Aus aktuellem Anlass wollt ich hier mal schnell die neue Release meiner Hamburger Homies von DBN (die sich im Gegensatz zu mir gerade auf dem DJ Meeting in Dortmund befinden, aber das ist ne andere und leider mit Aggressionspotenzial behaftete Geschichte…) posten. Da ist nämlich gestern die Remix-Edition mit Mastermixen (wie der Amerikaner sagt) von Sharam und D-Unity erschienen. Beide sind hier auf Beatport zu erwerben. Ein Medley aus dem Original und beiden Mixen gibt’s außerdem schon mal hier zum Anhören:
Dieser Song ist nicht nur zu unrecht zu unbekannt (und deswegen werd ich gelegentlich mal wenn ich ihn spiel auch etwas strange angeschaut…), sondern einer der ersten Tracks die mich auf den Geschmack elektronischer Musik gebracht haben. Ein Meilenstein meiner Musikentwicklung sozusagen.
Daher kann ich mich auch noch genau erinnern, wo der drauf war: auf der Compilation ‘Verve Remixed 2′ Lied 2 der zweiten CD. Die lief früher in meiner Schicht im Cafe.com (R.I.P.) in Esslingen quasi rauf und runter. Und beim aufräumen wurde bei Lied 2 auch schon mal gerne auf Repeat gedrückt.
Daraufhin hab ich mir das Felix Da Housecat Album ‘The Kittenz & The Glitz’ auf Platte gekauft und war schon zeimlich beeindruckt. Ein paar Monate später hat der dann auch mal im Zapata bei der Housesession gespielt und ich war aufgeregt wie Bolle. Musikalisch wurde ich zwar nicht enttäuscht, dafür aber menschlich. Der gute Felix war nämlich leicht gelangweilt, hat ohne Übertreibung kein! einziges Mal ins Publikum geschaut, emotionslos seinen Stiefel runtergespielt und war zwei Minuten nach Ende seines Sets schon aus dem Laden verschwunden. Danach hat glaub ich sogar noch der RAM aufgelegt- ich war aber leider nicht mehr so richtig hochzubringen. Auch die zwei, drei Mörder-Tracks, die die Hauskatze damals gespielt hat, hab ich leider bie heute nie irgendwo gefunden…
Nichts desto Trotz (is ja leider oft so- da mag man jemand musikalisch und menschlich ist er ein totaler Arsch oder auch gern mal andersrum- ist auch nicht wirklich besser…) ist dieser Track einer meiner ‘Alltime-Favourites’, die ich immer und überall hören kann.
Nina Simone – Sinnerman (Felix Da Housecat’s Heavenly Remix)
Und hier nochma mit offiziellem Video (was allerdings auch wieder eher ein Beweis dafür ist, dass die elektronische Fraktion in Sachen Musikvideos irgendwie nicht so ganz toll aufgestellt ist- aber ich hab auch schon schlechtere gesehen – wollts halt einfach dazu liefern…)
Und das Original zum Vergleich (in der 10 Minuten Best Of Album-Version):
Nina Simone – Sinnerman
Das Sample taucht auch immer mal wieder gern in anderen Tracks auf (siehe diesen Post auf Chromemusic.de)- aber leider weiß halt nie jemand von wem das ist. Zum Beispiel hat der Timbaland das als Intro zu seinem letzten Album ‘Shock Value’ verwendet und einfach ein ‘Oh Timbaland’ drüber gelegt. Fand ich- abgesehen davon, dass ich entegegen einer sehr großen Anti-Timbaland-Fraktion Timbaland schon immer irgendwie cool fand- einfach deswegen schon gut weil ich mich bei Lied 1 schon gefreut hab und auch der damalige typische Sonnenbrillen-und-Holzfällerhemd-Träger (kleiner Bruder vom Ed Hardy-Träger) dann auch mal ne coole Melodie auf seinem I-Pod hatte. Das Warum ist manchmal einfach nicht so wichtig…
p.s.: Die Nummer wurde übrigens auch in dem Remake von ‘Miami Vice’ mit Jamie Foxx und Colin Farrell verwendet- kommt direkt nach fünf Minuten als die beiden irgendjemand durch nen Nachtclub in Miami verfolgen. Erst kommt Linkin Park & Jay-Z – Numb Encore und dann mischt der DJ da sauber den Remix rein. Da hatte der Film einfach schon nen dicken Stein bei mir im Brett!
