Plattenchecks September 2010
Nach der kleinen Sommerpause vom SOKO Mag, gibt’s diesen Monat die Plattenchecks in der Extended Edition.
feat.
Oliver Koletzki & Fran, Katy Perry, Super Super, Wir sind Helden, Martin Eyerer, Patrice, Marteria, N.E.R.D., Chromeo, Linkin Park, Tinie Tempah & dem Online Tipp: Some kind of awesome
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+++ Musikbusiness ad absurdum: Wyclef Jean kandidiert tatsächlich für das Präsidentenamt Haitis, Dr.House nimmt ne Blues Platte auf und Justin Bieber (16 Jahre alt) lässt seine Biografie schreiben. +++ Patrick Nuo und Sophia Thomalla (WTF!?) bilden die neue Jury um Dieter Bohlen bei der neuen DSDS Staffel. Ist aber bestimmt auch nicht so einfach Leute zu finden, die sich für die Gage Bohlen unterwerfen müssen. +++ „Befruchtet haben sich die Geltungssucht der Lokalpolitik, die Profitsucht der Veranstalter, auf beiden Seiten gut gedüngt durch totalen Amateurismus. Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen.“ (Zitat Marek Lieberberg zur Katastrophe auf der diesjährigen Loveparade in Duisburg) +++
Oliver Koletzki & Fran – Lovestoned
Release: 07.09.2010
Nach den Koletzkis machen Oliver und Fran jetzt zu zweit auf gemeinsam. Wie im echten Leben als Paar, fahren sie auch musikalisch auf der selben Welle. Mit „Lovestoned“ verdeutlichen sie das nun in geliebter Höchstform. Schön, harmonisch, mitreißend- all das und noch vielmehr „ist“, wenn die bezaubernde Fran zur Stimme greift. Koletzki himself produziert gewohnt hochwertig, und das ist für eigentlich massentauglichen Pop nicht nur mit gefühlter Leidenschaft zu erklären. Dieses wahrhaftig liebestrunkene Album ist nicht nur aller erste Sahne, sondern auch definitiv für jeden was!
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Katy Perry – Teenage Dream
Release: 27.08.2010
Ekelhaft: Die Pop-Social-Network-Marketing-Maschine Katy Perry bringt ein weiteres, von gut bezahlten Popmusik-Experten entwickeltes Album auf den Markt. Ein bisschen Sex hier, ein bisschen lasziv schauen da und für die Coolness noch ein Feature mit Snoop Dogg oben drauf. Und zack, fertig ist noch ein überflüssiges Stück Musikgeschichte, das ungefähr so überraschend ist wie eine Blow-Job-Szene am Anfang eines Pornos. Wer aber ernsthaft auf ein derartiges ‚Lala‘ steht und sich dabei auch noch gerne die Bude voll lügen lässt, hat es vielleicht einfach nicht besser verdient. In diesem Sinne, Finger weg von der Versuchung!
(Bewertung: 1 von 5 Sternen)
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Wir sind Helden – Bring mich nach Hause
Release: 27.08.2010
Nach Atem-und Babypause melden sich die Helden zurück. Mit ihrem mittlerweile vierten Studioalbum „Bring mich nach Hause“ wird es deutlich nachdenklicher und mitunter auch ruhiger. Nicht dass die Euphorie komplett weg wäre, ganz und gar nicht, man muss sie eben nur ein bisschen suchen. Auch musikalisch gehen die Helden neue Wege. So haben sie zum Beispiel während der Pause die Zeit genutzt und neue Instrumente gelernt, um diese dann lieber live einzuspielen statt zum Synthesizer zu greifen. Die „Kultivierung“ wird tatsächlich auch beim digitalen Hören spürbar. Ansonsten bietet „Bring mich nach Hause“ allerdings nichts wirklich weltbewegendes oder zumindest irgendwas was die Empfehlung an bisherige Nicht-Fans rechtfertigen würde.
