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Southside #3

Juni 20, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events Noch keine Kommentare →

Tag 3. Aufstehen. Muss man immer, wenn man davor gelegen hat. Egal wo. Oder wie. Frühstück. Und gleich die erste Erkenntnis: Bei gekochten Eiern verhält es sich wie beim Sex, ich mag es härter. So, das Niveau wäre damit auch schon wieder im Keller. Wie die Temperaturen. Deprimierend. Es ist Mitte Juni und ich muss mich damit beschäftigen welche Jacke mehr wärmt. Demotivation macht sich breit. Aber wir müssen los.

Auf dem Gelände. Ich versinke im Schlamm. Der Wind pfeift. Vor Stärke 8 wird gewarnt. Frustrierend. Ich ziehe meine Sonnenbrille auf. Aus Protest. Ein Festival ist wie New York, es interessiert niemanden wie Du rumläufst.

Wir splitten uns. Ich irre erstmal wahllos umher. Das kann ich gut. Blue Stage. Brutale Indie-Pimmelhausen Bühne, um mal meinen ehemaligen Kollegen zu zitieren. Fuck yeah und so. Widerwärtig! British Sea Power. Ich höre nur Flächen. Und Bass. Die Anlage spackt total. Könnte man auch als Tontechniker bemerken. Egal. Wäre wahrscheinlich auch in gut nicht besser.

Kvelertak. Heavy Metal. Kann ich jetzt gar nicht gebrauchen. Ein warmes Plätzchen wäre aber wichtig. Da der Wind von rechts kommt, stelle ich mich links neben das FOH auf der Green Stage. Ich bin so clever. All Time Low spielen. Sie werden mir als die schlechteste Band des Wochenendes in Erinnerung bleiben. Denn wenn die Welt etwas überhaupt nicht braucht, dann noch eine College-Pop-Punk-Band aus Amerika, die es witzig finden über Masturbation zu singen. Und zwischen den Songs auch noch über Masturbation redet. Hauptsache ‚Fuck‘ gesagt. Solche Typen müssen kleine Pimmel haben. Meine Theorie.

Dann Jupiter Jones. Die will ich mir eigentlich nur anschauen, um meine Meinung, dass ich sie kacke finde, zu festigen. Es misslingt. Ich finde sie zwar nicht richtig gut, aber leider sehr sympathisch und authentisch. Allerdings treffen sie auch damit einfach nicht meinen Geschmack. Und ich bleibe dabei, dass sie, textlich betrachtet, auch zwischen Laith Al-Deen und den Söhnen Mannheims spielen könnten.

Ich muss mich setzen. Stehe immerhin ja schon wieder zwei Stunden. Ich hab das Gefühl, es gibt rapide abwärts mit mir. Dann schiebe ich es aber aufs Wetter. Schlechtes Wetter  demoralisiert mich. Und offensichtlich auch meinen Körper.

Knapp zwei Stunden später. Ich habe mich tatsächlich noch mal aufgerafft. White Stage. Circus. Gibt es über den Mittag mehrere Shows. Um mir das besser vorstellen zu können, schaue ich es mir mal an. Da ich es gerade noch so zur letzten Show des Wochenendes geschafft habe, kann ich es leider nicht mit einer anderen Show vergleichen. Ich mutmaße aber, dass es immer die gleiche Show ist. Oder zumindest ähnlich. Pantomimen, Artisten, BMX-Freestyler, ein Schlagzeuger, der zu pompösem Sound trommelt. Alles was man sich eben so vorstellt. Ach ja…und Robeat. Der beatboxt. Das nervt mich. Hat aber eher persönliche Gründe. Sowas passiert eben wenn man Künstler mal kennenlernt.  Immer gefährlich sowas. Kunst gut, Persönlichkeit nicht. Ist einfach eine schlechte Kombination. Für die Kunst. Aber unabhängig davon, das kann man festhalten, die Show war absolut entertaining.

