Plattenchecks Februar 2010 + Benzin Interview



Nach dem etwas mauen Januar geht’s im Februar schon wieder mehr in Richtung Qualität, zumindest ein bisschen. Als Highlight gibt’s sogar noch ein Interview mit meinen Benzin Homies oben drauf. Die haben nämlich heute ihre neue Single Bewegung veröffentlicht und schieben in zwei Wochen das dazugehörige Album ‘Streichholzschachtelmasterplan’ nach.
Außerdem am Start: unsere allzeit beliebte ‘drUFFIE-Crackhure’ Ke$ha, die sich vorsorglich schon mal das Dollarzeichen in den Namen intergriert hat. Angeblich weil sie an Flo Rida’s globalem Charthit ‘Right Round’ nichts verdient hat. Pah, das ich nicht lache!
Die Plattenchecks werden wie immer in freundlicher Kooperation mit dem SOKO Mag präsentiert und können entweder direkt im Heft (kommt man aus Aalen oder Umgebung), im ‘eMag’ (hat man nen Internetanschluss) oder hier nachm Klick (ist man eh schon da) gelesen und kritisiert werden.
In diesem Sinne viel Spaß mit meiner subjektiven Meinung.
p.s.: Eine kleine Preview- im März zeigt die Formkurve weiter nach oben. Zwei neue Fettes Brot Alben, Gorillaz’ Plastic Beach und eine Deichkind Tribute Compilation für ihren verstorbenen Manager liegen schon auf dem Stapel. Das verspricht einiges.
Ke$ha – Animal
Release: 05.02.2010
Ke$ha, die junge Dame, die sich schon mal vorsorglich und voller Selbstbewusstsein das Dollar-Zeichen in den Namen integriert hat, dürfte dem ein oder anderen schon von Flo Rida’s Cover-Hit ‚Right Round‘ bekannt sein. Da steuerte sie nämlich die Vocals bei, wie auch noch bei einem weiteren Song seines Albums, den sie außerdem gleich noch selber geschrieben hat. Eine Leidenschaft, die sie schon seit der Kindheit und quer durch die U.S.A. mit sich rumträgt: Songwriting. Und zwar das der guten alten Schule von Nashville, das sie jetzt ebenso frisch wie boulevardesk auf ihrem ersten eigenen Album zubereitet. Immer ne schöne oder minder schöne Geschichte erzählen, die jederzeit in Hollywood passieren könnte oder das wahrscheinlich auch schon jeden Tag tut und das dann mit 2010 Pop-kompatiblen Melodien und Sounds verknüpfen und fertig wäre das (gewünschte) Erfolgsprodukt. Dazu kommt noch ihre, das muss man ihr zugestehen, doch recht einzigartige Stimme, die aber bestimmt aufgrund der Rotzigkeit von genauso vielen Leuten gemocht wie gehasst wird. Wetten auf kurz-, mittel- oder langfristige Erfolge würde ich nicht abschließen wollen, aber musikalisch gesehen muss man offen sagen, dass ‚Animal‘ doch eher im Mittelfeld vor sich her dümpelt. Allerdings kann man damit ja heutzutage auch noch einige Dollar machen.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Mobilee – Back To Back Vol.4
Release: 05.02.2010
Das Berliner Vorzeigelabel von Anja Schneider wartet mit Volume vier ihres Labelsamplers auf. Hauptdarsteller der Doppel-CD ist ‚And.Id‘, der auf der ersten CD einen feinen Mix von Techno über House bis hin zu experimentellen Downtempo-Nummern hinzaubert und auf CD zwei sich dann einige Mobilee-Klassiker zur Brust nimmt und diese in nagelneue, re-editierte Jazz-Versionen verwandelt. Dabei wurden die Songs sogar extra mit gestandenen Jazz-Musikern in Live-Studiosessions aufgenommen und sämtliche Protagonisten des Labels wurden mit eingebunden. Gerade für die noch recht junge Geschichte von Mobilee überzeugen die Produktionen durchweg mit musikalischer Raffinesse und Qualität. Schön dass es das in diesen Zeiten der Musikbranche auch noch gibt. Daumen hoch!
