Plattenchecks Mai 2010
Lena Meyer-Landrut, LCD Soundsystem, Kate Nash, Die Fantastischen Vier, Jack Johnson, Tiefschwarz & The Music Ninja
(mehr nachm Jump)

+++ Shakira und die südafrikanische Band Freshlyground liefern mit ‚Time for Africa‘ den offiziellen Song zur WM 2010 und wie nicht anders zu erwarten, blutet einem dabei und auch dieses Mal wieder das Ohr. +++ Christian Durstewitz, seines Zeichens Drittplatzierter bei ‚Unser Star für Oslo‘ steigt gleich richtig ein und geht als Vorgruppe von Stefanie Heinzmann mit selbiger auf Tour durch Deutschland und die Schweiz. +++ Trotz extremer Verschuldung der Stadt findet die diesjährige Loveparade (24.7.) jetzt doch in Duisburg statt. +++ Überraschung: Ricky Martin ist schwul. +++ Bushido hat doch tatsächlich 13 Tonfolgen von der französischen Band Dark Sanctuary geklaut und als seine ausgegeben. Blöderweise sind diese 13 nachgewiesenen Diebstähle auf insgesamt 11 CDs verteilt (inklusive BRAVO Hits, The Dome, etc.) und müssen jetzt von der Plattenfirma zurückgeholt und eingestampft werden. +++ Wer mal den schlechtesten Popsong aller Zeiten von der schlechtesten Künstlerin aller Zeiten hören und sehen möchten, gibt bei Google einfach mal ‚Clara It’s Burning Video‘ ein. +++ War ja echt ne nette Idee, der Graswurzeleffekt a la X-Factor und Rage Against The Machine auch in Deutschland und mit dem DSDS Gewinner Song zu probieren. Hat nur leider nicht ganz funktioniert. Der Bohlen Song holte sich den ersten Platz in den Download Charts vor Initiative 1 Led Zeppelin und Initiative 2 Blümchen. Tipp fürs nächste Mal: Die Initiativen schließen sich zusammen und suchen sich a la Vorbild nen guten Song aus. +++ Schamlose Eigenwerbung: Der Relaunch auf www.aerodynamite.tv +++
Lena – My Cassette Player
Release: 07.05.2010
Knapp drei Wochen vor dem Eurovision Song Contest in Oslo veröffentlicht Lena, die sich jetzt auch offiziell von ihrem Nachnamen getrennt hat, noch schnell ihr erstes Album mit dem Titel ‚My Cassette Player‘. Um aus dem ‚schnell‘ wiederum keinen Schnellschuss zu machen, hat sich Stefan Raab höchstpersönlich Zeit für die Produktion genommen. Tatsächlich wird, während dem Schreiben dieser Zeilen, nämlich noch eifrig aufgenommen und im Studio gebastelt. Deshalb konnten wir uns bis auf die bisherigen drei Titel aus der Finalshow von ‚Unser Star für Oslo‘ auch nur einen kleinen und groben Überblick verschaffen. Dieser verspricht, wie es auch nicht anders zu erwarten war, jedoch einiges. Lena’s Art und Raab’s Know-How bilden dabei quasi die perfekte Symbiose eines Pop-Albums, nachdem sich die deutsche Musikbranche schon so lange sehnt und selbiger mehr als gut tun wird. Mehr können wir, müssen wir aber auch nicht, dazu sagen.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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LCD Soundsystem – This Is Happening
Release: 14.05.2010
