Ich hatte schon vor ein paar Wochen nen Tipp aus der Pro7 Musikabteilung bekommen mir auf jeden Fall ‘Unser Star für Oslo’, Stefan Raab’s Casting Show für den ‘Krobriedelaschongsongdeurowisjong’ reinzuziehen, weil das Niveau der Kandidaten sehr hoch sei und nicht zu vergleichen mit dem der z.B. DSDS oder Popstars Kandidaten.
Letzteren wurde witzigerweise ernsthaft nach ihrem Sieg verboten (!) live in großen Fernsehshows aufzutreten, weil die zuständige Abteilung das einstimmig nach ihrem Auftritt im Finale so beschlossen hat. Gerüchteweise ist sogar der Satz ‘die sind schlechter geworden als im ersten Casting’ gefallen.
Generell macht das mit dem Niveau ja auch absolut Sinn. Immerhin haben die Raab Casting Show Gewinner Max Mutzke und Stefanie Heinzmann bis heute ne ordentliche und musikalisch hochwertige Karriere vorzuweisen, jedenfalls verdienen sie dabei auch nicht ganz so übel.
Die Popstars oder DSDS Gewinner hingegen bekommen maximal noch ihre Debütsingle in den Charts platziert und werden danach meist schon wieder vom Plattenlabel fallen gelassen. In den seltensten Fällen kann man sich wenig später überhaupt noch an die Namen erinnern.
Da leuchtet es ein, dass Leute die wirklich was auf dem Kasten haben, sich bei lieber bei Raab bewerben. Oder wie es Gast-Juror Marius Müller-Westernhagen so schön auf den Punkt gebracht hat: ‘Wenn man Casting-Shows im Zuge des Trends schon nicht verhindern kann, kann man wenigestens versuchen die Qualität verbessern.’
Gut, was dann Yvonne Catterfeld in der Jury zu suchen hatte leuchtete mir auch nicht ein, aber ein Blick auf die offizielle Homepage offenbarte auch noch weit schlimmeres in den nächsten Wochen. Ich sag nur Kackbratze Sarah Connor oder Cassandra Steen, die bzw. deren Stimme ich einfach nicht ertragen kann.
Dafür gibt’s dann aber auch noch extrem tighte Juroren, wie z.B. König Boris von Fettes Brot, Jan Delay, Barbara Schöneberger oder Joy Denalane, um nur ein paar zu nennen.
Aber um zum Thema zurückzukommen, ich hab mir also wie empfohlen die erste Show reingezogen, mit den ersten zehn von insgesamt zwanzig Kandidaten, ner komischen neuen Moderatorin und einem äußerst unterhaltsamen Marius Müller-Westernhagen (Lieblingszitat: ‘Plattenfirmen sind taub und blind, sonst wären es ja keine Plattenfirmen’).
Ich wahr sehr angetan. Im Prinzip war keiner der Kandidaten schlecht. Alle hatten meiner Meinung nach die Berechtigung auf ner Bühne zu stehen. Klar, ein paar mehr und ein paar weniger, aber man hätte wirklich nicht guten Gewissens sagen können, dass einer der zehn scheiße war.
Mit das beste an Raab’s Show ist dabei die Tatsache, dass sich die Künstler wirklich ihren Song selbst aussuchen können und dürfen. ‘Hotel California’ von den Eagles zum Beispiel- eine grandiose Wahl und undenkbar in anderen Casting Shows. That’s fucking music!
Und dann tauchte kurz vor Ende der Show als letzte Kandidatin noch diese 18-jährige (oder so) Schülerin aus Hannover auf- mit quasi null Bühnenerfahrung und einem Song, den wie es Stefan Raab richtig sagte, so gut wie kein Schwein kannte. Ich auch nicht. ‘My Same’ von Adele. Manmanman, war ich nach dem Auftritt geflashed…
Lena Meyer-Landrut – My Same (Original by Adele)
… und das ohne jemals davor das Original dazu gehört zu haben.
Adele – My Same (live in Brüssel)
Mal ernsthaft, ich weiß nicht was ich von den beiden besser finden soll und pflichte Herrn Westernhagen grundsätzlich bei:’Künstler miteinander zu vergleichen war schon immer totaler Schwachsinn!’
Die Jury war jedenfalls von Lena’s Auftritt genauso angetan wie ich und erkor sie einstimmig zur Favoritin des Abends. Die Zuschauer schlossen sich an und wählten Lena in die nächste Runde. Da bin ich mal gespannt wie es weiter geht und freue mich jetzt schon auf die nächsten zehn Kandidaten nächste Woche.
Tags: Adele, Casting-Shows, Marius Müller-Westernhagen, Unser Star für Oslo

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Zeimlich viel richtig in Deinem Beitrag : )
Ich mag Yvonne und mir ist egal, wo sie im Fernsehen ist, hauptsache, sie ist es.