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Silke Wilhelm I. – Audiovisual Couture Vol.1 by KoweSix
Release: 22.02.2010
Fashion meets Music. Kein wirklich neues Konzept, dafür aber mal ne neue Idee in Sachen Umsetzung. Die selbsternannte Schöpferin von ‚Urban Couture‘ Silke Wilhelm hatte sich jüngst für die Fashion Week in Paris musikalischen Support von KoweSix, seines Zeichens ein Teil von Moonbootica, ins Haus geholt. Diese Kollaboration wurde nun mit einer Doppel-CD-Mix Compilation ausgeweitet. KoweSix mixt sich dabei stilsicher durch elektronische Gefilde und verleiht damit der jeweiligen CD einen ganz eigenen Touch, genau wie sich Silke Wilhelm das vorgestellt hatte. Die wiederum verknüpft nämlich beide Mixe mit ihren beiden neu entwickelten Eau De Parfums ‚Lucent‘ und ‚Embrace‘, die dahingehend im Gegenzug als Titel der Mixe fungieren. Schöne Idee, die durch die elegante Verpackung und die Beilage von Duftproben beider Parfums noch getoppt wird. Ein Rundum-Erlebnis für die Sinne sozusagen.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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MPHO – Pop Art
Release: 28.02.2010
Hinter Mpho, was übrigens ‘Mpo’ ausgesprochen wird, verbirgt sich eine junge britische Sängerin und Songwriterin mit südafrikanischen Wurzeln. Die Dame mit der Gänsehautstimme startete ihre Musikkarriere als Backgroundsängerin u.a. von Ms.Dynamite und Natasha Bedingfield. Außerdem lieh sie dem Club Charthit ‚Booty La La‘ von Bugz in the Attic ihre Stimme. Im Jahr 2009 veröffentlichte sie dann ihre erste eigene Single ‘Box N Locks‘ und konnte damit schon mal eine kleine Duftmarke ihres Könnens setzen. Ein gewisser Armand Van Helden fand die Nummer auf Anhieb so dufte, dass er kurzum einen Remix davon machte. Ihre zweite Single ‚See Me Now‘ hat sie dann zusammen mit Wale, einem der talentiertesten Newcomer im Hip Hop Business zur Zeit, aufgenommen und bewies damit auch gleich mal eindrucksvoll ihre Facettenreichhaltigkeit. Der Titel ihres jetzt im Februar erscheinenden Albums ‚Pop Art‘ trifft es dabei auf den Kopf- Mpoh macht künstlerisch wertvolle und für die Zukunft vielversprechende Popmusik, die man nur schwer nicht mögen kann.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Riva Starr – If Life Gives You Lemons, Make Lemonade
Release: 02.02.2010
Stefano Miele alias Riva Starr mischt mit seinen neuen Produktionen schon seit Wochen die Clubszene ordentlich auf. Ob mit ‚Black Cat White Cat‘, ‚Dance Me‘ oder der völlig abgefreakten, Balkan Beat-angehauchten Nummer ‚I Was Drunk‘ featuring Noze, da ist für fast jeden was dabei. Vor allem von besagten Balkan Beats scheint der Neapolitaner sehr angetan zu sein. Dennoch übertreibt er es damit aber auch nicht, sondern schafft es gekonnt die Balance zu halten. Dabei fließen über die gesamte Dauer des Albums immer wieder klare und charakteristische House Beats mit in seinen Sound ein, und fast noch öfter sehr simple, dafür aber genauso effektive Samples, die vielen Songs noch mal ordentlich Groove verleihen. Alles in Allem ein ganz klarer Fall von: Die Mischung macht‘s. Trotzdem sollte einem vor dem Kauf klar sein auf man sich da einlässt. Man muss schon grundsätzlich auf den Sound stehen, wird aber für den Fall auch auf jeden Fall mit dem Album glücklich.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Motor City Drum Ensemble – Raw Cuts Collection
Release: 02.2010
Der erst 24-jährige Danilo Plessow, unter anderem Kopf des Projekts ‚Motor CityDrum Ensemble‘ ist einer der erfolgreichsten und angesehensten Produzenten aus Stuttgart. Die Presse sowie prominente Musiker aus der ganzen Welt überschlagen sich regelmäßig vor Lob, wenn er eine neue Produktion auf den Markt bringt. Die ‚Raw Cuts‘ Serie ist dabei mittlerweile schon fast legendär geworden. Nun veröffentlicht er eine gebündelte Sammlung seiner Solo-Werke, die die Herzen von Musikliebhabern der Detroiter Szene jetzt schon höher schlagen lässt. Der sehr stark von Soul, Funk, Techno, Boogie und House beeinflusste Sound wird dabei von seinem alter Ego ‚Motor City Drum Ensemble‘ in neue Strukturen gebracht und sprengt gleichzeitig Grenzen. Die Kollektion eignet sich ebenso gut für eingefleischte Fans wie für jungfräulich Interessierte, die sich mit dem Thema auseinander setzen wollen. Wir schließen uns der globalen Meinung an und verteilen hiermit ein weiteres Lob!