Der all wöchentliche DJ Mix kommt heute von NICE! aka Chris von Vinyl Touch, einem Esslinger DJ Duo, das auch schon bei unserer ‘In Too Deep’ Reihe am Start war. Der Chris ist jetzt jedenfalls auch solo unterwegs und spielt unter dem Namen NICE! unter anderem gerade in Stuttgart in der Conditorei und bei gutem Wetter auch auf dem Sky Beach. Dementsprechend geht sein Mix zwar nach wie vor housig, aber doch auch eine deutliche Portion chilliger zu und eignet sich optimal für sommerliche Chill-Anfälle.
Aus aktuellem Anlass wollte ich nur kurz ein Live-Set eines jungen Mannes namens Noel Sinner posten. Dieser hatte bereits in seiner fast-noch-pubertären-Phase in Esslingen bei einem DJ Gig im damaligen Soda Seven (das sonst nicht gerade mit Top Events gesegnte war) einen gigantischen Auftritt hingelegt. Ein paar Jahr später tauchte er dann auf einmal im Club Rouge als neuer monatlicher Resident DJ auf, nachdem ihn die Booker des Clubs, Benny und Manu, auf einer (Sauf)-Tour durch den Ruhrpott entdeckt und mal zum Auflegen eingeladen hatten. Dort haute er dermaßen auf den Putz, dass er kurzum jetzt jeden Monat eingeflogen kam. Sein straighter Housesound und vor allem seine Technik überzeugten auf Anhieb. Gepaart mit seinem exzessiven Entertainment-Gen entsteht dabei regelmäßig eine explosive Mischung…
Aber bevor sich das jetzt wie ein schlechter Pressetext anhört liefer ich einfach ein Hörbeispiel seines Könnens und die Empfehlung, sofern man es nicht eh schon getan hat, ihn einfach mal ‘live’ zu hören. Zum Beispiel hier:
Der Live-Mitschnitt stammt von seinem letzten monatlichen Resident Auftritt aus dem Club Rouge am 01.08.08, was Zeitgleich auch das ‘Summer Closing’ war:
Dieser symphatische Zeitgenosse ist auch bekannt als Seb Rock . Er hat seine eigene Radio-Show auf DASDING, die jede Freitag Nacht (offziell Samstag) von 0-2 Uhr nach der Housesession-Show läuft. Vor etwas mehr einem Jahr hatte ich ihn mal auf unserer letzten ‘In Too Deep’ (R.I.P.) zum Auflegen engagiert- ein paar Monate später hatten wir dann mal nen Gig zusammen und wiederum ein paar Monate später hatte er mich dann ins DASDING Studio zum Mixen eingeladen. Kurzum: er ist ein dufter Typ und ein klasse DJ, den ich auch sehr wegen seinem straighten elektronischen Sound schätze, wie auch dieses Set wieder beweist:
Wie die meisten wissen ist unsere Region nicht gerade mit Top-Events gesegnet. Ist eher so ein auf und ab würd ich mal sagen. Clubmäßig sowieso eher ab- außer natürlich man trägt auch generell Ed Hardy Shirts- für diese spezielle Sorte Mensch ist das hiesige Clubleben fast schon das Nonplus-Ultra. Überall gleichgesinnte Tigermusterliebhaber die gerne mal 80 Euro für ihren individuellen Style ausgeben und im Club vorzugsweise ein ‘Bananewoiza’ ordern. Selbige Menschen wünschen sich auch gerne mal Lied Sieben der neuen Big City Beats CD oder einfach mal ne andere Musikrichtung wie z.B. Hip Hop- also Rihanna oder des neue vom ‘Floreida’. Naja man muss immer das Positive sehen- immerhin haben sie sich schon fast alle abgewöhnt mit Sonnenbrille aufzutauchen…
Jedenfalls- zurück zum Thema Top Events- gibt es dieses Wochenende ein paar Sachen auf die ich aufmerksam machen will:
Zuerst wäre da mal der dezente Hinweis, dass “me, myself and I” diesen Freitag gleich auf drei Hochzeiten spielen. Los gehts ab 21 Uhr im Moloko wo es eine bunte Mischung aus dem DJ seine Lieblingssongs auf die Lauscher gibt. Um 0 Uhr gibt’s dann mal schnell ne Clonaktion und wie jeden dritten Freitag auf Samstag im Monat ein einstündiges Gast-Set auf DASDING in Seb Rock’s Radio-Show bevor der gute Herr selber noch mal ne Stunde hinterherschmettert.
