Plattenchecks April 2010
+++ Lena Meyer-Landrut fährt mit dem Titel ‚Satellite‘ für Deutschland nach Oslo zum Grand Prix. Der Song setzte sich in der Zuschauerabstimmung knapp gegen ‚Love Me‘ durch, den Stefan Raab kurz vor der Finalshow extra noch für Lena geschrieben hatte. Änderte aber nichts daran, dass sie sich mit beiden Titeln direkt mal Platz 1 und 2 in den Downloadcharts sicherte. +++ Außerdem landete direkt dahinter auch noch ihr dritter Titel, gefolgt von der ‚Satellite‘-Version der Zweitplatzierten Jennifer Braun. Ein Erfolg auf ganz Linie also. Und wenn man sich mal so die internationale Konkurrenz anschaut, könnte das mit dem Erfolg in Oslo auch so weiter gehen. +++ Das Hip Hop Open (Minded) fällt 2010 leider aus. Die Konkurrenz mit der Fußball-WM in Südafrika sei zu stark und die bis dahin bestätigten Headliner zu schwach. Unterdessen hofft Stuttgart immer noch auf eine Rückkehr 2011 +++ Usher‘s erste Single vom neuen Album floppte dermaßen, dass die Plattenfirma nun eine zweite erste Single auf den Markt bringt um noch zu retten was zu retten ist. +++ Die Echo-Verleihung bleibt auch weiterhin die am meisten von Peinlichkeit berührte Musik-Award-Show im deutschen Fernsehen. +++ Die legendären Abbey Road Studios stehen jetzt unter Denkmalschutz. Ausnahmsweise wurde dieser Status mal nicht aufgrund der Architektur vergeben. +++ Lang wurde gemunkelt, angekündigt und dann wieder dementiert, jetzt ist es offiziell: Robbie Williams ist wieder zusammen mit seinen alten Kollegen von Take That ins Studio gegangen um an neuen Sachen zu arbeiten. An was weiß man aber nicht +++
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Audio Bullys – Higher Than The Eiffel
Release: 26.03.2010
Die Audio Bullys haben sich im Laufe der letzten Jahre mit ihren Releases zu einem der größten englischen Exportschlager gemausert. Zumindest im Bereich Elektro Hip Hop. Also wenn es so einen Bereich überhaupt gibt. Die Beschreibung bringt’s aber eigentlich am treffendsten auf den Punkt. Langsamer bis schneller, phasenweise explosiver Electro Sound trifft musikalisches Verständnis und Hip Hop Beats vom Feinsten. Dazu eine Stimme die klingt wie eine Mischung aus The Streets und Fred Durst und fertig ist das Erfolgsprodukt. ‚Higher Than The Eiffel‘ ist die Fortsetzung der Geschichte dazu und uneigeschränkt zu empfehlen. Nur ganz selten findet man nämlich noch ein Album zu dem man abwechselnd grooven, rocken und träumen kann.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Maeckes – Kids
Release: 26.03.2010
Maeckes vom Stuttgarter Label Chimperator veröffentlicht nach ‚Null‘ sein mittlerweile zweites Solo-Album. Bisher war der junge Herr nämlich weitestgehend mit Kollege Plan B am Mic. Jetzt haben die Jungs ein Rap-Comedy Projekt gestartet (unter anderem auf DASDING) und Maeckes macht vorerst mal alleine Hip Hop weiter. Wobei der Begriff in seinem Fall weit gedehnt wird und sich auch viele verschiedene, andere Elemente in seinem Sound wiederfinden. Wortwitz inklusive. Generell kann man sagen, dass alles aus den Reihen von Chimperator Hand und Fuß hat. Nicht umsonst feiert das Independent-Label dieses Jahr das elfjährige(!) Bestehen. Da kann man als Fan deutschen Sprechgesangs immer, gerne und beherzt zugreifen.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Gabriella Cilmi – Ten
Release: 14.05.2010
I am a woman on mission, oh oh, uh uh uh uh. Boah, da fällt einem nix mehr ein. Ich meine wir haben mittlerweile das Jahr 2010. Könnte man da nicht langsam mal erwarten sich nicht mehr mit einfältigen Texten, beliebig austauschbarer Popsternchen rum ärgern zu müssen, die einfach das Selbe machen wie jede ihrer Konkurrentinnen? Oh, lass uns doch mal ein paar Dance Beats unter den Song mischen. Unfassbare revolutionäre Idee. Macht das Ganze gleich viel peppiger. Und trashiger. Da helfen selbst die visuellen Untermalungen und die sexy Posen nichts mehr. Ist ja Musik. Muss man ja hören. Mit den Ohren. Aber die schreien gleich aua aua.