(Bewertung: 3 von 5 Sternen)
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Chromeo – Business Casual
Release: 14.09.2010
Für mich sind Chromeo ja so ein bisschen die Disco-Revoluzzer der 2010er. Mit ihrem extrem fluffig produzierten Dancefloor Sound treffen sie genau den Nerv der Zeit und schaffen so eine Art Spagat zwischen Elektro-Szene und Radio Pop. Leider hat sich das noch nicht so weit rumgesprochen, dass Chromeo schon weltweit bekannt und etabliert wären. Daher geht das hier speziell raus an alle die noch nie etwas von den zwei Jungs gehört haben: Chromeo sind der absolute Shit und „Business Casual“ die Fortsetzung einer musikalischen Erfolgsgeschichte, die es zudem verdient hätte bis ganz nach oben geschrieben zu werden.
(Bewertung: 5 von 5 Sternen)
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Super Super – Good On The Dancefloor E.P.
Release: 09.09.2010
Rave against the machine: Stuttgart’s heißester Nu-Rave-Export Super Super veröffentlichen nach mehreren Remix Erfolgen nun ihre erste eigene E.P.- darauf enthalten sind vier eigene Tracks und fünf Remixe dazu. Dabei hat man seine mittlerweile sehr guten Kontakte in der internationalen Rave Szene spielen lassen und neben dem Local-Feature von aUtODidakT auch Leute wie die Serial Chillers, Rotze, Jay Robinson, Zero Cash und Pola Riot für ihre Remix-Künste gewinnen können. „Good On The Dancefloor“ hält absolut was der Titel verspricht und setzt in Sachen „Rave 2010“ nicht nur Zeichen, sondern Maßstäbe.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Marteria – Zum Glück in die Zukunft
Release: bereits erschienen
Deutscher Fußball Junioren Nationalspieler von Hansa Rostock, Model in New York, Rapper mit berühmten Fans. So könnte man Marteria’s bisheriges Leben kurz und knackig zusammenfassen. Jetzt kommt sein neues Album und das überzeugt neben seinen Texten (mittlerweile auch frei von Kifferparolen) vor allem durch die Leute die ihn dabei unterstützen: The Krauts (Produzenten von Peter Fox), Peter Fox himself, Jan Delay oder Miss Platnum. Der Junge hat einfach was drauf, nicht nur als Marsimoto, wenn er regelmäßig zum Rundumschlag ansetzt, auch mit seinem anderen Alter Ego Marteria hinterlässt er in Sachen Sprechgesang einen nachhaltigen Eindruck. Weiterer feiner Zug: Wer sich das Album in physischer Form zulegt, bekommt noch ne zweite CD mit den Instrumentals on top.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Linkin Park – A Thousand Suns
Release: 10.09.2010
Als bekennender Linkin Park Fan der ersten Stunde und auch noch nach dem letzten, für die Band sehr experimentellen Album „Minutes To Midnight“, kommt jetzt der große Schock. Die Intention sich weiterentwickeln zu wollen in allen Ehren, aber einen Mix aus Altbewährtem, erzwungener Innovation via kindlich gelebtem Entdeckungsdrang nach (Hauptsache) neuen Sachen und schlicht und einfach Trash abzuliefern, hat leider wenig bis gar nichts Fortschritt oder guter Musik zu tun, sondern einzig und allein mit einer großen, fast schon provozierten Enttäuschung.
(Bewertung: 2 von 5 Sternen)
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Patrice – One
Release: 13.09.2010
Nur zwei Jahre nach „Free-Patri-Ation“ wirft der sympathische Reggae-Barde Patrice sein neues Werk auf den Markt. Was beim Vorgänger vielleicht noch etwas zu wünschen übrig ließ macht er jetzt mit einem weiteren großen Schritt nach vorne wett. Ob bei der ersten, melancholisch angehauchten Single „Walking Alone“, dem dramatischen Album Opener „The Maker“, dem Bass-kickenden „Kingfish“ oder dem Dancehall-Brett „10 Man Down“, Patrice zeigt neben Innovation auch mal wieder seine Vielseitigkeit. Auf „One“ muss man wirklich lange suchen um überhaupt etwas Negatives zu finden, von daher der Tipp: Versucht es am besten erst gar nicht und genießt einfach!
