Plattenchecks Dezember 09
So, hier etwas verspätet die Plattenrezis in freundlicher Kooperation mit dem SOKO Mag für den Monat Dezember.
Featuring Joss Stone, Alicia Keys, Rihanna, Snoop Dogg, Sven Väth, Timbaland’s Shock Value Fortsetzung und meinen persönlichen Favs: SALM aka Something a la Mode. Außerdem gibt’s mit ‘PutPat.TV’ auch wieder ein Online-Musik(fernsehen)-Tipp…
Joss Stone – Colour Me Free
Release: bereits erschienen
Die 22-jährige Joss Stone ist fantastisch, ein Ausnahmetalent gesegnet mit einer Ausnahmestimme und das seit frühesten Kindestagen. Sie lebt und fühlt die Musik. Sie schreibt Songs am laufenden Band- für sich und andere Künstler rund um den Globus. Nicht zuletzt übrigens auch für das neue Album einer gewissen Stefanie Heinzmann. Ihr Schreibstil ist außergewöhnlich und trifft mitten ins Herz. Ihre Präsenz ist einzigartig, ihre Live-Auftritte von einem anderen Stern und dennoch steht sie (barfuß) mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen. Ihre Musik ist künstlerisch hochwertig und ihre Songs sind ergreifend- und damit meine ich wirklich jeden einzelnen Song, immer und immer wieder…der selbe Song- zumindest hat man schnell das Gefühl. Auch trotz den Gastspielen von Rapper Nas, Raphael Saadiq, David Sanborn, Jamie Hartman, Jeff Beck und Sheila E. schaffen es die Songs nicht wirklich einen ‚abzuholen‘ und klingen alles in allem einfach zu monoton- zumindest wenn man sie sich nacheinander anhört. Die Spannungskurve von ‚Colour Me Free‘ ist leider in Wahrheit eine stetige Linie ohne Highlights. Und ebenfalls leider reißt es auch das hohe Niveau ihrer Musik nicht raus. Die aufkommende Langeweile macht ihr Album kurz gesagt zu einem Durchschnittswerk- leider.(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Alicia Keys – The Element of Freedom
Release: 11.12.2009
Alicia Keys, die jüngst erst mit ihrem Feature bei Jay-Z’s New York Hymne ‚Empire State Of Mind‘ wieder für Furore sorgte, geht nun mit einem neuen eigenen Werk an den Start. ‚The Element of Freedom‘ heißt das Album und erscheint am 11.Dezember- passend zum Weihnachtsgeschäft. Mit der Vorab-Single ‚Doesn’t Mean Anything‘ gibt die 28-jährige einen für sie gewohnten Einblick in das Album, zum einen über die musikalische Marschrichtung, die aber typisch Alicia Keys bleibt und zum anderen über den Inhalt. Letzterer sei, wie die 12-fache Grammy Gewinnerin selber sagt, dieses Mal in einem ganz anderen kreativen Prozess als bisher entstanden. Dennoch bleibt sie sich treu und wagt keine großen Experimente, von schnulzig- sanften bis impulsiv-kräftigen Songs hat die kleine Frau Keys mit der großen Stimme alles aufgefahren was ein gutes ‚Pop/R’n’B-Diva-Album‘ ausmacht.(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Rihanna – Rated R
Release: bereits erschienen
‚Rated R‘ Superstar Rihanna im Kunststoff Stacheldrahtzaun, Prügelopfer von Chris Brown, Marketing-Affäre von Jay-Z und Popsternchen aus Barbados hat kürzlich ihr neues Album veröffentlicht. Produziert wurde es selbstverständlich von ‚Ziehvater‘ Jay-Z und trägt den Namen ‚Rated R‘, was in den U.S.A. im Normalfall für ‚als gefährlich eingestuft‘ steht. Im Falle von Rihanna steht das ‚R‘ aber ausschließlich für ihren Namen und dementsprechend macht die 21-jährige mal wieder einen auf pseudo-hart, kommt in Wahrheit aber mit einem astrein weichgespülten Pop-Album um die Ecke. Dabei wird mal wieder nichts ausgelassen, viel Sex, viel Schnulz, viel Schmerz und noch viel mehr fröhliche und leicht mitzusingende Refrains. Was will man mehr? Rihanna im Playboy vielleicht und nie wieder mit langen Haaren oder Regenschirm in der Hand. Ne Runde russisches Roulette wäre aber auch nicht übel. Mitspielen auf eigene Gefahr versteht sich. (Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Snoop Dogg – Malice N Wonderland
Release: 04.12.2009
Der Doggfather is back. For some Gangster Shizzle of course. Und die Gangrichtung wird wieder etwas härter. Mehr Gangster Kram eben und außerdem, vielleicht auch etwas erstaunlich, zeigen doch einige Beats auf dem neuen Album elektronische Ansätze. Von Hip Hop 2.0 a la Crookers zu sprechen wäre sicherlich übertrieben, dazu bleiben Beat und Groove noch zu langsam und zu sehr in Snoop Dogg’s grüner ‚Mitwipp-Welt‘, aber das ganze wird eben ein tick rougher und aggressiver. Ob ihn da ein paar seiner Kollegen aufgrund seiner zuletzt doch sehr poppigen Nummern zu recht gerügt haben? Man weiß es nicht genau- nur soviel, dass am neuen Werk ziemlich viele verschiedene Akteure mitgearbeitet haben. Da wurde neben zahlreichen Gast-Auftritten auch ziemlich viel von Gästen produziert- also eigentlich alles. Da kann man irgendwie nur hoffen, dass er wenigstens das Meiste noch selber schreibt. Aber selbst wenn nicht, Snoop Dogg ist und bleibt irgendwie ne coole Sau. Das Album hingegen dümpelt so durchs Mittelfeld. (Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Sven Väth –The Sound Of The Tenth Season