Schon nach zwei Alben (und einem Mixtape für Nike) gilt James Murphy’s Soloprojekt LCD Soundsystem als der geheime Star der Szene. Dance, Punk, Disco- nicht mehr, nicht weniger. Mit seinem selbstbetitelten Debüt 2005 und der Single ‚Daft Punk Is Playing At My House‘, ebnete er den Weg für mehr. Das zweite Album ‚Sound Of Silver‘ wurde neben unzähligen Lobeshymnen auch gleich mehrfach ausgezeichnet. Jetzt, beziehungsweise eigentlich schon letzten Sommer, hat er sich wieder ins Studio begeben, um zum dritten Mal alles selbst einzuspielen. Rausgekommen ist mit ‚This Is Happening‘ eine weitere Prophezeiung und zeitgleich ein Versprechen für puren Aktionismus. Hartnäckig halten sich dabei allerdings die Gerüchte, es könne sich um James Murphy’s letzten Streich handeln. So oder so, es passiert etwas.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Kate Nash – My Best Friend Is You
Release: bereits erschienen
Kate Nash, oder wie die neue deutsche Eurovision Song Contest-Welle sagt: die englische Lena Meyer-Landrut veröffentlichte unlängst ihre zweite Langspielplatte. Nach dem fast schon kometenhaften Aufstieg ihrer Person und den Lorbeeren für ihr Debütwerk ‚Made In Bricks‘ zeigt sich Lena…äh Kate jetzt ein Stück erwachsener. Zumindest ein kleines. Zusammen mit Produzent Bernard Butler (u.a. Duffy) hat sie sich bei ‚My Best Friend Is You‘ auch noch anderen Themen außer der Liebe angenommen. Sie singt (und spricht) von Vertrauen, Sexismus, Homophobie oder Ehrlichkeit. Gelegentlich prangert sie auch mal, versteckt ihre Kritik zwischen den Zeilen oder setzt die Pointe an den Schluss. Heiter bis wolkig, unerwartend und frisch geht die erst 23-jährige dabei zu Werke und verschafft dem Hörer so, und trotz sporadischer Eintönigkeit, alles andere als Langeweile.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Die Fantastischen Vier – Für Dich Immer Noch Fanta Sie
Release: 14.05.2010
Selbst nach zwanzig Jahren fabrizieren die Fantastischen Vier, die nicht unterschiedlicher sein könnten, immer noch neues Material wie am Fließband. Da wird sich nicht auf Erfolg ausgeruht, sondern einfach weiter und konsequent nachgeliefert. Unbestritten gehören sie damit zu wenigen in Deutschland, von denen man das oder ähnliches behaupten könnte. Die Fantas sind und waren vermutlich schon immer in ihrem Dasein eigen-und einzigartig. Markenzeichen bemerkenswert. Lustige Musik über traurige Dinge. Kluge Systemkritik verpackt in astreinem Street Credibilty Superpop. Professionelle Kreativität in Zeiten in denen jeder mit jedem down sein will und alle down sind. Aus Sicht der Fantas zumindest. Die müssen sich wenig Sorgen machen. Da sägt so schnell niemand am eigens gebauten Thron. Oder um das neue Album zu zitieren: „Ist es Dir wichtig ein bisschen besser zu sein? Dann mach es richtig oder lass es besser sein!“
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Jack Johnson – To The Sea
Release: 28.05.2010
Hat sich eigentlich schon mal jemand die Frage gestellt, warum- wenn es sich bei Jack Johnson’s Musik tatsächlich um Surfer Musik handelt- nicht reihenweise Surfer gelangweilt von ihrem Brett fallen? Vermutlich weil der iPod nicht wasserdicht ist. Nee, aber mal im Ernst, ich mag zwar diese Singer-Songwriter Nummer, Akustik-Gitarren, Sonne, Strand, Meer und den Hauch von Freiheit den Jack uns vermitteln möchte, aber zeitgleich hab ich das Gefühl er schreibt immer wieder den gleichen Song. Beachtlicherweise hatte Herr Johnson dabei auch noch nie einen richtigen Charthit, nur seine Alben rangieren meist sehr weit oben. Was das im Umkehrschluss bedeutet, könnte ich jetzt zwar genauer ausführen, aber ich will nicht mit Theorie langweilen. Das macht nämlich der Jack schon, ausführlich und immer noch.