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Martin Eyerer – Tiny Little Widgets
Release: Oktober 2010
Zwanzig Jahre Erfahrung hat der Stuttgarter Eyerer mittlerweile vorzuweisen. Und zwanzig Jahre Erfolg. Soll heißen, das was der jung gebliebene Herr da so alles anpackt kann wohl nicht so falsch sein. Dafür aber auch mal gewollt gegen den Strom. Eyerer setzt auf Vorlieben, nicht auf Trends. Auf seinem zweiten Solo-Album steht daher auch laut eigener Aussage die musikalische Vielfalt im Vordergrund. DJ Tools gepaart mit „Listening-Stücken“, dazu überraschend gleich fünf Vocal Tracks, einer davon mit Kosheen. „Open Minded“ wird hierbei nicht nur in den Raum gestellt, sondern direkt zur Diskussion frei gegeben. Das ganze Paket gibt’s in Doppel-CD-Form, einmal Album plus einmal Remix-Sammlung. Letztere ließt sich in Sachen Bastel-Künstlern übrigens genauso berühmt berüchtigt wie vermutet. Für Fans also ein absolutes Muss.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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Tinie Tempah – Disc-Overy
Release: 01.10.2010
Wer? Tinie Tempah! Ein Name den man sich merken sollte. Gerade hat der MC die britischen Charts mit seinen ersten beiden Singles „Passout“ (Platz 1) und „Frisky“ (Platz 2) im Sturm erobert. Jetzt folgt das dazugehörige Album „Disc-Overy“ und erntet unter anderem auch wegen den Featured Artists Swedish House Mafia, Ellie Goulding oder Kelly Rowland, um nur ein paar zu nennen, gehörig Vorschusslorbeeren. Wir können uns da nur anschließen und meinen deshalb auch einfach mal ein Prädikat bvielversprechend vergeben zu können.
(Bewertung: 4 von 5 Sternen)
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N.E.R.D. – Nothing
Release: 07.09.2010
Das am meisten gehütete Geheimnis der aktuellen Musikszene: Das neue N.E.R.D. Album. Wahnsinn, wie lange man das in Zeiten des 2.0 noch zurückhalten kann. Daher hier auch nur ein grober Einblick: Nothing kommt ziemlich verspielt, aber dennoch bodenständig daher. „Music for girls“ (Zitat Pharrell Williams), “Music to shake what you got” (Zitat Ich). Ist ja ungefähr das Selbe. N.E.R.D. ist jedenfalls auch mit dem neuen Werk wieder am Puls der Zeit und setzt neue Trends. Die Scheibe grooved extrem kurzweilig durch und schraubt den Anspruch endlich wieder ein Stückchen höher. „Nothing“muss man erstmal erreichen. Hot’n’Fun! Kaufen!
(Bewertung: 5 von 5 Sternen)
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Online-Tipp: Some Kind Of Awesome
Really awesome: Bei „Some Kind Of Awesome“ geht’s dermaßen aktuell her, dass es eigentlich schon up 3 date heißen sollte. Gut, der Gag war jetzt ein bisschen flach, dafür aber in seiner Aussage absolut richtig. Manchmal weiß da wohl nur Gott selbst woher die Some Kind Of Awesome Crew so schnell neue Releases auftreiben kann. Besser aber wohl man fragt nicht genauer nach und schaut einfach vorbei.
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September 2nd, 2010 at 23:53
good on the dancefloor (jay robinson remix) ist sick!