Review Teil 2: Rock im Park 2009
Samstag morgen- war ne harte Nacht- auf Marco’s Küchenboden. Warum?
Naja sagen wir mein grandioser Plan mit der Velour Luftmatratze war eigentlich ganz gut. Dass ich aber die Größe des Lochs zum Aufblasen etwas unterschätzt habe war eher suboptimal. Auch das Marco in seiner gefühlt zweieinhalb-Quadratmetergroßen-Wohnung jetzt kein Luftpumpen-Set am Start hat konnt ich vorher ja nicht ahnen. Die Konsequenz daraus war also ne unaufgeblasene Velour Luftmatratze auf Marco’ Küchenboden mit mir drauf. Soll ja angeblich gut für den Rücken sein. Für den erholsamen Schlaf allerdings überhaupt nicht…so alle zwanzig Minuten mal aufwachen weil unbequem und sich anders hinlegen kann bei generell nur sechs Stunden Schlaf dann am nächsten Morgen einfach auch nur so aussehen:
Außerdem hats geregnet und alles sah irgendwie scheiße aus an dem Morgen. Also erstmal frühstücken gehen. Im ‘Zeit&Raum’ (wer mal in Nürnberg ist sollte da unbedingt hingehen!) in der Innenstatdt und mit ‘dem größten Frühstück, dass man für Geld bekommen kann’
Scampi-Spieße, panierte Feta-Bällchen, Entenbrust, Lachsröllchen, Melone mit Parmaschinken und Schokopudding- Dekadenz Deluxe sozusagen. Danach gings dann auch erst ma obligatorisch auf die Toilette. X oder Y war die Frage. Äh…das ist ja jetzt n bisschen peinlich…muss ich mal kurz googlen. Y ist die richtige Antwort- aha- ich nehm dann mal X. Und kaum hingesetzt dröhnt durch die Boxen der ‘Rocky’-Soundtrack. Und es mag jetzt vielleicht doof klingen, aber es wirkte irgendwie beflügelnd- man hat das Gefühl man kann alles schaffen
Also direkt mal im Gästebuch vor der Tür vermerkt:
Geleert und erfrischt gings dann also los aufs Festival Gelände. Erste Station- mal wieder allein allein- Chester French in der Clubstage (ist eigentlich die ‘Arena’- Nürnberg’s Pendant zu der Stuttgarter Porsche-Arena- nur etwas kleiner).
Warum ich bei Chester French war? Ich dachte ich hätte ein, zwei Tracks von ihm auf den Rechner- welche wusste ich nicht mehr- aber ich meinte die wären ganz cool gewesen…
(Das ist by the way ein ganz schlimmes Phänomen, dass mir die letzten Monate immer häufiger auffällt- ich hab mittlerweile so viel Mucke auf dem Rechner und im Plattenregal, dass mir manchmal die Interpreten oder die Tracks nicht mehr einfallen- ich merke mir oft nur noch gut oder schlecht…- früher konnte ich hingegen noch mit Sicherheit sagen von wem welcher Track auf welchem Album welche Nummer war- dem trauer ich ein wenig hinterher wenn ich ehrlich bin, aber was soll man machen in der digitalen Musikwüste- da ist man oft froh wenn man überhaupt noch hinterher kommt…)
Jedenfalls hab ich dann mal geschaut und ich hatte tatsächlich zwei Tracks vom Chester aufm Rechner. Beides Features- einmal von Asher Roth’s ‘As I Am’ und einmal von Common’s ‘What A World’- beides coole Tracks, die er aber auch nicht gespielt hat. Und seine eigenen Stücke waren nicht ganz so mein Fall.