Dann Two Door Cinema Club. Alles bestätigt sich. Die Musik top, das Publikum Flop. Wie sehr ich kleine Indiemädchen verabscheue. Unbeschreiblich. Was soll aus der Jugend werden, wenn man jemandem wie den Sänger von Two Door Cinema Club zum Vorbild hat? Also erstens ist das die allerletzte Kackfrisur, die ich je gesehen habe. Und zweitens kann man wohl schwer noch weniger Charisma versprühen.

Gogol Bordello. Mehr Charisma, weniger gute Musik. Für meinen Geschmack. Ich trinke Wasser. Und zähle die Minuten.  Mal den DASDING-Bereich checken. Ob die es jemals lernen etwas Spannendes da hin zu stellen? Ich bezweifle es leise. Wie ein Hund. Spricht nicht, kann aber verstehen.

Wie auch immer. Chase & Status auf der White Stage. Rocken gut. Sagt man doch so in der Szene, oder? Ein bisschen wie Prodigy. Gepaart mit Mike-Posner-Lala-R’n’B. Gewagt. Aber geht.

Kasabian. Blue Stage. Band top! Anlage immer noch unterirdisch. Ich höre an meinem Parkplatz, Luftlinie cirka 200m genauso gut…wenig, wie 20m direkt vor der Bühne. True story!

‚You can cut it here and we’re done!‘

Southside #2

Juni 19, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events Noch keine Kommentare →

Tag 2. Aufstehen. Schwierig. Fühle mich damaged, damaged. Erkenntnis 1: Trocknen der Sachen hat NICHTS gebracht. Jacke durch. Da muss schnell ne neue her. Ein Blick aus dem Fenster sagt nämlich gar nichts Gutes.

Aber erstmal frühstücken. Im Hotel inklusive. Und genau das was ich jetzt brauche. Eier, Obstsalat, n Saft und Meßkirchs Backwaren. Tight, wie ich in solchen Momenten gerne zu sagen pflege.

Dann aber husch, husch. Wir sind schließlich auf dem Dorf und es ist Samstag kurz vor 12. Da kann man mal berechtige Angst haben, nichts mehr einkaufen zu können.

Aber das Glück scheint uns hold zu sein. Keine zwanzig Meter weiter ein NKD (Niedrig Kalkuliert Discount). Per pedes. Ein Dorf kann auch Vorteile haben. Nichts desto trotz ist der Punkt gekommen, an dem Geschmack keine Rolle mehr spielt. Die erste, annähernd nach wasserfest aussehende Jacke wird gekauft.

Dann ein prägender Moment in meinem Leben. Ich dachte/hoffte, dass es NIE so weit kommen würde. Aber die Investition in ein paar Gummistiefel war an dieser Stelle mit keinem (un)vernünftigen Argument mehr abzuwenden. Dazu gleich auch noch mehrere Paar neue Socken. Ich hatte wohl etwas zu gutgläubig kalkuliert.

Nachdem diese Schmach also vom Tisch war, und wir zu allem Überfluss mit selbiger so viel Zeit vertrödelt hatten, dass wir eh nicht mehr rechtzeitig zu Yoav kommen sollten, fuhren wir trotzdem los. VIP Parkplatz sichern. Hat Dank dem Charme meiner Begleitung (natürlich weiblich) auch tatsächlich funktioniert. Was würde ich bloß ohne sie tun? Nicht zuletzt sie trieb mir auch wenige Minuten zuvor die allerletzten Flusen aus, doch keine Gummistiefel anzuziehen. Hab ich halt kein Style, dafür aber das Geld.

Ich kommentierte das des weiteren noch mit einem lässigen “ich finde, ich kann das tragen”, und, als ob dem noch nicht genug wäre, fotografierte ich, mit einer gehörigen Portion Reststolz, die inzwischen in Schlamm getränkten GS und speicherte dazu mental ab, dass ich fortan weiß, wie sich Leute fühlen, die später noch zu David Guetta gehen.