In Wirklichkeit steht dieser zu jenem Zeitpunkt aber wahrscheinlich schon in Göppingen neben meinem DJ Pult und groovt sich schon mal auf die noch lange Partynacht ein. Wer sich jetzt fragt wie wir an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig sein können, dem sei gesagt, dass wir das wohl irgendwie mental machen. So kann ich jetzt auch schon prophezeien, dass das DASDING-Set wohl dieses mal etwas deeper bis techig aggro ausfallen wird…
After that geht’s weiter in die Jägermeister Hochburg also known as Club Rouge . Dort werden sich bis dahin wahrscheinlich schon Marco Petralia (von dem unter Umständen Lied 7 der letzten Big City Beats CD sein könnte) und die Stafford Brothers im Einstunden-Takt die Platten um die Ohren schmettern…
…letztere kommen aus Australien eingeflogen und haben sich mit ihrem Remix von Arrested Development’s Everyday People schon vor längerer Zeit bei mir ins Bewusstsein und in die CD Tasche gearbeitet:
Arrested Development vs. The Stafford Brothers – People Everyday
Des Weiteren wissen die Jungs auch volle geile Clubs zu rocken wie dieses youtube Video beweist:
Während Herr Rock also weiterhin elektronischen Leckerbissen und hochprozentigen Kaltgetränken fröhnen kann werde ich nebenher meine zwei anderen Kollegen von den Ocean Dive VJz mal an den Live-Visuals ablösen und gespannt mit der Live-Cam in der Hand darauf warten ob jemand vielleicht Wodka-Bull aus seinem Schuh trinken möchte…soll bei Australiern ja nicht so ungewöhnlich sein …wird auf jeden Fall nice und wahrscheinlich auch wieder ziemlich exzessiv!
Am Samstag dann der Tip für alle die es klein, fein, voll, abgefahren und die ganz Nacht mögen: Mein hochgeschätzter Kollege RAM von KESSEL.TV , der hier demnächst auch die Rubrik DJ Mixes einweihen wird, legt in Stuttgart in der Corso auf. Sind traditionell legendäre Feste. Ab halb 5 kann man sich auch wieder einigermaßen bewegen und der Gül Döner um die Ecke macht auch morgens um 8 noch n leckeren Döner
Wer sich jetzt immer noch nicht ausreichend fürs Wochenende informiert fühlt, schaut am Besten noch beim Kessel Blog rein oder gibt halt wahlweise bei google ‘Ed Hardy Party’ ein.
Kid Cudi, seines Zeichens mal WG-Kollege meines fast Nachbarn Kool DJ Swist in New York, ist mit seinem Song ‘Day n Nite’ mittlerweile dank Klingeltonwerbung, tausendstem Re-Release und etlichen Remixen, die wie ich finde allesamt gegen den Crookers Original Mix immer noch deutlich abstinken, in aller Munde und Ohren.
Selbst die ländlichsten Landeier auf den ländlichsten Parkplätzen vor den ländlichsten Tanzetablissements feiern zur Abwechslung auch mal zu guter Musik. Freut mich für Kid Cudi und für schlechte Partys die mit dem Track wenigstens mal fünf Minuten aufgewertet werden können.
Kid Cudi – Day n Nite (Crookers Original Mix)
Und wenn schon Remix oder sagen wir besser ‘Neu-Arragement’ dann diese Acoustic/Piano Version von Little Boots: