Plattenchecks Juli 2010
feat.
Big Boi, The Roots, M.I.A., Kylie Minogue, B.o.B., Stromae & der neuen Party Animals Compilation inklusive Verlosung!
Aber wie immer zuerst, der:
+++ Slash, seines Zeichens Gitarrist der Kultband Guns’n’Roses, wurde während seiner Solo-Tournee in Mailand auf der Bühne von einem ‚Fan‘ attackiert. Slash spielte aber unbeeindruckt einfach weiter. Einzig und allein seine Gitarre hat den Angriff nicht unbeschadet überstanden. +++ Wer nie wieder was über Justin Bieber im Netz lesen möchte kann sich jetzt bei Firefox ein Add-On runterladen was alles um den amerikanischen Teenie-Star ausfiltert. +++ Aufgrund seiner Eskapaden beim letzten Holland Auftritt und zum Unmut der Veranstalter haben Regierungsvertreter in Den Haag den Headliner Snoop Dogg aus dem Programm des Parkpop Festivals gestrichen. +++ Fußballsongs nerven, erobern die Charts und füllen alle vier Jahre die Taschen der meist eher begrenzt talentierten Künstler. +++ Apropos, Shakira’s WM Song ‚Waka Waka‘ ist eins zu eins von einer kamerunischen Band aus dem Jahre 1986 gecovered. +++ John Frusciante (Red Hot Chili Peppers) und Omar Rodriguez (Mars Volta) haben ihr zweites gemeinsames Album unter dem Motto ‚Pay what you want‘ veröffentlicht. Der Erlös der Einnahmen geht an amerikanische Musikschulen. Feine Sache! +++
Big Boi – Sir Lucios Left Foot: The Son Of Chico Dusty
Release: 02.07.10
Big Boi, seines Zeichen ½ Outkast, wandelt nun auf Solopfaden und veröffentlicht im Juli sein erstes Album mit einem nicht gerade kurzen Titel. Wer sich schon ein bisschen mit Outkast und deren Geschichte beschäftigt hat, kann womöglich auch schon vermuten was in Big Boi’s ungewöhnlich wie undurchsichtigem Künstlerherz schlummert. Von funky bis flashy, von Rap bis Popmelodiös, dem Big Boi ist kein Spagat zu groß und kein Crossover zu crossover. Zudem ist die Liste an Gästen, wie sollte es anders sein, groß bis großartig. Neben Outkast Kumpel Andre 3000 wirken unter anderem auch T.I., B.O.B., Lil Jon, Scott Storch oder Jamie Foxx an einzelnen Songs mit. Die Mischung ist gut, das Album experimentell bis ausgereift. Für Fans ein absolutes Muss, für alle anderen eine Empfehlung wert.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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The Roots – How I Got Over
Release: 02.07.10
Da geht dem Musikfan das Herz auf. Jedes Mal wenn The Roots ein neues Album rausbringen freut man sich als ob das letzte zehn Jahre her wäre. Sind in Wirklichkeit aber nur zwei. Die Jungs schaffen halt noch was. Auch dieses Mal haben sie sich dabei wieder nicht lumpen lassen und satte vierzehn Tracks auf das Album gepackt. Die schon lange veröffentlichte und gleich wie das Album heißende Vorabsingle ‚How I Got Over‘ überraschte mit mehr Gesang als Rap von Frontmann ‚Black Thought‘. Die jetzt erscheinende Featuring Nummer mit John Legend überzeugt sowohl Radiohörer als auch Szenenasen. Und das restliche Album- ja was soll man sagen- überrascht einfach nicht, weil es gewohnt außergewöhnlich daher kommt und somit auch (mal wieder) den Spieß umdreht und dem derzeitigen Trend dezent seinen Stempel aufdrückt. Dafür gibt’s ne Kaufempfehlung und ne Mögen-Garantie.
