Wenn das mal endlich all denjenigen klar werden könnte, die das Wort ‘Kommerzialisierung’ benutzen, dann müsste ich auch nicht ausflippen, wenn ich es noch einmal irgendwo von irgendwem höre.
Vermutlich würde ich dann auch seltener das Wort ‘Hure’ benutzen. Versprochen! Auch wenn ich eigentlich Fän bin, von der Hure an sich. Jetzt mal so im klassischen Sinne. Denn die leistet ja schließlich auch nur ihren Beitrag. Den Körper zu verkaufen ist irgendwie auch nicht ganz so bedenklich wie die Seele! Und außerdem hat ein Ausrufezeichen zum richtigen Zeitpunkt auch noch nie geschadet.

So, was habe ich zum Thema Geld noch zu sagen? Ach ja, die besten Dinge im Leben sind ja eh for free. Oder unbezahlbar. Weiß aber eigentlich auch jeder, der irgendwann schon mal was verloren hat. An dieser Stelle zitiere ich gerne Victor Hugo (“Der Besitz macht uns nicht mal halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.”). Der hat es einfach auf den Punkt gebracht.

Und um jetzt, neben diesen großen Worten, nur halb so dumm dazustehen, schließe ich mit dem, mir gerade aus dem eigenen Kopf entsprungenen, und mit keinem Geld der Welt zu bezahlenden Gedanken:

Astronomische Summen sind doch auch nur dann welche, wenn sie deinen Horizont übersteigen.

In diesem Sinne, denkt immer dran, Liebe ist voll und so, aber Musik ist besser, die kann man nämlich kaufen, wenn man sie braucht.

Gotye – Somebody That I Used To Know

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Gotye

p.s.: Ein richtig guter Song ist dann einer, wenn man ihn wie Freiheit empfindet…und sich mittendrin schon wünscht, dass er gleich noch einmal von vorne beginnt.

Gotye – Somebody That I Used To Know (Neon Stereo Remix)

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xoxo

Erkenntnisse

September 05, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Erkenntnisse

Erkenntnisse, ich mag sie. Erkenntnisse sind sowas wie der erste Schritt auf der Straße des Fortschritts. Stagnation hingegen stinkt! Nach Angst vor Veränderung. ‘Never change a winning team’, aber was machen, wenn der Blinker in die Verliererstraße schon gesetzt ist?

Wir sind ja alle keine Hellseher, eher im Gegenteil. Ich persönlich glaube ja, dass sich hier die Spreu vom Weizen trennt. Wenn ich jetzt hellsehen könnte, könnte ich auch sagen was von beidem ich bin. So muss ich aber weiter vermuten und vermuten und vermuten. Bringt mich spontan zu der Erkenntnis, dass Spekulation vermutlich ne Menge mit Mut zur falschen Entscheidung zu tun hat.

Und auch wenn es vielleicht nicht immer richtig war, so habe ich, getreu dem Motto, “das gefällt mir nicht, das mach ich anders”, doch immer so gehandelt, dass ich guten Gewissens den symbolischen Stinkefinger zeigen konnte. Irgendwie zumindest.

Verstehen allerdings viele nicht. Und zwar mindestens die, die sich den Stinkefinger immer nur denken und die symbolischen Eier noch suchen oder noch nie gesucht haben.

Das schürt, mal wieder, meine Abneigung gegen Menschen. Katalysiere ich, indem ich auf Facebook weitere fünf virtuelle Freunde auf verbergen setze. Manche machen es einem aber auch wirklich einfach. Diagnose: ADS 2.0. In vielen Fällen auch nicht heilbar. Oder warum postet man sowas wie ‘Vielen Dank für die Glückwünsche’, während man noch Geburtstag hat?

Letzte Woche habe ich mein gerade gekauftes YES-Törtchen (Alter, wie cool ist das denn??) nicht auf Facebook gepostet, weil ich schon immer konsequent alle Leute hate, die ein Bild von ihrem Essen teilen.

Hätte ich damit nun wirklich meine eigenen Prinzipien verraten? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur, dass Facebook offensichtlich zu viel Zeit in meinem Leben einnimmt. Hätte ich in jener Zeit doch nur was noch besseres zu tun. Ich könnte mir zum Beispiel Gedanken darüber machen ob temporäre Freunde auch Freunde sind.

Aber genug gejammert jetzt. Kommt gar nicht gut an, habe ich mir sagen lassen. Und außerdem nervt’s! Sehe ich genauso. Erstens gibt’s immer irgendjemand, dem es noch viel schlechter geht, subjektiv ja sowieso, und zweitens verliert jeder so langsam den Bezug zu wirklich Wichtigem. Ist vielleicht eine Sache des Älterwerdens. Oder von Dummheit. Bin mir an dieser Stelle nur sicher, dass Dummheit nichts mit dem Alter zu tun hat.

Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, wie es wäre dumm zu sein, beziehungsweise ob das Leben wirklich einfacher wäre deswegen, glaube ich, dass die wahre Kunst darin besteht glücklich zu sein, obwohl man weiter als über den eigenen Tellerrand denken kann.

Das wiederum bringt zu der Erkenntnis (Achtung: Gedankensprung), dass Entertainment zum Glück ein ziemlich weit gefächerter Begriff ist. Vielleicht stellt man die Legitimation im Einzelnen deswegen auch so selten in Frage. Oder die Antwort wäre einfach nur Wortverschwendung.

Jill Scott – Golden

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Jill Scott

Ein Päckchen zu tragen

September 01, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, ~stuff

Thema: Rückenschmerzen

Rückenschmerzen. Die Rache Gottes an meiner Ungläubigkeit. Bestialisch, sage ich auch gerne. Und oft. Leider. So oft, dass selbst der größte Quacksalber in weißem Kittel von chronisch sprechen würde. Also wenn er mir auch zuhören würde. Ich gehe ja schließlich nicht zum Arzt, weil ich nicht krank bin. Und ich brauche auch keine Krankschreibung. Ich bin selbstständig, Du Arsch! Und in jeder Minute, in der Du mich nicht behandeln kannst, verdiene ich auch kein Geld mit dem ich Dich bezahlen könnte!

Ich hasse Ärzte! Zumindest die meisten mit denen ich je zu tun hatte. Verhält sich wie mit Ex-Freundinnen. Denn wie realistisch ist es wirklich, eine gute im Alltagsumfeld zwischen Wohnung und Stammcafe zu finden?

Also lebe ich mit meinen Rückenschmerzen, ebenso wie mit der Gewissheit im Hinterkopf, dass das und die Richtige (Ying zum Jan) nur da sein kann, wo ich noch nicht war.

Gegen beides hilft Bewegung. Berge und Propheten können ein Lied davon singen. We have to move on now. Or never. Aber je länger man wartet, desto größer wird das Päckchen, das man mit sich rumschleppt.

Vermutlich habe ich deswegen auch so große Rückenschmerzen. Ist jetzt jammern auf hohem Niveau, aber darin bin ich King. Wenn ich möchte. Mittlerweile möchte ich allerdings nicht mehr. Luxusprobleme! Thank God! Oder irgendwem anders. Wer kann das schon so genau sagen?

Tausend Möglichkeiten, die sich bieten, und meistens doch nur eine Chance, sich zu entscheiden. Ganz oder gar nicht eben, denkt der Denker und unterscheidet sich dabei wohl im Wesentlichen vom Macher.

Fakt ist nur, im Normalfall klopft das Glück nicht an deine Tür, und das mindestens so lange bis irgendwann gar niemand mehr klopft.

Oasis – Who put the weight of world on my shoulders

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Oasis



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