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Tracks, die meine Welt bewegen #1

Dezember 09, 2011 Von: DJN Kategorie: * music music music *

Pompöse Überschrift. Außen Top Hits, innen Geschmack. Um mal einen guten Satz von Fettes Brot zu zitieren. Neulich ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich gar kein Fettes Brot Hörer bin. Geht mir da wie bei den Fantas, zum Großteil sympathisch, aber irgendwie nicht so meine Musik eben. ‘Da draussen’ ist glaube ich der einzige Track, den ich von den Broten jetzt richtig gut finde. Alles andere ist eher so die Legitimation von Räp in Popmusik.

Wie auch immer. Ich habe mir überlegt, ab und zu, wenn mir danach ist, einfach eine Ansammlung ‚neuer‘ Tracks und Releases zu posten. Alles was gerade so auf Dauerrotation durch meine Player schallt. Genre ist dabei wie immer ein Fremdwort, wisst ihr Bescheid, wenn ihr schon mal hier wart.

Anfangen will ich an dieser Stelle mal mit Schönheit. Steh’ ich drauf. Wie bei Frauen. Und beim Charakter. ‘I Remember’ heißt der Track und singt diese liebliche Stimme im Refrain. Ich weiß leider nicht wem sie gehört. Finde überall nur vermerke darüber, dass der Song ‘by The Roots performed’ wurde. Schade. Ich wünsche mir Fame für diese Stimme!

The Roots – I Remember

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The Roots

Der Track ist auf dem neuen Album der Herren. Das läuft bei mir auch täglich durch den Player. Bin Fän. Und ich bleibe dabei, dass der Flow von Roots Frontmann Black Thought seinesgleichen sucht. So!

Dann, was Altes. Bin da durch Zufall drauf gestoßen. Lief im Warm Up beim Red Hot Chili Peppers Konzert vergangenen Montag in München. Dachte ganz, ganz kurz es wäre Amy Winehouse. Dann hab ich Shazam gefragt und war froh, dass es nicht Amy ist. Ich mochte Amy nicht. Und man wünscht sich ja dann doch immer, dass coole Songs auch von coolen Künstlern kommen. Wie auch immer.

Sly and the Family Stone – If You Want Me To Stay

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Sly & the Family Stone

Das Konzert der Peppers war übrigens sehr fett. Konnte von meinem Sitzplatz sehr gut sehen. Und bin Fän von den neuen, gepolsterten Sitzen in der Olympiahalle. Fast wie Kino so. Außer dass alle um einen rum ständig aufspringen. Menschen beobachten ist echt mein absolutes Lieblingshobby. Inklusive fiktive Lebensläufe dazu erstellen. Bringt mich meistens auf absurde Theorien.

Die habe ich genauso mit nach Hause genommen wie die Eindrücke der Performance. Erstens: Anthony Kiedis steht offensichtlich nicht auf Ansagen. Dafür hält er es aber für angebracht seinen kleinen Sohn während der Jamsession der Band am Seitenrand der Bühne auf dem Arm zu halten. Zu ein paar sanften Klängen noch kurz in den Schlaf wiegen, oder so. Warum auch nicht? Zweitens: Die komplette Band ist auf jeden Fall (immer noch) voll auf Drogen. Drittens: Dafür verspielen sie sich aber echt recht selten. Und viertens: Der Style des neuen Gitarristen Josh Klinghoffer wäre selbst Mitte der 90er schon hart uncool gewesen. Wenn Du den auf der Straße treffen würdest, würdest du wahrscheinlich vermuten, dass er noch bei Mama wohnt, weil er offenbar noch die Klamotten seines älteren Bruders auftragen muss.

Außerdem war ich am Ende doch noch ein bisschen sehr enttäuscht, weil sie tatsächlich ‘Otherside’ nicht gespielt haben. Geht nicht. Muss man immer machen! Konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Und das dann auch noch mal ein Stück weniger, als ich erfahren habe, dass sie ihn zwei Tage später in Wien gespielt haben. Aber man steckt halt nicht drin, in Anthonys wahrlich verwirrenden Gedanken, so wie sein Penis in Heidi.