Jetzt aber genug rumgeflachst. Wir sind ja wegen der Musik hier. Everything Everything auf der Red Stage. Haben allerdings nur noch zwei Songs gehört. Das reichte nicht aus, um einen Satz wie ‘hätten sie sich lieber Nothing Nothing genannt’ mit Überzeugung rüberzubringen.

Green Stage. Blood Red Shoes. Gefällt schnell. Vor allem wegen der Sängerin. Die kann nicht nur singen, sie ist auch extrem süß. Ich kalkuliere meine Chancen ihr Hotelzimmer zu inspizieren. Dann realisiere ich allerdings, dass ich ja Gummistiefel trage. Naja, wenigstens sind die Füße warm und trocken.

Weiter auf die Blue Stage. Wir sind verabredet. Blöderweise hat sich der Zeitplan geändert und die Band, die wir sehen wollten, ist bereits fertig mit spielen. Klasse. Die Blue Stage mausert sich langsam aber sicher zum Flop des Wochenendes.

Wir ziehen weiter zu Darwin Deez. Gute Entscheidung. Die Red Stage grenzt an Überfüllung. Ich muss spontan an die Love Parade in Duisburg denken. Panisch suche ich nach möglichen Fluchtwegen auf denen ein McFit Logo abgebildet ist. Aber soweit kommt es natürlich nicht. Darwin Deez begeistern derweil die Massen. Exzess. Die Leute flippen total aus. Und das liegt nicht zuletzt an den choreografierten Zwischeneinlagen der Vier. Das läuft ganz klar unter Entertainment. Also so richtigem, meine ich. Nicht wie ‘Wetten, dass…’

Eine Stunde später sind wir etwas durchgeschwitzt, dafür aber alle gut drauf. Zeit zum Chillen. Und der Parkplatzwächter muss für morgen ja auch noch bestochen werden.

Kurze Zeit darauf drängen wir erneut ins Zelt. William Fitzsimmons spielt. Draußen werden wir noch über die Videoleinwand aufgeklärt, dass die Red Stage eigentlich überfüllt ist und wir deswegen bitte Verständnis haben sollen, dass niemand mehr reinkommt. Aber erstens kontrolliert das gerade gar niemand und zweitens sorgt Mister Fitzsimmons höchstpersönlich dafür, dass Leute in Scharen nach draußen stürmen. Sein Sound und er selbst nehmen sich da nichts: Beide haben sooo nen Bart (Insider). Aber dafür wird er wohl keine Einschlafprobleme haben.

Abendessen. Und an einer Umfrage via iPad (mit Taucherschutzfolie) teilnehmen. Wie stehst Du dem Unternehmen Telekom gegenüber? Schlecht! Stimmst Du folgender Aussage zu? Sponsoring ist okay…weil solche Events ohne Sponsoring gar nicht zu stemmen wären. Deine Mutter ist ohne Sponsoring nicht zu stemmen! Bewerte das Line-Up der einzelnen Bühnen. Blue Stage: Wo kann man hier ‘überflüssig’ ankreuzen? White Stage: Da waren wir ja noch gar nicht. Das gibt mir zu denken. Ich schaue rüber und sehe auf der Videoleinwand vor dem Zelt, dass Robeat gerade on stage performt. Das wiederum reicht mir, um einen Besuch guten Gewissens aufzuschieben. Da schaue ich lieber mal bei The Asteroids Galaxy Tour vorbei, bevor ich mich dann mental auf A-Trak vorbereite.

Doch soweit kommt es erst gar nicht, da stehe ich auf einmal ein paar Meter von A-Trak entfernt. Backstage. Er chillt. Ich versuche das Gleiche zu tun. Peinlich. Ich fühle mich wie ein Fänboy und muss ständig rüber schauen. DIE Chance auf ein gemeinsames Foto. Wo sind die aerodynamite.tv-Aufkleber? Ach verdammt, ich kann so was nicht bringen. Ich möchte einfach nicht aufdringlich sein. Und was kann man da auch sagen, was nicht total dämlich rüber kommt? Wir diskutieren es aus. Ich erläutere meinen Standpunkt mit Nachdruck, stelle mir aber währenddessen bereits die Kommentare zu dem Foto auf Facebook vor. Ändert jedoch nichts. Ich tue es nicht. Ist einfach nicht mein Ding. Außerdem ist A-Trak jetzt auch kurz vor seinem Auftritt und hinter der Bühne verschwunden. Ich begebe mich, aus Respekt, vor selbige und warte gespannt auf die Show.