Also gings wieder zurück in ‘Jack’s Couch City’ zum Chillen, wo dann die komplette Posse auch endlich mal komplett am Start war:
Da waren also unser großzügiger Spender Mike…
… ‘One-Man-Show’ Alex…
… Marco aka ‘Bauch-Vernichtungsmaschine’…
…Marco von der Schräglage und dem Bounce in Stuggi und sein Bruder Sascha
Allesamt ready to take off. Nächstes Ziel Papa Roach- ohne Alex und Marco, die wollten Richtung andere Bühne weiterziehen- wir also locker flockig rübergetingelt / gehumpelt (der Bounce Marco hatte es nämlich am Vortag beim Achtung!: Armdrücken im Partyzelt geschafft seine Achtung!: Kniescheibe rauszuschießen. Keine Geschichte mit der man unbedingt hausieren gehen kann
-dafür hatte er aber die restliche Zeit nen Behinderten-Bonus…)
Dann selbes Spiel wie schon am Vortag bei Peter Fox- Einlassstop! Ich werd wahnsinnig. Jungs jetzt mal ernsthaft: wer zum Teufel macht denn hier die Orga??? Es ist grad mal 18 Uhr- wie soll das nachher aussehen, bei den (für die Masse) noch beliebteren Bands???
Was bleibt einem da übrig? Jetzt noch ne viertel Stunde anstehen und sich versuchen durchzudrängeln um dann noch die letzte viertel Stunde mitzubekommen oder einfach schon mal an die andere Stage gehen und sich dort nen Platz sichern für Placebo?
Wir haben uns für letzteres entschieden. Inklusive Pit-Stop an jedem Stand der was alkohlisches verkauft. Das nahm auch relativ schnell größere Ausmaße an mit der Erkenntnis, dass ich als einziger der gerade nicht mehr aktiv Gastro macht, beim Trinken doch schon deutlich hinterherhängt. Muss man durch…
Während wir also auf Placebo warteten und Jacky Ginger im Unverstand in uns reinschütteten, wurden lustige Geschichte erzählt. Mike gewann mit Abstand. Leider kann ich die Geschichte hier nicht erzählen weil sie einfach zu abartig ist. Nur so viel: sie hatte mit nem Hund zu tun, was zur Folge hatte, dass in der noch folgenden Festival-Zeit des Öfteren mal Hundewortspiele die Runde machten. Angefangen vom ‘Hot Dog’-Essen über zukünfige Urlaube im ‘Hun(d)srück’ bis hin zum Crowd surfen bei ‘ProDOGdy’- aber dazu morgen mehr im dritten Teil…
Zu Placebo muss man noch sagen, dass die doch ganz gut waren. Sogar besser als letztes Jahr auf dem Southside was ich nicht gedacht hätte. Außerdem haben sie mit ‘The Never-Ending Why’ ein sehr geiles neues Lied vom neuen Album gespielt, dass sonst eher mittelmäßig ist (siehe hier).
Placebo – The Never-Ending Why
Bei ‘Hunde’wetter gings dann weiter in die Clubstage- dort war es wenigstens überdacht. Wir kamen gerade noch zu den letzten zehn Minuten von Milow’s 30 Minuten Auftritt und hörten somit noch genau ein! Lied- und zwar ne zehn Minuten Version von ‘Ayo Technology’…
Weil wir zu faul waren danach noch wieder auf irgendne andere Bühne zu schlappen und nachher Basement Jaxx dort sehen wollten blieben wir also gleich da. Der Nachteil war, dass davor noch 2Raumwohnung spielte, die ich ungefähr für genauso überflüssig halte wie Rosenstolz oder die Flippers…
Aber dank ‘Jack’ hatten wir trotzdem Spaß und ich zwei Feststellungen:
1.: Die Visuals auf der Bühne waren mal einfach die selben, die in unserem Programm als Standard von Anfang an mitgeliefert wurden.