Jetzt bin ich spontan abgeturnt. Und wechsel daher unauffällig das Thema. Mayer Hawthorne. Eigentlich ein Mann mit Qualitätsgarantie. Zumindest im Laufe der letzten Jahre konnte man unbedenklich seine Empfehlung aussprechen. Dann kam vor ein paar Wochen sein Album ‘How Do You Do’ auf den Markt. Hatte ich mich echt tierisch darauf gefreut. Und wurde bitterlich enttäuscht. Habe es wirklich mehrmals versucht, ein paar Tage Pause gemacht und dann noch mal angehört. Wurde nicht besser. Der einzige Song, der in meinen Gehörgängen hängen blieb wie Batman an der Verbrechensbekämpfung, ist ‘Can’t Stop’. Der ist mit Snoop Dogg. Und wenn’s mittlerweile erstmal so weit kommt, weißte auch über den Rest Bescheid. Schade.

Mayer Hawthorne feat. Snoop Dogg – Can’t Stop

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Mayer Hawthorne

Nächstes Thema. Gotye. Australischer Newcomer-Shit. Zumindest wird’s gerade leicht gehypt. Nach ‘Somebody That I Used To Know‘, einem Youtube-Knaller (20 Millionen Aufrufe!), auch nicht gerade untypisch für das Plattenlabel von heute. Durfte auch schon ins ganze Album rein hören. Und ich muss sagen es plätschert leider etwas. Nichts was mich direkt vom Hocker haut. Aber der Track hier hat sich dann doch eingebrannt.

Gotye – State Of The Art


Gotye

‘State Of The Art’ war übrigens so etwas wie die Lieblingsfloskel meines ehemaligen Chefs. Und eigentlich generell in der Fernsehbranche ziemlich beliebt. Ich glaube, ich habe keine Präsentation gesehen, in der man mal darauf verzichtet hätte. Musste dann immer leicht schmunzeln. Und hatte derweil den Claim im Kopf ‘State of the art – Wir können alles. Außer Abwechslung.’. Hätte ich vielleicht mal vorschlagen sollen. Dann würde ich da eventuell auch noch arbeiten.

Aber apropos Abwechslung. Habe neulich einen auch schon etwas älteren Song gehört. Wieder durch Zufall. Kam nach Hause und konnte nicht schlafen. Habe deswegen noch ‘nen Film geschaut. Und als da am Ende alle sterben, hat man jenen Song als emotionale Verstärkung drüber gelegt. Hat perfekt gepasst. War ziemlich traurig. Musste ich sofort googlen und drei Mal hintereinander anhören. Dann hat’s auch mit dem Schlafen geklappt.

Pilot Speed – Alright

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Alright - Into the West

Hatte bis dato noch nie was von der Band gehört. Und deswegen meine musikalische Horizonterweiterung auch auf diesen einen Song beschränkt. Hab nämlich immer ein bisschen Angst, dass der Rest nicht so pralle ist. Wie nach ‘nem One-Night-Stand. Oh, ich drifte ab. ‘That’s why i need somebody new, just like you’. Verdammt, schon wieder.

Jedenfalls, um meinen ursprünglichen Gedanken zu Ende zu bringen, stelle ich nach ein paar Mal hören fest, dass der Song auch von Coldplay sein könnte. Zumindest erinnert mich der Instrumentalteil stark an ‘Yellow’.

Coldplay – Yellow

http://www.dailymotion.com/video/x2147q
Coldplay

‘Inspired by’, könnte man vielleicht sagen. Aber wer will’s einem verdenken. Die Nummer ist schlichtweg großartig. Immer noch. Habe ich auch viel gehört in letzter Zeit. Fühlte mich irgendwie danach, nach ‘Mylo Xyloto’, auch noch mal die alten Sachen auszukramen. Und zu vergleichen. Den Vorwurf sie wären poppiger geworden, kann ich nach gewissenhafter und ausführlicher Prüfung definitiv nicht unterschreiben. Was zum Teufel war am alten Zeug denn nicht poppig? Erstummen sollen sie, eure Unkenrufe!