Da stehe ich also. In Gummistiefeln. Und warte auf eines meiner DJ-Idole. Der blanke Hohn. Eine Situation ad absurdum sozusagen. Ich frage mich, warum es eigentlich keine Gummistiefel-Kollektion von Nike gibt? Und warum Kärcher keine Festivals sponsort? Zwei revolutionäre Ideen auf einmal. Und nur eine davon habe ich geklaut.

Dann habe ich keine Zeit mehr zu denken. A-Trak spielt. Und das tut er wirklich. Obwohl er ‘nur’ DJ ist und sich als solcher eben vorgestellt hat. Die ersten Scratches haben es bereits in sich. Dann driftet er allerdings etwas ab und brettert. Eine gute halbe Stunde harter Elektro-Shizzle. Nicht mehr mein Geschmack. Dann aber ein Break. Das Sample von ‘Show Me What You Got’ von Jay-Z ertönt. A-Trak scratcht wieder. Die Meute tobt.

Hip Hop Hooray und so. Jetzt verstehen wir uns. A-Trak wird immer schneller. Das ist die Show, die ich sehen wollte. Ich starre fasziniert. Mein Platz ist gut. Daft Punk mit ‘Robot Rock’ erklingt. Der Klassiker. Schon gefühlte hundert Mal von A-Trak so gesehen. Ich bin trotzdem beeindruckt. Live ist das halt doch noch mal was Anderes. A-Trak hat auch Spaß. Das kommt auf Youtube sonst eher selten so raus wie just in diesem Moment. Ich würde gern ein Foto davon machen, aber ich habe keine Hand frei, denn ich muss klatschen. Außerdem ist die Blackberry-Kamera eh für den Arsch, wollte ich noch erwähnt haben. A-Trak ist wieder bei cirka 126 BPM. Krasser Cut. Abartig in Szene gesetzt. Oh. Jetzt kommt es gleich. Gleich rastet das, mittlerweile bis zum Anschlag gefüllte Zelt total aus. BARBRA STREISAND!

Ich frage mich, ob sich A-Trak fragt, wie krass das ist, dass hier in Deutschland gerade Tausende einen Song feiern, auf dessen Sample sich die Eltern dieser Leute schon vor Jahrzehnten einen rausschwooften? Hätte ich ihn ja fragen können. Damn it! Warum fallen mir solche Sachen immer viel zu spät ein?

Ein paar Tracks und noch viel mehr Scratches später ist die A-Trak Show dann zu Ende. Die Crookers warten bereits an der Seite der Bühne. Die würde ich jedoch auch ohne Rückenschmerzen nicht sehen wollen. Scheiß Rumstehen. Ich fühle mich wie Horst Schlemmer. Ich muss dringend noch mal chillen.

Gerade als der Regen einsetzt bin ich wieder fit. Astreines Timing. Ich wollte mir mal Arcade Fire anschauen, nachdem ich davon bisher nur Lobeshymnen-Ähnliches gehört hatte. Sollte sich lohnen. Live durchaus kurzweilig. Ständige Instrumentenwechsel. Und acht Musiker, die ihre Musik auf der Bühne leben.

Jetzt geht der Akku aber langsam leer. Letzte Station: Klaxons. Glücklicherweise kamen während meiner Cola und der anschließenden Kippe alle Songs, die ich unbedingt hören wollte. Das nahm ich als Zeichen. Also nichts wie ab zurück ins Hotel, wo es übrigens immer noch kuschelig warm ist, und die Augen einfach zu fallen lassen. Gute Nacht.

to be continued…maybe

Southside 2011 #1

Juni 18, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *, clubs & events 1 Kommentar →

Impressionen Southside Festival 2011, 1.Tag

Packen. Nicht viel. Planung hat kein Rock’n'Roll. Hotelzimmer schon. Zumindest für mich. Mir kackegal was andere sagen. Ich will duschen. Und eine Matratze. Ich wette, ich habe so weniger Zeit mit Planung und Vorbereitung verbracht als die Camper. Egal.