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: Electrostiile
Web: http://electrostiile.blogspot.com/
Wer keine Abneigung gegen oft als anstößig verurteilte nackte Haut, die französische Sprache und populär bis rare Produktionen aus dem Electro-Bereich hat, ist auf dem Electrostiile Blog ganz gut aufgehoben. Der wird zwar nicht täglich gepflegt, macht dieses kleine Manko aber mit Qualität wieder wett. Die meisten der empfohlenen Songs kann man getrost und nahezu blind im Electro-Schuppen um die Ecke spielen, beziehungsweise als Gast konsumieren. Die Tracks werden weitestgehend direkt mit Download-Möglichkeit versehen und wenn man fix ist staubt man auch noch seltene Mixes, Bootlegs oder ähnliches von Leuten wie Eric Prydz oder Laidbake Luke ab, bevor selbige den Download-Link sperren lassen.
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Benzin im Interview
Die Ulmer Rockkapelle um ‚Benzin‘ veröffentlichen im Februar 2010 mit ‚Streichholzschachtelmasterplan‘ bereits ihr drittes Studioalbum. Wir trafen sie zum Gespräch:
aero: Hi Jungs. Zu aller erst mal würd ich ne kleine Vorstellungsrunde für all unsere Leser, die Euch vielleicht noch nicht kennen, vorschlagen.
Benzin: Ja, klar- also wird sind Benzin:
Sebastian Schwaigert aka Kalle Karacho (Gesang/Gitarre)
Andy Wolf aka Andrew Gonzalez (Gitarre/Gesang)
Simon Schwaigert aka Maitre Mich (Bass/Gesang)
Marc Huttenlocher aka PBHutti (Schlagzeug/Gesang)
Wir machen hauptsächlich Lärm in Form von ‚deutschsprachiger Gitarrenscheiße‘.
aero: Okay. Nette Stil-Beschreibung, die es glaub ich auch ganz gut auf den Punkt trifft. Erzählt unseren Lesern doch noch ein bisschen was zur Entwicklung seit dem letzten Album. Eine Klischeefrage pro Interview sollte ja auch erlaubt sein.
Benzin: Auf jeden Fall. Nach dem letzten Album “Auf los geht’s los” trennte man sich von Label und Management und machte einen kompletten Neuanfang. Alles auf Null und eine Platte gemacht, wie wir sie wollten. Spontan und ohne große Kompromisse, wie man das so schön sagt. In diesem Falle kann man echt sagen, dass wir zumindest das bislang raueste Album aufgenommen haben. Mit neuem Label am Start (Anm. d. Red.: Hamburger Indielabel mossBEACH music) wird also jetzt wieder Gas gegeben. Schön ist, dass wir von den Leuten die das Album bislang gehört haben, super Resonanz bekommen haben. So zeigten sich u.a. bekannte Kollegen wie Ingo von den Donots sehr angenehm überrascht!
aero: Okay, ich geb zu, ich stell noch mehrere Klischeefragen. Zum Beispiel die nach Einflüssen in Euren Sound beziehungsweise die nach musikalischen Vorbildern.