(Bewertung: 2 von 5 Sternen)
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Dendemann – Vom Vintage verweht
Release: 09.04.2010
Wie großartig ist das denn eigentlich? Ich rollte mich laut lachend auf dem Boden als ich das erste Mal das Video zur neuen Dendemann Single ‚Stumpf ist Trumpf 3.0‘ sah. Dieses Outfit, eine Mischung aus Redneck und A-Team mit Vokuhila Frisur und Schnauzer. Der Text, ironisch bis zum geht nicht mehr und inspiriert von der alten Punkband KFC. Und dann der Sound, mit Megadeth Sample und einfach voll auf die Schnauze gedroschen. Der Dende Mann prangert an. Und das gewaltig. Im Körper des Feindes sozusagen. Und vom Vintage verweht eben. Die Raffinesse, der Wortwitz und die unterschwellige Ironie sind ja schon immer Dende’s große Stärken gewesen. Aber damit setzt er definitiv noch mal einen drauf. Musikalisch rockt er jetzt eben. Aber ist das überhaupt noch von Belang? Geht’s denn noch um die Musik? Die Antwort liefert er selbst mit seiner Hauptfigur in ‚Vom Vintage vewehrt‘ und in dreizehn Akten. Selbige mausert sich erst vom Nesthocker zum Chefrocker, um wenig später einzusehen näher am Schrittmacher als am Puls der Zeit zu sein und um dann schlussendlich festzuhalten: Die Skepsis stirbt zuletzt.
(Bewertung: 5 von 5 Sternen)
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MGMT – Congratulations
Release: 09.04.2010
Nachdem die Single ‚Kids‘ gefühlte achttausend Mal gesampled, geremixed oder re-released wurde kommt nun was Neues von The Management, kurz MGMT, auf den Markt. Congratulations heißt das gute Langspielstück und soll im April in Deutschland erscheinen. Die erste Single daraus ‚Flash Delirium‘ gibt’s netterweise von der Band kostenlos zum Download über deren Homepage www.whoismgmt.com angeboten. Wenn das mal kein feiner Schachzug ist. Allerdings ist die Nummer auch eher mittelmäßig. Also zumindest kann man nicht von einem Highlight, so wie bei den bisherigen Single Veröffentlichungen, sprechen. Das wiederum lässt nicht gerade hoffen fürs dazugehörige Album. Man ist sich beim Hören auch nicht ganz sicher ob man einfach versucht hat noch relativ schnell einen Nachfolger an den Start zu bringen, um noch so ein bisschen auf der Welle des Erfolgs mit zu schwimmen oder ob sich die zwei Jungs jetzt tatsächlich eher so in der Mittelmäßigkeit einpendeln werden. In beiden Fällen gilt: Herzlichen Glückwunsch! Bleibt also abzuwarten was der allgemeine Endverbraucher dazu sagt und ob die Erwartungen vielleicht doch erfüllt werden können.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Donots – The Long Way Home
Release: 26.03.2010
Nichts tun tun sie schon lange. Immerhin gibt es die Kombo um die Donots seit mittlerweile sechzehn Jahren. Und genau so lange sind die fünf Jungs aus Ibbenbüren auch schon ein Garant für konstant gute, teils poppig aufbereitete, aber immer mit ner ordentlichen Portion Punk-Attitude versehene Rockmusik. Die Band um Frontmann Ingo, der nebenher übrigens noch Labelhead von seinem in Japan gegründeten Label ‚Solitary Man Records‘ ist, schafft es auch mit dem neuen Album wieder typisch, aber dennoch anders zu klingen. Das was da (regelmäßig) abgeliefert wird, ist schlicht und einfach Entwicklung auf ganz hohem Niveau. Hier werden Grenzen nicht ausgelotet, sie werden neu gezogen. Als Freund von Rock’n’Roll kann man zu dem Album nur raten, und als Freund der Donots ist sowieso kein (Um)Weg nach Hause zu lang.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: My Worldwide Music
Web: www.my-worldwide-music.com
Radio ist mehr oder weniger ein totes Medium. Mit zwei Ausnahmen: Auto fahren und Internet. Die Möglichkeit Leute via dem worldwide web mit Musik zu erreichen setzten sich die zwei Stuttgarter Alex Wolf und Holger Dietz erst zum Ziel und später dann um. My Worldwide Music ist das simple und trotzdem beeindruckende Ergebnis. Eine Seite, zwei Player- einmal im Bereich ‚Electronic‘ und einmal im Bereich ‚Oldskool‘, und dazu kein überflüssiges Gequatsche, keine Werbung, nichts. Einfach nur Musik. Und das von der feinsten Sorte. Da kann man (und muss man auch) blind einschalten und läuft regelmäßig Gefahr stundenlang hängen zu bleiben. Nichts geht eben über einen guten Dauer-Loop, dessen Repertoire unerschöpflich scheint.


