Abfahrt. Blauen Bändel abholen. Gott, ich bin so wichtig. Und ich kenne die richtigen Leute. Ich Glückspilz. Dann aber das erste Problem. Parken. VIP Parkplatz voll. Klar, wenn da auch jeder campt. Scheiß Situation. Kostet Zeit. Und noch viel mehr Nerven. Leute werden mittlerweile willkürlich mit ‘Deine Mutter’ angeschrien. Gefühlte Stunden später ein Stellplatz. Am Arsch der Welt. Ebenfalls gefühlt. Nettolaufzeit aufs Festivalgelände ca. 12-15 Minuten. Ist anstrengend und nervt. ‘Deine Mutter’-Ausraster häufen sich.

Dann aber: Endlich da. Wer spielt? Boysetsfire. Okay. Aber auch erstmal Festivalgelände erkunden. Was hat sich verändert? White Stage ist neu. Okay. Warpaint auf der Blue Stage. Reine Mädchenband. Klingt ja vom Namen her überhaupt nicht wie ne Mädchenband. Die Schlagzeugerin hat ein krasses Hausfrauenoutfit an. Zwei Songs genügen um weiterzuziehen.

Mal sehen was man so mit diesem blauen Bändel anstellen kann. Offenbar weiß keiner der Ordner Bescheid, lässt uns aber trotzdem, oder genau deswegen, überall durch. Bringt allerdings wenig. Passiert nirgends was weltbewegendes. Also mal schnell zu I Blame Coco. Es regnet auch mittlerweile. Trotz entgegengesetzter Voraussage und Niederschlagswahrscheinlichkeit von 13%. Das Wetter ist echt nicht mehr das was es einmal war. Auf keine Vorhersage kann man sich mehr verlassen seit der Kachelmann-Geschichte.

I Blame Coco Publikum erfüllt jedes Klischee. Ich frage mich was schlimmer ist, im Warmen zu stehen und Stings Tochter immer und immer wieder den selben Song singen zu hören oder im strömenden Regen wahllos umher zu irren. Ich entscheide mich für ersteres und tue zweiteres. Was kann man noch mal mit dem blauen Bändel alles?

Jedenfalls wohl nicht die entsprechende Area finden, die wir suchen. Sind dafür aber Backstage und essen der Crew das Catering weg. Auch ne Beschäftigung. Und immerhin nicht ganz so nass. Dafür aber kalt. Gott, das Wetter nervt!

Entscheidungen müssen gefällt werden. Lykke Li im Zelt, Arctic Monkeys im freien Nass oder trockene Klamotten im Auto. Damn it! Bis die Entscheidung schließlich steht, spielen die Monkeys schon. Immerhin hören wir sie noch, während wir durch den Matsch ins Zelt vorstoßen. Gute Entscheidung! Lykke Li rockt. Oder so. Jedenfalls hat sie das x-fache an Ausstrahlung als diese Coco-Tussi. Und der Sound ist auch fetter.

Jetzt aber zum Auto. Wenn man halt noch wüsste wo das genau war. Die Suche beginnt. Die Stimmung sinkt. Und die Socken sind dann auch endgültig durchnässt. Ekelhaft.

Eine dreiviertel Stunde später der Marsch zurück. Die Foo Fighters spielen. Wir sind ein bisschen spät. ‘Rope’ hören wir aus der Ferne. Ich hoffe ‘Best Of You’ nicht verpasst zu haben. Auf dem Weg zur Bühne laufen wir noch bei den Subways vorbei. Habe ich schonmal gesehen. Astreine Rock’n'Roll (Queen) Band. Kann man bei gutem Wetter auf jeden Fall empfehlen.

