Plattenchecks Januar 2010
Wie so oft gibt der Januar in Sachen Neuerscheinungen nicht so wirklich viel her, weil die meisten Künstler/Plattenlabels noch vehement versuchen die Veröffentlichung der Platte ins Weihnachtsgeschäft zu drücken.
Wir haben aber trotzdem und wie immer unser Bestes gegeben und ich hab mich fleißig durch die neuen Scheiben von Massive Attack, Cobra Starship, Lupe Fiasco, Tocotronic (ihgitt!), Hot Chip und Modern Talking gehört. Gut, ehrlich gesagt hab ich mir nicht die ganze Modern Talking Platte reingezogen, das war aber auch nicht nötig. Ebenso wenig wie bei der Kontor Classics Compilation, da spricht die Tracklist schon für sich.
Außerdem haben wir auch noch die ‘Top-und Flop Five-Alben of the year’ gewählt- aus denen die wir auch rezensiert haben natürlich.
Das ganze Heft online lesen kann man hier, die Musikabteilung nachm Klick.
Massive Attack – Heligoland
Release: 08.02.2010
Massive Attack sind spätestens seit ihrem Über-Hit ‚Teardrop‘ in aller Munde. Die Musik bewegt sich straight im elektronisch-chillig-düster-deepen Bereich bis hin zu Trip Hop oder Ähnlichem. Soundmäßig bleibt man sich da auch weiterhin und auf dem neuen Album ‚Heligoland‘ treu. Dieses wurde übrigens tatsächlich nach dem deutschen Inselgruppen-Archipel Helgoland benannt. Warum wurde allerdings bisher nicht übermittelt. Dafür aber die Gastsänger und die haben es in sich: Horace Andy, Tunde Adebimpe, Hope Sandoval, Guy Garvey, Martina Topley-Bird und nicht zuletzt auch Blur und Gorillaz Frontmann Damon Albarn konnten dafür verpflichtet werden. Das wiederum führt, wie es zu erwarten war, auch im Jahr 2010 zu wahren musikalischen Perlen der englischen Kombo. Auch wenn die ganz großen Hits dann doch in den 2000ern zurückbleiben. Wer sich vorab schon mal einen Einblick verschaffen möchte kann sich mit der bereits erschienenen Online-EP ‚Splitting The Atom‘ tun.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Cobra Starship – Hot Mess
Release: 22.01.2010
Cobra Starship waren mir bis kurz vor diesem Text ehrlich gesagt total unbekannt. Hab das dann mal ‚gegoogled, -youtubed und wikipediat‘, macht man ja heute so. Das machte alles erstmal einen ganz guten Eindruck. Vier Jungs und ein Mädel. Band-Gründer und Sänger Gabe Saporta kann auf jeden Fall auch mal live ganz gut singen. Die erste Single heißt ‚Good Girls Go Bad‘ und wird von ‚The Gossip‘-Schauspielerin Leighton Meester’s Stimme gefeatured. Besonders witzig finde ich den Titel eines Songs auf dem Album, der lautet: ,Pete Wentz (Anm.d.Red.: Gitarrist von Fall Out Boy und Ehemann von Ashlee Simpson) Is The Only Reason Why We’re Famous‘. Ob das wirklich stimmt kann man jetzt so nicht sagen. Aber die Band bewegt sich wohl auf einem guten Weg dahin. Die Songs machen jedenfalls für die recht langweile Beschreibung ‚Pop-Rock‘ mächtig Dampf. Manchmal wirkt alles allerdings zu übertrieben und zu künstlich noch einen Schritt aufs Gas gedrückt. Außerdem fehlt es über die gesamte Dauer etwas an Abwechslung. Dabei wird versucht stets gute Laune und legeren Lifestyle zu transportieren. Daher werden Fans von Fall Out Boy, The All American Rejects oder 3oh!3 wohl auch mit Cobra Starship glücklich werden können.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Lupe Fiasco – Super Fiasco
Release: 15.01.2010
Lupe is back. Zum Glück. Eigentlich wollte der Herr ja mal seine Karriere beenden, weil ihm der Erfolg beziehungsweise die Reichweite der Leute die er mit seiner Musik ansprechen wollte nicht groß genug war. Vielleicht war das aber auch nur ein Marketing-Schachzug. Man weiß es nicht genau. Ist aber eigentlich auch egal, weil grundsätzlich kann man ihm damit Recht geben. Lupe ist wirklich großartig- erstklassige Rap-Skills, gute Texte und schöne Musik. Aber leider in der Tat (immer)noch erstaunlich unbekannt. Jetzt bringt er, wie man das in Hip Hop Kreisen noch gelegentlich so macht, als eine Art Verkürzung der Wartezeit auf sein neues Album ein ‚Mixtape‘ auf den Markt. Das beinhaltet bekannte, unbekannte, nie veröffentlichte oder Feature-Songs und wurde von DJ Stupac in Einklang gebracht. Alles in allem ist das ne sehr nette Sache und perfekt geeignet für Fans und Interessierte.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Tocotronic – Schall und Wahn