Aber wo wir gerade bei Britpop sind, habe mich dann auch mal mit der Noel Gallagher Soloplatte beschäftigt. Nett, sage ich mal. Könnte natürlich auch von Oasis sein. Aber hier erwartet man ja auch keine Quantensprünge. Solide die Fäns beglückt. Wie die Lieblingspornodarstellerin.

Dieses Stück möchte ich dabei besonders hervorheben.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – Everybody’s On The Run (live @ BBC Radio Theatre)

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Noel Gallagher's High Flying Birds

Dann, auch schon ein bisschen älter mittlerweile. Und ebenfalls from Great Britain. Kasabian. Die hatte ich dieses Jahr auf dem Southside gesehen. War recht gut. Ich allerdings ultra müde zu dem Zeitpunkt. Sonntag Abend ist immer irgendwie die Luft raus.

Habe neulich ein Interview der Band gesehen, bei dem der Gitarrist von seinem schizophrenen Leben erzählt hat. Daheim sei er der perfekte Familienvater, ruhig und sehr in sich gekehrt. Auf Tour hingegen straight Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Im Prinzip hauptsächlich deswegen, weil es dazu gehört und er es kann. Und seine größte Dankbarkeit gilt jedem Tag der Tatsache, dass er “still alive” ist. Fande ich irgendwie faszinierend. Und sympathisch. Würd’s vielleicht genau so machen. Aber ich kann ja auch Sex und Liebe trennen…

Jedenfalls habe ich mir dann noch mal das letzte Album angehört. Und die Nummer hier ist schon wirklich gut.

Kasabian – Days Are Forgotten (live @ neo Paradise)

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Kasabian

Was läuft noch so durch meinen Player? Ach ja, noch ‘ne ältere Nummer. Die allerdings könnte auch neu sein, also man könnte sie der Welt als neu verkaufen. War nämlich unverständlicherweise kein Welthit. Und damit auch irgendwie der Beweis dafür, dass Marketing eine zu große Rolle im Musik Business spielt.
Ich feier den Track auf jeden Fall von Anfang an und wurde oft gefragt von wem der ist. Vor allem, nachdem ich ihn in meinem letzten Mixtape eingebaut hatte, wenn auch nur ein paar Sekunden lang. Daher noch mal die wärmste Empfehlung an alle da draußen:

Something A La Mode feat. K-Flay – 5am



SomethingALaMode

Die Nummer gehört wirklich in jedes Radioprogramm und auf jede gute Tanzfläche!

So, jetzt wird’s Zeit für Räp. Yelawolf heißt da mein Mann der Stunde, neben Mac Miller. Großartige Live-Show hat der am Start, und mittlerweile auch ein neues Album. ‚Radioactive‘ heißt das Ding und ist sehr zu empfehlen. Einen ersten Eindruck kann man sich hiermit verschaffen.

Yelawolf feat. Travis Barker – Let’s Roll (live @ Conan)

http://www.dailymotion.com/video/xmsf3z
Yelawolf

Zum Schluss, bevor ich mich selber anfange zu langweilen, noch das Mega-Hype-Thema. From Stuttgart, Germany. Hoffnung des deutschen Rap. Wobei das ja irgendwie jeder ist, der was in die Richtung macht. Ich sage, German Mac Miller. Oder auch Sommer-Rap. Passt beides irgendwie auf Cro.

Der Herr, der mit Panda-Maske auftritt, weil er die zu seiner Zeit bei der Stuttgarter Zeitung aufsetzte, um vom wohl etwas spießigen Chef nicht zufällig bei seinen wochenendlichen Rap-Konzerten ertappt zu werden, liefert mit seinem ersten Track ‚Easy‘ gleich einen richtigen Hit.