Foo Fighters. Der Regen hat nachgegeben. Und wir finden raus wofür blaue Bändel gut sind. Erste Reihe. Quasi. Face to face mit Dave Grohl. Stark. Die Foos haben Bock. Merkt man schnell. Dave Grohls Stimme ist der Wahnsinn. Ich hab die Band schonmal live gesehen, aber das war damals ihr letzten Europkonzert nach mehrwöchiger Tournee. Das hatte man ihnen angemerkt. Heute das Gegenteil. Alle voll auf der Höhe. Verspielt. Rock’n'Roll par excellance!

Dave Grohl ist wirklich noch ein richtiger Rockstar. “Der Däve, der woiß holt wie’s goaht.” Zitatende. Kann man dann auch ruhig mal fasziniert sein. Man muss ja nicht gleich von Idol sprechen.

Dann der Wendepunkte. Dramaturgisch ganz groß inszeniert. Das Wetter flippt total aus. Sturm. Der Regen peitscht von rechts. Selbst Dave und Band können es nicht glauben. Noch drei Lieder. Und ich gehe nicht bevor ich nicht ‘Best Of You’ oder ‘Everlong’ gehört habe. Die Stimmung kippt. Ins Positive! Das muss man einfach mit Humor nehmen. Nass bis auf die Haut standen wir da, als uns Dave ansah, anlachte…und die ersten Töne von ‘Everlong’ anstimmte. Was für ein Finish!

‘Best Of You’ hatten wir dann wohl leider tatsächlich am Anfang verpasst. Und wofür? Dafür, dass wir jetzt noch nasser (ist das grammatikalisch korrekt?) da standen und noch mehr froren. Die weitere Abendplanung wurde uns so, mehr oder weniger unfreiwillig, abgenommen. In diesem Zustand ist es halt einfach vorbei. Schade. Auch weil  Hercules And Love Affair sicherlich ein schöner Abschluss gewesen wäre.

Aber man muss die Feste eben so feiern wie sie fallen. Richtig? Und wenn Du ganz vorne bei den Foo Fighters stehst, während Dave Grohl bei ‘Everlong’, einem der besten Songs überhaupt, wirklich alles gibt, und du währenddessen hart vom Wetter verprügelt wirst, kannst Du wenigstens behaupten, Du hast was erlebt.

In diesem Sinne also zurück zum Auto. An Clueso vorbei. Aber nicht ohne ein paar Beschimpfungen. Ehrensache. Dann ins Hotel. Mmmhh, kuschelig warm hier. Noch schnell die Schuhe und Hose vom Schlamm befreien, alles zum Trocknen aufhängen und dann ein paar resümierende Zeilen verfassen. Nicht dass man morgen schon wieder alles vergessen hat. Die Fähigkeiten lassen ja irgendwie nach im Alter.

Gute Nacht. Und bis demnächst vielleicht…

Festival Update

Januar 27, 2010 Von: DJN Kategorie: clubs & events 7 Kommentare →

Ich glaub dieses Jahr zieh ich mir mal beide rein.

rip0110

Da ‘Rock am Ring’ 25-jähriges und ‘Rock im Park’ 15-jähriges Jubiläum feiert, wird da vermutlich auch noch einiges kommen. Wobei KISS alleine auch schon so krass ist, dass man sich ein Ticket kaufen sollte. Gut, das war vielleicht etwas übertrieben, aber ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die Alt-Rocker-Performance.

Das Southside wiederum seh ich mittlerweile mehr so als Talentschmiede. Da hab ich mittags beim so durchlaufen schon sehr viele Bands für mich entdeckt und muss das, nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt hab, dieses Jahr unbedingt wiedermachen. Außerdem versetzt mich die oberste Reihe der bestätigten Acts schon in Erregungszustände… :-)

southside0110

Hat noch irgendjemand seine Teilnahme am einen oder anderen oder beiden Festivals geplant?

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