Und 2.: erinnerte mich die Gitarre von ’36 Grad’ ganz stark an irgendwas- aber mit fiel es zum Teufel nicht ein (noch was was ich auf den Tod nicht ausstehen kann- da liegt’s einem auf der Zunge, aber man kommt nicht drauf)- daher hab ich mir grad das Video hier…
…ungefähr zehn Mal reingezogen bis ich endlich drauf gekommen bin- dachte mal kurz es wäre was von Lenny Kravitz- aber es ist die Melodie von Dandy Warhols’ ‘Bohemian Like You’:
Dandy Warhols – Bohemian Like You
So! Mal wieder kluggeschissen!
Nachdem 2Raumwohnung dann endlich mal rum war kam endlich Basement Jaxx. Mike hatten wir zwischenzeitllich verloren…was sich aber am nächsten morgen aufklären sollte.
Ich hatte Basement Jaxx schon mal zufällig gesehen, als sie mal Vorgruppe von Robbie Williams am Hockenheimring waren (selbes Plattenlabel und so…) und war sehr positiv überrascht. Von daher ging ich dieses Mal schon mit mehr Erwartungen an die Sache ran und wurde nicht enttäuscht.
Die Live-Performances von Basement Jaxx sind schwer zu beschreiben und ganz anders als man sie sich vorstellt. Bei jedem Lied ist ne andere Besetzung auf der Bühne- es geht mal elektronisch, mal funkig, mal soulig oder mal Reggaelastig zu. Zwei ‘Big Mamas’ und eine ‘small Mama’ mit absoluten Gänsehaut-Soulstimmen, ein Rapper, der den Dancehall und Reggae miteinbrachte, ein Schlagzeuger der um 12 Geburtstag hatte…
…ein Gitarrist, ein Bassist,ein Organist, Bläser und natürlich die eigentlichen Basement Jaxx Member Felix Buxton und Simon Ratcliffe selber.
Außerdem haben sie auch immer wieder bekannte Melodien in ihren Liedern versteckt. So wurde es zum Beispiel mal kurz sehr ruhig als ‘Somewhere Over The Rainbow’ erklang bevor es dann wieder elektronisch ‘auf die Fresse’ gab. Bei einem anderen Song hingegen tönte am Ende mal noch kurz der Refrain von Kings Of Leon’s ‘Sex On Fire’ aus den Boxen.
Alles in Allem also wieder durchgehend abwechslungsreich, mitreisend und einfach der Hammer. I danced my ass out!
So gings mir aber auch danach. Ich war fertig mit der Welt. Konnte nicht mehr stehen und nichts mehr trinken. Und musste irgendwie noch mein Zeug von Marco’ Küchenboden ins noch abgecheckte Hotelzimmer bringen.(Thank you Jack!)…
Da stand ich also- allein allein (und nein, nicht bei Polarkreis 18 gewesen, sondern vorbildlich alle bepöbelt die uns dahingehend entgegen gelaufen kamen) und voller Schmerzen…bis endlich mal jemand von der mittags verloren gegangenen Posse auftauchte und mich mit Hausschlüssel und Instruktionen hinaus in die Nürnberger Nacht ließen…
Wie es weiter geht, was der letzte Tag noch so brachte, warum Mike morgens um sieben bei mir ne Pizza bestellen wollte, wie ich beim Brunchen eine Stunde lang der einzige war, wie Mike (gebürtiger Ire) rausfand dass Brunch ne Kombination aus Breakfast und Lunch ist und warum Mike doch nicht Chuck Norris ist gibt’s morgen im letzten Teil nachzulesen…
Außerdem gibt’s natürlich auch wieder ein bisschen Musik: wie z.B. Jan Delay’s neue Single, The Script, Phoenix, Prodigy oder auch fast Dredg (ausgesprochen Drätsch)…
In diesem Sinne- stay tuned
p.s.: Mein Bruder war arbeitender Weise währenddessen bei Rock am Ring auf der Alterna Stage und formuliert derzeit ne kleine Backstage Review aus, die es dann auch bald hier zu lesen gibt…
















Juli 6th, 2009 at 01:09
ur lucky man!
Woof Woof!