Release: 27.11.09
Sven Väth, DJ und Heiliger der elektronischen Musikszene hat gerade den ‚Best DJ Award‘ in Ibiza abgesahnt und wurde zudem zusammen mit Kollege Luciano für das beste DJ-Set (back2back) des Sommers gekürt. Jetzt kompiliert der Nimmersatt und Tausendsasser schon wieder. Und zwar nicht wie so viele seiner Kollegen die besten Sounds der vergangenen, sondern der kommenden zehn Jahre. Visionär Väth gibt einen Einblick in das was die Clubkultur seiner Meinung nach die nächsten Jahre zu erwarten hat. Dementsprechend kann man die großen Interpreten hier lange suchen, dafür präsentiert uns der Cocoon-Macher aber hoffnungsvolle Talente und innovative Sounds. Fans und Interessierte sollten sich das nicht entgehen lassen. (Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Timbaland – The Shock Value II
Release: 04.12.2009
Als Fan von ‚Shock Value‘ hatte man es nicht leicht. Da waren zum einen der kommerzielle Erfolg und zum anderen der oft als monoton beschriebene Stil Timbalands, der von sogenannten Musikexperten kritisiert wurde. Timbaland sei eine Produzentenmaschine, der gerne mal wo anders klaut oder Hits relativ schnell und simple zubereitet. Ich fand hingegen, abgesehen davon dass er natürlich unglaublich clever die Musikindustrie zu seinen Gunsten ausgespielt hat, dass Timbaland die Zeichen der Zeit erkannt hatte und endlich mal Genreschubladen zugeschoben hat. Klar war so gut wie jeder Song ein Feature-Song mit einem bekannten oder noch unbekannten Gesicht, der der heimliche Star des Songs war. Aber auf die Idee muss man eben erstmal kommen und sie dann auch noch so gekonnt umsetzen. Volume 2 von Shock Value ist wirklich einfach nur eine Fortsetzung dessen mit neuen Feature Gästen. Seine Lieblinge Justin Timberlake, Nelly Furtado, One Republic oder Keri Hilson sind zwar auch noch mit dabei, aber ansonsten wurde mit Leuten wie Daughtry, The Fray, Chad Kroeger von Nickelback, Jet, Brandy oder seinem neuen Star Soshy noch mehr aufgefahren als bei Volume 1. Zu schade war er sich auch nicht dafür tief in die Pop-Püppchen-Kiste zu greifen und Katy Perry und Miley Cyrus einzuladen. Selbst Prügelknabe Chris Brown darf mitmachen. Fazit: Das Hitpotenzial ist alles in Allem so sicher wie das Amen in der Kirche, ob er allerdings am Erfolg des Vorgängers anschließen kann wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. (Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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SALM – Something a la Mode
Release: bereits erschienen
Hinter SALM, was als Abkürzung für ‚Something a la Mode‘ dient, verbirgt sich eine französische Zwei-Mann-Kombo um Thomas Roussel und Yannick Grandjean. Die zwei Herren besitzen eine klassische Musikausbildung, spielen Cello, Geige und etwas Piano und besitzen dazu eine hohe Affinität zur elektronischen Musik. Warum also nicht das alles einfach kombinieren. Die Mischung macht’s. Und die ist in diesem Fall explosiv und hochdynamisch. Elektronische Beats die sich mit Cello und Geige paaren. Im Falle von SALM kommt dabei extrem fesselnder und tanzbarer NuRave Schrägstrich Indie Electro mit einer klassischen Note raus- innovativ, abgefahren, clubtauglich oder anders gesagt: Kunst. Das Album ist rundum rund. Ob sich das auch auf Dauer etabliert oder nicht anfängt irgendwann zu langweilen bleibt abzuwarten, aber mit den Songs ‚5am‘ featuring Rapper K-Flay und ‚Rondo Parisiano‘ featuring Karl Lagerfeld (ja, richtig gelesen) werden sie die Clubszene bestimmt noch eine ganze Weile aufmischen. We like! (Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: PutPatTV
Web: www.putpat.tv
Internet killed the video star oder so ähnlich. Abhilfe schafft PutPat.tv. Musikfernsehen der neuen Generation lautet deren Slogan und bringt einem schnell und unkompliziert Musikvideos auf sein internetfähiges Medium. Kurze und kostenlose Anmeldung genügt und schon geht’s los. Auf zurzeit insgesamt neun Kanälen (darunter z.B. einer der Zeitschrift ‚Intro‘) gibt’s rund um die Uhr neue und alte Musikvideos aus den Bereichen Vibes, Jazz, Retro, Heimat, Rock oder Charts. Dazu kann man sich auch seinen eigenen Kanal anlegen und mit Videos seiner Lieblingsinterpreten bestücken. Das Ganze ist derzeit noch eine Beta-Version, läuft dafür aber schon absolut rund und fehlerfrei.

