Release: 22.01.2010
Das schönste an dem neuen Tocotronic Album ist die Tatsache, dass sich nichts geändert hat. Die Texte sind nach wie vor ekelhaft pseudo-intellektuell und voll mit ausgelutschen Klischees und fast schon penetrant schlechten (Wort)Witzen über alles was eben doof ist. Es klingt alles nach wie vor wie mieser Schüler-Rock, dargeboten von ein paar frustrierten und pubertierenden Jungs, die denken Ihre Uncoolness mit ihrer Möchtegern-Intelligenz wettmachen zu können. Die Wahrheit ist aber, dass beides von noch mehr Unkreativität überschattet wird. Das einzige was noch schlimmer ist als dieses Album, sind die Leute die sich das ernsthaft anhören. Ich möchte die Platte jetzt schon als TopFlop 2010 vorschlagen. Die Schuld dafür oder alternativ auch für alles andere auf der Welt können Tocotronic ja dann wieder dem bösen, bösen Establishment geben.
(Bewertung: 1 von 5 Sternen)
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Hot Chip – One Life Stand
Release: 29.01.2010
Wer Musik liebt sollte Hot Chip kennen. Selten habe ich von einer so Musik-besessenen Musiker-Truppe gehört. Ich glaube die verbringen wenn sie nicht gerade Musik komponieren, produzieren oder in Clubs auflegen, jede freie Minute im Plattenladen. ‚Ich hole mir Inspiration, lerne und entspanne dabei‘. Und das merkt man. Nichts ist den Jungs fremder als Monotonie oder Schubladen-Denken. Selbst Perfektion langweilt sie schnell. Die ‚Menschlichkeit an unserer Musik ist und wichtiger.‘ Sie sind wandelnde Musik-Lexika und leben das was sie lieben. Ihr Sound ist fast schon unbeschreiblich vielseitig inspiriert und wirklich alles daran ist hundertprozentig made by Hot Chip. Näher auf das Album einzugehen spare ich mir- und zwar aus dem einfachen Grund, dass man jedes Album von Hot Chip blind empfehlen kann, was ich hiermit auch tue.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Modern Talking – 25 Jahre Disco Pop
Release: 22.01.2010
You’re my heart, you’re my soul. I’ll keep it shining everywhere I go. You´re my heart, you’re my soul. Yeah, I’m feeling that our love will grow. You’re my heart, you’re my soul. That’s the only thing I really know. Cheri, Cheri lady. Going through emotion. Love is where you find it. Listen to your heart. Cheri, Cheri lady. Living in devotion. It’s always like the first time. Let me take a part. You’re not good, can’t you see brother Louie, Louie, Louie. I’m in love set her free. Oh, she’s only looking to me. Only love breaks her heart brother Louie, Louie, Louie. Only love’s paradise. Oh, she’s only looking to me. Muss man dazu mehr sagen? Vielleicht noch, dass die Best Of-CD nicht nur ne Doppel-CD ist, sondern auch noch auch so bezeichnete Raritäten parat hat. Ob bisher unveröffentlichtes Material, Remixe (!) oder 21-Minuten-Versionen der größten Hits, da bleibt mit Sicherheit kein Auge trocken…
(Bewertung: unmöglich)
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Kontor – Classics
Release: bereits erschienen
Selten hat man es als Musikredakteur, beziehungsweise als jemand der behauptet ein wenig Ahnung von Musik zu haben, so leicht. Die Kontor-Classics Compilation fährt mit allen großen Hits, die in irgendeiner Weise mal beim Label gesigned waren oder sind, auf. Am Ende stehen sechzig geballte House-und Elektro Songs auf insgesamt drei CDs zu buche. Annähernd alle davon erreichten hohe Chartplatzierungen und wurden in den Clubs der Welt rauf und runter gespielt. Annähernd alle großen Namen der Szene sind vertreten. Und ich denke, annähernd jeder Fan von elektronischer Musik wird damit glücklich werden , sofern er nicht eh schon alle Tracks im Plattenregal stehen, ähm Entschuldigung, ich meine natürlich auf der Festplatte gespeichert hat. Ausnahmsweise bleibt hierbei trotz Masse auch noch Klasse und somit lässt das Urteil nichts geringeres als die Höchstwertung zu.