Knapp über 700.000 Aufrufe auf Youtube nach nur drei Wochen, dazu prominente Fans wie Jan Delay und sogar Aufmerksamkeit aus den U.S.A.. Klingt nach Potential soweit. Das sieht das Stuttgarter Indie-Label Chimperator genau so und arbeitet fleißig auf ein Debüt-Album-Release Anfang des neuen Jahres hin.

Als kleinen Wartezeit-Verkürzer hat man letzte Woche ein Mixtape rausgehauen, auf dem Cro über weitestgehend bekannte Beats ein paar eigene Zeilen rappt. Sehr stimmige Geschichte, inklusive netter Denkansätze, auch wenn ich das bisher nur heimlich zugegeben habe, weil mir ehrlich gesagt diese lokale Hypeness hart auf den Sack geht.

Cro – Easy

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Free Download des ganzes Mixtapes gibt’s hier über Chimperator gegen E-Mail-Adresse.

Ich warte derweil darauf bis die ersten, die jetzt noch hypen, damit anfangen von Kommerzialisierung zu sprechen, wenn man dann nächstes Jahr versucht Cros Musik zu Geld zu machen.

Ich persönlich verüble das niemandem. Und ich muss brechen, wenn ich noch einmal von irgendjemand höre oder lese, dass ihm irgendetwas zu kommerziell ist. Für solche Menschen fällt mir echt nicht mehr als die rüdesten Beleidigungen ein.

Aber wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Auch ich habe mal so gedacht. Dazu möchte ich kurz die Geschichte erzählen, dass ich meinem Bruder mal mein Linkin Park Album geschenkt habe. Es war das erste. Und ich fand, nach dem zweiten, dass die Jungs zu kommerziell geworden sind, weil sie jede Single Maxi mit etlichen, pseudo Zusatzfeatures zu horrenden Preise verkloppt haben.
Aber dann wurde mir irgendwann klar, es muss urplötzlich gewesen sein, dass das verdammt noch mal keine Rolle spielt, weil es nichts daran ändert, dass ich die Musik gut finde und mich die Songs bewegen.

Damals war ich fünfzehn Jahre alt. Oder Sechzehn. Egal. Jedenfalls war es eine Zeit, in der meine größten Probleme darin bestanden reale Brüste anzufassen, den Marihuana-Konsum vor meinen Eltern und meine Antipathie gegenüber der Institution Schule zu verstecken. Was ich damit sagen will? Ich war jung, dumm und, wie jeder andere auch, in einer harten Entwicklungsphase.
Der Unterschied ist, ich habe mich entwickelt. Heute kann ich reale Brüste anfassen, wenn ich möchte. Ich brauche meine Antipathie nicht mehr verstecken. Und wenn ich immer noch kiffen würde, könnte ich das auch meinen Eltern erklären. Ich habe meine Scheuklappen abgelegt und mich damit abgefunden, dass die Welt so ist wie sie ist. Mein eigenes Ich gefunden. Und mein Leben nicht mehr von vermeintlichen Konventionen steuern lassen. Mal ganz ernsthaft: Wer Kommerz ernsthaft und vor allem standhaft anprangert, prangert in Wirklichkeit doch nur seine eigene, beschränkte Existenz an und sperrt sich selbst dabei in einen Käfig, der ihn mehr an einem schöneren Leben hindert, als dass es ihn zu einem isolieren könnte.
Kurzum, ich hasse Menschen, die so etwas sagen. Und ich würde ihnen am liebsten jedes Mal über den Kopf streichen, wie einem kleinem Kind, und sagen ‚oh wie süß‘.

So, nach dieser kleinen Hasstirade mit ernsthaftem Inhalt, abschließend noch mal was Schönes, auf das sich bestimmt auch die Kommerz-Nazis einigen können. Private Coverversion von ‚Easy‘. Mädchen am Piano. Verbreitet via Youtube. Wer sich zwei Minuten entertained fühlt, kann ja in Anerkennung bezahlen und was Nettes drunter posten.

Cro – Easy (Cover)

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In diesem Sinne, ich bin dann mal swag, Geld verdienen.

xoxo

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