(Bewertung: 5 von 5 Sternen)
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M.I.A. – /\/\/\Y/\ (Maya)
Release: 09.07.10
Im Juli soll es nun nach der Release Verschiebung letzten Monat endlich soweit sein. Das neue M.I.A. Album ‚Maya‘, was übrigens selbstbetitelt ihr Spitzname ist, erscheint auf dem Markt. Vorab war ja nur das aufreibende und brutale knapp zehn Minuten lange Video zu ‚Born Free‘ an die Öffentlichkeit geraten, während um die restlichen Tracks fast schon ein Staatsgeheimnis gemacht wurde. Die vermutlich zweite Single ‚XXXO‘ wurde erst vor kurzem auf BBC gespielt und verspricht ein Hit zu werden. Die weitergeführte Kooperation mit Blaqstarr und das Featuring von Diplo werden vermutlich ihr weiteres getan haben und so verspricht der mit sechzehn Tracks (in der Limited Edition) gefüllte Longplayer doch schon wieder einiges in Sachen Elektro-Rap. Die Scheibe wird die Szene aufmischen, da sind wir uns ziemlich sicher.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Kylie Minogue – Aphrodite
Release: 02.07.10
Jetzt wird es schwierig. Für diesen Artikel ist die vom Layout vorgegebene maximale Zeichenanzahl ausnahmsweise mal deutlich über dem was ich schreiben kann und möchte. Kylie’s neues Album ist nämlich relativ schnell zusammengefasst: unspektakulärer, Radiotauglicher Dance-Pop ohne Highlights und, jetzt kommt vielleicht die einzige kleine Überraschung, auch ohne klar erkennbaren Single-Hit. Produktion top, Innovation Flop. Mehr bleibt nicht zu sagen.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Various Artists – Party Animals (mixed by Marco Carola & Nick Curly)
Release: bereits erschienen
Die Cocoon Summer-Mix Reihe geht in die vierte Runde. Die Intention hinter Party Animals steckt in der musikalischen Aussicht auf die kommende Ibiza-Saison und somit den Dreh-und Angelpunkt der elektronische Musikszene. Klar, dass man dabei auch nur die besten und vielversprechendsten DJs präsentieren will. Mit Marco Carola hat man ein gestandenen Könner verpflichtet, der auf seinem Part einen gewohnt technoid angehauchten Minimal Funk Mix aus sechszehn Tracks hinschiebt. CD zwei übernimmt mit dem Mannheimer Nick Curly ein hochgelobter und kaum minder erfolgreicher Produzent und DJ. Wie auf seinem eigenen Label Cecille Records führt er auch hier auf insgesamt zwanzig Tracks durch deep bis Soulful-Vocal-geladene Gefilde. Für Fans von Ibiza, der Cocoon Maschinerie oder Drogen ein wahrer Leckerbissen.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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B.o.B. – The Adventures Of Bobby Ray
Release: 09.07.10
Reife Leistung was der Bobby Ray da abgeliefert hat. Nach der (Sommer)Hit-Single „Nothin‘ On You“ legt der Nachwuchsrapper ein beeindruckendes Album nach. Dabei vermischt er verschiedenste Styles und schafft einen fluffigen Spagat zwischen Rap und Pop. Unterstützung bekommt er u.a. von Eminem, Hayley Williams (Paramore), Rivers Cuomo (Weezer) und Lupe Fiasco, mit denen er allesamt nachhaltige ‚Featuring Songs’ gezaubert hat. Dazu hat der B.O.B. die meisten Instrumente (darunter Piano und Trompete) selbst eingespielt. Ein wahrer Musiker im Rapper-Gewand also und ein wirklich schönes (Sommer)Album dazu. We very like!
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Stromae – Cheese
Release: bereits erschienen
Wenn das Mal nicht das Ständer-Album des Monats ist. Heiß erwartet und heiß begehrt, der Stromae und seine Tanzaufforderung. Jetzt kommt Käsiges hinterher. Wenn der sympathische Belgier das gewusst hätte, hätte er sich das mit dem Albumtitel vielleicht noch mal überlegt, ‚Cheese‘ ist nämlich wahrhaftig Käse. ‚Alors On Danse’ extended, 90’s ‘Pump Up The Jam’ Pop, French ‚House’llujah’ und Faithless für Arme in Einem- starkes Gesamtpaket also für die nächste Trash Pop Party. Schade, denn Stromae hat glaube ich mehr drauf. Mehr als andeuten kann er das allerdings nicht. Und so reiht sich der schlacksige Hungerhaken erfolgreich in die mittlerweile unendlich erscheinende Ansammlung trivialer Dance-Alben ein. Aber auch das werden wir irgendwann wieder vergessen, da bin ich mir sicher.
(Bewertung: 2 von 5 Sternen)
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