(Bewertung: 2 von 5 Sternen)
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Tiefschwarz – Chocolate
Release: 18.05.2010
Die Gebrüder (musikalisch und auch so) Ali und Basti Schwarz zogen einst aus dem charmanten Stuttgart, um die Welt mit ihren Deep House Produktionen zu erobern. Mittlerweile sind sie gestrandet. In Berlin und auf Partys rund um den Globus. Gefeiert werden sie dabei für die Ästhetik ihres Sounds und ihrer Natürlichkeit die Grenzen zwischen House und Techno ins Unermessliche zu dehnen. Neben unzähligen Remixen für die ganz Großen im Biz, sind sie schon längst zu selbigen geworden und hauen nun ihr mittlerweile drittes Artist-Album auf den Markt. Die wesentliche Neuerung dabei ist die Veröffentlichung auf ihrem eigenen Label ‚Souvenir‘ und die vermutlich damit verbundende wirkliche künstlerische Freiheit. Außerdem hat ein gewisser Sante maßgeblich im Studio mitgearbeitet und wird die zwei Jungs auch auf ihrer für den Sommer geplanten Tournee begleiten. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass bisherige Tiefschwarz Fans auch mit ‚Chocolate‘ glücklich werden sollten. Neueinsteigern sei hingegen zum ‚eingrooven‘ auch alles empfohlen was nach Stuttgart passierte. Und Freunde der etwas leichteren Sonne-Strand-Meer-Vocal-House-Lala-Tracks können auch einfach mal googlen was die Herren Schwarz am Anfang ihrer Karriere so getrieben haben. Das mag und kann man im Vergleich zu ihren heutigen Tracks nämlich kaum glauben.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: The Music Ninja
‚Discover new music‘ lautet die Marschroute dieses amerikanischen Ind(i)ependent Musikblogs. Egal ob Pop, Rock, Hip Hop oder Elektro, hier gibt’s immer freshe neue Sounds, Videos oder Stories und das alles fernab der verweichlichten Popwelt. Des Weiteren kann man auch gelegentlich nen iPod oder ähnlichen, musikalisch wertvollen Schnickschnack gewinnen. Updates auf der Homepage kommen so gut wie jeden Tag oder dank Newsletter-Funktion auch direkt ins Postfach. Wer also was entdecken und dabei auch immer total up to date sein möchte, ist hier genau richtig!


















Mai 1st, 2010 at 20:14
geil dass du in deinen plattenchecks zu den platten an sich eigentlich kein wort verlierst
i like -> NOT
Mai 1st, 2010 at 20:23
ja klar, is ja eh geschmackssache- alles andere steht-> zwischen den zeilen
Mai 1st, 2010 at 21:19
ne da steht nur “seit 20 jahren machen fanta 4 bla bla bla…”; “die gebrüder schwarz zogen einst aus stuttgart bla bla bla…”
wenn ich ne biographie von den künstlern haben will kann ich selbst bei wiki schauen.
klar ist alles geschmackssache aber du bewertest die platten ja auch und wenn man schon einen dazu text schreibt sollte man ja da raus lesen können wie man zu der bewertung kommt und was man von der cd zu erwarten hat. also nicht nur ob sie gut oder schlecht ist sondern wo der sound so hingeht.
ist jetzt nicht bös gemeint oder so, ich mein ja nur….
Mai 1st, 2010 at 22:54
Danke für den hinweis
ich versuche mich halt dem in diesem falle auftraggeber und der maximalen zeichenvorgabe anzupassen. Manchmal hört man das album und denkt sich: gut aber nix besonderes- wie schmück ich das jetzt aus? Und manchmal passiert das gegenteil und man weiß dass die zeichen nie reichen werden-also versucht ich es eben auf die basics zu beschränken. Bei den fants und tiefschwarz z.b. ist es so dass ich persönlich beide alben als ne fortsetzung ihrer letzten werke empfinde. Besonderheiten eher mangelware- also schreib es so dass fans wissen sollten was sie erwartet und neulinge ein paar infos bekommen. Letzendlich musst eh du als verbraucher entscheiden
Mai 2nd, 2010 at 00:59
die kate nash geht gar nicht! sorry^^