Benzin: Bei diesem Album war u.a. ein Künstler wie (Axel) Bosse mit prägend. Dazu die bei Benzin fast schon üblichen Verdächtigen wie die Beatsteaks und The Wohlstandskinder (Gott habe sie selig). Ansonsten schaut man sich natürlich um und hört einfach viel Musik. Geklaut wird dann da, wo es sich lohnt!
aero: Jeder einzelne von Euch wird ja vermutlich so seine persönlichen Lieblingssong vom Album haben, oder?
Benzin: Ja, sicher. Wobei wir uns dieses Mal eigentlich relativ einig sind und unsere erste Single ‚Bewegung‘ sowie den Titelsong zum Album ‚Streichholzschachtelmasterplan‘ bandintern favorisieren.
aero: Was würdet Ihr als größten Erfolg der bisherigen Bandgeschichte nennen?
PBHutti: Also wenn man mich fragt, nenne ich gerne die Beiträge in der BRAVO und vor allem in der Coupe- endlich hat sich das Abo gelohnt!
Benzin: Ja, ansonsten waren z.B. Platz 15 in den DASDING Jahreshörercharts oder die Konzerte beim Open-Flair-Festival absolute Highlights. Die Tour mit Itchy Poopzkid war auch super.
aero: Was steht 2010 auf der Band-Agenda und was habt Ihr Euch für die Zukunft noch vorgenommen?
Benzin: Wir werden wohl älter werden, weiterhin ordentlich Lärm machen, viele Konzerte spielen und das wohl noch verstärkter bundesweit und wenn es nach unserem Drummer geht, müssen wir es auch noch irgendwie schaffen einmal mit den ‚Village People‘ zu spielen.
aero: Danke für das kurze, aber nicht minder knackige Interview. Ach und zum Schluss noch eine andere Frage: Habt Ihr schon mitbekommen, dass der Titel Eures ersten Albums ‚Soundtrack für Dein Wochenende‘ mittlerweile in Esslingen als Name für eine Partyreihe fungiert?
Benzin: Ja, die Gerüchte haben uns auch schon erreicht (allgemeines Gelächter). Neulich waren wir nach nem Konzert in der Nähe dann auch mal selber da und haben uns persönlich davon überzeugt. Dabei ist uns auch ständig irgendwo unser Logo begegnet- sehr mysteriöse Geschichte…
Mehr interessantes, witziges oder kurioses über Benzin gibt’s hierauf der offiziellen Homepage www.meinbenzin.de zu entdecken. Ansonsten bleibt abschließend nur noch der Tipp sich die Jungs bei Gelegenheit mal live anzuschauen, zum Beispiel bei der offiziellen Album Release Party am Freitag, den 26.02.2010 im Roxy in Ulm.
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Benzin – Streichholzschachtelmasterplan
Release: 19.02.2010
Wie die Herren im Interview ja schon angedeutet haben, wurden beim neuen und mittlerweile dritten Studioalbum tatsächlich keine Kompromisse gemacht. ‚Streichholzschachtelmasterplan‘ ist hundert Prozent Benzin und hundert Prozent auf die Zwölf. Das Album fegt nach dem Einlegen quasi nur so an einem vorbei. Laute Kurzweiligkeit macht sich breit. Von textlich banalen, über unfassbar tiefsinnige bis hin zu gar emotionalen Songs, knallen die vier äußerst sympathischen Jungs ein geradezu Feuerwerkartiges Bollwerk an Gitarrenmucke raus. Dabei versucht man wie gewohnt und im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Rockbands, erst gar nicht sich ‚Credibility‘ durch entweder politische Statements oder alternativ (übertrieben) witzige Texte zu erhaschen. Benzin sind nicht die Ärzte oder die Wohlstandskinder und wollen auch weder den einen noch den anderen nacheifern. Dennoch zählen beide zu den musikalischen Vorbildern und so finden sich im Sound der Band auch durchaus Elemente beider wieder. Trotzdem und vor allem bleibt Benzin auch auf der neuen Platte einfach typisch Benzin und ist daher immer noch und nach wie vor eine Empfehlung wert.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
