(Bewertung: 5 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: Live Free Or Die
Web: http://golivefreeordie.blogspot.com/
Hinter ‚Live Free Or Die‘ verbirgt sich Felix aus Stuttgart. Felix ist zwar erst 18 Jahre alt, aber Musikgeschmack kennt eben kein Alter. Der junge Mann bloggt sich seit einiger Zeit fröhlich und regelmäßig durch den neuesten Shizzle in Sachen Rave und New Rave Mucke. Dabei ist er oft upper than up to date und bekommt auch von der Szene mittlerweile große Anerkennung und Support. Beim Stöbern entdeckt man viele Raritäten und Interessantes rundum die Musik, die er empfiehlt. Außerdem ist er stets bemüht frei zugängliche Verlinkungen zu den Songs zu finden oder zu bekommen. Gelegentlich schleichen sich aber auch noch andere Themen von ‚Stuttgart Issues‘ über Partytipps bis hin zu musikalischen Ausflügen in andere Genres ein. Alles in allem ne runde Sache, die an dieser Stelle ausdrücklichst zum Auschecken empfohlen werden kann.
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TOP5 ‘SOKO Mag’ Alben 2009
1. Asher Roth – Asleep In The Bread Aisle
…weil Asher Roth endlich wieder neuen Schwung in den Hip Hop und den Rap gebracht hat. Und das in jedem einzelnen Song vom Album!
***Empfehlungen: ‘As I Am’, ‘Lions Roar’ & alle anderen!
2. Oliver Koletzki – Großstadtmärchen
…weils einfach schöne Mucke ist und zwar komplett durch.
***Empfehlungen: ‘Hypnotized feat. Fran’, ‘Kusskompatibel’& ‘This Is Leisure feat. Mieze Katz’
3. Jay-Z – The Blueprint 3
…weil Jay-Z Jay-Z ist und ‘Empire State Of Mind’ ein epochales Meisterwerk.
***Empfehlungen: ‘Empire State Of Mind’,'D.O.A.’ & ‘Venus vs. Mars’
4. Röyksopp – Junior
…weil die Jungs konstant hochwertige elektronische Musik auf den Markt schmeißen und sich trotzdem jedes Mal wieder neu erfinden.
***Empfehlungen: ‘The Girl and The Robot’, ‘Vision One’ & ‘It’s What I Want*
5. Kid Cudi – Man On The Moon
…weil sich das jahrelange Warten aufs Album doch noch gelohnt hat und Mister Cudi keine ‘Einjahresfliege’ bleiben wird!
***Empfehlungen: ‘Soundtrack 2 My Life’, ‘Enter Galactic’ & ‘Day n Nite (Original Version)’
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Flop5 ‘SOKO Mag’ Alben 2009
1. Lady GaGa – The Fame Monster
…weil Lady GaGa einfach gar nicht geht und man selten von irgendeinem Popsternchen dermaßen penetrant genervt wurde.
***Hoffnung: Lady GaGa wird 2010 abgewrackt und hört auf mit Musik machen. Außerdem werden rückwirkend alle Songs außer ‘Just Dance’ vom Markt genommen und eingestampft.
2. Max Herre – Ein geschenkter Tag
…weil ‘ich-mach-jetzt-einen-auf-Singer/Songwriter’ sowas von 2000late ist und selbst geschenkt das Album noch zu teuer bezahlt ist.
***Hoffnung: Max besinnt sich zurück auf die guten alten Zeiten und arbeitet wieder an neuen Freundeskreis Stücken.
3. Deadmau5 – For Lack Of A Better Name
…weil Nachbars Lumpi in zwei Tagen ein ähnlich kreatives Album auf den Markt werfen könnte.
***Hoffnung: Vor der Veröffentlichung seines dritten Albums läuft wieder eine Maus in seinen Rechner und tötet dabei sich selbst und alle neuen Songs. Deadmau5 sieht das dann wiederum als Zeichen Gottes und beendet daraufhin seine Produzenten Karriere.
4. The Veronicas – Hook Me Up
…weil man ruhig mal beim Album rezensieren Angst vor Sperma attestieren kann.
***Hoffnung: Die Veronicas färben sich die Haare rot und lila, nennen sich in die ‘Uschis’ um und treten nur noch aufm Ballermann auf.
5. Nelly Furtado – Mi Plan
…weil spanische Pop-Alben endlich verboten gehören!
***Hoffnung: Nelly macht wieder englisch-sprachige Musik und zieht sich im Rahmen der Promo für Ihr neues Album endlich für den Playboy aus.




















